4 1/2 Jahre alt, wie viel Einschlafbegleitung ist noch nötig?

    • (1) 29.05.18 - 10:43

      Mein jüngste ist 4 1/2 und ein ziemlicher Tempramentspolzen, ganz die Mama würde ich sagen.

      Es war schon immer so das sie meistens nur einschlief wenn ich sie in den Schlaf begleitet habe. Wir haben dann eine Geschichte gelesen, ein Hörspiel angemacht und ich habe mich zu ihr gekuschlet. Meistens schlief sie dann innerhalb von 15-30 Minuten ein. mit 2 waren wir dann endlich soweit das sie langsam begann auch ohne mich einzuschlafen. Tja dann kam mit 2 1/2 ihre Krebserkrankung (Retinoblastom im Auge, Auge wurde 6 Wochen nach der Diagnose entfernt) und durch die vielen Aufenthalte in der Klinik haben wir in so ziemlich jedem Bereich Rückschläge erlitten, sie war plötzlich nicht mehr trocken, schlief kaum mehr durch, brauchte mich ständig bei sich um schlafen zu können. Wir haben die Zeit gut hinter uns gebracht und seit einem Jahr schläft sie auch endlich wieder komplett durch, außer ab und an mal ein Albtraum. Einzig die Einschlafbegleitung ist immer noch geblieben und ich merke langsam das sie es abends absichtlich in die Länge zieht und wenn ich nicht drauf eingehe dann fängt sie an zu weinen und zu schreien und Theater zu machen. Inzwischen bin ich an dem Punkt wo ich dann den Raum verlasse und sie sich eben in den Schlaf "weinen und schimpfen" lasse. Sie steht zum Glück nicht auf sondern weint und schreit einfach nur in ihrem Bett.

      Auf der einen Seite finde ich es total schrecklich sie so zu hören, auf der andren Seite denke ich mir es wird jetzt langsam Zeit das sie lernt wie ihre Schwester alleine in den Schlaf zu finden und ich lasse mich Abends nicht mehr so manipulieren von ihr.

      Wie ist das bei euch so? Wer hat Erfahrung mit sowas und wie habt ihr das geschafft?

      • Meine Großen wurden beide solange begleitet, wie sie es brauchten. Aber es wurde von selbst weniger, ganz ohne Machtkämpfe und brüllen lassen.

        Die Kleine braucht noch meine Nähe und bekommt sie auch.

        lg

        (3) 29.05.18 - 12:22

        Meine Tochter ist 6 und wird allabendlich in den Schlaf begleitet. Ich an Deiner Stelle würde also auf jeden Fall das Procedere weiterführen - vor dem Hintergrund der Krankheitsgeschichte Deiner Tochter sowieso.
        Du siehst das offensichtlich anders, wenn du von "Manipulieren" sprichst. Ich halte eine Krebserkrankung mit Entfernung des Auges!!! für Erfahrungen mit erheblichem Traumapotential. Dass da ein Kind mehr Zuwendung benötigt als die gesunde ältere Schwester ist doch nicht verwunderlich.

        Also ich kann dir nur von unserer gesunden Tochter berichten. Ich denke das macht einen Unterschied... wenn es nach ihr ginge, würde sie wohl am liebsten bei uns im Bett schlafen oder zumindest in den Schlaf begleitet werden. Aber ich denke das ab einem gewissen Alter das nicht mehr nötig ist. Sie können tagsüber genug kuscheln und ich für meinen Teil möchte abends mit meinem Mann kuscheln. Als sie 2 war haben wir angefangen zu üben, und nach ein paar Monaten war es ohne Diskussion möglich sie ins Bett zu legen und sie ist von alleine eingeschlafen.

      • Hallo,
        als erstes dachte ich "4,5? Ich begleite gar nicht in den Schlaf, habe ich bei keinem Kind außer bei Krankheit, Albträumen o.ä., ich halte auch nicht viel davon, so ein Gewese erst anzugewöhnen".
        Nun ist eure Situation aber ja noch ganz anders, deine Tochter hat eine Krankheitsgeschichte, ist sicher eine zeitlang ganz besonders verwöhnt worden.
        Daraus resultiert vielleicht auch ihre "Macht", dich jetzt dazu zu bekommen, möglichst lange an ihrem Bett zu sitzen.
        Ich würde einen langsamen Rückzug machen, z.B. erstmal auf einem Stuhl sitzen, dann vor der Zimmertür, dann das Bad putzen - so in der Art. Auch könnte ein Nachtlicht helfen oder eine CD.
        Wenn du sicher bist, dass es nur BÖCKCHEN ist, kannst du es auch aussitzen. Du kennst dein Kind da am besten.
        Alles Gute für euch!

