"Einschlafterror" Kind 3 Jahre

    • (1) 11.06.18 - 10:01

      Hallo Zusammen,
      ich schreibe hier weil ich wirklich am Rande der Verzweiflung bin.
      Es geht darum, dass mein kleines Kind (3J) sobald es ins Zimmer zum Einschlafen geht, anfängt Theater zu machen. War es eben noch todmüde, fällt ihm plötzlich ein, dass es noch spielen, malen, turnen will.
      Gestern bspw. hat es eine Radtour von 12 km gemacht (für ein dreijähriges finde ich das enorm), danach im Garten Fußball gespielt und anschließend noch 1 h Fangen mit seinem großen Geschwisterkind gespielt. Man kann also nicht behaupten, dass es ihm an Bewegung fehlte. Mittagschlaf hält es am WE keinen mehr...
      Es durfte dann am Abend noch eine Serie anschauen und ist dabei fast eingeschlafen. Als es aber hieß "ab ins Bett", hieß es plötzlich "ich bin nicht müde, ich will nicht schlafen". Es fängt dann an im Zimmer die Schränke hochzuklettern, Purzelbäume/Kopfstände zu machen oder das Indoor-Trampolin zu springen. Nicht selten müssen auch ich oder der Papa als Trampolin herhalten. So geht es nun seit 1.5 Jahren so und es wird eher schlimmer als besser. Und gerade dieses Kopfstand machen etc ist bei ihm ein deutliches Zeichen, dass es hundemüde ist...Es kommt nicht zur Ruhe, und wir ebenso wenig, denn es lässt uns nicht aus dem Zimmer, sonst gibt es Geschrei. Jede "Androhung" von "Strafen" oder "Konsequenzen", gutes Zureden, Hörspiel, etc prallen an ihm ab.
      Man könnte ja sagen, dass man es spielen lassen soll, bis es selbst merkt dass es müde ist, aber sein Geschwisterkind, das wirklich seinen Schlaf braucht und will, wird dadurch extrem gestört, weil es so nicht gerade leise zu geht. Außerdem fühlt es sich ungerecht behandelt, weil es ja größer ist und früher ins Bett muss als das jüngere.
      Nicht selten haben wir zwei schreiende Kind am Abend.
      Gestern ging das Theater des Kleinen bis halb elf. Meine Augen hingen schon auf Halbmast. Heute morgen dann natürlich Theater beim Aufstehen weil hundemüde (nein ich kann es nicht schlafen lassen, ich bin berufsttätig).
      Bisher hat nichts gewirkt. Wir liegen jeden Abend mind. 1.5h und länger bei ihm. Gehen wir, weil wir denken es schläft endlich, macht es die Augen auf und schreit uns zurück.
      Wir machen gerne EInschlafgeleitung, genießen auch das Kuscheln, aber wenn es nicht still liegt, rumturnt und uns dadurch regelmäßig (versehentlich) Kinnhacken und Boxer in Bauch, Brust und Nase gibt, macht es keinen Spaß.
      Wir sind ratlos. Das Kind ist offensichtlich müde, kommt aber nicht in den Schlaf.
      Bis zu seinem zweiten Lebensjahr, war dasThema übrigens mit Hinlegen, Gutenachtkuss und Gehen erledigt. Und pötzlich das!
      Hat jemand noch einen praktischen Tipp?
      Danke und LG

      • Vielleicht hast du eines der Kinder, was nicht kurz vorm schlafen gehen was gucken sollte oder aber ihr verpasst einfach den richtigen Moment und er ist drüber.

        Wenn mein Kind was schaut, dann bekommt er danach durchaus noch nen Tobeanfall. Bei uns ist also der Ablauf: gucken, essen, noch spielen, Wanne, Bett.

