Leben ohne kita

    • (1) 26.11.17 - 22:04

      Gibt's hier jemanden der seine Kinder bewusst nicht in die Kita schickt?

          • (5) 03.12.17 - 15:33

            Nee, ganz ihne KiTa könnte ich nicht. Gehe jetzt schon auf dem Zahnfleisch mit einem 3 Monate altem Baby und einem 22 Monate alten Wirbelwind...
            Ich habe keine Freizeit mehr und mein Mann sorgt nur für Stress, wenn er sich mal um beide kümmert. Verwandte und Freunde haben wir hier nicht. Also ist Krippe und KiTa nächstes Jahr meine Rettung.
            Ich langweile mich auch gewaltig hier in der Wohnung, nur spazieren zu gehen macht mich auch nicht glücklich. Möchte gerne wieder arbeiten gehen nebenher, deshalb die Betreuungsentscheidung.

      Hallo,

      wenn ich mich recht entsinne habt ihr einen misslungenen Eingewöhnungsversuch hinter euch, oder? Überlegst du aufgrund dessen, völlig auf Kita zu verzichten?

      Ich glaube, dass eine gewisse Menge Kita wichtig ist für die Kinder.

      Es gibt x verschiedene Konzepte - da ist bestimmt auch ein passendes für euch dabei.

      Alles Gute!

      • Ja, ich bin gerade echt entmutigt...
        Er wird ja fremdbetreut aber in der Uni mit einem guten Betreuungsschlüssel.

        • naja die betreung sollte immer so sein das gleichaltrige da sind um den 3geb meist etwas früher bilden sich erste Freundschaften, wo er mit gleichaltrigen spielt ist relativ egal , unserer ältester war in einem sehr kleinen freien Kindergarten 20 Kinder im alter von 3-6J, wo er extrem wenig, gemalt und gebastelt hat, aber jetzt in Schule läuft es bestens, wichtig finde ich das sie andere Kinder haben im gleichen Alter.

    (10) 26.11.17 - 22:38

    Die kitafreien Familien sind deutschlandweit vernetzt. Da kannst du auch andere Familien aus deiner Gegend finden.

    Kinder brauchen Kita? Totaler Quatsch!

    Kinder brauchen andere Menschen, aber die müssen ihnen nicht in der Kita begegnen.

    Die Schule profitiert davon, wenn die Schulanfänger in einer Kita waren, da sie dann schonmal vorgeformt sind und leichter ins System passen. Ob das auch wirklich für die Kinder erstrebenswert ist?

    • (11) 27.11.17 - 00:16

      Als angehende Lehrerin sehe ich das auch so und denke dass es nicht die Schuld an der kita an sich ist sondern einfach am System. Ich denke Kinder können gut mit Fremdbetreuung klar kommen und auch dass andere Kinder wichtig sind usw. Aber dass es eben nicht in Ordnung ist wenn sie weinend allein gelassen werden oder gemaßregelt wenn sie nicht funktionieren in einem viel zu sehr Strukturierten Tagesablauf

      Deswegen, Fremdbetreuung ja wenn es gut läuft

      • Warum willst du als angehende Lehrerin in einem System arbeiten, das du ablehnst?

        Strukturierte Abläufe sind sehr wichtig und die ein oder andere Situation wird dich auch noch einmal dazu zwingen, deine Schüler zu ,maßregeln‘. Wenn du das nicht kannst, wird es im System Schule schwer für dich.

        • Da hast du natürlich recht, aber ich möchte betonen dass ich weder die Kita noch die schule ablehne.
          Maßregeln kann man gewaltfrei oder so wie ich es mitbekommen habe, du Heulsuse usw. :-(
          Mir ist bewusst dass ich mit meiner Einstellung vllt Probleme bekomme aber vielleicht auch nicht.

