Sohn im Kleid in die KiTa bringen?

Dürfte euer Sohn im Kleid in die Betreuungseinrichtung?

    • (1) 14.04.18 - 18:55

      Hallo :-)

      Unser Sohn (fast 3) hat gestern (nach zwei Wochen, in denen er immer wieder den Wunsch geäußert hatte) ein pinkes Kleid geliehen bekommen. Er ist furchtbar stolz und durch seine zarte Statur sieht er unglaublich süß darin aus😍

      Seine Großmutter hat versucht ihn als Mädchen hin zu stellen, gefragt ob er jetzt *weibliche Form seines Namens* hieße. Er hat ihr gut Paroli geboten: die Frage verneint, seinen Namen zur Erinnerung genannt und gesagt, dass er sich das Kleid von seiner Freundin geliehen habe. Danach habe ich das Gespräch übernommen, wodurch das Thema erstmal abgefrühstückt war.

      Wir Eltern haben Zuhause kein Problem mit dieser Phase, sind jetzt jedoch uneins, ob er im Kleid in die Krippe gehen sollte.

      Ich sehe es locker, schließlich sollte er sich ausprobieren dürfen und in der vertrauten Gruppe sehe ich keine Probleme. Mein Partner hingegen ist konservativer und findet, er solle lernen, dass Kleider für Mädchen sind, damit er keine blöden Kommentare abbekommt.

      Habt ihr Ähnliches erlebt?
      Wie würdet ihr handeln?

      Liebe Grüße,
      Lovely

      Ja, ich würde ihn gehen lassen. Bei uns kamen öfter Jungs in Kleidern in fen Kiga und/oder mit Ketten, Nagellack & Co. Ich finde dieses zweierlei Maß messen furchtbar: Mädchen dürfen allen Jungskram immer und überall. Bei Jungs wird komisch geschaut. Ich werde es NIE verstehen!

      • So sehe ich das auch. Ein Junge aus der ehemaligen Kita unseres älteren Kindes wollte immer nur Kleidchen/Röckchen anziehen, er wollte Haarspangen, Haarreif, Glitzerschuhe usw.

        Die Eltern haben ihm das nicht verboten und ihn nicht gezwungen Jungsachen anzuziehen. Es war wirklich extrem, so extrem hatte ich das auch nicht erlebt.na auf jeden Fall waren sie diesbzgl bei einem hier sehr bekannten Psychologen (Kinder- und Jugendliche) und er lobte das Verhalten der Eltern.Sie sollten genau so weitermachen, denn es war klar, dass das völlig im gesunden Rahmen ist und die Eltern sich keine Sorgen machen müssen.

        Im Kiga war es nur anfangs gelegentlich Thema, weil ab und zu Kinder danach fragten. Kurze Erklärung: er mag es so, es gefällt ihm und dann war es so gut wie nie wieder Thema Innerhalb der Kita. Kinder tolerierten das ohne Probleme, sie kannten ihn so und hatten sich eher gewundert wenn er plötzlich als Junge gekleidet gekommen
        wäre. Kinder im diesem Alter haben damit nur ein "Problem" wenn sie eine negative Haltung dazu vorgelebt bekommen.
        Bis ins Schulalter hinein war er wie ein Mädchen gekleidet - von oben bis unten und ALLE Kinder nahmen ihn so wie er ist.

        Mildere Fälle habe ich schon zich fach in der Kita erlebt und nie war es ein Problem.

        Ach übrigens: mein Sohn ist 8 Jahre und wollte unbedingt die Nägel lackieren. Das durfte er und es interessiert niemanden.Sein engster Kumpel hatte kurz gefragt, er antwortete "gefällt mir halt" und damit war der "Kas gessen".

        Lg

    Hallo,

    ne, würde ich glaube ich nicht machen. Aber wenn Du es ok findest und Dein Mann deswegen nicht die Krise bekommt lass ihn mal so los ;-)

    Nen Schottenrock fände ich bei kleinen Jungs ja viel süßer als ein pinkes Kleid.

    Lg Miriam

Hallo
Gerade wieder erlebt, in der Krippe meiner Tochter war ein neuer Junge mit längeren Haaren. Er fand Haarspangen & Co mit Glitzer und was weiß ich was super und trug diese regelmäßig. Wer hat hinter vorgehaltener Hand gelästert? Andere Eltern.
Den Kindern war das dermaßen egal. Ein älteres Kind hat ihn wohl mal gefragt wieso er „Mädchen Zeug“ in den Haaren hat. Seine Antwort war „Weil es mir gefällt“ und sie spielten weiter als wäre nie was gewesen.
Meine Töchter dürfen sich da voll ausleben, wenn sie wollen. Leider ist die Toleranz höher wenn es Mädchen in „Jungensachen“ sind, bei Jungen wird es gleich kritisch.
Hätte ich einen Sohn dürfte er das.

