Kind 3 Jahre flippt völlig aus. Tritt, schlägt...

    • (1) 18.11.17 - 10:45

      ... Boah ich bin gerade so genervt. Mein Sohn (seit September 3) ist momentan so anstrengend.
      Alles ist NEIN und er dreht teils mehrmals täglixh total am Rad. Da reicht ein Teller in der falschen Farbe da flippt er aus. Ja ich weiss trotzalter... aber ich weiss nicht was ich machen soll. Er schlägt, tritt und schreit wie am Spiess momentan. Da hat er vorher bei trotz nie gemacht. Manchmal kann sich sowas eine Stunde ziehen. Er will nicht dass ich ihn streichle und neben ihm sitze in solchen Phasen. Aus dem Raum darf ich aber auch nicht. Ich habe es auf Anraten einer Sozialpädagogin auch schon probiert ihm ein Platz für Auszeiten zuzuweisen wo er sich erst abreagieren soll... klappt gar nicht. Er bleibt dort nicht und wenn ich ihn immer wieder hin bringe tickt er noch mehr aus und fängt sogar an zu beissen. Ein weiterer Tipp war das Kind sanft auf den Boden zu drücken und erst loslassen wenn er sich beruhigt hat... das klappt auch überhaupt nicht...
      Bei uns wird nicht gehauen oder sonst was. Hier sieht er sowas nicht und wir wollen es nicht dulden. Aber wir wissen nicht was wir machen sollen... wie am besten reagieren?
      Wir haben auch schon Strafen folgen lassen aber das bringt auch nichts... Spielzeug wegnehmen oder eine Unternehmung nicht machen. Aber eigentlich ist das denke ich der falsche Weg.... es ist einfach nur noch ein Kampf gerade! Er ist seit drei Monaten im Kindergarten und geht sehr gerne und dort macht er das nicht...

      • Hallo..
        ich denke das liegt am Kigastart. Auch wenn er gerne geht, ist das eine riesige Umstellung für ihn. Mein Sohn ist 2,5 Jahre und auch seit Kurzem im Kiga. Dort ist er der liebste Junge, Zuhause dreht er am Rad. Auch er kriegt ständig Wutanfälle, haut, beißt. .. Ich lasse ihn dann wüten, bleibe aber daneben. Wenn er schlägt oder beißt, setze ich ihn immer wieder auf den Boden und sage ihm, dass das nicht geht so und ich ihn so nicht in den Arm nehmen möchte. Meistens ist er dann schnell soweit dass er sich dann in den Arm nehmen lässt und wieder "lieb" ist. Das hört man daran, dass das Weinen von wütend zu verzweifelt wechselt..Ansonsten hilft nur viel Geduld und starke Nerven.

        Ich denke da hilft nur viel Liebe, Aufmerksamkeit und Verständnis - aber auch Konsequenz. Bei uns ist das meistens Müdigkeit.. und tritt so extrem erst seit dem Kigastart auf. Die Erzieherinnen haben mir auch bestätigt dass es oft so läuft - im Kiga alles toll, und Zuhause lassen sie dann alles raus.

        Wünsche euch viel Geduld #winke

        Hallo,

        wer hat denn bei Euch die Hosen an? Das Kind oder ihr als Elternteil? Steck ihn in sein Kinderzimmer und da kann er sich anregen. Wenn du ihn auf sein Auszeit "Stuhl" setzt und er nicht sitzen bleibt und er dich dann auch noch beisst wenn du ihn zurück bringst #schock Ganz ehrlich da läuft schon eine ganze Weile was falsch.

        Niemals würden meine Kinder, egal wie sauer oder aufgebracht sie gerade sind mich beissen, hauen oder treten. Das hat was mit Respekt und konsequenter Erziehung zu tun, das es erst gar nicht so weit kommen kann/darf.

        Ja, mit 3 und gerade Kita Start ist es sicher nicht leicht... aber das ist schon mehr als nur die Trotzphase. Lasst euch nicht auf der Nase rum tanzen, er ist 3!!!

