Erwachsene ausreden lassen

    • (1) 10.01.18 - 11:23

      Hallo Zusammen,

      unser bald 3-jähriger spricht nun endlich auch für die Allgemeinheit einigermaßen verständlich. Er redet und zwar viel. Und wenn er nicht redet, singt er.#augen so weit so gut.

      Nun passiert es mir immer öfter, dass er uns Erwachsene nicht reden lassen will. Zum Beispiel beim Abendessen mit meinem Mann. Während wir uns unterhalten fängt er an ununterbrochen "Mama, Mama, Mama" zu sagen. Wenn ich reagiere und sage "einen Moment, ich hör dir gleich zu. Ich rede noch mit Papa.", dann bringt das gar nichts außer ein wütendes "Nein, nicht reden!!". Meiner Meinung nach will er hauptsächlich die Aufmerksamkeit von einem von uns. Neulich saß ich beim Abholen noch kurz bei der Tagesmutter und wir wollten was besprechen. Ok, er war sehr müde und ziemlich aufgedreht (war am Anfang der Eingewöhnung) und er wieder sehr laut "Mama, Mama, MAAAMAAA!" und wenn ich dann reagiere und sage "ja, was ist denn?" dann kommt meistens nicht viel außer einem grinsen. Telefonieren ist ähnlich schwierig, er will immer mitreden. Das will nur der Telekom-Mitarbeiter nicht unbedingt...oder mein Chef...#augen Wenn mein Mann und ich was besprechen müssen, dann sagen wir ihm das auch. Und dass danach einer von uns mit ihm spielt.

      Also, wie bringt man einem kleinen Knirps bei, dass er andere ausreden lassen soll? Oder, dass er eben nicht immer sofort auf der Stelle die volle Aufmerksamkeit bekommen kann? ich rede hier immer von Situationen, in denen er nicht wirklich was essentielles zu sagen hat, also nicht "Mama, da vorne brennt's", wenn ihr versteht was ich meine?!

      Viele Grüße und Danke im Voraus!

      Tomate

      • Hallo, das beim Abholen aus dem Kindergsrten kenne ich auch. Da geht es (bei uns) um Aufmerksamkeit. Nehme ich meinen Sohn auf den Arm, bekommt er diese und lässt mich dann kurz mit der Erzieherin sprechen.
        Am Tisch ist es mir wichtig, Gespräche zuende zu führen, ebenso am Telefon. Da bin ich ziemlich strikt und sage, dass er kurz warten muss. VG

        (3) 10.01.18 - 12:18

        Bei uns hilft oft, wenn ich anderweitig Kontakt zum Sohn aufnehme, also durch Berührung.

        Ich gehe häufig kurz runter auf Augenhöhe oder wende mich ihm kurz zu, erkläre ihm kurz, dass ich nach dem Gespräch Zeit habe, aber eben kurz in Ruhe reden will, nehme ihn an die Hand oder leg ihm meine Hand auf den Arm und rede dann weiter.

        Ich halte es für absolut wichtig, dass man danach wirklich Zeit für das Kind hat, damit es lernt, dass aufgeschoben nicht aufgehoben heißt und es gesehen wird.

        Beim Telefonieren mache ich häufig das Gegenteil: ich verlasse samt Hörer den Raum. Ist bei dieser "schrägen" Kommunikationsform, wo der Gesprächspartner unsichtbar ist, meinem Empfinden nach besser zu verstehen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Kind aus dem Alter raus ist, wo es so brillante Ideen hat wie Lochmuster mit Scheren in Sofakissen zu schneiden oder die Wände zu verschönern.

        Aber tröste dich, bis wir beim aktuellen Status Quo sind, den ich Ok finde, hat es Jaaaaaaaahre gedauert. Mein Sohn wird 6.

        Wir haben das mit unserer Tochter auch und leider in extremer Form. Dadurch, dass ich viel mit ihr alleine bin - ohne Partner - kann sie es umso schlechter akzeptieren, wenn mein Mann dann da ist und wir uns unterhalten wollen.

        Anfangs probierten wir es auch mit dem Erklären oder einem "wir unterhalten uns gerade". Unsere Tochter möchte meistens nicht einmal wirklich etwas sagen, sondern will nur Aufmerksamkeit generieren oder denkt sich dann irgendeinen Blödsinn aus, den sie unbedingt loswerden wollte.

        Wir sind inzwischen zu Ignoranz übergegangen. Eine befreundete Erzieherin gab uns den Rat, nach tausendmaligem Erklären nicht immer wieder zu sagen, dass die Erwachsenen sich gerade unterhalten und das Kind Sendepause hat. Denn schon durch diese Erklärung wurde die Unterhaltung der Erwachsenen (mal wieder) unterbrochen und das Kind hat Aufmerksamkeit generiert.

        Durch Ignoranz hat unsere Tochter gemerkt, dass sie mit dem Rumnerven keine CHance hat und dann dran ist, wenn wir fertig gesprochen haben.

