Es belastet mich sehr

    • (1) 10.06.18 - 16:21

      Meine Tochter, 5, hat wegen Entwicklungsverzögerung einen I-Platz im Kiga bekommen. Die "normalen" Kinder können weniger mit ihr anfangen, aber andere I-Kinder spielen mit ihr.
      Was mich anfangs sehr freute.
      Aber jetzt beginne ich mich zu sorgen.

      Freund 1 hat mit seinem älteren Halbbruder (der bei den Großeltern lebt, die Mutter ist mit ihm überfordert) einen Welpen so traktiert, dass er in die Tierklinik musste. Fast wäre er gestorben. Reaktion der Mutter: streicht einen WE-Ausflug mit meiner Tochter! Die Kinder hatten sich so gefreut.
      Haltung der Mutter: Strafe muss sein.
      Aber warum mein Kind mitbestrafen, die kann doch nix dafür?
      Ich hoffe, die Mutter bespricht den Vorfall mit einem Psychologen, kein Kind quält ohne Grund ein Tier derart!

      Meine Tochter hat auch manchmal Blödsinn im Kopf, aber das ist für mich eine ganz andere Hausnummer.
      Ich hab Angst, dass das abfärben könnte.
      Die Mutter geht mit dem Kind auch nie zum Baden, Spielplatz oder Kasperletheater. Hätte sie nicht im Kindergarten Auslauf und Bewegung, käme sie gar nicht raus.

      Freund 2 ist eines von drei Geschwistern. Die anderen beiden sind im Heim, da sie vom Vater ständig geschlagen wurden und intensive Betreuung brauchen. Die Mutter hat sich getrennt, hat nur das eine Kind bei sich behalten. Dieses sieht optisch leicht verwahrlost aus, ungekämmt, Kleidung mit Rissen und Flecken (ich kaufe auch SecondHand, aber die Sachen sehen aus, aus wären sie aus fünfter Hand).
      Meine Tochter war einmal dort und erzählte mir nach dem Heimkommen, die Mutter habe das Kind "auf die Backe gehauen".
      Eins kann ich sagen: sowas denkt sich meine Tochter nicht aus.

      Ich möchte eigentlich nicht, dass meine Tochter Zeuge von sowas wird.
      Lösung ist nur, dass die beiden nur noch hier zusammenspielen.
      Wobei es mir lieber wäre, es gäbe ein abwechselndes: mal nehme ich die Kinder, mal du.

      Freund 3 wächst bei den Großeltern auf. Die beiden sind extrem anstrengend und schwer von Begriff. Ein Spieltreffen zu vereinbaren, ist schwer, aber solange ich extrem flexibel bleibe, machbar.
      Es werden aber keine Gegeneinladungen ausgesprochen. Das ist den Großeltern zu laut.

      Alle drei haben außer meiner Tochter und Kindern in deren Verwandtschaft keine Kontakte zu anderen Kindern.
      Es wundert mich nicht.
      Und die Kinder tun mir echt leid.

      Ich bin aber nicht der barmherzige Samariter und möchte eigentlich nicht, dass meine Tochter nur Freunde hat, die aus so seltsamen Verhältnissen stammen.
      Kann das einer nachvollziehen?
      Ich frage mich, was ich tun kann.

      Wir sind unter der Woche beim Kinderturnen, beim Musizieren, im Naturverein und haben kürzlich mit dem Schwimmkurs gestartet.
      Da ergeben sich aber keine zusätzlichen Kontakte.
      Die Kinder treffen sich, haben eine nette Zeit und gehen wieder auseinander.
      Das erweist sich nur als Vorteil, wenn sich die Kinder auf dem Spielplatz oder so zufällig sehen, da gehen sie gleich ins Spiel.

      • Huhu,

        ich würde mit den Erzieherinnen sprechen, welches andere Kind für Deine Tochter noch offen sein könnte und dann da mal eine Spielverabredung versuchen.

