Was kann ich tun?

    • (1) 14.01.18 - 17:46

      Hallo

      Mein Sohn ist jetzt 3 Jahre alt.
      Er ist ein Energie Bündel, etwas was ich sehr an ihm Liebe.
      Zuhause gibt es so gut wie keine Probleme. Wir gehen durch seine extreme Energie sehr viel raus und ich beschäftige ihn viel. Er spricht von Anfang an sehr sehr gut für den Alter.
      Jetzt ist er seit 6 Monaten im Kindergarten und ist dort das Problem Kind. Er schlägt mit und ohne Gegenstände andere zumal ältere Kinder, er beißt sie und beim letztem male sogar blutig, er ist dort wohl kaum zu bremsen und zeigt eine enorme Aggressivität. Zuhause kommt so etwas gar nicht vor.
      Weder bei mir, bei seinem Vater oder sonst wo. Auch auf dem Spielplatz oder wenn wir mit anderen Kindern unterwegs sind- nichts der gleichen.

      Jeden Morgen weint er bitterlich und will nicht in den Kindergarten. Seiner Aussage nach sind dort alle böse und es sind ihm zu viele Menschen vor Ort.

      Ich Frage mich ob ein Psychologe oder etwa anderes helfen könnte.
      Habt ihr Erfahrungen?
      Ich bin für jeden Tipp dankbar.

      • (2) 14.01.18 - 17:53

        Sprich erst mal mit dem Kinderarzt darüber. Es könnte sein, dass er durch die vielen Reize im Kindergarten überfordert ist. Kann er gut hören und gut sehen?Hat er Schwierigkeiten, sich in Menschenmengen zu orientieren? Ich würde ihn erst mal gründlich durchchecken lassen, bevor man nur mit der Psyche rum macht!

        • (3) 14.01.18 - 18:39

          Ja sehen und hören klappt super. Keine Einschränkungen.
          Allerdings mag er es nicht wenn schon bei einer Familienfeier zu viele Menschen vor Ort sind. Er wird quengelig und will dann unbedingt gehen, was wir nach einer gewissen Zeit auch machen. Versuchen immer ein wenig da zu bleiben und ihn nicht von vornherein aus der Situation zu nehmen damit er sich vielleicht Stück für Stück war
          an gewöhnt. Er wird dann auch immer sehr müde da es ihn anstrengt.

      (4) 14.01.18 - 18:20

      Zum Psychologen sollte eigentlich nur, wer krank ist. Ehrlich gesagt würde ich behaupten, dass dein Kind total normal ist. Er ist verunsichert und frustriert und lässt das an seiner Umwelt aus, was das Ganze ja nicht besser macht. Natürlich muss man ihm deutlich sagen, dass er anderen Kindern nicht weh tun darf, aber der Schlüssel wird wohl sein, dass er sich im KiGa wohler fühlen muss. Meine Ideen:

      - Vielleicht kannst du ja mal ein Kind aus seiner Gruppe zum Spielen einladen. Wenn er einen oder zwei Freunde hat, dann ist es ja vielleicht auch schon schöner.
      - Ansonsten würde ich mal in Ruhe mit den Erziehern darüber sprechen, für sowas müssten die eigentlich geschult sein.
      - Wenn alles nichts hilft und du es irgendwie möglich machen kannst, dann würde ich ihn ehrlich gesagt noch mal aus dem KiGa nehmen und nach einer Tagesmutter schauen.

      Mein Sohn ist mit seinen drei Jahren auch noch bei einer Tagesmutter, weil wir das Gleiche Problem nur mit Simulieren und provozieren hatten. Wir versuchen es im Hebst nochmal. Nicht alle Kinder sind gleich und deshalb finde ich auch nicht, dass alle mit drei super im KiGa zurecht kommen müssen.

      • Ja also treffen mit anderen Kindern aus der Gruppe finden regelmäßig statt.
        Sowohl bei uns als auch auf dem Spielplatz. Nie ist etwas vorgefallen. Ganz im Gegenteil eigentlich ist er recht beliebt. Alle rufen ihn wenn er kommt und freuen sich und genauso wenn er abgeholt wird.

        Im Kindergarten habe ich aber auch das Gefühl er ist der buman der Erzieher weil er nun mal so viel Energie hat.
        Egal wann ich ihn hole, immer Soll etwas gewesen sein.
        Habe nicht das Gefühl das sie sonderlich viel von ihm halten und auch nicht von mir. Er hat immer saubere Sachen an, ein super gesundes Frühstück aber zu meckern gibt es trotzdem immer. Irgendwie seltsam.

