3 jÀhriger und seine Trotzphase

    • (1) 11.02.18 - 12:22

      Hallo zusammen 👋
      Ich muss mal unser derzeitig Situation schildern, weil ich momentan einfach nicht genau weiß, wie ich damit umgehen soll. Vielleicht könnt ihr mir ja ein paar gute Tipps geben, wie ich ihm durch diese Zeit helfen kann. (Und mir natĂŒrlich auch 😅)

      Also es ist so: unser Sohn ist 3 Jahre alt und geht seit Anfang Januar in den Kindergarten. Dort gefÀllt es ihm sehr gut. Er ist ein ganz lieber, aufgeweckter Bub, der an vielem interessiert ist und schnell Kontakt zu anderen Leuten findet.

      Seit ein paar Wochen werden aber seine trotzanfĂ€lle immer heftiger. Er versucht genau auszutesten, wie weit er gehen kann und wo die Grenzen sind. Als Beispiel: wir sind bei Oma zum Mittag, er will nix essen. 5 Minuten spĂ€ter will er doch was. SpĂ€tzle mit Soße, Oma bringt es ihm. Dann ist zu wenig Soße drauf, Oma kippt die Soße wieder aus. Dann ist zu wenig Soße drauf bzw. An der falschen Stelle des Tellers...spĂ€testens da fange ich an einzuschreiten. Ich weiß, die Oma mĂŒsste ihm hier die Grenze aufzeigen aber ich kann das nicht tolerieren. Er schickaniert sie richtig und sie kann im Endeffekt nix richtig machen. Dann sage ich, dass es jetzt reicht und es wird sofort los gebrĂŒllt. Er schreit sich richtig in Rage und beruhigt sich auch nicht mehr.

      Das ist nur ein Beispiel... dieses kann man auf alles ausweiten. Er versucht es nicht nur bei Oma sondern auch bei mir oder Papa. Nur ist da halt schneller Schluss. Aber dieses anhaltende GebrĂŒlle macht mich wahnsinnig. Er hat endlos Ausdauer und gibt nicht nach. Ich hab auch keine Lust auf einen Machtkampf aber an dieser Stelle komme ich derzeit nicht weiter.

      Kann mir jemand mit gutem Rat zur Seite stehen ? 😊 bitte ?! 😅
      Wie geht ihr damit um ? Gibt es bei euch auch solche Situationen?

      Danke schön mal fĂŒrs lesen und eure Hilfe 😊

      • Na ja, was die Oma macht bzw. Mit sich machen lĂ€sst, ist ihre Sache. Da muss sie einfach einschreiten, wenn es ihr zu bunt wird. Omas verwöhnen gern und nehmen viel mehr hin als wie Eltern. Da wĂŒrde ich mich nicht einmischen sondern da muss Oma sagen, wenn es ihr zu viel wird. Ansonsten konsequent bleiben. Nicht msl ja und mal nein sagen. Was dir wichtig ist, das zieh durch. Völlig egal, wie lange dein Kind brĂŒllt. Aber ĂŒberlege dir vorher, wo du ja sagst und wo nein auch nein bleibt. Dieses msl ja und msl nein verwirrt ihn. Wenn du nein sagst, bleib dabei. Egal, wie sehr dein Kind bockt und trotzt. Das muss man als Eltern nun mal aushalten.

        Hallo,

        unsere Tochter hat das mit ca. 2 3/4 bei Oma gemacht, weil sie wusste, dass Oma springt.

        Bei uns war sofort Schluss, wenn sie erst X wollte und eine Minute spÀter Y. Dann gab es entweder X oder gar nichts.
        Ob sie dann brĂŒllend auf dem Boden lag, hat uns nicht interessiert. Wenn es uns zu viel wurde, durfte sie in einem anderen Zimmer ohne Publikum weiter Terror machen. Dann war ganz schnell Schluss mit der BrĂŒllerei.

        Wenn man bei unserer Tochter in der NÀhe bleibt und versucht, das irgendwie mit VerstÀndnis zu regeln, steigert sie sich nur immer mehr rein. Das war mit 2 3/4 so, und ihre ersten PubertÀtsanfÀlle, jetzt mit 10, sind nicht anders.
        Manche Kinder brauchen ihre Ruhe, um runterzukommen und keine Mama, die um sie herum wuselt und versucht, die Sache mit verstÀndnisvollen Worten oder Trost zu beenden.
        (Bei unserem Sohn klappt es ĂŒbrigens mit Trost. Er war auch immer pflegeleichter, als die Große, jedenfalls bei uns. Kinder sind verschieden.)

