Durchschlafen im eigenen Zimmer

    • (1) 04.07.18 - 05:52

      Guten Morgen,

      normalerweise schläft mein Sohn im OG. Alle Kinder haben ihre Zimmer oben, wir im EG, man hört aber alles. Einschlafen ist gar kein Problem, ratzt binnen 5 min.
      Er ist fast 5 Jahre und ich bin richtig gernervt davon, dass er jede einzelne Nacht zu uns kommt. Teils schon um Mitternacht, teils um 1, 2, 3. Er macht sich breit und kullert herum, bringt uns um unseren Schlaf. Ich will das nicht mehr, mein Mann auch nicht, ich will auch nicht umziehen nachts oder herumlaufen. Kein Problem, wenn er um 5 kommt und sich zu uns kuschelt, kein Problem mal bei Krankheit, Angst, aber nicht jede einzelne Nacht und mitten in der Nacht.
      Seit kurzem schläft er im EG direkt neben unserem Schlafzimmer, damit er dicht dran ist, Tür wuf Spalt, Nachtlicht an, alles gemütlich. Und trotzdem kommt er mitten in der Nacht. Wir haben ihn heute 2x direkt zurückgeschickt (Mitternacht, 2 Uhr), seit 4.30 Uhr bin ich wach. Damit muss jetzt Schluss sein. Ich will mein Bett, unseren Raum nach fast 5 Jahren wieder für uns und ich will wieder richtig durchschlafen. Unsere Großen haben das zu dem Zeitpunkt schon sehr lange gemacht, 19.30-7 immer.
      Bis 14 Uhr ist er in der Kita, danach immer um mich herum, bekommt viel Nähe, Liebe, Aufmerksamkeit. Er träumt nicht schlecht oder schreckt hoch.

      Ich bin sicher, es ist einfach eine Angewohnheit geworden.

      Ich möchte das nun wirklich nicht mehr.

      Euer Rat? Konsequent zurückschicken? Wir möchten das wirklich durchziehen, ohne Theater.

      Supertipp parat, die in Richtung "Er schläft ab jetzt in seinem Zimmer durch" zielen?

      Danke!

      • Huhu,

        hast Du "Babyjahre" von Remo Largo da. Dort schreibt er, dass es ganz normal ist, dass mit vier Jahren die meisten Kinder ins Elternbett kommen. Klar, nicht alle aber doch knapp 40% regelmäßig und ca. 12% jede Nacht. Diese Prozentzahlen gehen dann langsam runter, bis sie bei 15 Jahren auf 0 sind.

        Du scheinst mit Deinen großen Kindern Glück gehabt zu haben. Der Kleine braucht wohl etwas mehr Rückhalt nachts.

        Ich kann das o.g. Buch empfehlen. Im Kapitel wird noch viel dazu erklärt. Ich werde mir jetzt auch "Kinderjahre" noch anschaffen, da mein Großer jetzt ja auch schon bald 5 wird.

        Du scheinst eine vorgefasste Meinung zu haben und möchtest das "jetzt wirklich durchziehen". Aber warum fragst Du dann? Ist Dir nicht wohl dabei? Könnte ich gut verstehen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als Kind nachts wach wurde. Ich durfte nicht ins Elternbett. Meine Mutter kam und saß an meinem Bett. Und ich konnte nicht einschlafen, weil ich wusste sie würde weggehen, wenn ich einschlafe. 😢

        Vielleicht legt ihr Eurem Sohn eine Matratze in Euer Zimmer. Vielleicht genügt ihm das. Oder vielleicht braucht er es auch noch näher, dann könntet Ihr vielleicht ein Bett anbauen. Mein Credo in Sachen Familienbett ist: mehr Liegefläche, besserer Schlaf.

        Er ist doch Euer Kleiner. Das letzte Baby? Das letzte Mal ein Kind im Bett. #herzlich Das letzte Mal beim Aufwachen so ein süßes Näschen aus der Decke spitzen sehen. #verliebt

        LG Jelinchen

        • (3) 04.07.18 - 06:34

          👍 das hast du echt toll geschrieben und dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

          Das Buch werde ich mir holen, danke :-).