        • (6) 14.01.18 - 19:58

          Such Dir eine andere Einrichtung.
          Was soll dein Dein KInd dort die nächsten Jahre, wenn er jetzte schon solch einen Stand hat?

    Aus der Perspektive eines Dreijährigen macht es Sinn sich da, wo man nicht sein will, wie die Axt im Wald zu verhalten. Das ist ja ziemlich genau das, was er tut. I
    Wäre ein Wechsel der KiTa möglich? Wie lief denn die Eingewöhnung?
    Wie ist Dein Eindruck, dass da Konflikt unter Kindern gehandhabt wird? Denn wenn eine Erzieherin auf dem Standpunkt steht, dass die Kinder das unter sich ausmachen sollen, dann giltschnell das Recht des Stärkeren und das sind dann eher nicht die Dreijährigen. Und dann eskaliert er halt völlig...
    Ich würde da erstmal in der KiTa stärker nachfragen, was den Problemsituationen vorrausgeht, denn wenn es nur da auftritt scheint ja da die Ursache zu liegen.

    • Ja ich versuche morgen ein Gespräch zu führen. In der eingewöhnung war noch alles super. Aber irgendwie kommt seit den täglich etwas "ihr Kind ist so wild" "leicht verhaltensauffällig das er nicht so lange still sein kann" bestimmt ADHS... solche Aussagen. Dem ist nicht so. Zuhause kann er sich super alleine beschäftigen aber eben nachdem er ausgelastet ist. E hat Power und muss diese raus lassen, rennen laufen und die Welt erkunden. Für mich ganz normal. Ein gesundes Kind eben.
      Ich suche schon nach einem andern platz falls ich dort die nachmittags Betreuung nicht zugesagt bekomme. Bin aber auch am überlegen ob ich nicht Lieber erstmal zu einer Tagesmutter greife

      • Sorry, klingt nicht als hätteste Du da eine gute KiTa erwischt. Ich habe auch einen sehr lebendigen Jungen, der sich erstmal einfinden musste und unruhig war, das wurde auch angesprochen, aber eine Erzieherin, die sich nach ein paar Wochen bei einem 3-jährigen zu so ner Diagnose erdreistet ist unprofesionell.
        Ich würde glaub ich auch nach Plan B gucken.

        • (10) 14.01.18 - 20:08

          Eine Diagnose zu stellen ist als Erziehern so oder so unprofessionell. Sie ist kein Arzt und für mich gibt es ADHS einfach nicht. Er kommt mit denen nicht klar und die mit ihm nicht.

          Ich hatte anfangs Sooo ein gutes Gefühl mit denen und mittlerweile Bauchschmerzen

          Meiner ist auch einfach nur lebendig und brauch seine Zeit sich in neues einzufinden.

          • (11) 14.01.18 - 20:17

            ADHS gibt es natürlich, und diese Kinder sind auch ganz schnell überreizt, da sie die ganzen Reize, die auf sie einströmen, nicht filtern können. Von daher könnte es grundsätzlich schon sein, dass er so etwas hat. Aber eine Diagnose kann man erst im Schulalter stellen, davor sollte man sich mit solchen Aussagen sehr zurückhalten. Und ADHS-Kinder sind nicht "schlechter" als andere Kinder, nur anders! Gute Erzieherinnen können auch mit ADHS-Kindern gut umgehen. Sie brauchen einfach weniger Reize und viel Bewegung und wenige klare Regeln.

            • (12) 14.01.18 - 21:47

              Ja da streiten sich halt die Geister.
              Was auch völlig ok ist. Für mich ist ADHS nur eine erfundene Krankheit um alle Kinder die nicht der heutigen Norm entsprechen in irgend eine Schublade zu stecken. Früher hießen sie einfach mir zappel Phillip und wurden wenn sie unruhig waren eine Runde um den fußballplatz geschickt. Danach ging es wieder:D
              Ich passe mich ihm dementsprechend aber auch an.
              Keine zu langen Shopping Touren wenn er dabei ist, viel raus gehen und auspowern im sportlichem Sinne als auch geistig. Und bei mir ist er super ausgeglichen, beschäftigt sich lange alleine wenn er körperlich den Drang ausleben konnte und ist ein wahrer goldschatz. Er will nur gefordert und gefördert werden. Ganz gesund für mein empfinden.

