Immer volle Aufmerksamkeit

    • (1) 22.07.18 - 19:15
      Inaktiv

      Hallo ihr lieben Mütter und Väter,
      ich frage mich manchmal ob das hier noch normal bei uns ist. Wir sind eine fünfköpfige Familie. Mutter, Vater, Baby, Kleinkind und ein Kindergartenkind. Letzterer ist 3 Jahre alt. Ich hab ihn sehr lieb, er hat einen ganz bezaubernden Charakter, aber er treibt mich in den Wahnsinn und ich werde oft richtig wütend, was ich echt nicht sein möchte.

      Wenn er volle Aufmerksamkeit bekommt ist er witzig, lieb und umgänglich, aber ich darf nichts anderes machen. Er redet IMMER ohne wirklichen Sinn dazwischen, haut/schupst seine Schwestern oder macht sein Spielzeug kaputt auch die Tapete ist nicht sicher vor ihm.

      Kinder brauchen Aufmerksamkeit und jedes hat da auch ein anderes Mindestmaß, aber muss man diesem Wunsch wirklich immer gerecht werden? Ich hab das Gefühl er ist unersättlich. Natürlich kann ich dem gar nicht gerecht werden und das belastet ihn und die gesamte Familie, was soll ich bloß tun? Wie ist das bei euch?
      Ganz liebe Grüße
      Anne und die wilde Meute

      • (2) 22.07.18 - 19:39

        Huhu,

        dass drei so kleine Kinder sportlich sind, muss Dir keiner sagen. ;-)

        Ja, ich denke Aufmerksamkeit ist ein Grundbedürfnis, das erfüllt werden muss. Im Gegenteil, je mehr Aufmerksamkeit er ohne Einforderung einfach so geschenkt bekommt, desto weniger wird er einfordern müssen und desto eher wird er "satt" werden.

        Und die Zeit arbeitet auch für Euch. Je älter er wird, desto mehr wird er selbstständig und weniger Aufmerksamkeit brauchen.

        Ich wünsche Euch viel Kraft.

        LG Jelinchen

        (3) 22.07.18 - 19:44

        Der Größte ist gerade erst 3 und hat eben noch zwei jüngere Schwestern. Das ist sicher für alle nicht einfach. Hat er exklusiv Zeit mit dir? Hat er einen Platz in sicht- und hörweite an dem er ungestört seine Sachen spielen kann? Aber du ihn trotzdem wahr nimmst? Was sind deine Erwartungen an den Großen? Passen die zu seinem Alter? Oder ist er überfordert damit? Dass ein Kind mit 3 dazwischen quatscht ist finde ich nicht ungewöhnlich z.B. Er muss die Regeln erst lernen.

        Geht er in den Kindergarten?

        Wie viel Rücksicht muss er auf die Schwestern nehmen?

        Er hat es sich nicht ausgesucht, dass er so schnell zwei Schwestern bekommt. Wir haben 3 Jahre Abstand und am schwierigsten war es als unser Großer am Boden keinen sicheren Platz mehr hatte um Lego oder ähnliches zu bauen. Weil die kleine mobil wurde. Hatte zeitweise schon an ein Türgitter zu seinem Zimmer gedacht. Dass die Tür offen bleiben Joan, er aber nicht ständig Angst haben muss dass seine Schwester alles kaputt macht.

        Hallo
        Meine 2 jährige ist ähnlich. Teilweise liegt es denke ich einfach am Charakter, sie liebt es im Mittelpunkt zu stehen und scheint einfach ein extrovertiertes Persönchen zu sein.
        Mittlerweile trägt sie eine Brille und das hat geholfen. Sie sieht nicht richtig und es gab ihr Sicherheit wenn jemand zu 101% auf sie konzentriert war.
        Im Alltag schaue ich jedem mal etwas Exklusivzeit zu schenken, das finde ich echt wichtig.
        Ansonsten nehmen wir sie ernst, arbeiten aber auch mit der Situation/Problematik. Es gibt einige tolle Bücher (zB. "Ängstlich, wütend, fröhlich sein") und darüber können wir sie meist sehr gut runterholen. Mittlerweile klappt es auch gut mir ihr darüber zu reden wie sie es finden würde wenn.... Ebenso Alternativen aufzeigen oder suchen lassen.

        LG

      • (5) 22.07.18 - 20:25

        Ich kann dich gut verstehen. Ich habe einen Sohn und eine Tochter im abstand von 2 Jahren. Der Große brauchte auch immer viel Aufmerksamkeit. Sehr wild, laut und ständig Dummheiten im Kopf. Er ist immer im Mittelpunkt. Die kleine lief immer so nebenbei mit und hat früh gelernt sich von dem Trubel zurückzuziehen und sich alleine zu beschäftigen.