          Für mich ist ein Familienbett solange schön, wie es für alle (!) Beteiligten in Ordnung ist. Das ist hier aber nicht mehr der Fall. Ich möchte auch keine Kindermatratze in unserem Schlafzimmer und auch keinen Bettenanbau. Ich möchte mein Schlafzimmer für meinen Mann und mich. Wir haben es jetzt lange genug mit den Kindern geteilt.

          Es ging eher um das WIE und nicht um das OB. Weiter bei uns schlafen oder überredet werden, dass ein Fsmilienzimmer so schön ist, steht nicht zur Debatte, Aufteilung.

          Ich bin mir sicher, es ist einfach nur eine Angewohnheit.

          Das süße Näschen und die warmen Ärmchen sind schön - aber erst am frühen Morgen und nicht ab Mitternacht.

          Letztes Kind - mal sehen :-).

          • Ich sehe die Kinder in einer Familie doch als die Hilfebedürftigeren und bei uns Eltern die Aufgabe sie stark für den Tag zu machen.

            Und ja, das ist oft kein Ponyhof. Wird mit jedem Kind anstrengender. Und jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse. Und nur weil ein Kind bald Vorschulkind ist, finde ich seine Bedürfnisse trotzdem wichtig.

            LG Jelinchen

          Wenn du nicht da<rüber nachdenken magst, dass dein Kleiner eventuell einfach nur eure Nähe braucht und sich derer versichern will und muss, zieh doch deinen Stiefel einfach durch und schick ihn konsequent zurück. Oder noch besser: Schließ die Schlafzimmertür ab! Damit kannst du sein Erscheinen komplett verhindern.

          Ganz ehrlich: Unser 8-Jähriger kommt auch immer mal wieder, zeitweilig auch jede Nacht. Dann ist es eben so. Unsere einzige Bedingung ist, dass er seine Bettdecke mitbringt und das Licht auslässt.
          Sicher ist es nicht besonders bequem und die Nächte ohne Kind in der Mitte sind erholsamer. Aber diese Nächte sind auch nicht unendlich. Wissend, dass diese Zeit bald vorrüber ist und nie wieder kommen wird, nehmen wir das Kind gern in unsere Mitte.

          (8) 05.07.18 - 07:09

          Ich weiß Du willst nur positives hören, aber was mir wirklich aufstößt ist:
          Wenn Du nicht mehr kannst dann musst Du das durchziehen, keine Frage.
          Aber wenn du schon nicht mehr bereit bist auf die Bedürfnisse des Letzten einzugehen mit Sprüchen wie "wir haben jetzt lange genug mit den Kindern ..." solltest Du Dir echt überlegen ob Ihr noch weitere Kinder bekommen wollt. die Letzten können nämlich nix dafür dass ihr das schon jahrelang durchmacht und das wird bestimmt nicht besser. Dann gebt lieber jetzt nochmal "den Rest" und schließt das Kapitel ab.

      Hallo,

      naja, die Sache mit der "Mehr Liegefläche, besserer Schlaf" funktioniert auch nur, wenn jeder an seinem Platz bleibt. Was hab ich von einem Familienbett in 3,4m breite, wenn die Kinder nur direkt an mir und auf mir bleiben? Dann reicht auch eine 1,8m breite Matraze.
      Und nach (bei mir erst) 4,5 Jahren keine Nacht ohne durchzuschlafen kann ich es verstehen, wenn jemand einfach nur noch gerädert ist und kurz vor dem Ausbrennen steht.
      Ich halte viel von Bedürfnisorientierung, aber es hilft nichts, wenn ich nachts Bedrüfnisse stille, die ich tagsüber nicht stillen kann, weil ich nur noch genervt, gereizt und hoffnungslos übermüdet bin.

      LG, Pureheart

      • (10) 04.07.18 - 18:15

        Wir haben zwei Kinder im Familienbett. Sie Kuscheln und Kletten und brummkreiseln. Und ja, da hilft nur mehr Liegefläche.

