In die Hosen machen - mit Absicht :-(

    • (1) 04.01.18 - 13:51

      Hallo zusammen,

      kann mir jemand helfen?

      Ich hab drei Kinder und mein Jüngstes bringt mich tatsächlich extrem an meine Grenzen.

      Im Moment ist es das Thema Sauberwerden.

      Also mein Sohn ist jetzt drei Jahre und 9 Monate alt. Und er war schon trocken. Letzten Sommer. Er war den ganzen Sommer über trocken. Ging selbständig aufs Klo bzw. aufs Töpfchen nach eigener Wahl und zwar fürs kleine und große Geschäft. Er trug jeden Tag Unterhosen und es war alles so, wie ich es von meinen beiden großen Mädels gewöhnt war in dem Alter.

      Im September kam er in den Kindergarten. Da fing er nach kurzer Zeit an, in die Hosen zu machen. Das kannte ich sogar auch von meiner Großen, und das hat damals alleine aufgehört, als ich die Ursache rausgefunden und beseitigt habe. Aber bei meinem Sohn hat das nicht aufgehört. Und kurze Zeit später hat er auch woanders in die Hosen gemacht und schließlich auch daheim. In aller Selbstverständlichkeit. Ich konnte auch nie rausfinden, warum er das macht. Also im Kindergarten. Es gab keinen Grund. Die Erzieherinnen meinten, er vergisst sich im Spiel. Ich wußte aber, dass es nicht stimmt. Er merkt es ganz genau und es ist pure Faulheit. Also daheim jedenfalls. Und nach einiger Zeit gaben mir die Erzieherinnen auch recht.

      Nachdem mir innerhalb kürzester Zeit die Unterhosen und Hosen ausgingen, hab ich ihm Windeln angezogen. Es war irgendwie nur aus Resignation. Es stört ihn auch nicht, wenn er stundenlang in einer verkackten Windel sitzt.

      Es stört ihn auch nicht, wenn er deshalb im Kindergarten nicht mehr mitspielen darf, sondern auf einen Stuhl sitzen, bis ich ihn abhole. Es stört ihn auch nicht, wenn er daheim geschimpft oder ignoriert wird. Mittlerweile duschen wir ihn auch mit kaltem Wasser, wenn er sich so vollkackt oder vollpinkelt, dass es nur mit Duschen geht. Aber selbst das ist ihm egal.

      Jetzt über die Ferien war er tatsächlich ein paar Tage wieder ganz trocken, total zuverlässig, nachdem ich ihn jetzt in den Ferien ohne Hose daheim rumlaufen ließ an einem Tag. Prompt hat er es wieder "gelernt" und ging ohne Aufforderung selbständig zur Toilette, wenn er musste. Es gab keine einzige Panne.

      Und vorhin hat ihm etwas nicht gepasst, da kam er in die Küche zu mir und pinkelte mit voller Absicht vor mir auf den Küchenboden durch die Hose mit einem frechen Grinsen im Gesicht.

      Da krieg ich so ne Wut, dass ich aufpassen muss, dass ich nichts mache, was ich womöglich bereue.

      Ich bin mit meinem Latein am Ende und brauche Rat. Was kann ich denn machen, um ihm dieses absichtliche In-die-Hosen-machen abzugewöhnen? Wie gesagt, egal, was wir versucht haben, nichts hilft!

      LG Franka

      P.S. Ach ja , und das Beste, ich habe schon einige Freundinnen gefragt, die sagen ALLE, das sei bei Jungs völlig normal und auch noch im Schulalter so und daran müsse ich mich gewöhnen!?!?!?

      • Vorab: ich habe leider keine Ahnung und kann dir auch nicht helfen.
        Aber nur als leise Anmerkung....meinst Du, dass es hilft, ihn mit kaltem(!) Wasser abzuduschen?
        Diese Form der Strafe fürs in die Hose machen, klingt sehr sehr fies.
        Druck erzeugt Gegendruck.
        Ich glaube nicht, dass dieses Problem durch eine kalte Dusche behoben wird.

