Ohne richtiges Abendessen ins Bett?

    • (1) 25.03.18 - 21:40

      Hallo,

      mich würde mal eure Meinung interessieren, ob wir falsch gehandelt haben bzw. wie ihr solche Situationen meistert.

      In der Regel läuft es hier so ab:

      Morgens frühstücke ich mit meinem Sohn gegen 7:30 Uhr gemeinsam eine Kleinigkeit. Um 9 Uhr gehts in den Kindergarten. Dort kann er bei Bedarf nochmal frühstücken. Um 12 Uhr gibt es im Kindergarten Mittagessen. Bei uns am Wochenende etwas später, meist gegen 14 Uhr. Um 14:30 hole ich ihn aus der Kita ab und zu Hause isst er dann oft einen Snack. Joghurt, Obst, Kekse, mal was süßes vom Bäcker oder sonstiges. Um 18 Uhr gibt es hier gekochtes Abendessen. Mal isst er gut, mal isst er schlecht. Wenn er es nicht mag, kann er gerne ein Brot haben. Wir ziehen dann den Schlafsnzug an, schauen den Sandmann, Zähne putzen und dann gehts spätestens 19:30 ins Bett.

      Oft kommt er dann nach dem Zähne putzen an und meint er habe Hunger. Wenn er abends seinen Teller nicht leer isst, sag ich ihm jedes mal, dass es später nichts mehr gibt. Und trotzdem haben wir oft Diskussionen. Bisher ist mein Mann immer weich geworden und hat ihm ein Brot/Toast gemacht.

      Heute haben wir später zu Abend gegessen. Mein Sohn hatte 2 Scheiben Toast auf dem Teller. Eine halbe Scheibe hat er gegessen und meinte dann er sei satt. Habe ihm dann mehrmals gesagt, dass ich gleich abräume und es dann nichts mehr gibt. Ja, er hat es verstanden und ist gegangen. Duschen, Schlafanzug an, Zähne putzen. Dann wollte ich ihn ins Bett bringen und das Drama nahm seinen Lauf. Angeblich hatte er Hunger, er wollte nicht ins Bett. Habe dann ne halbe Stunde mit ihm diskutiert, warum es nichts mehr zu essen gibt. Irgendwann hat er sich dann beruhigt, wollte in unserem Bett schlafen, was ich auch erlaubt habe. Hunger war dann plötzlich kein Thema mehr. Er wollte dann eher wissen, was mit unserer Wohnung passiert, wenn wir im Urlaub sind. Da müsse ja die Oma aufpassen. Er ist dann auch sehr schnell eingeschlafen.

      Ich frage mich jetzt, ob wir richtig reagiert haben oder wie ihr reagiert hättet? Man hat ja schon ein schlechtes Gewissen, wenn das Kind sagt es hat Hunger. Ich denke aber eher, dass er uns austestet, das ins Bett gehen herauszögern möchte. Vor allem kommt er immer erst nach dem Zähne putzen an. Da er über den Tag verteilt neben den Hauptmahlzeiten auch viele Kleinigkeiten isst, denke ich nicht, dass er halb am verhungern war.

      Mich würden aber mal andere Meinungen interessieren.

      Achso, er ist jetzt knapp 3 1/2 Jahre alt.

      • Hey
        Bei uns kam es auch schonmal vor,dass er zum Abendbrot wenig gegessen hat und bis jetzt gab es nur einmal die Situation das er Nachts weinend wach wurde und klagte über Hunger- nach der Banane schlief er wieder ein!
        Ansonsten hielt er bis morgens durch.
        Fussel ist 2.5 Jahre und da hält sich das Verstehen " Ich räume gleich den Tisch ab, dann gibt es nichts mehr " in Grenzen.
        Aber mit 3.5 Jahre denke ich schon das dein Sohn das versteht.
        Könnte auch eine Taktik sein,dass Zubettgehen heraus zuzögern!
        Ich finde deine Vorgehensweise in Ordnung!😊
        Lg Thommy04 mit Fussel an der Hand

        • Bisher ist er nachts noch nie wach geworden und hat gesagt, dass er Hunger hat. Das bestätigt mich erst mal in der Annahme, dass er austestet.

          Danke für deine Rückmeldung ☺

      Ich in auch der Meinung, dass ihr richtig reagiert habt. Mit 3,5 Jahren ist es einem Kind absolut zuzumuten, auch ohne (genügend) Abendessen ins Bett zu gehen und bis zur nächsten Mahlzeit zu warten. Ich denke auch, dass er eine Verzögerungstaktik versucht um JETZT nicht ins Bett zu müssen. Es gibtüber den Tag verteilt genug Möglichkeiten um zu essen. Wer nach Ankündigung und so spät noch etwas essen möchte, hat einfach Pech und muss bis zur nächsten Mahlzeit warten. Nach dem Zähne putzen gibt es nichts mehr. Wer dann noch hunger hat, kann Wasser trinken. Etwas anders gibt es nicht mehr.

      • Vielen Dank, dann liege ich also doch nicht so falsch. Mein Mann wäre schon fast wieder weich geworden. Aber ich finde, dass unser Sohn mir in der Situation auf der Nase tanzt und das möchte ich nicht durchgehen lassen. Wasser haben wir ihm auch angeboten, wollte er aber nicht.

    Ich hab es nicht so mit „richtig oder falsch“. Und sowas wie „austesten“ kommt in meinem Vokabular nicht vor.
    Ich seh das Problem nicht, dem Kind noch eine Scheibe Brot zu geben, ob es am Verhungern ist oder nicht. Ich mag manchmal auch noch was essen, ohne am Verhungern zu sein.. Dann putzt es halt nochmal die Zähne, was solls.
    Vielleicht hätte ich auch gefragt, ob er wirklich Hunger hat oder einfach noch ein paar Minuten aufbleiben möchte. Mit strikten Bettzeiten hab ich es nämlich auch nicht so.

