Wechsel zu HPT oder normaler Kindergarten???

    • (1) 20.04.18 - 12:15

      Hey Mamas und Papas :)
      Uns wurde für meinen 4 jährigen Sohn eine HPT angeboten, weil er Verzögerungen in sozialen Kompetenzen, in fein- und Grobmotorik hat. Er ist auch früh geboren.
      Nun frage ich mich, braucht er unbedingt eine HPT oder reicht eine nette, private Kindergarten mit warmhärzigen Pädagogen? Denn bei ihm fehlt am meinsten die Bindung und Vertrauen. Er weint jeden Tag, seit 1,5 Jahr gehen wir in diesem Kita und er mag den nicht.
      Wer hat damit Erfahrung, bitte mitteilen! #heul

      • (2) 20.04.18 - 14:44

        Moin,

        "warmherzig" hat überhaupt nix mit der Möglichkeit Defizite in sozialer Kompetenz aufzuholen zu tun und Erzieher sind keine Physio- und Ergotherapeuten, egal wie klein der Kindergarten auch sein mag!! Wenn ein Kind Defizite hat braucht es gezielte Förderung von Fachleuten und ein heilpädagogischer Therapeut hat ne ganz andere Ausbildung, arbeitet ganz anders als ein "normaler" Erzieher. Damit hättest Du ja auch die bisherigen einzelnen Therapien und "Hausaufgaben" von der Backe, das wird dann alles in der Tagesstätte gemacht. Wir hatten auch schon Logo und Ergo"jeweils einmal die Woche und das finde ich schon anstrengend mit dem Nacharbeiten zu Hause, zum Glück sind wir die Ergo jetzt erst mal los.

        Nehmt bitte die Defizite Eures Kindes an, nehmt an dass es mehr Hilfe braucht und nicht alles "einfach mit einem kleinen Kindergarten in Ordnung kommt", und schickt ihn in die HPT.

        LG
        WuschElke

        Hallo!

        Der Betreuungsschlüssel ist in der HPT deutlich besser, bei einer ganz normalen Kita kann ein I-Kind dagegen weniger intensiv betreut und gefördert werden. Gerade die sozialen Probleme können damit auch zu Ärger mit den anderen Eltern führen, weil man einfach schlechter eingreifen kann, bevor es richtig schief geht, und die anderen Eltern dann natürlich schon zu Recht sauer sind, wenn dein Kleiner massiv Ärger macht.

        Inklusion ist ja eine tolle Idee, aber braucht einfach mehr Personal, als das in einer ganz normalen Kita vorhanden ist.

        (4) 20.04.18 - 20:25

        Gibt es die Möglichkeit, die HPT zu wechseln? Ein Kind, das sich nicht wohlfühlt, würde ich immer rausnehmen aus der Betreuung. Sind halt dann mehr Termine für dich am Nachmittag mit Logo und Ergo usw.

      • (5) 20.04.18 - 22:45

        Hi, also ich kann dir so nichts konkretes raten.
        1. kennt hier niemand dein Kind
        2. ist das von BL zu BL unterschiedlich (Modelle)
        3. was für Alternativen gibt es bei euch (Kommune?)

        Uns wurde das auch empfohlen (auch Frühchen), klar: das muss empfohlen werden bzw. die Möglichkeit muss erwähnt und den Eltern mitgeteilt werden. Wir haben uns dagegen entschieden aus folgenden Gründen:

        1. Unsere Logopraxis (Heilpädagogin/Sprachheil-/Diplompädagogin) stellt den Fachdienst, betreut uns auch weiterhin (außerhalb) sprachheiltherapeutisch - wir sind in unserer Praxis goldrichtig, unbedingt wollen wir dort bleiben. Mit den anderen Therapeuten (Ergo zum Beispiel) wird auch eng zusammengearbeitet.
        2. Die Kita (klein, Träger ist Verein) genießt einen sehr guten Ruf (Kinderarzt + Therapeuten)
        3. arbeiten tiergestützt (Erzieherhund)
        4. Konzeption bietet allerlei Förderung insbesondere für seine Schwerpunkte. Eingewöhnung mit open end (also ohne Zeitdruck! Ist mir sehr wichtig gewesen)
        5. Sie haben Erfahrung in UK (unterstützte Kommunikation)
        6. Er bekommt einen I-Status und einen guten P-Schlüssel (sehr kleines Haus, sehr familiär!)

        Wir starten dort erst demnächst und wir freuen uns darauf, die Entscheidung fühlt sich super an - insbesondere bzgl Förderung und Unterstützung. Ich denke wir sind zusammen mit dieser Kita gut aufgestellt. Wir hatten auch Glück dort überhaupt noch einen Platz bekommen zu haben.
        Möglichkeiten bzgl späteren Wechsel (worst case) bleibt ja offen.
        Wir werden sehen.

        Liebe Grüße - ich kann dir nur empfehlen, dich gut zu informieren und dich umzuhören (Ärzte/Therapeuten/ Elternschaft/etc.pp)

        (6) 21.04.18 - 12:10

        Nimmt die Hpt!

        Aus eigener Erfahrung, es ist soooo großartig!

        Unsere tochter hatte massive Sprachprobleme und deshalb auch Probleme im Umgang mit anderen Kindern. Es fiel uns schwer die Entscheidung für eine sve mit hpt zu treffen. Die Angst vor Stigmatisierung war groß!

        Aber es war unglaublich, wie gut es ihr getan hat! Die Therapien im gewohnten Umfeld waren perfekt. Die Kinder bekommen so oft gar nicht mit, dass das lustige spuel gerade ergo ist oder dergleichen. Diese belastende "wir fahren jetzt zur Therapie" Situation fällt weg.
        Normale Pädagogen haben einfach nicht die gleiche Ausbildung wie heilerzieher. Die kleinen Gruppen von 10 Kindern sind großartig. Die Kinder fühlen sich so wohl, familiär und geborgen.

        Also wirklich, wir sind begeistert von der Situation in der Hpt und den Fortschritten unserer tochter.

        Wenn euch angeboten wird, dass er dort hin kann, dann würd ich es annehmen. Auch für uns eltern was es sehr erleichternd. Endlich waren da Menschen, die verstanden haben, wie belastend so eine Situation auch für uns eltern ist bzw war. Sie haben uns bestärkt, beraten und zugehört.

        Ach, ich könnte ewig schwärmen

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