        VG

        • mmh,
          ich habe eher das Gefühl, dass sie so besser runterkommen.
          Wenn ich gestern nicht gesagt hätte, "kommt ihr dürft Fernsehschauen", wären sie um neun noch um den Wohnzimmertisch gerannt und hätten Fangen gespielt.
          In dem Moment war es mir zuviel, weil sie sich auch oft gegenseitig "verletzen" (aktuell: blaues Auge und knie) wenn sie zu doll spielen. Das Problem ist aber auch da, wenn es nicht Fernseh schaut...
          Bei uns ist eigentlich auch routiniert: Essen, Spielen, Umziehen/Zähneputzen, ggf Serie schauen, ins Zimmer, ggf Lesen, Bett (beim kleinen toben ;-))
          Vllcht sollte ich mal die Reihenfolge ändern....

          Danke Dir

          • Wäre eine Möglichkeit und man kann einem 3jährigen auch ganz klar mitteilen, dass man nur bei ihm bleibt, wenn er aufhört zu hampeln. Und dann eben auch mal gehen.

            Ich begleite mein Kind auch gern in den Schlaf, aber wenn er hampelt und nicht runter kommt, dann werde ich irgendwann maulig und das ist ein Teufelkreis, dann kommt mein Kind erst recht nicht runter.

            • Ja, da wir mittlerweile am Limit sind, schimpfen wir auch recht schnell wenn es anfängt zu toben, nicht zielführend, ich weiß, aber der Gelduldsfaden ist mehr als überstrapaziert.

              Ich sehe schon, wir scheinen grade alles falsch zu machen was nur geht...keine Ahnung, wie man das wieder rückgäng macht....;-(

              LG

              • Es gibt doch überhaupt kein "Falsch".
                Wichtig ist doch, dass ihr jetzt daran arbeitet wie ihr damit gut leben könnt.

                Ich bin zum Beispiel auf jeden Fall für Einschlafbegleitung, aber das macht ja auch nicht jeder.
                Ich finde nur auch, dass ihr als Familie gemeinsam am Abend runter kommen solltet. Das sehe ich auch so.
                Bei mir gibt es auch die klare Ansage ab einer bestimmten Uhrzeit, dass nicht mehr getobt wird.

      Hallo. Du schreibt dass das Theater schon 1,5 Jahre geht.....Ich persönlich denke das hier das größte Problem liegt. Er hat euch gut im Griff und weiß das. Das ist natürlich nicht böse gemeint.
      Ich denke es ist enorm wichtig klar Stellung zu beziehen und konsequent zu sein....Ohne einknicken.

      Ich würde am Abend noch in ruhe eine Geschichte vorlesen und dann das Zimmer verlassen. Das vorher auch deutlich kommunizieren. Evtl nachtlicht, tür auf. Ich würde die Anfangszeit lieber 10 mal hoch ins kizi laufen als 1,5 stunden im zimmer "auszuharren" auch wenn es sehr blöd klingt, man sollte sich nicht zum Sklaven des Kindes machen. Kinder haben Bedürfnisse....Eltern aber auch.

      Ich würde auch deutlich kommunizieren das im bett liegen geblieben wird, evtl mit kleiner brlohnungsnummer. Alles was ihn animiert, wie Trampolin etc, würde ich vorerst aus dem Zimmer verbannen.
      Ich finde wichtig das ihr das abendliche Theater (was ja keine Phase ist) zwingend durchbrechen und es "aushalten".

      Alles Gute!

      • Ja genau, ich/wir bin/sind sein Sklave, das hast Du richtig erkannt. Und so fühle ich mich auch, richtig ausgeliefert... ;-(. Das Kind veräppelt uns richtig.
        Ich bin nur so ratlos, was ich tun kann. Wenn wir das Zimmer verlassen, rennt es hinter uns her. Einschließen wäre im Moment tatsächlich meine letzte Option.
        Das mache ich natürlich nicht (Dann würde es wahrscheinlich versuchen aus dem Fenster aus dem 1.5 Stock klettern/springen).
        "Erpressung" (mit Konsequenzen drohen) funktioniert nicht. Es fällt mir auch nichts ein, was eine logische Konsequenz wäre. Zwanzig Jahre Eisverbot oder Fenrsehverbot (Übertrieben jetzt und auch nicht wirklich logisch)-- interesssiert es nicht.
        Tolle Belohnung in Aussicht stellen...interessiert nicht...
        Wir haben alles, vom Belohnungssystem bis og. "Bestrafungen" ausprobiert. Nichts funktioniert. Die kleinen Tricks die beim großen Kind funktionierten, Fehleanzeige.
        Es hat uns im Griff und ich weiß nicht wie ich es durchbrechen kann, ohne dass die Nachbarn Polizei und JA benachrichtigen, weil bei uns so ein Theater ist...
        Derzeit wählen wir tatsächlich den Weg des geringsten Widerstandes, weil wir keine Kraft mehr haben.
        Der ist spuren und hoffen, dass es heute ein wenig besser wird.....