        • Dies könnte 1 zu 1 von mir geschrieben sein... Bis auf den Tipp der Erzieherin, die hatte ich darauf noch nicht angesprochen ;-) aber ignorieren ist dann wirklich das einzige, was man tun kann, auch wenns schwer fällt.

          LG
          Jessi

      Meine Große wird im April vier und wir haben eine einfache Geste eingeführt. Wenn ich mich gerade unterhalte und sie mir etwas sagen möchte, legt sie mir ihre Hand auf den Arm. Ich schaue sie dann kurz an um ihr zu zeigen, dass ich verstanden habe. Ich beende dann noch meinen Satz, manchmal sind es noch zwei mehr, dann gilt meine volle Aufmerksamkeit ihr. Da sie das weiß, klappt das wunderbar.

      Telefonate erkläre ich ihr vorher und verspreche meistens, dass wir hinterher was Schönes zusammen machen, wenn sie solange still hält. Klappt auch gut. Meistens quakt dann zwar der Kleine dazwischen, er versteht das halt noch nicht, aber das ist ja ein anderes Thema. 😉

    • Hallo

      was du nei ihm anwenden kannst, hast du sicher genug jetzt gehört schon.

      Ich will dir noch auf den Weg geben, dies auch bei Erwachsenen durchzuziehen. Mich hat es als Kind immer sehr geärgert, wenn wir Kinder ruhig zu sein haben, weil ein Erwachsener sprach. Aber umgekehrt durfte mir jeder volljährige reinreden, wenn ich mal einer meiner ganz wichtigen Sachen zu erzählen hatte.
      Es sollte Gleihberechtigung herrschen. Der zuerst spricht, darf ausreden. Ohne Kompromisse.

      Das hab ich damals bei meinen Babysitterkindern so gemacht. Es wurde dadurch etwas besser mit dem Reinreden. Sie lernten, dass jeder gleich drankommt und alles gleich "wixhtig" ist. Das hat sie, so denke ich schon, sehr beruhigt und die Sicherheit gegeben, wirklich dann dranzukommen.

      lg lene

      Hallo!
      Das ist völlig normal und jedes Kind macht das, kann mich an mich selbst früher erinnern.

      Du machst das schon richtig, man lässt andere ausreden. Das lernt Dein Kind nur wenn man es auch praktiziert, also so wie Du es machst, ihm sagen dass Du Dich unterhältst und gleich für ihn da bist. Ihn dann im Gegenzug auch immer ausreden lassen.

      Kinder lernen durch Nachahmung. Ist zwar erstmal nervig, aber irgendwann sitzt es dann.

      LG
      Sunny

      Ganz einfach: JETZT MUSST DU WARTEN. Fertig. Anders wird er es nicht lernen. Wir haben dieses Problem erst seit kurzem, allerdings ist mein Sohn schon 5. Auch er unterbricht recht gerne. Je nach Situation bekommt er von mir ein forsches "jetzt nicht", oder ein ruhiges "du darfst gleich reden aber jetzt rede ich noch mit ..." dann wartet er auch wirklich ab. Ich denke er weiß eigentlich schon ganz genau dass er nicht unterbrechen darf, aber mein Gott Kinder sind ungeduldig. Ich weiß noch wie ich immer "Mama mama" rief und an ihrem Ärmel zupfte. Insofern nehme ich es meinem Sohn nicht übel. Dennoch behalte ich die Regel bei dass man andere aussprechen lässt.

      hallo,

      viel spaß beim beibringen:-)

      mein großer ist 12 und packt das nicht immer;-)

      nee, ernsthaft. wie mit allem. vorleben, erklären , hinweisen, strategien beibringen. ich hab mal gelesen, und so will ich es beim kleinen einführen zu gegebener zeit, dass die kinder, wenn sie einem etwas mitteilen möchten udn man ist gerade anderweitig im gespräch, einem z.b. die hand auf den arm legen. man signalisiert ihnen mit einem nicken z.b., dass man vernommen hat, dass sie etwas sagen wollen und sie sich kurz gedulden sollen.

      mal sehen wie das klappt#schein

      lg

      Unsere beiden sind/waren auch so.

      Anstrengend,aber finde es normal.
      Man vertieft sich und die Aufmerksamkeit gehört ihnen dann sogarnicht mehr
      das müssen sie erstmal verstehen lernen.
      Wir sagen es halt immer wieder und wenn wir fertig gesprochen haben,wenden wir uns dem Kind voll und ganz zu!
      Wenn es was, für sich, wichtiges zu sagen hat (da liegen die Prios halt auch anders,das muss man dann selbst auch verstehen ;) ) dann unterbreche ich mein Gespräch und lass das Kind sprechen!
      Meine große ist jetzt 5 und quatscht nur noch ganz selten dazwischen,sie schaut uns aufmerksam an und wartet, wenn sie uns unterbricht dann eigentlich nur weil es ihr wichtig ist auch was dazu zu sagen oder weil sie etwas dringend los werden möchte.
      Der 3 jährige ist noch im lernprozess und quasselt ständig dazwischen :D

      LG

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