Ärger mit anderem Kind, schlagen, beißen, etc.

    • (1) 04.04.18 - 17:18

      Hallo Zusammen,

      bisher nur stille Mitleserin, hoffe ich nun auf einen Rat von euch.

      Mein Kind (gerade 5) geht seit August letzten Jahres nach Umzug in den jetzigen Kindergarten. Anfang des Jahres fing es an, dass es immer häufiger nicht in den Kiga gehen wollte.

      Ca. Mitte Januar erzählte es mir beim Abholen, es hätte ein Kühlkissen bemötigt. Auf meine Frage hin, was passiert sei, sagte es mir, es würde von Kind X auf den Kopf gehauen.

      Eine zufällig unseren Weg kreuzende Erzieherin berichtete dann, dass Kind X mein Kind häufiger ärgere und körperlich angehe und es sich wohl "ausgesucht" habe. Andere Kinder würden auch geärgert, nur mein Kind ganz besonders. Kind X ist einen Kopf größer und 1,5 Jahre älter.

      Es folgten weitere Vorfälle, es gab ein Gespräch mit der Gruppenerzieherin, nach erneuten Vorfällen eins zusammen mit der Leiterin der Einrichtung

      Mein Kind wäre sehr ruhig und würde sich nicht wehren, auch keine Hilfe suchen. Wir sollten versuchen, ihn zu stärken und ihm eintrichtern, sich Hilfe bei den Erziehern zu suchen. Außerdem wollte man nochmal mit meinem Kind sprechen und Hilfe anbieten.

      Über X erzählte mein Kind, dass es wahllos auf andere Kinder losgehen une nur durch Wegtragen schreiend aus der Situation genommen werde könne. Dies bestätigen die Erzieherinnen, eine Situation habe ich live beim Abholen einmal so mitbekommen.

      Heute würde mein Kind nun von Kind X gebissen und möchte natürlich nicht mehr in den Kindergarten. Die Erzieherinnen meinen, ich soll ihn auf jeden Fall bringen, sie versuchen, auf zu passen....

      Was soll ich machen? Was würdet ihr tun? Ich bin absolut ratlos, ich will mein Kine nicht immer dieser Gewalt aussetzen, aus der es sich nicht entziehen kann!

      Danke für eure Meinungen!

      LG

      • Ich finde es nicht gut dass mit dir über ein anderes Kind gesprochen wurde, das ist nicht richtig von den Erzieherinnen.

        Ich würde ansonsten den Erzieherinnen zustimmen, bestärke deinen Sohn sich Hilfe zu suchen oder aus der Situation zu gehen. Es wird immer Arschlochkinder geben, auch in der Schule, und da ist es wichtig zu lernen selbstbewusst zu reagieren. Ein zu Hause bleiben um dem zu entgehen ist mmn grundverkehrt.

        Frage die Erzieherin womit dein Sohn am ehesten bei seinem Peiniger Eindruck schinden kann, sei es ein Stop ich will das nicht, stampfen oder ein Nein ins Gesicht schreien.

        Viel Glück. Und dann geht der Fiesling ja bestimmt auch im Sommer zur Schule ;-)

        (3) 04.04.18 - 21:02

        Als Mutter eines Sohnes, der ebenfalls körperlich attackiert wurde, kann ich dir empfehlen, dein Kind nicht nur mental, sondern auch körperlich zu stärken. Da kann ein Judo-, Karate-, Was-auch-immer-Kurs sehr hilfreich sein. Gewalt ist nicht ok. Aber Gewalt ertragen zu müssen, ohne sich wehren zu können, ist es auch nicht. Ein aggressiver Junge, der sich deinen Sohn als Opfer ausgesucht hat, um seinen Alpha-Status zu zelebrieren, wird meiner Erfahrung erst von diesem Opfer ablassen, wenn sich dieses wehrt.

        Haben die Erzieherinnen nicht das Gespräch mit der Mutter gesucht? Wenn sie es nicht machen, dann nimm du das in die Hand, vielleicht auch mit Verstärkung durch andere Elternteile. Immerhin finde ich es einfach nicht normal, dass ein 6,5jähriges Kind wahllos um sich haut und beißt und was weiß ich.

      • Hallo,

        zum ersten musst Du Dein Kind unbedingt darin bestärken, sich wehren zu dürfen, auch körperlich. Dann wäre eine Sportart wie Judo, Karate oder ähnliches sinnvoll, wenn Dein Kind so ruhig ist. Weiter würde ich mit der Mutter des Jungen sprechen, mir den Jungen selbst zur Brust nehmen und von den Erziehern fordern, ein Auge auf diesen Jungen zu haben und ihnen klar machen, daß Du diese körperlichen Attacken nicht mehr in Kauf nimmst.

        LG und alles Gute!

        (6) 05.04.18 - 09:18

        Guten Morgen,

        Danke für eure Antworten.

        Heute hat mein Kind total verzweifelt geweint, als ich ihn im Kindergarten abgegeben habe. Ich bin kurz davor, ihn wieder mit zu nehmen.