LG

  • Ich denke, das kommt auf das Alter der anderen Kinder im Kindergarten an. Mein Sohn hatte auch nie ein Problem damit, die Strumpfhosen / Thermoleggins seiner großen Schwester aufzutragen (die waren allerdings nicht zartrosa, sondern eher in einem Beerenton). Im Kindergarten bin ich allerdings tatsächlich immer wieder darauf angesprochen, warum er denn Mädchenleggins (unter der Skihose im Waldkindergarten, die Hosen wurden nur beim Mittagessen in der Cafeteria ausgezogen) anziehen müsse. Die Erzieherin hat immer wieder versucht diesbezüglich Toleranz zu fördern, aber sie war absolut machtlos. Komischerweise waren es immer Mädchen, die das Thema ansprachen. Mittlerweile ist der Kleine 6, und im Winter hatte ich ihm eine Jacke bestellt. Die Jacke ist dunkelrot und ich hatte explizit im Filter "männlich" angegeben, von außen sieht die Jacke auch sehr neutral aus. Allerdings konnte man auf den Abbildungen nicht sehen, dass das Futter in einem Rose-Ton war und die Jacke pinke Reißverschluss-Schieber (die man so kaum sieht) hat - mein Sohn hat sich geweigert, die Jacke alltags anzuziehen, lieber hat er gefroren. Ihm war die "Mädchenjacke" furchtbar peinlich, ich hätte sie zurückschicken sollen, hatte aber das Problem unterschätzt.

    LG

    • Das waren dann ältere Kinder? Wundert mich nicht. Da werden Aussagen und Einstellungen der Eltern schon eher 1 zu 1 übernommen, ohne große eigene Gedanken.
      Auch wenn die Toleranz bei Mädchen schon höher ist, gibt es genau so extreme Verfechter der rosa Prinzessin in Kleidchen. „Prinzenkleidung“ hingegen erwartet bei Jungen dann wirklich keiner.
      Ja, solche rosa Prinzesschen können echt fies sein. Genau mit solchen haben meine Kinder negative Erfahrungen gemacht. Da können die Erzieherinnen dann auch noch so toll sein, das bringt nichts. Mein persönliches Horror Beispiel: eine Mutter die sich beschwert hat, weil es ihrem Kind nicht zuzumuten ist als persönliches Symbol an der Garderobe ein blaues Auto zu haben. Sie ist schließlich ein Mädchen #zitter

      • Die ganz Kleinen sagen da meist nichts, die kümmert so etwas noch nicht, meistens sind das die Vorschüler, bei manchen Kindern fängt es auch schon im vorletzten Kindergartenjahr an. Was ich bei der Sache aber besonders lustig finde: Diese Sprüche bekomm ich fast immer von Mädchen mit, die gleichzeitig aber in brauner Engelbert-Strauss-Kleidung vor mir stehen. Beim Schnuppern im Kindergarten (Natur-Gruppe) hatte unser Sohn (damals gerade 3) noch keinen eigenen Rucksack und auch keine eigene Trinkflasche (brauchte er bei der Tagesmutter nicht). Also hat er Rucksack und Trinkflasche von der großen Schwester geliehen, und beides war pink. Frage eines Vorschulmädchens: "Warum trägt er denn einen Mädchenrucksack?" Typische Mädchenkleidung / Mädchenfarben gibt es noch zu genüge, aber typische Jungekleidung / Jungenfarben??? Da fällt mir kaum noch etwas ein. Allenfalls bei Unterhosen ist das noch entscheidend ;-).
        Ich glaube aber gar nicht unbedingt, dass so etwas immer von den Eltern vorgelebt wird. Ich glaube, da spielen auch ältere Kinder eine große Rolle. Wie schon gesagt: Mein Sohn hatte mit seinen rot-pinken Thermoleggins nie ein Problem, auch mit pinken Socken nicht. Weder mein ich noch mein Mann haben da je ein Thema draus gemacht (mein Mann trägt ja auch rosa Hemden ;-)), und wir hatten auch nie ein Problem damit, wenn der Kleine von seiner großen Schwester in eine Prinzessinenkleid gesteckt wurde. Aber seit er begriffen hat, dass das bei den anderen Kindergartenkids nicht so gut ankommt, findet er, dass rosa / pink für einen Jungen überhaupt nicht gehen - selbst wenn es nur ein kleines Fähnchen am Reißverschluss ist. Da kann dann das Elternhaus noch so tolerant sein - die "Pear-group" ist mächtiger.

        LG

Top Diskussionen anzeigen