Wie viel und wie fördern mit 3 Jahren?

    • (1) 07.01.18 - 10:40

      Hallo,

      Mein Sohn ist 3 Jahre alt und braucht noch etwas Förderung sprachlich er hat auch einen Integrationsplatz im Kindergarten der leider nicht viel bringt.

      Wie fördert ihr eure Kinder außerhalb des Kindergartens?

      • Zum Glück brauchen wir keine extra Förderung. Bei der Schuluntersuchung war alles gut. Ein paar Kleinigkeiten beim Stift halten und malen aber ansonsten war alles gut. Ich gehe aber schon sehr lange mit meinem Sohn in die Bücherei. Wir leihen Bücher aus die wir vorlesen und gehen auch oft zu Vorlesungen in der Bücherei. Das fördert die Sprache. Im Kindergarten gehen bei uns alle Kinder zur Sprachhilfe einfach weil niemand ausgeschlossen werden soll und es ja niemand schadet. Die spielt sehr viele Spiele und liest vor daher glaube ich das sowas hilft.

        Ehrlich gesagt hab ich gar nicht irgendwas gefördert.
        Wir haben das gemacht worauf wir eben Lust haben... malen, basteln, spielen, Buch lesen, raus gehen... das Übliche eben.
        Klar, ich greife Themen auf, die ihn interessieren, aber mehr nicht.
        Wir hatten gerade U8 und mein Sohn hat einen Kreis ausgeschnitten. Ich war ganz verblüfft, dass er es kann, denn hier wird mal ne Packung aufgeschnitten, aber sonst hatte er da nie Lust drauf. Hat er dann wohl aus der Kita ;-)
        Sprachlich fördert man wohl durch viel vorlesen. Macht ihr das? Sind denn die Ohren bei deinem Kind iO?
        Sohnemann schaut auch Fernsehen, aber meist mit mir zusammen und wir reden dabei drüber.

        Hallo!
        Die Sprache förderst du am Besten durch
        - Bücher lesen: vorlesen, aber auch Wimmelbücher und Bilder besprechen. Darauf achten, dass du und Kind in ganzen Sätzen sprichst. Verbessere dein Kind nicht, sondern verpacke die Fehler deines Kindes einfach in einen richtigen Satz, den du ihm dann erwiderst.
        - Lieder singen, Reime sprechen
        - alles, was ihr gemeinsam macht, in Worte fassen, z.B. beim Spazieren gehen, beim Einkaufen oder beim Backen/Kochen/basteln. Bitte immer in ganzen Sätzen sprechen.
        Und - noch habt ihr Zeit. Nicht vergessen. Die meiste "Förderung" geschieht nebenbei. Und wenn ihr wenig lest - dann richte dir eine tägliche "Lesezeit" ein. "Futter" gibts in der Bücherei ;-)
        Lieben Gruß,
        Dorfkind78

      • Meine Tochter hat an Büchern schauen bzw daran das ich ihr vorlese kein interesse mehr. Daher laufen hier diverse Hörspiele. Finde das hat den selben efekt.
        Ansonsten finde ich das das "normale reden" im Alltag ausreicht.

        Lg

        Moin,

        ich finde es ehrlich erschreckend wie viele zwar gut gemeinte aber im Grunde doch in meinen Augen für eine betroffene Mutter verletzende Ratschläge kommen. Vor allem weil eine Mutter die sich Gedanken macht und hier fragt, einen I-Platz bekommen hat bestimmt schon weiß dass man viel vorlesen soll und wie man vorlesen soll. Bei SES ist auch oft das Verständnis gut, aber die Produktion schlecht, und das hat Ursachen die man mit Vorlesen und Erklären nicht beheben kann, ... und wenn es Probleme mit dem Verständnis gibt helfen abstrakte Bilder dem Kind oft auch nicht die Verknüpfung zu erstellen.

        Wir waren schon 2 mal im SPZ bei einer Logopädin wegen der SES und haben viele Vorschläge bekommen, aber Vorlesen und Bücher kommen da ehrlich gar nicht vor!

        Leider wird in allen Ratgebern auch bei offiziellen immer nur auf Probleme mit der Sprachverständnis eingegangen und immer nur auf dem Lesen rumgehackt. Selbst von Ministerien herausgegebene Ratgeber "lesen sie viel vor, besprechen sie viel, ..." Es wird heute so ein Hype um das Lesen bzw um die Eltern gemacht die es nicht tun, dass man manchmal den Eindruck bekommt heutige Eltern kennen keine Bücher mehr ... Ja es gibt Bevölkerungsschichten in denen mag das wirklich das Problem sein aber bei den meisten ist das Problem nicht dass sie zuwenig Bücher haben und zuwenig Bücher geschaut und zuwenig mit den Kindern geredet wird! Im Gegenteil, bei einer "echten" SES helfen Bücher weniger.

