Autismus?? Ratlos und verunsichert

    • (1) 15.03.18 - 11:33

      Hallo zusammen,

      wir machen uns seit einigen Wochen Gedanken/Sorgen um unseren Sohn (fast zweieinhalb Jahre alt), und ich hoffe, hier vielleicht Menschen zu finden, die in ähnlichen Situationen sind/waren und mir Tipps geben oder sich einfach mit mir austauschen können.

      Vorweg: Ich habe heute die Leitung der Kita, in die unser Sohn seit August geht, angesprochen und dadurch erfahren, dass die "Probleme" dort im Team auch bereits länger Thema sind. Sie wollten uns aber noch nicht von sich aus darauf ansprechen, um uns nicht unnötig zu verunsichern. Zwar zeige unser Sohn tatsächlich Züge, die dem Autismus-Spektrum zugeordnet werden KÖNNTEN, in anderer Hinsicht ist er jedoch absolut unauffällig. Es könne auch sein, dass er sich in einem Entwicklungssprung befindet und sich die Probleme bald von allein lösen. Da die Situation uns aber stark belastet, solle ich doch schon mal Kontakt mit dem Kinderarzt aufnehmen. Dort haben wir nun Anfang April einen Gesprächstermin.

      Nun aber zu unserem Sohn und den Verhaltensweisen, die "auffällig" sind.

      Er reagiert oft nicht bzw. erst nach mehrfachem Wiederholen auf direkte Ansprache. Vor allem aber ist er entweder nicht in der Lage oder nicht willens, eine Art Gespräch zu führen. Wenn ich ihn frage, ob er in der Kita Mittagsschlaf gemacht hat oder was er zu Mittag gegessen hat, kommt nichts zurück, als würde er die Frage gar nicht verstehen. Manchmal sagt er gar nichts, manchmal irgendetwas Unsinniges. Bei Dingen, die ich schon oft und teilweise insistierend erfragt habe, antwortet er auch schon mal mit quasi auswendig gelernten Standardantworten, aber es ist eigentlich nie so, dass man das Gefühl hat, sich mit ihm zu unterhalten.
      Ich weiß, dass das mit nicht einmal zweieinhalb nicht gänzlich anormal ist - aber auf der anderen Seite hat er für sein Alter einen riesigen Wortschatz, hat bereits sehr früh (mit unter einem Jahr) begonnen zu sprechen, recht bald auch in ganzen Sätzen, und hat vor allem ein unglaubliches Gedächtnis und Erinnerungsvermögen, kann sehr schnell ganze Bücher und Lieder auswendig, konnte mit anderthalb bis 10 zählen, kann das Alphabet aufsagen, kennt die Nachnamen aller Kinder in der Kita etc. In letzter Zeit scheint es mir häufig so zu sein, dass er sich durch Nachfragen/Insistieren unter Druck gesetzt fühlt, etwas sagen zu müssen, und dann einfach etwas sagt, das er auswendig gelernt hat. Was mir aufgefallen ist: Ich glaube, dass vor einigen Monaten sogar noch eher ein "Gespräch" mit ihm möglich war als jetzt. Das kann aber auch täuschen. Was mich besonders traurig macht, ist, dass er zB. nicht mal mehr auf mein "Guten Morgen" mit "Guten Morgen Mama" antwortet, was er durchaus mal gemacht hat. Man hat oft das Gefühl, gegen eine Wand zu reden, und ich vermag nicht zu sagen, ob er nicht WILL oder nicht KANN.

      Es ist allerdings absolut nicht so, dass er nichts versteht. Wenn ich ihn bitte, mir etwas zu holen (auch wenn es das erste Mal ist), seine Schuhe an- oder auszuziehen, seinen Teller auf den Tisch zu bringen etc., macht er das - außer er hat keine Lust, das ist dann aber deutlich und ziemlich typisch für die sogenannte Trotzphase. Ich habe also nicht das Gefühl, dass er gravierende Entwicklungsverzögerungen in dem Bereich hat o.ä. - allerdings scheint sein aktiver Wortschatz seinem passiven doch deutlich voraus zu sein, weshalb wir ihn vielleicht oft überfordern und zu viel von ihm erwarten?!