        #winke

        • Du klingst genau wie mein 90 jähriger Opa und das ist jetzt leider kein Kompliment.
          "Hosen anhaben"? "Auf der Nase rumtanzen"? Was ist denn Elternschaft für dich? Ein einziger Machtkampf? #zitter

          Du redest von Respekt, den du von deinem Kind erwartest aber dann findest du es ok, das Kind in sein Zimmer zu stecken oder zu zwingen auf einem Stuhl zu sitzen? Wo bleibt da der Respekt gegenüber des Kindes? Das Kind ist gerade 3 geworden, kann seine Gefühle nicht kontrollieren und wenn es beißt oder haut dann macht es das nicht, weil es "böse" ist. Das Kind scheint gerade in einer echten schwierigen Phase zu stecken. Anstelle von Empathie und Geduld rufst du zu strafen auf. Na prima.

          Und bevor du mir jetzt kommst von wegen das Kinder Grenzen brauchen usw da gebe ich dir vollkommen recht. Meine Kinder brauchen ganz klare Grenzen die konsequent beibehalten werden. Aber das geht auch, ohne raushängen zu lassen, dass wir Eltern am "längeren Hebel" sitzen.

          (6) 20.11.17 - 11:03

          Dein Kind wollte ich nicht sein. In genau so einem Machtkonzept bin ich erzogen worden mit dem Ergebniss dass ich heute keinen guten Draht zu meinen Eltern habe und mein Kontakt auf ein Minimum reduziert ist.
          So werden die Gefühle und Bedürfnisse eines Kindes einfach nur weggebügelt und unterdrückt. Diese unsägliche "stille Stuhl"-Methode mag bei vielen Kindern kurzfristig helfen, ist aber alles andere als eine konstruktive Konfliktlösung die einfach nur Frust erzeugt. Ein Kind das ständig so behandelt wird lernt dabei lediglich dass es mit seinen Gefühlen nicht ernst genommen und gehört wird.

        • ... ich denke du bist die Fraktion "Erziehen durch Angstherrschaft", denn nur so sind deine Zeilen für mich zu lesen... bei uns haben natürlich wir die Hosen an. Wir sind sehr konsequent, aber es gibt gerade bei konsequenter Erziehung immer wieder Punkte bei denen ein Kind ausrastet... und es dann ins Zimmer zu sperren kann keine Lösung sein. Ist es besser wenn es dann im Zimmer wütet und gegen die Türe tritt oder sonst was? Respekt dem Kind gegenüber ist was anderes... Das hat weder mit Hosen anhaben zu tun noch mit sonst was Einsicht wies man damit nicht erreichen...

      Kenn ich. Auch mit 5 wirds nicht besser... hier hilft nichts ausser einfach rum bocken lassen und fertig. Hat sie sich erst beruhigt ist auf einmal von jetzt auf gleich wieder alles gut.
      Ins Zimmer bringen bringt nix. Sie kommt wieder an und tobt dann noch schlimmer rum. Sie wirft sich gern auf den Boden und bleibt dann halt daliegen bis sie sich beruhigt hat. Ich mache derzeit meinen Kram weiter zB essen, spülen, die Wäsche usw. Sie ist dann ja nicht allein aber ich gehe nicht auf sie ein (kein ignorieren). Das hilft hier dann echt immer schon und zack alles wieder gut

      Starke nerven &lg

      • ... Du machst mir ja mut *grins*. Ich hoffe es geht nicht mehr jahrelang. Ich denke aber auch dass nach allem was wie probiert haben das beste ist ihn toben zu lassen und dabei zu bleiben. Alles andere macht ihn wilder. Beissen und treten kam nur zustande weil wir das mit dem Stuhl und mit dem auf den Boden drücken probiert haben. Da ist er dann richtig wild geworden und war komplett von der Rolle... sonst macht er das nicht. Weder andere Kinder noch uns... war einmalig bei so einem Anfall...

    Also erst mal halte ich von Auszeiten (von was? Vom Leben?!) und "sanft auf den Boden drücken" gar nichts.