        Wahrscheinlich wird dich das nicht trösten. Meine Kinder sind nun 9 und 11 und es ist so geblieben. Der große hat oft Probleme in der Schule und braucht viel unterstützung z. B. bei den Hausaufgaben. Die kleine macht alles selbständig.
        Zwischen den beiden gibt es ständig streit. Sie sind wie Feuer und Wasser und so unterschiedlich sind ihre Bedürfnisse. Man versucht ja als Eltern immer alle Kinder gleich zu behandeln. Aber das funktioniert nicht immer. Jedes Kind hat seine individuellen Bedürfnisse.

        Ich habe mal gehört, dass Mädchen/Junge mit diesem Altersunterschied die schwierigste Kombination unter Geschwistern sind.
        In meiner Familie hat man immer gesagt: Der vom Thron gestoßene #augen

        Alles gute und die Nerven behalten#schwitz

        • "In meiner Familie hat man immer gesagt: Der vom Thron gestoßene #augen"
          #rofl Bei mir ist es die jüngste (ok, sie hat einen Zwilling). Bei Kennenlerngespräch im neuen Kindergarten wurde, als ich von ihrem Charakter erzählte, auch gefragt ob sie auch vor dem kleinen Geschwisterchen so war. Nein, so können auch Kinder sein die es nicht kennen alleine zu sein #schrei

      (7) 23.07.18 - 09:08

      Wow, 3 so kleine Kinder, Respekt.
      Das ist natürlich extrem anstrengend und bitte löse Dich von dem Gedanken, dass Du jeden Kind immer voll gerecht werden kannst. Das ist bei 3 KIndern in dem Alter einfach nicht möglich. Du musst halt Deine Zeit durch 3 teilen und es ist wohl klar, dass da immer mal jemand zurück stecken muss. Das muss/wird jedes Deiner Kinder lernen.
      Natürlich ist es wichtig, dass jedes Kind abwechselnd mal "Exklusivzeit" nur mit Mama und Papa bekommt. Aber bei einem Baby ist das natürlich leichter gesagt als getan...
      Mit 3 Jahren ist er auch schon verständig genug, dass man ihm viel erklären kann, warum Mama/Papa jetzt gerade keine Zeit hat. Schön ist es, ihn so viel wie möglich mit einbeziehen in die Babypflege und ihm vermitteln, dass er im Verhältnis zu seinen kleinen Geschwistern schon viel mehr darf, weil er ja schon "groß" ist.
      Allerdings würde ich auch ganz klare Grenzen ziehen. Hauen/schupsen, Spielzeug kaputt machen und Tapete bekritzeln würde ich keine Sekunde dulden. Da hört für mich das Verständnis auf. Wenn er Spielzeug mutwillig kaputt macht, darf er damit eben nicht mehr spielen. Wenn er immer wieder andere haut und schubst, würde ich ihm eine klare Ansage machen und ihn dann erstmal ignorieren und mich nur um das "Opfer" kümmern. So lernt er, dass er durch solche Aktionen nicht noch extra Aufmerksamkeit bekommt.
      Andererseits aber auch immer wieder loben (ganz wichtig), wenn er sich liebevoll verhält und erwähnen, dass er ein toller großer Bruder ist.
      Ansonsten: starke Nerven, irgendwann wird es besser. #klee

      Gut ich bekomm erst mein 2. und der Altersabstand sind dann fast 3 Jahre. Ich hab mich auch gerade weil mein Sohn so ein Highneeder ist (wie deiner zu sein scheint) bewusst dafür entscheiden nicht vor seinem 2. Geburtstag mit dem Geschwisterchen zu starten. Und ein Baby kann man auch mal entspannter umparken bei Papa oder Oma und ein Baby parallel zu einem Kleinkind hindert einen auch nur geringfügig daran, den Aufmerksamkeitsbedürfnis raum zu schenken. Natürlich muss er ab Januar auch lernen mal zurückstecken zu müssen. Das ist für Kinder die ein hohen Aufmerksamkeitsbedarf haben, aber insofern auch praktikabel, wenn sie in der meisten Zeit wenn sie es brauchen die Aufmerksamkeit auch bekommen die sie brauchen.