        Nach meinem Empfinden ist das andere Kind kein "Alphakind", sondern hat eher eine Regulationsstörung oder ähnliches. Denn diese Angriffe kommen unvermittelt, es trifft auch manchmal andere Kinder.

        Die Erzieherinnen können mir ja nichts über das andere Kind sagen, bzw. welche Maßnahmen hier geplant sind.

        Zu meinem Kind heißt es nur, sie versuchen, auf zu passen und bieten immer wieder Hilfe an.

        Einen Kurs zur Stärkung des Selbstbewusstseins werden wir in Angriff nehmen. Wir bestärken ihn auch immer wieder, laut Stop, etc. zu rufen, diese Situationen zu verlassen und sich Hilfe zu suchen.

        Mit den anderen Eltern haben wir bisher nicht gesprochen. Ich weiß gar nicht, wie man so ein Gespräch führen sollte. Die Eltern bzw. scheinen auch nicht gerade sympatisch, nicht mit uns auf einer "Wellenlänge".

        Ich denke darüber nach....

        LG

        • (7) 05.04.18 - 11:47

          "Mit den anderen Eltern haben wir bisher nicht gesprochen. Ich weiß gar nicht, wie man so ein Gespräch führen sollte. Die Eltern bzw. scheinen auch nicht gerade sympatisch, nicht mit uns auf einer "Wellenlänge"."

          Die Eltern von solchen Kindern sind häufig selbst asozial, wenn bei dem Kind keine psychische Störung hinter dem auffälligen Verhalten steckt.
          Ich würde daher davon abraten, mit denen zu sprechen, wenn die schon so komisch auf Dich wirken. Wenn Du Pech hast, drohen die Dir auch noch Schläge an...

      Mir stößt ein wenig sauer, auf dass sie dir sagen, dein Kind wäre ja ruhig und würde sich keine Hilfe suchen. Das klingt für mich ein bißchen so, als ob er schuld daran sein soll...
      Aber nur du kennst den Zusammenhang des Gesprächs.

      Ich würde von den Erziehern schon gern Maßnahmen wissen wollen, wie sie sicher stellen, dass mein Kind nicht körperlich angegriffen wird. Dafür haben sie Sorge zu tragen.

      Hoffnung könnt ihr ja dahingehend haben, dass dieses Kind im Sommer wahrscheinlich eingeschult werden wird, oder?

      • Ja, er wird im Sommer eingeschult.

        Ich habe tatsächlich auch dass Gefühl, dass das "Opfer" hier mehr in die Pflicht genommen wird. Wir werden nochmals das Gespräch suchen.

        Danke :-)

        Erzieherinnen können nicht den ganzen Tag lang einem bestimmten Kind folgen, weil es andere Kinder "anfallen" könnte.
        Dafür gibt es nicht genug Personal, und außerdem wird es auch noch andere Kinder geben, die schonmal hauen, treten o. ä.
        Wenn man nicht will, dass ein Kind auch mal körperlich angegangen wird, darf man es nicht in einen Kindergarten schicken.

        Kinder treffen überall auf Schläger- und Rabaukenkinder. Wer sich da nicht durchsetzen kann, hat seine gesamte Kindergarten- und Schulzeit über ein Problem. Vor allem haben die Rabauken das ganz schnell raus und ärgern bevorzugt diese Kinder.
        Davor kann weder eine Erzieherin noch eine Lehrerin die Kinder schützen. Das zu verlangen, ist weltfremd. Abgesehen davon sind auch Rabauken nicht blöd und machen das natürlich nicht unter der Nase der Erwachsenen...

        Insofern ist es schon sinnvoll, dem eigenen Kind beizubringen, wie man mit solchen Rabauken umgeht, und der Tip der Erzieherin ist absolut richtig.

        Der Kindergarten-Schläger der Fragestellerin ist übrigens nächstes Jahr auf dem Schulhof wieder mit ihrem Kind zusammen, und wenn er das Kind schon als hilfloses Opfer kennengelernt hat, geht es da weiter. Diese Lösung ist daher rein temporär.

        • Ich verstehe schon was du meinst. Mir ging es aber darum, dass hier dem Opfer scheinbar die Schuld dafür gegeben wird bzw. klang es für mich nur aus diesen zitierten Zeilen so an.

          Was da vielleicht auf Seite des anderen Kindes besprochen wurde, weiß ich ja nicht, aber ich finde man kann es sich auch nicht einfach machen. Das Kind ist ja nun schon "bekannt" für solches Verhalten. Eine Stigmatisierung in dieser Richtung sicherlich auch nicht gut für dieses Kind und da würde ich schon erwarten, dass da auch in seine Richtung Maßnahmen besprochen werden.

          Ob die Kinder sich auf dem Schulhof wiedersehen werden, ist ja nicht gesagt, oder kennst du die TE persönlich? Kindergarten kann hier bei uns z.B. frei gewählt werden und unserer ist aktuell in einem anderen Stadtteil. Schule wäre für uns hier in diesem Stadtteil zuständig, weil es dort nach Einzugsgebiet geht...aber es stimmt grundsätzlich, dass da natürlich auch Kinder dieses Schlags sein können.

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