        Vielleicht klappt es auch besser, wenn jetzt jüngere Kinder nachkommen. Wenn Deine Tochter verzögert ist, passt sie vielleicht besser zu jüngeren Kindern. Du hast ja nicht geschrieben was sich bei ihr verzögert entwickelt.

        Ansonsten die nächste Spielplatz-Situatin mit einem Kind aus Turnen und Co. nutzen und mal nach einer Verabredung fragen. "Die zwei finden sich immer so schön. Vielleicht mag xy ja mal zu uns zum spielen kommen?"

        Du kannst den Kontakt mit den problematischen Kindergartenkindern nicht verhindern, aber solange sie nicht fragt, würde ich da auch keine Verabredungen anstoßen. Wenn sie doch fragt, dann besser wirklich nur bei Euch.

        LG Jelinchen

        (3) 10.06.18 - 20:02

        Hallo!

        Uhi, eine verzwickte Situtation. Aber ich würde nicht wollen, dass mein Kind bei einem Kind spielt, dass Tiere so quält. Da hätte ich keine ruhige Minute. Ich hätte eher aufgeatmet, dass das Kind die Verabredung abgesagt hat.#schwitz

        Auch würde ich mein Kind nicht in einem Elternhaus abgeben, dass mir nicht vertrauenserweckend aussieht.

        Möchte denn deine Tochter auch Nachmittagsverabredungen? Oder wünschst es du dir als Mutter für dein Kind? Ich frage nur, weil es durchaus möglich ist, dass deiner Tochter Spielplatzfreundschaften auch ausreichen. Irgendwann trifft sie einen Menschen und sie hat eine beste Freundin/Freund, aber das kann man leider nicht erzwingen, das entwickelt sich...vielleicht auch aus einer losen Spielplatzfreundschaft...

        Aber nur, damit mein Kind Verabredungen hat, würde ich nicht diesen Kompromis eingehen. Schon gar nicht wollte ich sie abgeben.

        Das ist wirklich keine leichte Situation, aber die Zeit wird es zeigen. Ruhig bleiben.

        Und wenn sie in die Schule kommt, dann mischen sich die Karten auch neu.

        #klee#liebdrueck

        Hi also mein Kind ist auch ein I-Kind und das Andere schon in der Schule, hat aber auch so seine Probleme.

        Ich kann dir nur sagen: Es ist nicht Sinn der Inklusion, dass I-Kinder "unter sich" bleiben. Spreche mit den Erzieherinnen, denn diese können in der Einrichtung durchaus mitlenken.
        Zudem steht das nächste Kindergartenjahr vor der Türe, jedes neue Kindergartenjahr bringt "frischen Wind" in die Gruppe.

        Unser älteres Kind spielt Fußball (Mannschaftssport), dass hilft durchaus beim Anschlussfinden. Zudem besucht er eine Psychomotorikgruppe, dort sind sehr nette Mamas und auch wenn die Kinder "ihre Gründe" haben, dort mitzumachen, so sind es allesamt sehr nette und zugängliche Kinder.
        Viel "Freizeit" haben meine Kinder nicht, leider. Aber zumindest hat der Große bei 2-3xwöchentlich (einschließlich Wochende) zumindest regelmäßigen Freundekontakt und Psychomotorik (1x wöchentlich) macht ihm großen Spaß (für ihn besser als das reguläre Kinderturnen) und auch dort sieht er regelmäßig Kinder bzw Freunde. Der Kleine ist noch zu klein, es wird sich zeigen wie es mit anderen Kindern wird.

        LG Snow

      (6) 10.06.18 - 23:40

      Danke für eure Antworten!
      Meine Tochter ist Einzelkind und liebt es, Besuch zu haben oder andere zu besuchen. Die aufgezählten Kinder sind, wie sie sagt, ihre besten Freunde, besonders mit einem davon klebt sie regelrecht zusammen.
      Wir haben pro Woche ein bis zwei Spielverabredungen, manchmal fällt es auch aus, weil viel ansteht.
      Und fast jeden Tag im Kiga fragt sie: kann der x oder die y mitkommen?