    In welchen Situationen schlägt und tritt er? Ist er müde? Ist das nach der Kita? Passiert das, wenn er lange Zeit kooperieren musste, zB in der Kita, und braucht jetzt ein wenig Zeit für Selbstbestimmung? Wenn du das Bedürfnis hinter seinen ausrastern erkennst, ist das schon die halbe Miete. Ansonsten würde ich klar sagen, dass ich nicht gehauen oder gebissen werden will und entferne mich ein Stück. Wenn mein Sohn mal so drauf ist und das nichts hilft, kündige ich an, dass ich jetzt in die Küche oder so gehe weil ich nicht getreten werden will und sein Verhalten unschön finde. Oft hilft es ungemein, einen von uns aus der Situation zu nehmen.

    Falsche Tellerfarbe? Gib ihn zwei zur Auswahl und lass ihn entscheiden.

    Lass ihn einfach ausbocken und gib ihm, was er braucht. Er will nicht angefasst werden? Ok. Du sollst im Raum bleiben, ok. Setz dich neben ihn und warte bis er für Berührungen wieder zugänglich ist. Dann biete ihm deine offenen arme an.

    Ich wünsche dir gute Nerven. Es ist kein einfaches Alter! #schwitz

    • ... die Anfälle sind oft wenn er müde ist. Das beissen und treten war nur als wir die Sache mit dem stillen Stuhl und dem auf den Boden drücken probiert haben... da ist er Fuchsteufelswild geworden und das war im Affekt. Sonst beisst er weder andere noch uns... ich lasse ihn viel entscheiden aber manchmal ist einfach das was er will im Geschirrspüler und die anderen 10 Schüsseln sind nicht passend... *grins*

      • Ja das kenne ich, manchmal passt einfach gar nichts ;-) vor allem bei Müdigkeit. In dem Falle entscheide ich und sage etwas wie "du bist ja total müde. Komm ruh dich ein bisschen aus, ich mache dir solange XY in die Schüssel." Er denkt zwar dann drüber nach, zu protestieren aber meist ist dann wieder gut. Ich hab sogar manchmal den Eindruck, er ist ganz froh dass ich ihn aus der Situation "gerettet" habe indem ich Entschieden habe.

        Oh ja, das mit dem Stuhl und dem Boden drücken ist echt nicht schön. Ich kann kaum glauben, dass dir jemand zu sowas geraten hat. Ich glaube ich würde auch beißen und um mich treten, wenn das jemand mit mir versucht.

        • Ja klar... sowas passiert meist aus Müdigkeit leider.
          Das mit dem Boden drücken und dem Platz zum Nachdenken hat die Heilpädagogin unseres KIGA geraten. Da war so ein Stärke Kurs über Erziehung mit 5 Abenden und da habe ich das aufgeschnappt... Aber Mann sieht ja wozu es führt. Besser macht es nichts und es kann nicht die Lösung sein sich auf das Kind zu setzen. Wenn man drüber nachdenkt ist das echt entwürdigend und blöd... hätte ich das bloss nicht probiert...

          • Ach mach dich jetzt nicht verrückt. Wir alle probieren mal komische Erziehungstipps aus. Das nächste mal machst du es anders und gut ist :-)

            Fragwürdig finde ich allerdings, dass eine Heilpädogogin heutzutage noch zu so was rät.

Hallo,

"Er will nicht dass ich ihn streichle und neben ihm sitze in solchen Phasen. Aus dem Raum darf ich aber auch nicht."

Ja und? Dann gib ihm das doch...

Bei den Tellern würde ich ihn fragen, welchen er möchte. Und ja, wenn ich den "falschen" Teller auf den Tisch gestellt habe, dann tausche ich den auch aus. Ich nehme mir auch manchmal morgens eine andere Tasse als mein Mann mir hingestellt hat. Natürlich erst den, dann den, dann den...

Lg

  • ... ich sage ihm dann dass ich bleibe wenn er sich beruhigt und aufhört so zu blärren. Ich halte das nicht aus... er kann das 45 Minuten. Nur brüllen und toben. Dann sage ich dass ich Ovrenschmerzen bekomme und darum raus muss wenn er nicht aufhört

(17) 18.11.17 - 19:03

Hallo,

ich würde sagen, da gibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder Du bleibst mit im Zimmer und machst etwas anderes, z.B. abspülen, Staub wischen, was weiß ich, lässt Dich von ihm aber nicht mehr in Diskussionen verwickeln oder gar schlagen u.ä. bis er friedlich bei Dir ankommt.
Oder Du verfrachtest ihn in sein Zimmer, ob er will oder nicht.