        Ich habe seit fast 5 Jahren nicht durchgeschlafen. Aber ich gehe früh genug ins Bett um etappenweise eben doch genug Schlaf zu bekommen.

        Und im Zweifel teilt man sich halt auf. Die erste Hälfte der Nacht gehört Mama und Papa, dann bleibt einer beim Kind und einer wandert aus. Die nächste Nacht andersrum.

        Man muss ein bisschen kreativ sein, dann bekommt man alles unter einen Hut.

        Mein Gott, es sind Kinder und die haben bis vor 100 Jahren auch in unserem Kulturkreis immer bei den Eltern im Bett geschlafen. Oder zumindest als Geschwister gemeinsam in einem Zimmer. Ein Kind alleine in einem Zimmer klappt eben nicht immer. Und ich persönlich finde das Bedürfnis nachts nicht alleine zu sein absolut legitim.

    Hallo,

    Ich kenne das und ja ich habe dann bestochen bzw.auch gedroht,Fernseh Verbot oder keine Gute Nacht Geschichte und nach 3-4 mal wieder in der Nacht das Kind ins Bett gebracht hat es auch funktioniert und es kommt nicht mehr rüber getrampelt.

Habt ihr mal überlegt euch ein größeres Bett anzuschaffen, ich kann mich noch daran erinnern, das ich früher Nachts zu meinen Eltern ins Bett gekrabbelt bin. Es war herrlich. Unsere dürfen Nachts auch zu uns. Ich finde es wichtig für die Bindung.

Ich kann dich verstehen, ich kann auch nicht mit Kind im Bett schlafen. Ganz egal wie modern das gerade ist.

Und wenn man Tag für Tag vom Kind um den Schlaf gebracht wird, tut das der Bindung garantiert nicht gut. Ganz im Gegenteil...

Natürlich ist es für eueren Sohn eine gemütliche Angewohnheit zu euch zu kommen. Aber ich denke in dem Alter müsste er schon verstehen, wenn du ihm erklärst, dass er in seinem Bett bleiben soll. Trotzdem wirst du ihn nachts über einen längeren Zeitraum wieder zurückschicken müssen, denn es wird einige zeit dauern, bis er auch schlaftrunken diese Angewohnheit aufgibt. Anders geht es wohl nicht.
Vielleicht hilft ihm auch ein Pulli von dir im Bett, oder eine Decke...

Eine andere Möglichkeit wäre eine Matraze für ihn in euer Schlafzimmer zu legen. Dann wühlt er nicht mehr durch euer Bett, ist aber trotzdem bei euch.

  • Das mit dem Pulli...dass ich darauf nicht selbst gekommen bin :-). Danke! Ja, ich denke, es dauert etwas, bis das wirklich "drin" ist. Es gab heute Nacht auch kein Theater oder so. Wir haben ihn 2x postwendend zurückgeschickt und dann hat er weiter geschlafen.
    Liebe Grüße

    • (22) 04.07.18 - 08:16

      Eine befreundete Familie hat Zwillinge, Junge und Mädel. Der Junge schlief in seinem Zimmer, seine Schwester kam jede Nacht zu den Eltern. Was haben die gemacht- Papa schlief für eine Woche quasi vor der Zimmertür seiner Tochter und hat sie nachts noch an der Tür (bevor sie richtig aus ihrem Bett raus war) zurück geschickt. Wie bei euch war es nur Angewohnheit. Nach ein paar Tagen war Schluss, und alle schliefen in ihren eigenen Betten.

      Eine alte Hebamme mit über 40 Jahren Berufserfahrung und selbst mehreren Kindern sagte mir zur Entbindung unseres ersten Kindes (das ab Geburt im eigenen Zimmer schlief und es bis heute tut)- man kann tagsüber genug für die Bindung tun, das muss man nicht nachts und auf Kosten des Elternschlafs machen. Es muss für alle passen, nicht nur für die Kinder. Und nicht hinter jeder blöden Angewohnheit steckt ein tiefes „Bedürfnis“.

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