        MachtkÀmpfe sind nicht immer vermeidbar. Es ist ein MÀrchen, dass Erziehung, wenn man es richtig macht, immer harmonisch ablÀuft. Kinder testen nunmal, ob sie ihren Willen durchsetzen können, und lassen sich davon eben nicht immer mit VerstÀndnis, ErklÀrungen oder Spielchen abbringen. Da können irgendwelche Erziehungsratgeber schreiben, was sie wollen. Die Autorinnen von denen wÀren an unserer Tochter im Trotzalter gnadenlos gescheitert. ;-)

        LG

        Heike

      Bei uns ist es so, wer ewig rumbrĂŒllt, muss den Raum verlassen. Es ist okay, wĂŒtend zu sein oder auch frustriert. Und unsere Kinder hauen dann aufs Sofa oder ein Kissen oder stampfen mit dem Fuß auf. Aber wenn das Geschrei lange weiter geht, können sie gerne im Flur fertig brĂŒllen. Wir sperren niemanden in ihr Zimmer oder so. Einfach nur ein paar Meter Abstand bis in den Flur. Wenn sie sich beruhigt haben, können sie wieder reinkommen, kuscheln und wir unterhalten uns ĂŒber die Situation.

      So Situationen wie mit dem Mittagessen, die du beschrieben hast, lasse ich mir auch nicht bieten. Wir warten am Tisch bis alle sitzen. Dann kann sich jeder das nehmen, was er möchte. Und wenn es nur 3 Maiskörner sind, ist das auch okay, ich zwinge niemandem Essen auf. Wenn es zuviel war, dĂŒrfen die Reste auf dem Teller bleiben. Aber zig mal hin und her mehr Soße/weniger Soße gibt es hier nicht. Ich rĂ€ume auch nach einer gewissen Zeit ab. Wenn mein Kind nur Faxen macht, ist es anscheinend nicht hungrig. Wenn dann alle anderen fertig sind, rĂ€ume ich ab.

      Konsequenz ist wirklich wichtig. Aber nicht immer leicht. Ich habe auch Tage, an denen ich kein Geschrei mehr ertragen kann. đŸ˜©â˜ș

      Ich denke, Du interpretierst das Verhalten Deines Kindes falsch.

      Er ist in einem Alter, in dem alles schwierig ist und man stÀndig Frust schiebt, weil nichts so klappt oder ist, wie man es gerne hÀtte.

      Dein Sohn schikaniert die Oma nicht. Er hat nur eine ganz genaue Vorstellung davon, was er haben will (oder auch doch nicht, weil sich seine Meinung inzwischen geÀndert hat) und ist völlig frustriert, weils einfach nicht klappt. Nie ist es so, wie er es haben will.

      Was wahrscheinlich stimmt ist, dass sie es nciht richtig machen kann, egal wie sehr sie sich anstrengt. Das ist oft so in dem Alter. Da muss sie selbst entscheiden, wie viele Versuche sie machen will (und Du musst lernen, die FĂŒĂŸe still zu halten) und wann es ihr zu blöd wird.

      Das optimale Verhalten fĂŒrs Kind ist, wenn ihr den Frust erkennt, VerstĂ€ndnis Ă€ußert (Na Mensch, heute klappts aber auch gar nicht, das richtig hinzubekommen, was?) und ihn in den Arm nehmt, wenn der Frust zu groß wird. Also die Arme offen halten und ihm anbieten, nicht ihn gegen seinen Willen in den Arm nehmen.

      Was ihr vermeiden solltet ist alles, was den Frust noch verstĂ€rkt: ihn abstrafen, vor allem ihn als Person zu ignorieren und Liebesentzug sind ganz schlimm in dem Alter, ihn runtermachen, die Wichtigkeit abtun (fĂŒr ihn ist es wichtig!).
      Auch ihm Deine Macht zu demonstrieren bringt ganz sicher keine Hilfe, weil es den Frust nicht vermindert. Du darfst Deine eigenen Grenzen selbstverstĂ€ndlich Ă€ußern (ich mache 3 Versuche, wenn es dann nicht klappt, hab ich keine Lust mehr), aber es geht nicht darum, ihn unterzujochen.

      Was Dein Sohn nicht tut ist, Grenzen zu testen. Das ist genau so eine Fehlinterpretation wie Trotzphase. Er trotzt nicht, und wenn ihr die Grenzen nicht permanent verschiebt, dann muss er sie auch nicht testen, dann weiß er, wo sie sind.

      Was er hat ist eine Vorstellung, die er nicht umgesetzt bekommt und Riesenfrust!

      Also: Lieb haben und verstÀndnisvoll sein, die Grenzen nur da setzen, wo sie wichtig sind (Gewalt, Medikamente etc) und ihn ansonsten machen lassen.

      • Schön geschrieben!

        Mein Sohn ist genauso alt und geht jetzt in den Kindergarten. Denke da kommen wir bei dir auch zwei Sachen gleichzeitig- diese normale Phase eines dreijÀhrigen und noch das neue mit dem Kindergarten.

    So ne Àhnliche Phase hatten wir auch mal.
    Macht weiter wie bisher und gebt ihm immer wieder eine extra Portion Knuddeleinheiten.
    Ich glaube er braucht eben aktuell noch mehr Aufmerksamkeit.

    Das ist keine Trotzphase, sondern Dein Sohn tanzt der Oma, erfolgreich, auf der Nase herum. GlĂŒckwunsch!

Danke fĂŒr eure Antworten und dass ihr euch dafĂŒr extra die Zeit genommen habt.
Ja ich muss mal schauen wie ich das am
Besten löse... ihr habt mir auf jeden Fall ein paar gute DenkanstĂ¶ĂŸe gegeben đŸ‘đŸ»

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