          (14) 27.11.17 - 21:25

          Naja das Schulsystem wäre nicht das was es heute ist (jetzt im Vergleich zu vor 50 Jahren) wenn es nicht Lehrer gegeben hätte die nicht alles im bestehenden System toll gefunden und Sachen geändert hätten!
          Frischen Wind kann unser Schulsystem alle mal vertragen und ich hätte mein Kind lieber bei einer systemkritischen Lehrerin die sich Gedanken macht ob man was verbessern kann als bei "das war schon immer so" - Lehrern.

          • (15) 27.11.17 - 21:58

            Ein einzelner Lehrer kann aber nicht viel ändern. Viele Kollegen haben Ideen, was sich an Schulen konkret ändern und verbessern könnte. Aber wir werden nicht gefragt. Leider zählen da Pisa, Vera, Timms, Hattie und co mehr. Da muss man schon einen Weg finden, sich zu arrangieren und das beste draus zu machen. Ansonsten droht ein burnout

      (16) 27.11.17 - 08:28

      Ich denke, dass es nicht besonders natürlich oder sinnvoll ist, Kinder mit jeder Menge anderer gleichalter Kinder zusammenzusperren und von einer erwachsenen Person beschäftigen zu lassen.

      Kinder würden sich natürlicher Weise entfalten, indem sie im alltäglichen Leben mit anderen Menschen jedes Alters zusammen sind und dort voneinander lernen.

      Da aber unser Schulsystem so widernatürlich aufgebaut ist, 'profitieren' Kinder schon in einem begrenzten Maße vom Kindergarten, indem sie einfach schon zeitiger auf diese Art zu leben vorbereitet werden. Ob man seine Kinder in eine unnatürliche Umgebung zwingen nöchte, nur damit sie ein paar Jahre später in einer genauso unnatürlichen Umgebung nicht negativ auffallen, bleibt jedem selbst überlassen.

      Natürlich ist auch immer die Frage, was denn die Alternative zu Kindergarten wäre. Wenn die Kinder stattdessen nur zuhause bleiben und keine anderen Menschen kennen lernen, dabei von der Mutter oder Oma in ähnlicher Weise bespaßt werden, wie es im Kindergarten wäre, ist es klar, dass soziale Fähigkeiten auf der Strecke bleiben. Nur so kann ich mir die vielen Negativbeispiele hier im Thread erklären.

      Von meinen eigenen Kindern kann ich leider erst in ein paar Jahren berichten, ob die Kindergartenfreiheit ihnen geschadet oder gut getan hat. Ich bin aber sehr optimistisch, dass unser Weg genau der richtige für sie ist.

(17) 26.11.17 - 22:42

Hier, ich :-). Ich SCHICKE sie nicht, ich BRINGE sie sogar hin :-).

(20) 26.11.17 - 22:53

Ehrlich gesagt, kenne ich nur ein Kind, das bewusst nicht in den Kindergarten geschickt worden ist. Und ich kannte sie wirklich und habe sie erlebt...nicht nur von Erzählungen oder so ;-)
Sie war 6 und sollte ohne Kiga eine Waldorfschule besuchen. Die Schule sagte, dass sie kognitiv so weit wäre, dass sie vorher aber unbedingt in einen Kindergarten gehen sollte, da sie sozial den anderen Kindern sehr hinterherhinkte....und das trotz älterer Geschwister.
Ich hatte sie dann leider nur ein paar Monate, bis ich schwanger geworden bin und die Einrichtung verlassen musste.
Jedoch liebte das Kind den Kindergarten von Anfang an und wollte nie nach Hause....stand morgens als erste auf der Matte, damit es in den Kiga gehen konnte...das hat uns die Mama erzählt ;-)
man hat gemerkt, wie sehr sie nach anderen Kindern und etwas Abstand von zuhause lechzte. Auch, wenn sie oft Schwierigkeiten hatte, mit den anderen Kindern zu interagieren, Stimmungen und Emotionen wahrzunehmen und gemeinschaftlich zu arbeiten. Es hat ihr wahnsinnig gut getan.