        Ich weiß, dass ich mich an dieser Sache vielleicht gerade festgebissen habe. Aber das stach mir echt ins Auge.
        Ich glaube dir, dass du verzweifelt bist und dir hier Hilfe erhoffst.
        Ich drücke dir die Daumen, dass jemand einen Tipp hat.

        • Danke für Deine Antwort. Und gut, dass Du fragst. Man sollte immer über sein Handeln nachdenken.

          Ich seh das nicht als Strafe, sondern als Konsequenz mit Lernhilfe.

          Manchmal ist er so vollgekackt oder vollgepinkelt, da geht es nur mit duschen, ein Waschlappen bringt da nicht mehr viel. Vor allem der Gestank, nicht auszuhalten. Ich fände es fies, ihn NICHT mit duschen sauber zu machen.

          Natürlich könnte ich das mit angenehmem, wohltemperiertem Wasser machen, aber dann wäre es für ihn ein Vergnügen (er duscht unheimlich gern, er darf jeden Abend duschen) und vielleicht ein Anreiz, möglichst oft in die Hosen zu machen, damit er möglichst oft duschen kann. Also muss ich dieses zusätzliche, sehr wasser- und zeitverschwendende Duschen so unangenehm wie möglich gestalten, und wer duscht schon gern mit kaltem Wasser? Also ich nicht. Und er auch nicht. Für ihn vielleicht eine Erfahrung zu sagen: hmmmm, ich mag nicht gern kalt duschen, also gehe ich jetzt lieber mal aufs Klo.

          Nur leider hab ich das Gefühl, wenn er aufs Klo muss, denkt er nicht an die Konsequenz, die ihm blüht, wenn er nicht geht.

          Und naja. Was heißt "Druck erzeugt Gegendruck". Wir haben es lange Zeit mit Verständnis, Ignorieren etc. versucht, das hat ja erstmal alles verschlimmert. Erst seit wir irgendwelche unangenehme Konsequenzen versuchen, haben wir das Gefühl, er realisiert überhaupt mal, dass wir nicht wollen, dass er in die Hosen macht.

          Und Druck ist doch nicht unbedingt negativ. Wenn ich keinen Druck habe, die Bude aufzuräumen, weil sich Besuch ankündigt, räume ich auch nicht so schnell auf....

          • Trotzdem ist duschen mit kaltem Wasser keine hilfreiche Konsequenz, sondern eine fiese Strafe. Wenn es ja sooo hilfreich ist..warum macht er es denn noch? Nein, ich glaube das ist der falsche Weg.
            Und Nein, diese Art von Druck ist nicht mit dem zeitlichem Druck beim aufräumen zu vergleichen.
            Aus Verzweiflung macht man Fehler.
            Aber bewusst kaltes abduschen als erziehungsnethode zu wählen....da fehlen mir leider die Worte. Zumal es noch nicht mal funktioniert.

          • Doch, statt deinem Kind einfach die nötige Zeit zu geben und ihn einfach so junge windeln tragen zu lassen, bis er selbst entscheidet, wann er soweit ist auf die Toilette zu gehen, bestrafst du ihn. Das ist Druck. Das ist nicht mal Erziehung, was du da machst sondern einfach nur macht ausüben. Nicht schimpfen, nicht strafen sondern einfach wieder windeln anziehen und er und nur und ausschließlich er entscheidet, wann er soweit ist aufs Klo zu gehen.

            • >>... bis er selbst entscheidet, wann er soweit ist auf die Toilette zu gehen,...<<
              Kinder lernen, sie können in dem Alter nichts selbst entscheiden! Das Kind war trocken und macht das mit voller Absicht. Hier liegt der Hund begraben und da sollte man ansetzen. Die Bestrafung ist falsch, da gebe ich Dir Recht. Ich würde das Kind zum Arzt schleifen und nachfragen, was nicht stimmt. Unter Umständen hat es mit dem Kiga zu tun. Ein 4-jähriges Kind weiß, daß man zur Toilette gehen muss!