              • (13) 14.01.18 - 22:06

                2 meiner 5 Kinder haben ADHS (sind jetzt 19 und 22 und ganz tolle Menschen). Und das ist keine erfundene Krankheit, sondern es fehlt der Filter im Gehirn, der Reize ausfiltert. Diese Menschen nehmen anders wahr , sie denken und handeln anders und leben ein Stück weit in ihrer eigenen Welt. Sie sind aber nicht krank im eigentlichen Sinne, sondern nur anders.
                Ja, ich habe meine Kinder auch viel draußen gehalten, habe sie viel auspowern lassen. Aber trotzdem hat mein Sohn in der Schule massive Konzentrationsstörungen, sodass er Medikamente nimmt. Damit geht es ihm viel besser, er kann besser seiner Intelligenz und seinen Begabungen entsprechende Noten schreiben.
                Nein, die Kinder werden damit nicht ruhig gestellt, sondern können sich besser fokussieren, was mein Sohn als ein großes Geschenk empfindet. Er leidet in der Schule unter seinen Konzentrationsstörungen sonst sehr. In der Freizeit, am Wochenende, in den Ferien braucht er das nicht, da ist sein ADHS eher von Vorteil. Aber er hat konkrete Ziele, macht gerade das Abitur, will studieren...Das geht momentan noch nicht ohne Medikinet.
                Du kannst streiten, so viel Du willst, aber nicht mit oder über betroffene Familien! Da ist solch eine Haltung nämlich sehr verletzend! Sei froh, wenn Dein Kind nur lebhaft ist und kein ADHS hat, die ersten Schuljahre waren nämlich furchtbar (zusätzliche schwere LRS). Mittlerweile überwiegen die Vorteile, mein Sohn ist selbstbewusst geworden, kennt seine Stärken und Schwächen. Wenn Du selbst nicht betroffen bist, dann halte Dich zurück!

                • (14) 14.01.18 - 23:45

                  Ich habe in keinster Weise gesagt das ich mich streiten will.
                  Das war ein Satz den man so sagt.

                  Mag sein das es dir und deiner Familie hilft und das ist auch super. Wenn es so klappt umso besser für euch.
                  Leider wird heut zu Tage bei fast jedem Kind direkt irgendwas diagnostiziert Statt erstmal zu sehen "ist es normal?"
                  Damit meine ich nicht euren Fall. Denn lau deiner Aussage soll es ja super funktionieren. Eventuell habt ihr euch aber auch gut damit auseinander gesetzt und einen tollen Arzt gehabt
                  Es wird aber viel zu oft in andern Fällen gesagt das ist ADHS ohne andere Sachen zu untersuchen und über den Teller Rand zu schauen. Ich habe erlebt das viele Ärzte direkt und lieber zu einer Diagnose tendiere damit es in irgend eine Schublade gesteckt werden kann.

                  Bei meiner Familie war es eben in 3 Fällen so. Fälschlicher Weise.

                  Damit will ich keinen kränken.
                  Es ist meine Meinung und das ganz subjektiv.
                  Wenn es in euerer Fall so ist dann ist es schön und freut mich das ihr euren eh gefunden habt eurem Kind zu helfen.

              (15) 14.01.18 - 23:22

              Ich kenne mittlerweile drei Menschen mit ADHS, und die sind nicht mit einfach nur lebhaften Kindern vergleichbar.
              Der eine war in der Grundschule in meiner Klasse und furchtbar unruhig. Vor ein paar Jahren habe ich ihn wieder getroffen, und er ist immer noch fürchterlich hibbelig und redet wie ein Wasserfall. Er ist ein wirklich netter Kerl, aber ich finde seine Gegenwart total anstrengend. #schwitz
              Die anderen beiden sind 10 und 14, und beide sagen selbst, dass sie sich ohne Medikamente nicht konzentrieren können. Das Hibbelige, wenn sie nicht unter Medikamenten stehen, ist auch anders, als bei Kindern, die sich einfach nur mal auspowern müssten. (Kinder, die viel Bewegung brauchen, kennen wir viele. Das ist bei fast allen Jungs so.)

              Ob Dein Sohn ADHS hat, kann man jetzt noch nicht sagen. Aber es gibt diese Krankheit definitiv.

              LG

              Heike

Top Diskussionen anzeigen