      Ich kann ihr den Umgang am nachmittag echt nicht komplett verbieten. Es wäre auch nicht fair.
      Aber ich hab ein mulmiges Gefühl.

      • (7) 11.06.18 - 09:50

        Ich sage mir immer, dass mein Kind sich seine Freunde selber (aus)suchen muss. Es sind nicht meine Freunde, ich muss sie auch nicht mögen.
        So lange unser Zuhause noch wie unser Zuhause aussieht, nachdem die Freunde meines Kindes da waren, wäre das alles in Ordnung für mich.
        Natürlich ist es schade für die Kinder, aus welchen Verhältnissen sie kommen, aber sie kennen es nicht anders. Sorge doch dafür, dass es bei euch besser ist. Und ich würde noch zusehen, dass die Spieltreffen dann eben bei uns stattfinden... so kann ich wenigstens kontrollieren, was da so abläuft.
        Bauchschmerzen hätte ich allerdings bei dem Freund, der Tiere quält. Aber ich denke, nach solch einer Sache wollte mein Kind auch nicht mehr mit diesem befreundet sein.
        Ansonsten kann ich dir nur sagen, dass es bei uns im Kindergarten auch eine Mutter gab, die die Erzieherinnen dazu anhalten wollte, dass ihr Kind doch bitte schön nicht mit XY dafür aber mit AB spielen sollte. Das haben die Erzieherinnen abgelehnt. Zu Recht und zum Glück!

        • (8) 11.06.18 - 11:13

          Ich käme mir auch komisch vor, wenn ich die Erzieher bitten würde, dass sie mehr darauf achten, dass mein Kind möglichst auch mit anderen spielen soll.
          Wenn sie mit denen eben nicht so viel anfangen kann und umgekehrt - wer sollte sie da zwingen?? Fände ich auch nicht gut.

          Meine Tochter weiß nichts von der Geschichte mit dem Tier.
          Das hat mir nur die Mutter des Kindes erzählt, als sie den Ausflug absagte.

          Aber gerade an diesem Kind hängt meine Tochter besonders. :-(

          • (9) 11.06.18 - 11:38

            Hmm, dann sag es deiner Tochter auch nicht.
            Der Ausflug hat ja nun nicht stattgefunden, das ist also beendet....
            Für die Zukunft würde dann Spieltreffen eben nur bei uns stattfinden. Und trotzdem bliebe ein schlechtes Gefühl.... Was wenn er sich auch bei deiner Tochter so schlecht kontrollieren kann? Ich würde wohl immer dabei sein und sie nicht allein in einem Zimmer lassen.
            Vielleicht bessert er sich ja noch? Hat nicht jeder eine zweite Chance verdient?
            Ich weiß es nicht... das ist alles sehr individuell, ich kenne ja weder dein Kind noch das andere. Vielleicht lässt du den Kontakt auch einfach einschlafen?
            Im Kindergarten kann sie ja weiterhin mit ihm spielen, nur außerhalb ist dann eben immer keine Zeit?

            Du sollst doch nicht „vorgeben“ bzw die Erzieherinnen bitten, dass dein Kind mit XY spielt und nicht mehr mit YZ.

            Es ging doch darum (zumindest mir), dass die Erzieherinnen ein wenig unterstützen dein Kind zu inkludieren.
            Das sollte unter anderem auch Schwerpunkt der Eingliederungshilfe sein.
            Die Erzieherinnen können gar nicht Freundschaften „verbieten“ und „Freundschaften“ bestimmen. Aber sie kennen ihre Kinder und können entsprechende Voraussetzungen schaffen, dass sich Kinder besser „beschnuppern“ und „kennenlernen“ können.

            Ziel sollte ja primär eine Inklusion dein und keine nüchterne Integration.

            LG

        (11) 11.06.18 - 14:06

        "Ich sage mir immer, dass mein Kind sich seine Freunde selber (aus)suchen muss. Es sind nicht meine Freunde, ich muss sie auch nicht mögen."