      Wirklich sehr auffällig ist bei ihm die "Echolalie", also das Wiederholen von gelernten Wörtern und Sätzen, Liedern etc. Vor einiger Zeit ist er oft regelrecht auf Wörtern oder Sätzen "hängengeblieben", hat sie immer wieder wiederholt. Das ist zuletzt seltener geworden, er scheint aber grundsätzlich sehr viel durch die Wiederholung zu lernen - nur anwenden kann er es offenbar leider nicht. Darunter fällt auch, dass er "Du" und "Ich" nicht richtig anwendet, er sagt zum Beispiel "Du brauchst einen Schnuller", wenn er seinen Schnuller will oder "Bringst du das der Mama", wenn er mir etwas bringt (ohne dass ich ihn dazu aufgefordert habe). Oder er kommt mit einem Spielzeug zu mir und sagt "Soll ich das anmachen" und meint: "Mach das an". In der Kita sagten sie, das sei noch völlig normal in seinem Alter - ich war in Verbindung mit der Echolalie eben sofort auf Autismus gestoßen und bin dadurch nun völlig verunsichert. Ich sage nun immer "Du meinst: Ich bring das der Mama" , und er wiederholt das dann, aber ich glaube nicht, dass er es wirklich begreift. "Früher" sprach er von sich einfach in der dritten Person, also seinem Namen, das macht er teils auch heute noch, oder aber er bezeichnet sich selbst als "Du".

      Er spielt meines Erachtens "normal", konnte schon sehr früh Holzpuzzles machen und macht das nach wie vor sehr gerne, liebt Bücher über alles, spielt viel mit Autos, aber in einer für meine Auffassung stinknormalen Weise - außer dass er sich seit einiger Zeit oft mit einem Auto oder anderen Fahrzeug auf den Boden legt und ganz genau beobachtet, wie es fährt, das ist mir schon sehr aufgefallen. Außerdem reiht er oft gleiche/ähnliche Dinge auf. Allerdings macht er das nicht immer und auch nie länger als ein paar Minuten. Und er tobt zum Beispiel auch mit seinem kleinen Bruder im Bällebad, spielt mit ihm Fangen und Verstecken etc.

      Generell spielt er aber schon eher für sich (was ich aber in dem Alter ebenfalls noch für normal halte) und konnte sich schon früh sehr gut allein beschäftigen. Was mir im Nachhinein u.a. aufgefallen ist: Beim Kleinkinderturnen (was er sehr liebt), ist er (im Alter von gut anderthalb) meist "gegen den Strom geschwommen" - wenn alle anderen Kinder in die eine Richtung liefen, lief er in die andere etc. Ich habe das aber nie negativ wahrgenommen, aufgefallen ist es allerdings schon.

      Er interagiert aber durchaus mit anderen Kindern und Erwachsenen, wobei er eine Zeitlang (in der ersten Zeit in der Kita) ein "unangemessenes" Verhalten gegenüber anderen Kindern zeigte, indem er sich ganz nah vor sie stellte und ihren Namen rief. Das macht er aber meines Wissens nicht mehr bzw nur noch mit seinem kleinen Bruder (gerade ein Jahr alt geworden), der das toll findet und darüber lacht - es ist generell deutlich zu erkennen, dass er sich freut, wenn er andere zum Lachen bringt. Auch berichtete mir die Kitaleitung, dass er im Morgenkreis voll dabei ist, sich zum Beispiel Lieder wünscht und bei Rollenspielen mitmacht - und davon hat er mir sogar erzählt, nämlich dass er beim Lied "Und die Katze tanzt allein" der Hase ist, ein anderes Kind der Kater, sein Bruder der Hamster etc.

      Auch legt er zwar sehr viel Wert auf Routinen und entwickelt ständig neue (zB will er morgens aus einer bestimmten Schüssel sein Müsli essen etc.), aber er ist durchaus in der Lage, sich anzupassen, wenn sich etwas ändert. Ich muss dazu sagen, dass wir ihm im vergangenen Jahr sehr viel zugemutet haben - er ist (viel früher als geplant) großer Bruder geworden, wir sind umgezogen, er ist in die Kita gekommen... und das alles ohne nennenswerte Probleme! Natürlich bekommt er auch Trotz-/Wutanfälle, wenn ihm etwas nicht passt, und er ist auch teilweise sehr eifersüchtig seinem Bruder gegenüber, aber das ist für mich im Vergleich mit anderen alles vollkommen normal und sehr gut händelbar.