        Danke Dir!
        LG

        • Dann musst du stärker sein als er. Das mein ich jetzt nicht körperlich, aber ihm deutlich machen, dass es so geht ie ihr wollt. Wenn er rauskommt, wieder ins Zimmer schicken mit den Worten; "Jetzt ist Schlafenszeit, geh bitte ins Bett!" Und irh scheint ja das selbe Problem mit dem Größeren auch zu haben.

          Echt, ihr Eltern müsst ansagen, was Sache ist! Ihr müsst auch sagen, stop, bis hierher und nicht weiter. Wenn ihr nichts macht als Abwarten, dann bekommt euer Sohn doch nie Grenzen gezeigt. Kinder merken die Unsicherheit und Hilflosigkeit von Erwachsene sehr schnell.

          In eurem Fall ist das alles schon sehr lange eingefahren, da wäre evtl. hilfreich sich Hilfe bei ner Erziehungsberatungsstelle zu holen.

    Kann es sein, dass es bei euch zu viel Action gibt? Bewegung ist SUPER wichtig, gar keine Frage, aber es gibt viele Kinder, die mehr als nur Bewegung brauchen, um ausgeglichen zu sein.

    Mein Sohn ist auch so ein Kind. Er braucht auch immer ausreichend kognitive Komponenten, sonst ist er unausstehlich.

    Gibt es bei euch auch tagsüber ruhige Momente? Lest ihr mal zusammen ein Buch, spielt ein Brettspiel, baut ein kniffliges Lego-Set...?

    lg

    • kann sein.
      Wenn wir aber was ruhiges spielen, wird dabei auch rumgeturnt, sodass mich es meist nervt und sag, dann lass uns halt raus im Garten spielen.
      Ja wenn der große Bruder da ist, ist es meist actionreich. Sie stacheln sich gegenseitg an. Das aber nur am WE. Allerdings gehen sie auch in den KiGa (Ganstagesbetreung) und mein subjektiver Eindruck ist da eher, dass sie sich wenig bewegen, selten draußen sind und so. Deswegen versuche ich am WE, Feierabend die fehlende Bewegung zu kompensieren. Natürlich nur wenn sie wollen.
      Die Woche über ist das EInschlafverhalten noch schlimmer, da im KIGA MIttags noch geschlafen werden muss. Daher dachte ich immer, dass das Kind seine Bewegung/Action braucht um Einschlafen zu können.
      ICh werde mal drüber nachdenken und es beobachten. Vielen Dank für den Anstoß.

      • Also gibt es bei euch NIE ruhige Momente? Kein Wunder, dass dein Sohn nicht abschalten kann.

        Kinder brauchen AUCH Bewegung, aber nicht nur. Kinder müssen auch lernen, sich zu entspannen und nicht einfach nur k.o. ins Bett fallen.

        Als mein Sohn die ersten Male mit knapp vier zum Sport gegangen ist, hatte er sicherlich genug Bewegung. Aber er war davon SO fertig, dass er nur noch schreien konnte. Teilweise hat er eine halbe Stunde und länger nur gebrüllt, weil es einfach zu viel für ihn war.