        Unser Lütte hat auch ne SES und wir schauen mit ihm schon immer viele Bücher an und wir sind viel unterwegs und ich bin ein echter "Erklärbär" und dazu ein absoluter Bücherwurm und Lesen, Vorlesen sind für mich ganz elementare Dinge in der Beschäftigung mit Kindern, wir sind oft in der Bücherei mit ihm seit er Laufen kann damit uns der "Stoff" nicht ausgeht, aber er hat Probleme mit der Zungenmotorik und da kannste vorlesen bis Du schwarz wirst, es hilft nix. Ich kenne einige Kinder mit Ssprachproblemen, bei denen es bestimmt nicht an mangelndem Bücherschauen und Vorlesen liegt.

        An die TE: Habt Ihr schon den großen Sprachtest für 3-Jährige gemacht? Beim Kinderarzt? Wenn nein, geht das mal an. Dann kommt es eben drauf an was fehlt, ist es nur die Produktion oder auch das Verständnis? Wenn er schon einen I-Platz hat wäre Logopädie angebracht?

        Uns wurde empfohlen auch die anderen Medien zu nutzen, sprich lad Kinderbücher auf ein Tablett wenn ihr eines habt, schaut kleine Fernsehclips und besprecht sie hinterher mit ihm. Wenn man schon das 3. Buch am Tag hat "zieht" eine Bildergeschichte auf dem Tablett oder ein kleiner Film einfach viel mehr Aufmerksamkeit auf sich als das 4. Buch.

        Bei Verständnisproblemen hilft es ihm einen besseren Bezug zum Wort zu geben: Macht Fotos von ihm mit dem Handy wenn er etwas macht und besprecht die Fotos mit ihm, am interessantesten natürlich auf dem Handy! Da hat er dann dadurch dass er da ja Rad fährt und er da schaukelt einen viel besseren Bezug als zu einem anonymen Buch.

        Sprache fördern vor allem Spiele die mit Tätigkeiten zusammenhängen, sprich Werkbank, Küche, Einkaufsladen. Kinder mit ner SES lernen oft besser wenn ihre Worte von einer selbst ausgeführten Tätigkeit begleitet werden. Sie lernen besser wenn sie die Tomate selber in den Korb legen als wenn sie das nur auf einem Bild ansehen.

        Bei Problemen mit der Mundmotorik hilft:
        Atemspiele, Pustespiele: Seifenblasen machen, Papierkügelchen durch einen Strohhalm pusten, Wattepausch über den Tisch hi und her pusten.
        Lautspielereien: Sinnloses "lala, blblbl, pftpftpft." Quasi mit der Sprache "kaspern".
        Zungenspiele (kommt man mit der Zunge an die Mundwinkel, Kinn, Nasenspitze, abwechselnd, Zunge kreisen, Zunge rollen, versuchen ihn zum Pfeifen zu animieren ...
        Gummibärchenkauen ist gut, je härter umso besser (langsam steigern, entweder hart werden lassen oder in den Kühlschrank legen) ungekürzte Spaghetti essen!

        Sprache fördern tun vor allem Spiele die mit Tätigkeiten zusammenhängen, sprich Werkbank, Küche, Einkaufsladen. Kinder lernen oft besser wenn ihre Worte von einer selbst ausgeführten Tätigkeit begleitet werden. Oder wenn die Dinge wenigstens live erlebt werden, am besten noch angefasst werden können.

        Sehr gut zur Sprachförderung sind "getanzte Lieder und Gedichte" geeignet. Die Geschichte wird oft wiederholt, Reim und Melodie sind einprägend und die Bewegungen zum Gedicht/Lied helfen auch wieder den Bezug herzustellen. Also so wie hier:
        https://www.youtube.com/watch?v=TtqOUxfwgdU

        Wünsche Euch alles Gute!
        WuschElke

        • Ich versteh deine Empörung nicht.
          Wenn die TE nicht schreibt was sie schon macht, wieso sind denn dann Vorschläge wie vorlesen verletztend?