    • Er isst also nix zum Abendbrot ....geht dann waschen / zähne putzen und sollte dann noch was zu essen bekommen weil er das regelmäßig so möchte?

      • Ja. Wir hatten das zwei, drei Mal. Meiner Erfahrung nach ist das schnell nicht mehr spannend. Ein Brot essen und dann Zähne putzen dauert maximal 10 Minuten, das lohnt doch keine schlechte Stimmung. Und zwei Mal putzen wurde meinem Sohn schnell zu blöd.
        Ich glaube, ein großer Teil der Erziehungsmaßnahmen in solchen Phasen ist wie Medikamente bei Erkältung, mit dauert es eine Woche und ohne sieben Tage;-).

        Ich kann einfach nicht mit einer Haltung, „die tanzen einem auf der Nase rum“, das ist eine so negative Sicht auf Kinder, ich glaube nicht, dass sie ihre Eltern ärgern wollen. Sie wollen halt was, und oft vergeht das wieder, wenn sie merken, dass es so toll ja gar nicht ist.

        • (9) 26.03.18 - 09:44

          Ich bin prinzipiell total deiner Meinung und pflege einen ähnlichen Erziehungsstil.
          Ich habe aber einen Schlecht-Esser, bei dem Essen auf der Prioritäten-Liste ganz unten steht. Das heißt, er nutzt seit Jahren die Abendessen dazu, uns von seinem Kindergartentag zu erzählen und vergisst das Essen. Er beißt dreimal vom Brot ab und dann ist er fertig. Es ist dann auch egal, ob wir ihm gaaaaanz viel Zeit lassen. Auf Ermahnungen, bitte ans Essen zu denken, reagiert er genervt oder gar nicht.
          Und jeden, wirklich jeden Abend haben wir mit Berührung des Kopfkissens dann seit Jahren das Theater, dass er kurz vorm Schlafen den Hungertod stirbt. Es nervt!! Wirklich.

          Da ich so bin wie du und ich vom Prinzip her nichts davon halte, dem Kind in sein Essverhalten zu fuschen, habe ich ihm dann oftmals noch eine Schnitte gemacht und noch mal die Zähne geputzt, auch weil er immer im Untergewicht ist. Er isst sie dann auch, hat also wirklich Hunger. Aber offenbar ist die Zeit vor dem Schlafen gehen die einzige Zeit zu sein, wo sich in seinem Kopf nicht tausend andere Dinge vor das Hungergefühl drängen.

          Wie würdest du denn da vorgehen? Das ist eine der wenigen Situationen, wo ich mich manchmal total hilflos fühle.
          Ich sehne die Zeiten herbei, wo er sich selbst etwas aus dem Kühlschrank nehmen kann und sich komplett autark bettfertig macht. Dann kann er meinetwegen essen, wann er will. So kommt er jeden Abend später ins Bett als geplant und ich bin, obwohl das gar nicht meine Art ist, genervt von den allabendlichen Hungerspielen.

          • Oh, ja, wem sagst du das, irgendwo hat jeder sein Nervpotential;). Mein Jüngster (ja, auch mit neun hat man noch viel davon) ist ein Zähneputzhasser. Abends nehmen wir es ja relativ cool, aber morgens hatte er bis vor kurzem keinen Hunger um danach nicht Zähneputzen zu müssen#augen. Um kurz bevor er in die Schule soll den Hungertod zu sterben...
            Hat sich auch erledigt, obwohl wir nicht wirklich konsequent waren.

            Ich kann deinen Sohn ja gut verstehen, mir gehts auch oft so, dass ich mit Deadlines ein Problem hab und mir kurz vorher noch einfällt, dass ich ja noch essen, duschen, oder sonst was wollte;-). Ich muss mir dann immer eine frühere Zeit merken, weil „nur noch schnell“ immer länger dauert als ich denke.
            Vielleicht könnte man ihn einfach früher ins Bett bringen, dass er früher zur Ruhe kommt?
            Oder abwarten bis die Phase vorbei ist und heimlich fluchen;-).

            Ich bin ja nicht gerade die personifizierte Sanftmut und mir platzt manchmal der Kragen und ich denke manchmal, irgendein Problem ist unlösbar. Und im Nachhinein war es oft die ganze Aufregung nicht wert, weil es sich doch allein erledigt hat.

            • (11) 26.03.18 - 11:08

              "Und im Nachhinein war es oft die ganze Aufregung nicht wert, weil es sich doch allein erledigt hat."

              Da hast du Recht. Ich wäre vermutlich auch total gelassen, wenn das Söhnlein nicht auch noch aussähe wie ein Hungerleider. Da spielt also auch immer noch Sorge mit, weswegen ich dem Thema Essen nicht so gelassen gegenüber stehe wie anderen Themen....

            Ich sollte vielleicht noch dazu schreiben, dass „wir nehmen es abends cool“ nicht heißt, dass er da drumherum käme, sondern dass wir da gelassener drauf warten können bis er es endlich gemacht hat.

Würde ich ihn fragen, ob er wirklich Hunger hat oder länger aufbleiben möchte, da ist die Antwort doch schon klar. Natürlich würde er nicht sagen, dass er noch was aufbleiben möchte. Es war mittlerweile 20:30 Uhr, er war müde und da gehört er einfach ins Bett. Er weiß, dass er dann nach dem Essen nochmal Zähne putzen muss und er somit später ins Bett kommt.

Wir haben die Nacht gut überstanden. Er ist nicht vor Hunger aufgewacht, also denke ich, dass alles halb so schlimm war.

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