Letzteres würde ich übrigens auch machen, wenn er schlägt oder beißt. Da ist bei mir Schluss mit lustig.

Es gibt Kinder, da kommt man mit Spielchen, Alternativen, Verständnis und Trost nicht weiter, wenn sie wütend sind, ob das manchen Müttern hier passt oder nicht.
Natürlich probiert man es erstmal nett mit den Kindern. Nur was, wenn das nicht funktioniert?
Soll man dann dem Kind den Erziehungsratgeber unter die Nase halten und ihm sagen, dass Kinder auf Alternativen, Spielchen, Erklärungen und Trost anspringen, und dass es sich bitte entsprechend verhalten möge?
Soll man sich außerdem schlagen und beißen lassen, weil das Kind auch hier nicht auf nette Ansprachen reagiert?
Soll man dem Kind die ganze Zeit den Allerwertesten hinterher tragen, um jeglichen Anlässen für Wutanfälle gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen?

Dabei kommen die Kinder raus, über die die anderen Eltern sich spätestens in der Grundschule aufregen, weil sie ihre Kinder drangsalieren. Die meinen nämlich, dass der Rest der Welt dazu da ist, sie bei Laune zu halten und ihre Launen zu ertragen.

Bei unserem Sohn funktionierte die Gebrauchsanleitung für das Norm-Kind 2017. Bei unserer Tochter funktionierte sie nicht. Die wurde immer wütender, wenn man in irgendeiner Form versucht hat, auf sie einzugehen, wenn sie einen Wutanfall hatte. Irgendwann trat sie einem auch vor's Schienbein. Da half nur, sie in ihr Zimmer zu bringen, notfalls mehrmals. Unterwegs habe ich sie z.T. in der Fußgängerzone brüllend auf dem Boden liegen lassen und abgewartet, weil es nicht anders ging. Ab und zu habe ich mal freundlich nachgefragt, ob sie bald fertig ist. ;-)

Trotzdem ist unsere Tochter (mittlerweile 10) immer noch sehr selbstbewusst und hat ein sehr gutes, offenes Verhältnis zu uns. Der Schaden, den Auszeiten angeblich verursachen, scheint sich also in Grenzen zu halten...

LG

Heike

  • (18) 18.11.17 - 21:07

    Hallo,

    ich für meinen Teil lasse mich weder schlagen, noch treten noch beißen. Schaffe das aber ganz gut, ohne dass das Kind in sein Zimmer "verfrachtet" werden muss. Das Kind ist 3!!!! Nicht 5 oder 7!

    Mit Alternativen, Spielchen, Verständnis und Trost kommt man bei meinem Sohn kein Stück weit. Wohl aber mit bocken lassen und klaren Ansagen.


    Und ich empfinde es auch nicht als "Arsch hinterher tragen" wenn ich bei Banalitäten dem Wutanfall Wind aus den Segeln nehmen kann. Wutanfälle gibt's in dem Alter genug, da muss ich nicht sehenden Auges welche produzieren "nur weil ich's kann" und meinen längeren Hebel ausnutzt.

    Natürlich reagiert jedes Kind anders, keine Frage. Aber man muss ja nicht sofort mit Kanonen auf Spatzen schießen #augen

    Lg

    • Hallo,

      ich muss sagen, dass ich über Deine zwei Antworten wirklich lange nachgedacht habe. Zueest zu dieser Antwort:

      Was Du am Anfang schreibst, ist goldrichtig. So kann man vielen PRoblemen aus dem Weg gehen, wenn man versucht die Gründe zu verstehen.

      ABER! Dies soll dazu führeen, dass ich in jeder Situation eine Marionette des Kindes bin, so wie du es schilderst (und wenn du das und das willst, tue ich es). Dies hat nichts mit Erziehung zu tun. Das ist schlichteg: Problemen aus dem Weg rennen.
      Was weitaus schlimmer ist, ist die egoistische Einstellung zum Thema beißen und. Hauen. Wenn. Du für Dich entscheidest, dass dein Kind Dich beißt, ist es dein privates Problem. In dem Moment , in den du unter dem Deckmantelchen der Gewaltlosigkeit dieses Verhalten nicht unterbindest, bist du in deinem Verhalten für mich auch#contra. Dann begeht dein Kind nämlich eine wiederholte Körperverletzung.