(21) 26.11.17 - 22:56

In der Schweiz kommt das wohl weit häufiger vor als in Deutschland. Zum einen ist das Angebot hier weniger breit, v.a. in ländlicheren Gegenden. Zum anderen schweineteuer und nur bedingt subventioniert.
Ohne die absolute Notwendigkeit bezahlt hier kaum einer die Fremdbetreuung. Meine Nachbarn haben 4 Kinder, arbeiten aber so zeitversetzt, dass keine Fremdbetreuung nötig ist. Viele Mütter bleiben die ersten Jahre bis zum Kindergarten auch zu Hause, oder die Betreuung wird innerhalb der Familie übernommen.

Ich selbst schicke meine Tochter nicht in die Kita, da meine Mutter an meinen 3 Arbeitstagen die Betreuung übernehmen kann. Für 2 Kinder (ab nächstem Jahr) würde der Spass nämlich meinen kompletten Lohn auffressen, und wenn man die Kosten fürs Pendeln einrechnet und die Mehrausgaben bei den Steuern, wären wir sogar im Minus. Für mich keine echte Option, ausser es würde wirklich nicht anders gehen.
Meine Tochter ist jetzt 3, und geht seit August in eine sogenannte Spielgruppe. Das ist 2x die Woche für 2.5h am Morgen, wo die Kinder ein bisschen das Verhalten in einer Gruppe lernen, zusammen singen, Spiele spielen uns basteln. In diese Spielgruppe wird sie 2 Jahre gehen, bevor sie dann in den Kindergarten kommt (ist aber freiwillig und wird eher von einer Minderheit genutzt). So richtig mit dem deutschen KiGa ist sie vermutlich nicht zu vergleichen, ich weiss auch nicht, wie die LeiterInnen ausgebildet sein müssen. Aber die Kinder lernen immerhin das Verhalten in einer Gruppe und sich von Mama und Papa zu trennen. Für mich eine gute Sache.

Nun ist die Schweiz aber nicht Deutschland, und einiges ist anders organisiert.
Ein Unterschied im Schulsystem ist, dass wir in der Schweiz i.d.R. 2 Jahre Kindergarten vor der Schule haben. Das ist allerdings etwas anderes als der Deutsche Kindergarten und zudem obligatorisch, fällt also bereits unter die Schulpflicht. Die Lehrpersonen werden auch gleich ausgebildet wie die Lehrer der 1. und 2. Klasse. Eventuell könnte man das als Vorschule oder Eingangsstufe bezeichnen?!

Daher kann ich sagen: Mit diesen 2 Jahren Kindergarten finde ich es problemlos vertretbar, die Kinder vorher nicht fremdbetreuen zu lassen, wobei die Spielgruppe (also jeweils sehr überschaubare Fremdbetreuung) sicher ein gutes Angebot ist.
Gäbe es die Kindergartenstufe nicht und die Kinder müssten im 7. Lebensjahr direkt in die Schule, wäre das wohl recht happig. Da würde selbst ich vermutlich 1 bis 2 Jahre vorher etwas Geld investieren und die Kinder wenigstens 1-2 Tage in eine Kita schicken - einfach um sie vermehrt an andere Bezugs- und Autoritätspersonen zu gewöhnen und auch das Zusammensein in der Gruppe.

P.s. Ich hoffe, ich habe keine Verwirrung mit den Begriffen gestiftet, die bedeuten in der CH einfach etwas anderes als in DE und ich muss ehrlich sagen, ich kenne das deutsche Schulwesen zu wenig, um das entsprechend zu "übersetzen".

  • (22) 27.11.17 - 12:04

    "Ein Unterschied im Schulsystem ist, dass wir in der Schweiz i.d.R. 2 Jahre Kindergarten vor der Schule haben."

    Und das ist genau der Knackpunkt: Die Kinder müssen mit 4 ohnehin in den Kindergarten, bevor sie mit 6 in die Schule kommen. Und hier weiß ich wirklich nicht, was ich für besser halte: Den Kindergarten- und Lernzwang ab dem 4. Lebensjahr oder eine freiwillige Kindergartenzeit, wo es eben noch keinen Lernzwang / Lehrplan gibt.
    Ich denke, der Kindergarten in der Schweiz ist mit einer deutschen Vorschule zu vergleichen, wo es noch recht spielerisch zugeht, die Kinder aber schon einiges an "Unterricht" haben. In einem deutschen Kindergarten steht ja doch noch sehr das gemeinschaftliche Spielen und - je nach Konzept - auch das freie Spielen im Vordergrund.