        Mein Sohn ist 4 1/4 und möchte begleitet werden, was ich auch mache.

        Ob er es braucht oder einfach nur will, ist für mich völlig unerheblich.

        Hast du denn wirklich ein Problem damit? Oder ist es nur dieses "es sollte eigentlich nicht mehr sein"?

      • (7) 29.05.18 - 15:50

        "....und ich merke langsam das sie es abends absichtlich in die Länge " Das bekomme ich immer mit, wenn mein Mann unser Kind ins Bett bringt. Meine (schulterzuckende) Meinung dazu: Einer der macht, einer der es mit sich machen lässt. Ich amüsiere mich jedenfalls köstlich darüber, was sie da mit ihm veranstaltet. Ist ja nicht so, das sie es bei mir nicht probiert, nur ich handel dann anders...ohne das Weinen oder Schreien muß, das war und ist hier keine Option.

        Unser Kind wird so lange einschlafbegleitet, wie es das braucht. Aber viele Änderungen gab es schon beim Gesamtpaket. Bei mir dauert es 10 Minuten, bei meinem Mann 30-45 Min...sein selbstgemachtes Problem.

        Vielleicht mußt du auch nur eine Kleinigkeit ändern, wenn es sich zu sehr in die Länge zieht. Sei es nun die Schlafenszeit selber, euer Ritual, was auch immer.

        Hast du jetzt einfach keinen Bock mehr darauf oder denkst du, das es sich nicht mehr "gehört" in dem Alter? Beim ersten bin ich raus, beim zweiten: Mir doch Latte, was sich gehört.

        Ihr als Familie und deine Tochter im speziellen müsst eine sehr schlimme Zeit hinter euch haben. Möglich, dass Ihr Eltern Eure Ängste besser regulieren könnt als Eure Tochter. Mit 4 werden viele, auch gesunde Kinder von Sorgen, Ängsten und unheimlichen Vorstellungen geplagt, die Phantasie ist uferlos. Hinzu kommt, dass ihr Euer Kind, welches in sehr großer seelischer Not gewesen sein muss, und sicherlich noch ist, nicht mit einem "normalen" Kind seines Alters vergleichen bzw. an solch einem messen könnt.
        Manipulation ist ein hartes Wort und unterstellt böse Absicht. Die Kleine braucht aber einfach Sicherheit, und davon Massen! Hätte eins meiner Kinder solch eine Krankheit durchleiden müssen, würde ich sie bis an ihr Lebensende in den Schlaf begleiten, so es nötig wäre... Meinen "Kleinen " - 5 Jahre - begleite ich übrigens immer noch in den Schlaf, und seine beiden älteren Schwestern genießen es auch, ausgiebig ins Bett gebracht zu werden.
        Alles Gute!

        (9) 30.05.18 - 22:43

        Mein Sohn ist 7 und wird und ich bleibe bei ihm, bis er schläft. Wir kuscheln,erzählen vom Tag, ich lese ihm vor und dann sagen wir ihm gute Nacht. Es ist ihm wichtig, dass noch einer bei ihm bleibt. Es dauert keine fünf Minuten. Sorry, wenn ich es dir deutlich schreibe, deine Tochter kann einem Leid tun. Sie zeigt dir deutlich, dass sie die dich noch braucht und du verweigerst ihr die Nähe. Schade!

      Unsere Große ist auch 4,5. Der Kleine 1,5. Der Kleine hatte letztes Jahr auch eine Krebserkrankung, worunter natürlich die ganze Familie inkl der gr. Schwester gelitten hat.