      So etwas spricht für mich als Laien völlig gegen Autismus, aber wie gesagt: Ich kenne mich auch nicht aus, bin einfach nur völlig verunsichert und schwanke zwischen zwei Gefühlen: Einerseits will ich meinem Sohn so gut und so schnell wie möglich helfen, andererseits möchte ich ihn nicht in eine Diagnostik-Maschinerie stecken, nur damit ich den Druck und ein Stückweit die Verantwortung abgeben kann. Es ist letztlich vollkommen egal, was los ist, er ist und bleibt mein Sohn und ist einfach nur wundervoll, liebenswert und einzigartig. Trotzdem hatte ich sicher unterbewusst gehofft, dass die Kitaleitung mir heute sagt: Quatsch, Sie bilden sich was ein, alles ganz normal! Dem war aber leider nicht so... Und jetzt weiß ich gerade nicht weiter. Ich würde mich sehr über Antworten freuen, falls irgendjemanden dieser viel zu lange Text noch nicht abgeschreckt hat.

      • Hallo du,

        ich möchte dir zuerst einmal schreiben, dass sowohl das Verhalten der Erzieherinnen als auch deine Beobachtung und Reflexion der Situation deines Kindes vorbildlich sind.
        Respekt dafür, dass die Erzieherinnen Auffälligkeiten beobachten und im Blick behalten, ohne sofort die Eltern verrückt zu machen oder eigenmächtig Diagnosen abzugeben.
        Und Respekt für dich, dass du die Entwicklung deines Kindes so genau beobachtest und beschreiben kannst.

        Mach dich nicht verrückt! Selbst wenn etwas auffällig sein sollte, dein Sohn ist noch jung und ihr habt viel Zeit ihn kennenzulernen und richtig einzuschätzen.
        Ich würde dir raten dich mit allen deinen Beobachtungen an den Kinderarzt zu wenden. Er wird dir sicher weiterhelfen können und dir passende Ansprechpartner nennen.

        Ich habe gute Erfahrungen mit der Frühförderstelle gemacht, als mir Schwierigkeiten bei meinem Sohn aufgefallen sind. Dort werden Tests gemacht und das Kind wird in allen seinen Möglichkeiten wahrgenommen. Zum Thema Autismus selbst kann ich dir aber nicht weiterhelfen.

        Du könntest also schon dich informieren, aber nimm deinen Sohn so an, wie er ist. Ich habe den Eindruck, dass er in der Kita recht gut aufgehoben ist und Verständnis findet.

        Alles Gute für euch!

        • Ich danke dir für deine liebe Antwort. Ich glaube auch, dass er in der Kita sehr gut aufgehoben ist. Wir sprechen mal mit dem Kinderarzt und schauen dann weiter. Danke für deinen Hinweis mit der Frühförderstelle!

      Hallo,

      also ich bin kein Autismus Experte, aber ich kann jetzt nicht wirklich was erkennen, was dafür spricht.
      Die meisten der beschriebenen Verhaltensweisen sind in dem Alter normal. Mein Sohn 3 braucht zb auch viel sprachliche Bestätigung obwohl er schon super in ganzen Sätzen spricht und unglaublich stark an Ritualen festhält. Da ist ehrlich gesagt noch niemand auf die Idee gekommen an Autismus zu denken.

      Was mir sofort durch den Kopf schoss, hört er gut? Das würde ich als erstes abklären. Dass sie einen ignorieren finde ich in dem Alter durchaus normal. Dass er dich scheinbar gar nicht wahrnimmt oder verquere Antworten gibt oder auswendig gelerntes könnte ja zur Schwerhörigkeit passen ( weil er sich selbst dann vielleicht auch druck macht jetzt was sagen zu müssen )

      Ansonsten ist es auch durchaus normal, dass Kinder in die Verhaltensweisen ihrer jüngeren Geschwister zurück fallen ( ja sekundäre enuresis ist nicht die einzige ) und er hat ja auch relativ viel zu verarbeiten. Vielleicht ist das seine Art der Flucht vor den erschlagenden Ereignissen.

      Wenn es dich total verrückt macht Spruch mit dem KiA, ansonsten würde ich es tatsächlich erstmal weiter beobachten. Du hast ja ein kompetentes Erzieherteam im Rücken, die das ganze ja auch erstmal weiter beobachten.

      Lieben Gruß

      • Ich danke dir! Auf die Idee, dass er wegen der vielen Neuerungen und Eindrücke, die zuletzt auf ihn eingeströmt sind, durch den Wind sein könnte, bin ich auch schon gekommen, und teilweise ahmt er tatsächlich seinen Bruder richtiggehend nach, wenn der zB meckert. Das hat sich allerdings gebessert, seit der Kleine auch in die Kita geht - vermutlich fand der Große es verständlicherweise nicht so toll, dass sein Bruder mehr Zeit mit Mama verbracht hat als er.
        Das mit dem Gehör werde ich auf jeden Fall mal abklären lassen, danke für den Tipp! Das erklärt für mich aber nicht, warum er auf Ja-/Nein-Fragen grundsätzlich keine Antwort gibt, außer wenn ich "Ja oder Nein?" hinzufüge. Mal schauen, was der Arzt sagt!