    LG

(23) 26.11.17 - 22:57

Die Nachbarin schickte die 74 und 77 geborenen Mädchen nicht in den Kindergarten.

Sie ist vom Gemüt her einfach, künstlerisch, der Mann ehemaligen. Schreiner, dann Musiklehrer.

Die Kinder konnten früh Gitarre und Flöte spielen. Klamotten hatten sie an, wie die Ingals, aus unsere kleinen Farm. Auch jetzt haben sie die Deerberg Sachen an, die am ökosten sind.

Die große hatte viel Kontakt zu den Nachbarskinder, die kleine hing an der Mutter und hatte Blumenkränzchen im Haar.

Die große wurde eingeschult, und alles war gut, sehr gut, sie wechselte anstandslos aufs Gymnasium, hätte viele Freundinnen.

Die kleine war bis Ende 3. Schuljahr nur mit der Mutter in der Schule. Sie hockte hinten im Klassenzimmer und strickte. Ging sie nicht, ging die Tochter auch nicht. Wäre die Musikschule und das Jugendamt nicht in einem Gebäudekomplex gewesen, und ihr Vater nicht bekannt, wäre es anders ausgegangen.

Als die beiden 14 und 17 Jahre alt waren, fing die Mutter noch mal eine Ausbildung zur Erzieherin an.

Sie hat jetzt noch ein schlechtes Gewissen, was sie ihren Töchtern vorenthalten hat. Die Gemeinschaft, andere Kinder, Spiele, entdecken, Konflikte, das messen an anderen Kindern.

Die Große ist eine beliebte Grundschullehrerin, 3 Kinder, 1 im Kindergarten vor Ort, die anderen 2 woanders, da war das Konzept eher auf die 2 ausgerichtet.

Die Kleine ist Erzieherin, 4 Kinder in 6 Jahren, sie war in der Elternzeit immer als Aushilfe im Kindergarten und hat auch ihre Kinder ab 2 Jahre in den Kindergarten getan.

Was sie dort erleben, kann man daheim nicht geben, ihre Worte.
Klapper die erreichbaren Kindergarten ab, und such einen aus der passt.

Meine Freundin war die jüngste von 6 Kindern und die einzige, die nicht im Kiga war. Sie machte das 1. Schuljahr 2x, sie war weder Gleichaltrige gewöhnt, noch Regeln, still sitzen, usw. usw. Sie war nicht Schulreif, musste aber eingeschult werden.

  • (24) 26.11.17 - 23:25

    Es passt einfach keiner.. Und ich habe keine Lust Abstriche zu machen

    • (25) 26.11.17 - 23:47

      Abstriche wirst du aber zwangsläufig machen müssen..Im Leben geht es nicht nach dem Lust Prinzip. Wenn dein Kind in die schule kommt, MUSS es sich an gewisse regeln halten können und gewisse Erwartungen erfüllen können. In Deutschland herrscht eine SCHULPFLICHT. Dein kind MUSS in die schule und es braucht dafür gewisse Kompetenzen, die es nur durch Kompromisse eingehen lernen erlernen wird. DU musst Kompromisse eingeh4n lernen..Du kannst nicht erwarten, daß es im leben danach geht, was du alles gerne hättest. So funktioniert es nicht. Dein kind muss sich in einer Gruppe integrieren könnrn, Konflikte lösen können, andere Erwachsene als Autorität anerkennen können, es muss gewisse Dinge wie sozial Kompetenz schon vor Schulbeginn könnrn. Dies lernt man nicht, wenn man niemanden außer die eigenen Eltern um sich hat. Dein kind wird es schwer haben, wenn du ihm das nicht ermöglichst.

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