      Jetzt zu Deiner anderen Antwort:
      Wenn ich mein Kind auf die Treppe hinschicke, damit es runterkommt, geschieht dies nicht aus irgendwelchen Machtpositionen. Grenzensetzung, so wie sie von der anderen Userin beschrieben wurde, ist goldirichtig. Deutliche Grenzensetzung gehört zu einer Trotzphase dazu. Im Gegegenteil. Die fehlende Grenzensetzung führt heute dazu, dass in ielen Fällen bei Urbia nicht die eigentliche Trotzphase ist aber der mangelnde Erziehungsauftrag.

      Dass mein Kind andere beißt und haut ist mit. NICHTS. zu entschuldigen. Egal ob Kleinkind oder Erwachsener.

      Und noch zum Thema Treppe, Stuhl, Zimmer. Wenn ich dabei das Kind mit Gewalt auf den Stuhl zerre, ist dies falsch. Ich kenne aber am Beispiel meines Kindes, dass es sehr wohl Sinn machen kann. Manche Kinder können so ,,Stopp“ machen, in sich gehen und später darüber nachdenken, was sie getan haben

      Genauso wie frühere Zeiten falsch waren, ist die heuutige Überzeugung mancher ein anderes Extrem.

      Ich zeige meinen Kindern seit der ersten Mminute, dass sie ein Teil der Gemeinschaft siind – egal ob Baby oder Kleinkiind.

      #winke

      • Hallo :-),
        dein Beitrag richtet sich zwar nicht an mich, aber ich kann irgendwie trotzdem nicht die Finger still halten ;-). Mir fallen ein paar Widersprüche auf und ich kann glaube ich deine Grundhaltung dem Kind gegenüber nicht richtig verstehen...

        Zunächst: Einerseits schreibst du, dass du es gut findest, wenn man versucht, "die Gründe zu verstehen". Aber im Grunde genommen scheinen dir diese Gründe eigentlich egal zu sein, wenn es ja doch keinen Einfluss auf dein Verhalten gegenüber dem Kind hat - weil du dich ja nicht zu seiner Marionette machen lassen möchtest!?

        Dann: Es "hat nichts mit Erziehung zu tun", seinem Kind einen einfachen Wunsch zu erfüllen.
        Was verstehst du unter Erziehung? "Ich Chef, du nix?" - Also "weil ich es sage, bekommst du das nicht, basta!" - Ein ziemlich simples und starres Weltbild, das es dem Anwender ziemlich leicht macht und die schwächeren Beteiligten einfach aus Prinzip total ignoriert. Das hat für mich nichts mit dem Großziehen von Kindern zu Menschen mit gesundem Selbstwertgefühl zu tun.

        Weiterhin: Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein Kind, das während eines Wutanfalls um sich schlägt/beist/tritt automatisch zu einem notorischen Gewalttäter und einer Gefahr für die Gesellschaft wird?? Und das Kind begeht Körperverletzung??? Sorry, aber da hört es echt auf... Wenn dich, wie du weiter oben schildert, die hinter dem Verhalten stehenden Gründe tatsächlich interessieren, kannst du so eine Haltung eigentlich gar nicht haben :-/.
        Ferner geht es im Zusammenhang mit Hauen, Beißen etc. m.E. überhaupt nicht darum, ob es "durch irgendetwas zu entschuldigen ist", sondern um eben diese Dinge, die dahinterstecken - ohne die zu kennen und zu berücksichtigen(!) kannst du ein Kind vielleicht dazu bringen, dieses Verhalten aus Angst vor Strafe und Isolation zu unterdrücken. Aber Gefühle zu unterdrücken ist langfristig keine Erfolg versprechende Strategie um unerwünschtes Verhalten "abzustellen". Dazu sollte man schon erstmal verstehen (wollen), warum das Kind es tut und sich fragen, wie man ihm helfen kann, Handlungsalternativen zu finden und zu nutzen.