        • Hallo oranjenijntje

          einen neuen Tipp habe ich für dich nicht aber wollte noch mal sagen das der Tipp mit Ohren sehr wichtig ist!
          Unser Sohn hat auch Strategien entwickelt da sein Hörvermögen abgenommen hatte.
          Er hatte einen Erguss hinter dem Trommelfell und seine Hörleistung war bei 10%
          Auch er wurde stiller und "anders" als vorher.

          Schön das schon jemand an die Ohren gedacht hat.
          LG Anja

          • Hey, ich danke dir! Tatsächlich hatte er ja Ende vergangenen Jahres einen Paukenerguss. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass es damit etwas zu tun hat, aber abklären lassen werden wir es definitiv. Haben direkt für morgen einen Termin beim Ohrenarzt bekommen.

            Hey Du, wir waren heute beim HNO, und tatsächlich hat er in beiden Ohren Oaukenergüsse, dazu vergrößerte Polypen und Mandeln. Ob das jetzt wirklich die Erklärung für sein Verhalten ist, weiß ich nicht ( mal davon abgesehen, dass der Arzt, als er unseren Sohn erlebt hat, Autismus für sehr unwahrscheinlich hielt). Was mich wundert, ist, dass wir jetzt erst mal nur mit Nasenspray behandeln und weiterschauen sollen. Was wurde denn bei euch gemacht?

            • Entschuldige die späte Antwort.

              Bei Tom wurden die Polypen entfernt und er hat Röhrchen bekommen.
              Es hat super geklappt und er hat keine Spätfolgen.
              Allerdings hat er spät das Sprechen gelernt und spricht heute noch etwas undeutlich.
              Das hat was mit der Kieferausformung zu tun. Durch die Polypen hat er immer durch den Mund geatmet und die Zung lag immer im Unterkiefer. Deswegen trägt er aktuell eine Spange. Die soll den Oberkiefer zum Wachsen animieren und den Unterkiefer etwas hemmen. (ob die Spange tatsächlich nötig war wage ich bezweifeln, das ist aber nur mein Bauchgefühl)

              LG Anja

    Du hast zu viel Zeit.

    Dein Kind ist total normal. Im Gegenteil. Mit 2.5 Jahre kann er schon recht viel finde ich. Mein Sohn konnte jedenfalls noch nicht zählen oder Nachnamen der kitakinder in dem Alter. Geschweige denn dass er richtige Gespräche geführt hätte. Er war da eher wortkarg. Das ging bei ihm erst nach dem dritten Geburtstag los. Auch das ausgiebige spielen mit andere Kindern war bei ihm erst mit 3.
    ich Weis nicht ob du irgendeinen Fehler an deinem
    Kind regelrecht suchst. Aber ich kann rein nichts von dem was du beschreibst als auffällig betiteln. Lass ihn doch einfach mal Kind sein. Jeder Entwicklungsschub verändert das Kind ein wenig. Aus meinen ruhigen Träumer ist ein sehr aufgeweckter Kerl geworden, den man regelrecht jetzt mit 4 zügeln muss. Dein Sohn ist gerade mal 2.5 Jahre. Da passiert noch ganz viel.

    • Danke für deine Antwort und deine Einschätzung. Ob jemand, der sich ernsthafte Sorgen um sein Kind macht und um Rat fragt, zu viel Zeit hat, oder jemand, der denjenigen dann unterstellt, aus purer Langeweile zu handeln, das mögen andere beurteilen. Ich freue mich über deine Einschätzung meines Kindes, allerdings suche ich nicht nach "Fehlern" und würde auch Autismus nicht als solchen bezeichnen.

Ach was liebe ich es, wenn Erzieherinnen diagnostizieren... In Deinem Fall eher vorsichtig aber trotzdem.
Was ich da lese klingt für mich nach einem kleinen Trotzkopf, der sich bestimmten erwartetem Verhalten einfach entzieht.
Um jemanden zum Lachen zu bringen, muss man sich in ihn hineinversetzen können und auf seine Gefühle achten - klingt für mich so überhaupt nicht autistisch.
Echolalie kann ein Kennzeichen von autistischem Verhalten sein, aber jeder Spracherwerb beginnt als Echolalie und mit 2 muss er sich davon noch nicht gelöst haben. Grade wenn der Wortschatz groß ist geht es ja dann an Redewendungen etc ran.