        "Aber ich denke, nach solch einer Sache wollte mein Kind auch nicht mehr mit diesem befreundet sein."

        Leider haben nicht alle Kinder Antennen dafür, welche Kinder ihnen nicht gut tun. Und einige gucken sich unmögliche Verhaltensweisen bei solchen "Freunden" ab.
        Ich finde es fahrlässig, das einfach laufen zu lassen.

        Bei unserem Sohn habe ich vor einer Weile den Kontakt zu einem Rabauken-Kind unterbrochen, weil er anfing, ihn nachzuahmen.
        Bekannte von uns sahen das dagegen lange locker bei ihrem Sohn. Der hat mittlerweile eine Ausdrucksweise direkt aus der Gosse, prügelt sich häufig, pinkelt vom Balkon u.ä. So langsam kommt bei den Eltern die Erkenntnis, dass es vielleicht doch nicht ganz so gut ist, die Kinder ihre Freunde immer selbst wählen zu lassen...

        LG

        Heike

        • (12) 11.06.18 - 14:38

          Das sehe ich leider anders. Und ich hätte es auch nie akzeptiert, wenn meine Eltern meine Freunde ausgesucht hätten, bzw. Verbote ausgesprochen hätten.

          Dass Zuhause und anderswo unterschiedliche Regeln herrschen haben auch ganz kleine Kinder ganz schnell raus. Und wenn bei deiner Freundin das Kind der Art und Weise des anderen so angepasst hat, ist da wohl was erheblich schief gelaufen. Ich glaube auch nicht, dass das allein am Freund des Kindes liegt. Das ist wohl ein wenig kurz gedacht! Ich glaube nicht, dass sich mein Kind auch nur ein einziges Mal so eine Respektlosigkeit rausgenommen hätte.

          Übrigens gibt es ja anderswo auch Kinder, die dem eigenen unschöne Ausdrucksweisen beibringen, das ist bei uns nicht anders. In der Regel genügt es aber, wenn wir sagen, dass man bei uns so nicht spricht. Das muss anfänglich vielleicht ein paar Mal wiederholt werden, ist dann aber sicher im Oberstübchen angekommen und wird (jedenfalls in unserem Beisein) nicht mehr benutzt.

          Ich bleibe dabei, dass ich nicht für die Freundschaften meines Kindes zuständig bin! Das wäre ja noch schöner!

          Ich hatte noch nie Verständnis für so übergriffige Eltern, die ihren Kindern alles vorschreiben wollen, inkl. Ein- und Ausatmen, wahrscheinlich.

          • (13) 11.06.18 - 16:22

            Es freut mich, dass du Dinge einmal sagen musst und dann wissen die Kinder Bescheid.

            Hier geht es um I-Kinder mit Entwicklungsverzögerung, auditive/taktile Wahrnehmungsstörungen, Sprachverzögerung, damit verbunden soziale und emotionale Entwicklung hinterher usw.

            Ganz so einfach wie du dir das vorstellst, ist es nicht.
            Das mit dem Erklärbär und der Einmal-Ansage funktioniert nur bedingt.

            Gerade deshalb ist die Frage, ob man das eben einfach so laufen lassen kann...
            Oder ob sich die Probleme nur verschlimmern.

            • (14) 11.06.18 - 18:17

              Ich bezog mich aber auf die Freundeswahl meines Kindes!
              Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass du die Freundschaften deines Kindes reglementieren wolltest. Aber mach mal... kann ja jeder machen, wie er will. Dann frag halt im Kindergarten, ob Kind XY nicht besser zu deiner Tochter passt.

Hallo, also bei Freund 1 kann ich es verstehe das du da keinen Kontrakt möchtest, bei Freund 2 und 3 muss ich sagen, da können die Kinder mal gar nichts für wenn die Kleidung nicht gut ist oder Sonst was. Die Kinder mögen sich warum sollte man da einen Keil zwischen treiben?

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