              • Nein, der junge war eigentlich nie trocken. Trocken dein bedeutet, zuverlässig auf Toilette zu gehrn und nicht im Sommer mal 3 Monate und dann nicht mehr. Und natürlich ist es normal, dass er noch nicht trocken ist. Kinder mit noch nicht msl 4 müssen noch gar nicht trocken sein..Bis sie 6 Jahre alt sind ist es nämlich im Rahmen der normalen kindlichen Entwicklung nicht trocken zu sein und natürlich kann, darf, soll und muss ein Kind das selbst entscheiden. Ein Kind kann selbst entscheiden, wann es satt ist und genauso kann es selbst entscheiden, wann es soweit ist auf Toilette zu gehrn. Das ist das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper. Und schon Babys können gewisse Dinge selbst entscheiden. Nämlich ob sie hunger hsbrn oder nicht oder ob sie gerade nähe wollen oder nicht. Ein Kind entscheidet allein, wann es soweit ist auf Toilette zu gehrn. Niemand sonst.

                • Orrr ne, wenn ich so etwas höre, ein körperlich und geistig gesundes Kind sollte nicht erst mit 6 Jahren trocken sein, da darf maximal noch ewas daneben gehen, bzw. in der Nacht, aber ein Kind von 4 Jahren sollte trocken sein. Es kommt natürlich darauf an, wie man vorgeht und es dem Kind bei bringt, wenn man aber zu faul ist und abwartet, dann darf man sich auch nicht beschweren.

                  • Du hast dich wohl noch nie mit dem Thema befasst, oder? Trocken werden ist ein reifungsprozess im Gehirn, den man nicht ab einem bestimmten alter voraussetzen kann sondern das entwickelt sich individuell. Jede Erzieherin im Krippe und Kindergarten (die setzen sich damit in ihrer Ausbildung und Fortbildungen auseindnder) wird dir bestätigen, dass ein Kind das selbst zu bestimmen hat, wann es soweit ist. Denn das Kind zu bestärken auf seinen Körper zu hören ist ganz wichtig. Den schließmuskel kann ein Kind übrigens auch erst dann kontrollieren, wenn die nötigen Verknüpfungen im Gehirn dafür gebildet worden. Trocken werden ist ein reifungsprozess den man mit Gewalt einfach nicht beschleunigen kann. Und das weiß jeder, der sich auch nur ansatzweise mal mit der Thematik auseinander gesetzt hat.

                    Hallo,

                    also die Tatsache der Reifeprozesse in Ehren..aber ein Kind, das in der Küche steht und absichtlich frech grinsend rumpieselt- das macht grad m. E. keinen Reifeprozess des Trockenwerdens durch, sondern testet seine Grenzen aus. Und da würd ich meinem Zwerg schon auch deutlich machen, dass entweder die Windel oder die Toilette genutzt wird, aber nicht der Küchenboden...

                    LG, Pureheart

                Meine Tochter ist fast 4 und trägt noch Windeln. Sie sagt jedes Mal Bescheid "ich habe Pipi gemacht" und möchte die Windel gewechselt bekommen. Das nasse Gefühl ist ihr unangenehm. Wir haben feste "Toiletten Zeiten" (morgens nach dem Aufstehen, vor dem Zubettgehen usw).

                Habe auch vieles versucht - von nackt spielen lassen im Sommer, bis hin zu alle 30 Minuten auf die Toilette setzen usw.

                Ich lasse sie nun einfach. Und nein, ich finde nicht dass ich faul bin ;-)

                Mein Sohn trug auch lange Windeln und dann zack von heute auf morgen wollte er keine mehr.

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