        Um einschlafen zu können, muss ein Kind Ruhe finden, sich entspannen können, des Stress des Tages hinter sich lassen. Kuschelt abends, singt ruhige Lieder, hört eine Traumreise, massiert euch (z.B. Pizza backen, das können Kinder schon sehr früh), legt ein Puzzle, vielleicht auch 1-2 Runden Uno... aber gebt eurem Sohn die Möglichkeit runter zukommen. Und putscht ihn nicht noch mehr auf.

        • WIe gesagt im Kindergarten machen sie alles nur nicht Bewegung. Wenn wir dann ab halb sechs zu Hause versuchen wir schon was "nachzuholen". Ich biete Ihnen die Bewegung ja auch nur an, es muss nicht zwanghaft auf das Trampolin oder so. Aber bevor sie mir durchs Toben das Haus auseinander nehmen schicke ich sie raus, oder fahr eine Runde Fahrrad. Das gestern war ja nur ein "Wochenendextrem", da gutes Wetter und so, so ist es natürlich nicht immer ;-)
          Aber ich weiß schon was Du meinst, wie gesagt ich werde es beobachten, ob es zuviel ist
          Danke!

Also anscheinend habt ihr ein Kind (oder 2?), welches nicht richtig entspannen und "runterkommen kann abends.
Dann ist es eure Aufgabe als Eltern, das Kind zum "runterkommen" zu bewegen.
Bitte testet dringend, das Fernsehen auf früher zu verschieben. Viele Kinder drehen danach richtig auf.
Sucht euch bitte eine andere Beschäftigung für die Kinder. Ich kann auch irgendwie nicht glauben, dass als Alternative nach Radtour, Fußballspielen und Fangen-spielen dann statt TV gucken euch nur das Fangen um den Tisch einfällt.
Ihr müsst eure Kinder dazu bringen, abends nur noch ruhigen Beschäftigungen nachzugehen!
Das heißt, es werden abends nach 18 Uhr nur noch Bücher vorgelesen oder gepuzzelt oder gekuschelt etc. Kein Fangen oder Fußball spielen mehr! Kein Trampolin!
Du schreibst, Dir fällt keine logische Konsequenz/Strafe ein.
Braucht es doch auch gar nicht. Ihr seid die Eltern, ihr gebt den Tagesablauf vor. Sportliche Betätigung steht vormittags und nachmittags auf dem Programm, abends nur noch leises, ruhiges spielen. Und wenn die beiden Kids das nicht gemeinsam hinbekommen, dann müsst ihr sie eben trennen und jeder darf nur noch in seinem Zimmer (leise) spielen. Auf jeden Fall müsst ihr unbedingt mehr Ruhe in eure Abendgestaltung bringen.

Darüber hinaus finde ich, macht ihr viel zu viel Wind um die Einschlafbegleitung. Jeden Abend 1,5 Stunden und länger? Warum lasst ihr das mit euch machen?
Zieht es doch nicht länger als nötig hin! Ein Pixi-Buch vorlesen, Schlaflied singen, kuscheln und rausgehen (Tür auflassen, nachtlicht an etc.). Diesen Ablauf erklärt ihr ihm vorher und zieht es dann mal durch. Er ist ja kein Baby mehr und wenn ein 3 Jähriger mich beim kuscheln permanent tritt und boxt, dann gibt es auch kein gemeinsames kuscheln. Ihr solltet da mal ein wenig mehr Konsequenz zeigen, denn anscheinend hat euch euer Kind ganz schön im Griff.

  • Warum wir das mit uns machen lassen? Weil das Kind uns im Griff hat, ja. Und ich weiß nicht wie ich wieder rückgängig mache. Deswegen schreibe ich ja hier.
    Von einem Kind, das innherhalb weniger Minuten ohne Begleitung eingeschlafen ist, ist so ein kleiner "Terrorist" geworden. Es war schleichend, ohne dass wir es zuerst gemerkt haben. Ich selbst war und bin kein Fan von Einschlafbegleitung, dewegen kann ich es selbst nicht glauben, wie es so weit kommen konnte. ...Bei Krankheit hier mal kuscheln, beim "Schnullerentzug" hier mal Händchen halten, und schupps waren wir in der Spirale ;-(

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