Wie verhält er sich, wenn ein Kind weint, ist er mitfühlend?
Nimmt er gut und gerne Kontakt zu Menschen auf?

Erzieherinnen diagnostizieren gerne an neuen Kindern rum.
Ich würde die Situation beobachten und damit meine ich nicht nur Dein Kind ;-)
Meiner war mit 2,5 angeblich wegen Unruhe ein Kandidat für Ergotherapie. Nachdem der Themenabend Ergotherapie gelaufen war habe ich nie wieder ein Wort davon gehört, auch nicht im Entwicklungsgespräch.

  • Danke für deine Antwort! Da muss ich unsere Kita in Schutz nehmen, da hat niemand rumdiagnostiziert. Ich selbst habe das Stichwort gegeben, weil ich bei meiner Recherche eben drauf gestoßen bin - nicht weil ich gezielt so gesucht habe.
    Was du zur Echolalie schreibst, finde ich sehr interessant; das leuchtet mir ein. Ich kenne es eben in dem Ausmaß von keinem anderen Kind. Mein Sohn antwortet zB auch nie auf Ja-/Nein-Fragen, wenn überhaupt, wiederholt er dann einfach die Frage oder das letzte Wort. Es überrascht ja nur im Kontext des sehr frühen Spracherwerbs und des großen Wortschatzes so sehr, verstehst du?

    • Sorry, da war noch mehr:

      Ob er mitfühlend ist - ich glaube schon! Es ist zum Beispiel mal passiert, dass ich plötzlich weinen musste, weil ich eine schlimme Nachricht bekam. Und da hat er fast auch angefangen zu weinen, bis ich ihn beruhigt und gesagt habe, dass alles gut ist.
      Und er nimmt auch durchaus Kontakt zu anderen auf, ja!

(15) 16.03.18 - 09:18

Das einzige, was ich in deiner Beschreibung deines Sohnes auffällig finde, ist die Echolalie und dein Gefühl, er antworte "Auswendiggelerntes". Allerdings kenne ich die Echolalie von einem anderen Kind, das mittlerweile 9 ist, und das eher hochsensibel und sehr intelligent ist. Da habe ich das Gefühl, er ergötzt sich teilweise an bestimmten Lautfolgen und das Repitieren bringt ihm Sicherheit wie eine Art Sprachritual.
Er tut das übrigens in der Schule nicht, kann also switchen zwischen Situationen, wo das ok ist und wo es stören würde.

Dass dein Sohn Auswendiggelerntes abspult, ist doch eigentlich auch sehr clever. Wie oft flüchten wir Erwachsenen uns in Sprachfloskeln, um höflich zu bleiben und trotzdem nicht so viel von uns Preis geben. Wir nennen das dann Smalltalk. Nur sind wir halt von Kindern nicht gewohnt, dass sie Smalltalk machen. Vielleicht ist dein Sohn da besonders plietsch, Strategien zu entwickeln, wenn er einfach gerade zu viel hat und Ruhe braucht.
Meinen Sohn braucht man auch nicht nach der Kita nach dem Erlebten zu fragen, er sagt immer: Erzähl ich dir später. Oder: Nö, keinen Bock. Und erst nach einer langen Pause, in der er vor sich hinpröddelt, ist er wieder auf Sendung.

Kannst du dich denn nie mit deinem Sohn unterhalten? Oder nur in bestimmten Situationen nicht?

Dass Kinder in dem Alter an Ritualen hängen, dass Menschen generell Rituale lieben, finde ich normal. Steht morgens meine Lieblingstasse nicht im Schrank, finde ich das auch sehr suboptimal und geh sie meistens spülen und mein Sohn z.B. mag Ordnung sehr. Als er im Alter deines Sohnes war, mussten immer alle Stühle an den Tisch geschoben werden, Schuhe parallel zueinander stehen etc.. Das hat sich mittlerweile verwachsen und er ist ein "normal" ordentliches Kind.

Ich neige auch dazu, mich sehr um mein Kind zu sorgen, aber für mein Empfinden tust du im Moment gut daran, ihn einfach weiter so toll zu beobachten, wie du das bisher getan hast. Ich würde allenfalls mal mit dem Kinderarzt sprechen.

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