        Und zuletzt: Du zeigst deinen Kindern, dass sie "Teil der Gemeinschaft sind" - doch wenn du sie in ihr Zimmer sperrst oder auf einen Stuhl verbannst, wenn ihr Verhalten dir nicht passt, suggerierst du ihnen, dass sie innerhalb der Gemeinschaft unerwünscht sind, wenn sie ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen. Fatal für ihr Selbstwertgefühl.

        Entschludige den etwas ruppigen "Ton" zwischen den Zeilen, aber mich hat dein Beitrag tatsächlich etwas aufgeregt.

        Viele Grüße
        B.

        Meine Güte, deine Antwort bestürzt mich. In mehreren Hinsichten.

        Marionette des Kindes und Problemen aus dem Weg rennen? Meinst du denn wirklich, dass Wutanfälle die einzigen Situationen sind, wo wir auf Konflikte und Probleme mit unseren Kleinkindern treffen? Ich muss meinem Sohn gefühlte hundert mal am Tag sagen, dass er dieses oder jenes bitte nicht machen soll. Da gehören gefährliche Situationen dazu, dinge die mich nerven, unschönes Verhalten etc. Ganz normal also, man mag es auch Erziehung nennen. So nun kennen wir alles unsere Kinder am besten. Wenn ich weiß, mein Sohn ist vollkommen durch zB nach der Kita, dann bewegen wir uns auf dünnem Eis weil es schnell zur Eskalation kommen kann. Wenn ich dann in solchen Situation durch Kleinigkeiten wie zB direkt nach Hause gehen anstatt noch einen Umweg zum Supermarkt zu machen, dem epischen Wutanfall aus dem Weg gehe, dann bin ich in deinen Augen eine Marionette meines Kindes? Von mir aus. Ich nenne es diplomatisch sein und Bedürfnisse abwiegen. Kind braucht Ruhe und schlaf? Ok, dann gehen wir jetzt heim und holen eben Milch am Nachmittag. Aber wenn du lieber volle Fahrt voraus auf den Wutanfall zusteuerst dann mach das. In Endeffekt sind ja eh wir irgendwie die Leidtragenden wenn wir ein wütendes, aufgelöstes Kind den ganzen Weg nach Hause tragen müssen, oder? Keine Ahnung, aber in wichtigen Situationen stelle ich mich immer den Konflikten, aber so was ist einfach ein unnötiger Machtkampf. Man muss Wutanfälle und Co nicht auch noch provozieren.

        Mein zweiter saurere Punkt ist deine Meinung zu aggressivem Verhalten bei Kleinkindern. Ich bitte dich, bevor du hier von Körperverletzung sprichst, erst mal nachzulesen, wieso weshalb warum 2/3 jährige (!!) so reagieren und was in ihren Gehirnen passiert. Im Vergleich zu uns können sie diese Impulse nämlich nicht steuern. Das wäre also so, wie wenn du einen Tauben Menschen strafst, weil er dich nicht richtig versteht.

        Und bevor du fragst: ich lasse mich auch nicht treten oder hauen, mein Sohn neigt eher nicht zu so einem Verhalten. Aber wenn es doch mal passiert weiche ich aus und regele die Situation anders. Mit Empathie und Respekt. Das wirkt bei jedem (gesunden) Kind. Nur wenn man natürlich nervös und gereizt in so einem moment auf das Kind einredet, eskaliert die Situation noch mehr.

        Deine Kinder sind Teil der Gemeinschaft? Ich nehme an, dein Mann muss sich dann auch in die Ecke auf einen Stuhl setzen wenn er sich nicht so verhalten hat, wie du es dir wünschst?

        Hallo,

        ich habe jetzt wirklich überlegt, ob du dich tatsächlich auf meine Beiträge beziehst.

        nstellung zum Thema beißen und. Hauen. Wenn. Du für Dich entscheidest, dass dein Kind Dich beißt, ist es dein privates Problem. In dem Moment , in den du unter dem Deckmantelchen der Gewaltlosigkeit dieses Verhalten nicht unterbindest, bist du in deinem Verhalten für mich auch#contra. Dann begeht dein Kind nämlich eine wiederholte Körperverletzung

        Wo genau hab ich geschrieben, dass ich mich kratzen, treten, beißen lasse und (noch viel schlimmer) das als normal erachte?