      Überlegt euch, wie es für alle angenehmer wird. Wie du zB eher fertig bist mit dem Insbettbringen, ohne dass sie leiden muss. Was kann der Papa übernehmen (Zähneputzen/Umziehen/Vorlesen)?
      Bei uns hat sich viel geändert, als ich mich weigerte, abends 1,5h lang 2 Kinder ins Bett zu bringen. Also hat Papa nach dem Abstillen den Kleinen übernommenen und ich bringe nur noch die Große ins Bett.
      Sie darf bisl TV sehen (da helfe ich den Männern im Bad), dann Zähneputzen, Umziehen. Ich lese ihr in ihrem Zimmer 1Geschichte vor, Gutenachtkuss, sie klettert ins Bett, wir reden ganz kurz über den Tag, ich singe "unsere" Lieder und schalte beim rausgehen das Hörbuch an.

      Wenn sie schon sehr müde ist, gehen wir auch mal zuerst ins Bad bevor sie TV gucken kann, weil es sonst ein Krampf ist.

      Was genau dauert dir denn zu lang?
      Vielleicht könnt ihr Regeln einführen wie zB. Wenn im bad gebummelt wird, gibt's nur eine kurze/halbe Geschichte. Oder dass du nur so lange im Zimmer bleibst, bis die erste HörbuchGeschichte oder die Spieluhr zu Ende ist.

      Ich habe, als sie noch darauf bestand, dass ich bleibe bis sie schläft, auch ehrlich gesagt, dass ich eine Pause brauche bzw irre müde bin und nicht länger bleiben kann.

      Findet euren Weg unabhängig davon, was andere denken, unabhängig davon, wie es bei den Geschwistern war, unabhängig davon, dass sie schwer krank war.

      Hallo und erst einmal möchte ich sagen: Respekt für Eure Kraft, die Ihr ganz sicher gebraucht habt! Ihr habt als Familie viel gegeben, Ihr habt Euch gesorgt, habt gebangt und gelitten. Das ist an keinem von Euch spurlos vorbei gegangen. Nehmt Euch die Zeit und die Ruhe, Euch auf allen Ebenen zu erholen, auch heute noch.
      Du schreibst, Deine Tochter habe in allen Bereichen Rückschritte erlebt. Vieles hat sie wieder aufgeholt (sie scheint ein starkes Mädchen zu sein und das hast Du ja auch geschrieben). Nur beim Schlafen braucht sie Euch noch sehr und viel. Für ein Baby ist Einschlafbegleitung die Garantie, dass es in Sicherheit ist, nicht vergessen wird von der Sippe und kein Säbelzahntiger kommt, um es zu fressen. Dein Kind weiß das, denn es ist kein Baby mehr. Aber vielleicht hat sie aus anderen Gründen noch einen großen Bedarf an Sicherheit und Geborgenheit; wahrscheinlich hat sie Ängste gehabt und sich allein gefühlt in Zeiten, in denen andere Kinder ihres Alters diese noch nicht kannten. Wenn Ihr es leisten könnt und wollt: gebt Ihr das, füllt Ihre Speicher wieder auf! Denn mit Liebe und Geborgenheit kann man kein Kind verwöhnen. Im Gegenteil: Ihr macht es damit auf Dauer selbständiger und selbstsicherer. Das ist wie das Fundament eines Hauses: Je breiter und je stabiler es ist, desto größer kann das Haus werden.
      Noch eine Info zur Beruhigung: Dein Kind ist höchstwahrscheinlich entwicklungsmäßig noch gar nicht in der Lage zu manipulieren. Diese Fähigkeit entsteht nämlich regulär erst um das Schulalter herum.

      Alles Gute Euch!

      hi,

      ich kann dir erzählen, wie es bei uns läuft.

      Es gibt als Abendritual einge geschickte im TV oder ein Buch vorgelesen. Meistens wird es der Fernseher, weil wir auch so öfters lesen. Danach gehts ins Bett. Mein Sohn ist fast 4 Jahre alt. Dort wird ALLES dunkel gemacht und wir machen noch 2 Min. quatsch (kitzeln uns oder singen was) und dann wird geschlafen. Ich lege mich zu ihm und in der Regel dauert es kein 10 Min. und er schläft tief und fest. Meistens geht es sogar schneller. Am Anfang haben wir noch das Nachtlicht angehabt. Ich habe aber festgestellt, dass er damit nicht abschalten kann. Nur wenn es dunkel und ruhig ist, kommt er zur Ruhe. Vielleicht kannst du das auch ausprobieren. Ist sicher eine Umgewöhnung, aber es ist bei uns sehr effektiv und auch beim großen Bruder sind wir damit gut gefahren.

      LG
      Eddi

Top Diskussionen anzeigen