          • Weil für das Niveau das da gefordert wird (3 Jähriger, Integrationskind wegen Sprachentwicklungsstörung) so wenig Input nötig wäre dass man das durch normale Alltagsgespräche und ein paar popelige Bilderbücher die man anschaut erreichen würde.
            Tägliches Geschichten vorlesen, Büchereibesuche etc ... soviel Input ist nötig wenn es darum geht ob ein Vorschulkind 3000, 5000 oder 10000 Wörter kennt. Bei einem Dreijährigen der ältere Geschwister hat und in den Kindergarten geht ist normalerweise mehr als genug Input vorhanden dass er das "gefragte Level" erreichen kann. Dass er es nicht erreicht würde entweder auf so wenig Input hinweise dass es schon Richtung "unbeachtet vor sich hingammeln lassen" gehen würde, oder eben auf ein "Problem" in die Richtung SES. Und da hilft ein Steigern der Quantität nichts, da hilft keine feste Lesezeit am Abend, da muss einfach mit anderen "Lernstrategien" gearbeitet werden als dem täglichen Kommentieren und ein Buch anschauen, was "Förderung" ja auch eigentlich meint. Mit einem Kind reden und Bücher anschauen sind auf dem Level den ein Dreijähriger braucht der Integrationsstatus hat um gefördert zu werden einfach die Basics die für mich und für die allermeisten Mütter einfach so selbstverständlich sind wie Füttern und Wickeln beim Baby, ala "weniger wäre fast schon Vernachlässigung".
            Beim Schreikind fragt ja auch keiner "schon mal mit Füttern versucht". Genauso wie ich da davon ausgehe dass die Mutter das Kind gefüttert hat gehe ich bei jemand der nach FÖRDERUNG fragt davon aus dass er mit seinem Kind schon die Grundlagen sprich Sprechen und Buch anschauen tut. Da geht es dann schon eher darum welches die richtigen Spiele sind, dass man Wörter mit "selber tun" verknüpft damit sie besser hängen bleiben etc.

            • Du überreagierst vollkommen. Sie hat nach allgemeinen Tipps gefragt und so sind tolle Tipps zusammengekommen. Ein normaler User hoer muss keine Zusammenhänge zwischen möglichen Problemen der Kindes und der sprachlichen Entwicklung.

              Nicht enn die TE überhaupt bichts zu der Peoblematik sagt und allgemein fragt.

              Wenn dem so wäre, dann bekommt das Kind doch sicher schon "externe Unterstützung" und dann bekommt die Mama sicher ausreichend Input.

              Vielleicht war es ja doch ne allgemeine Frage.

              Wir wissen es nicht und somit war dein "Gemaule" völlig unnötig.

              Ich finde deine Antwort super und wirklich informativ.

        Wow. Wir sind nicht betroffen, aber ich hab' hier echt was gelernt. Danke!! #winke#pro

    (13) 08.01.18 - 03:20

    Hallo Lela,

    wenn du ernsthafte Antworten erwsrtest, dann musst du schon etwas mehr schreiben, sonst kommen in der Regel fut gemeinte wischi-waschi Antworten, die toll sond aber am Ende nichts bringen.

    Wenn dein Kind schon I-Ststus hat, muss man immer schauen, woher die evtl. Sprschentwicklungsverzögerung stammt. Du hast Problemgebiete, da ist die Sprschentwicklungsverzögerung eine Folge von etwas ganz anderem.

    Hast du den Eindruck das Kind noch mehr rein sprschlich fördern zu müssen, könnte man den Logopöden konslutieren, der dann aber den gesamten anderen Hintergrund mitbekommt.

    Sonst bitte nöchstes Mal weitaus mehr Info zu Deinem Kind.

    #winke

    (14) 08.01.18 - 13:54

    Hallo,

    Wir hatten bis zur Einschulung Logo, bei uns lag "nur" eine Dyslalie vor, die Logo war auf mehreren Ebenen aber Gold wert!

    Alles Gute!

    (15) 09.01.18 - 21:27

    Hi,
    lesen, singen, spielen, mit dem Kind sprechen. Kinder müssen in Sprache baden, so lernen sie es.

    Hier waren Mitglieder schon in Sprachkuren, erkundige Dich mal. Wie oft geht Ihr zur Logo?

    SPZ hat damals einen Ganztags Kinderplatz befürwortet, damit das Kind den ganzen Tag unter sprechenden Menschen ist. So habe ich mir dann angewöhnt, alles zu kommentieren, und mache es erfolgreich bis heute, die Kollegen haben viel Spaß mit mir.

    Alles Gute
    Claudia

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