        Zu allem anderen unterschreibe ich bei landanielle und bineau...

        Lg

(24) 18.11.17 - 23:17

#gruebel bei manchen Beiträgen hier habe ich echt den Eindruck, dass es da eine große Angst gibt, dass einem gegenüber dem Kind ein Zacken aus der Krone brechen könnte ...

Worum geht es eigentlich? Darum, dass das Kind sich beruhigt? Aber um welchen Preis? Wem ist geholfen, wenn das Kind sich aus Angst vor Strafen zusammenreißt - sofern es dazu überhaupt in der Lage ist. Kleinkinder verfügen über ein sehr geringes Maß an Impulskontrolle, sie können einen Wutanfall nicht allein steuern und beenden. Dazu brauchen sie unsere Hilfe und nicht noch zusätzlichen Druck in Form von Strafen. Selbst wenn diese "funktionieren" hat das Kind eine Chance verpasst, zu lernen, wie es mit seinen Gefühlen umgehen kann und dass seine Gefühle in Ordnung und berechtigt sind. Was für uns Kleinigkeiten sind (falscher Teller), kann für ein Kleinkind sehr wichtig sein. Für uns ist es nur ein Teller, für das Kind der TE aber evtl. eine Chance, nach dem Tag im Kindergarten, wo es sich sehr stark anpassen musste, wieder etwas selbst entscheiden zu können. Wird ihm diese Chance genommen, reagiert es verzweifelt und wütend und weil seine Kapazitäten, sich anzupassen bereits im Kindergarten aufgebraucht wurden, fällt der Wutanfall sehr intensiv aus. Das ist nur eine von bestimmt vielen Erklärungsmöglichkeiten für die geschilderte Situation, aber ich will damit sagen, dass das Kind einen guten Grund für sein Verhalten hat, auch wenn wir Erwachsene das mit dem ollen Teller vielleicht albern finden ... Auch das Schlagen finde ich normal. Er ist einfach wütend, von seinen Gefühlen total übermannt (seine Fähigkeit zur Impulskontrolle ist wie gesagt nur marginal ausgeprägt), fühlt sich vielleicht noch missverstanden, weiß aber nicht, wie er sich anders verständlich machen kann. Wer würde in so einer Situation nicht am liebsten im ersten Impuls um sich hauen?
Schlagen lassen würde ich mich deswegen auch nicht. Ich würde es verhindern und erklären, dass ich seine Wut verstehe, aber nicht geschlagen werden möchte, dass das weh tut - wobei das im Eifer des "Gefechts" möglicherweise noch gar nicht richtig ankommt. Ansonsten würde ich bei ihm bleiben und versuchen, zu ihm durchzudringen, indem ich mich bemühe, Worte für seine Gefühle zu finden. Wutanfälle um jeden Preis sofort beenden zu wollen, finde ich nicht richtig. Sie sind für etwas gut. Das Kind kanalisiert Frust und Wut und hat wie bereits erwähnt eine Chance, zu lernen, mit diesen Gefühlen umzugehen.

  • (25) 23.11.17 - 19:59

    ... da bin ich froh dass nicht nur ich hier entsetzt bin über manche Beträge... mein Sohn darf sehr viel selbst entscheiden und mithelfen. Allerdings wird es immer wieder Sachen geben die einfach nicht gehen oder zu gefährlich sind für ihn. Er schlägt normal nicht. Weder Kinder noch uns. Er ist überhaupt nicht agressiv ausserhalb dieser Trotzanfälle. Das beissen und treten kam ausschließlich in den Situationen vor wo wir ihn auf die Stille Treppe gesetzt haben und er immer wieder aufgestanden ist bzw wir ihn dann runter gedrückt haben... da wurde er immer wilder und aufgebrachter.
    Es geht nicht darum ihn ruhig zu stellen. Ich möchte ihm helfen weiss aber nicht wie. Er lässt siyh nicht anfassen oder sich ablenken. Wir haben in ruhigen Minuten versucht ihn zu fragen was er braucht wenn er wütend ist. Ob er dann den Bock raus werfen will oder in ein Kissen boxen oder was ihm helfen würde. Aber leider ist er denke ich mit gerade knapp 3 zu klein dafür und kann keine Antwort geben.

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