      Ich sprech jetzt mal aus eigener Erfahrung als ich ein Kind war (auch ein Kind wie mein Sohn das viel Aufmerksamkeit gesucht und gebraucht hat). Bekommst du nicht das Minimum an Aufmerksamkeit das du als Kind benötigst, suchst du dir die Aufmerksamkeit anderweitig. Nach dem Motto, negative Aufmerksamkeit ist immernoch besser als keine Aufmerksamkeit! Entsprechend wurde ich mit zunehmendem Alter verhaltensauffällig. Logische Konsequenz.

      Frage. Geht dein Sohn in einen Kindergarten? Man neigt gerne dazu, wenn man selbst noch durch weitere Kinder daheim ist, seine älteren Kinder länger daheim zu lassen um sich vor allem das Geld für die Kita zu sparen oder auch weil man sich denkt, man muss ja nicht, man ist ja daheim. Für ein Kind das nicht all zu viel Aufmerksamkeit benötigt, kann das ausreichend sein. Für ein genügsames Kind ebenfalls. Wenn er aber anderweitig nicht zu nem regelmäßigen Kontakt zu gleichaltrigen kommt, er daheim nur kleinere Geschwister hat - die entsprechend mehr Aufmerksamkeit bekommen (weil sie weniger können) fehlt ihm der Ausgleich der ihn runter bringt. Ich will nicht behaupten das Jungs generell wilder sind, aber sie haben in der Mehrheit doch ein höheres Energielevel und ne niedrigere Frustrationsgrenze als Mädchen es gemeinhin haben. Falls er noch nicht in den Kindergarten geht, würde ich ihn für September/August spätenstens anfangen zu schicken. Damit er seine Energie los wird und du ihm am Nachmittag, wenn dann auch der Papa da ist, zwischendurch die alleinige Aufmerksamkeit schenken kannst die er braucht. Richtet gewisse Zeiten zu zweit ein, das find ich allgemein wichtig das jedes Kind so einen gewisses Zeitfenster am Tag hat, wo es ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt.

      Denn Schreien und sein Verhaltensmuster führt langfristig nur zu ner Abwärtsspirale. Du erwartetst etwas von ihm, zu dem er noch nicht in der Lage ist. Frustrationstoleranz und auch Empathie fängt sich erst mit 3-4 Jahren an auszubilden. Sprich er lernt jetzt erst langsam sich auch in sein Gegenüber hineinfühlen zu können. Bevor du also schreist, weil er nicht so reagiert wie du es dir gerne erträumst. Geh raus, zur Not lass ihn für nen Moment in seinem Zimmer bis er zur Vernunft kommt und du es vor allem wieder wirst. Denn je negativer du auf sein Verhalten reagierst, desto mehr wirst du sein negatives Verhalten pushen.

      • Und ein weiterer Tipp... versuch mal - ohne das er die Aufmerksamkeit von sich aus einfordert von dir aus, auf ihn zu zu gehen und ihn irgendwas zu fragen was ihn betrifft. Was er gerne tuen würde (muss natürlich umsetzbar sein) und auch etwas Zeit einräumen das dann umzusetzen. Z.b. wenn am Wochenende dein Mann da ist und die Mädels übernehmen kann. Dann gehst du zu deinem Sohn hin und fragst ihn, was ihr heute gemeinsam machen wollt? Das du ihm einen Mama-Sohn Vor- oder Nachmittag einräumst. Und der Papa die Geschwister übernimmt (falls er mehr auf Papa fixiert ist umgedreht). Wenn er z.b. verlässlich weis, der Samstag vormittag gehört nur mir und Mama alleine, da gehen wir nachm Frühstück zum Spielplatz nur wir zwei, sie liest nur mir eine Geschichte vor oder spielt nur mit mir drausen fangen oder verstecken. Das kann auch viel entgegenwirken. Denn ich war wiegesagt selbst sehr auf Aufmerksamkeit aus. Ich wusste aber nieeee so richtig bei meinen Eltern, wann ich mal wieder das "Glück habe" und ungeteilte Aufmerksamkeit mal bekomme. Das hat meine Stiefschwester mal gemacht. Weil die hat auch 3 Kinder (ein Mädchen und zwei Jungs) und die große war nach der Geburt vom jüngsten extrem Verhaltensauffällig. Sie ist sogar zum Kinderpsychologen mit ihr weil sie so überfordert war. Als sie einige Monate jede Woche einen fixen Zeitrahmen eingeführt hat wo es nur um sie ging und sie aussuchen durfte was gemacht wird, obs jetzt zum Mittag Spaghetti Bolognese gibt oder Kartoffelgratin, so einen Tag wo sie viele Entscheidungen treffen durfte und ca 3-4 Stunden auch nur Zeit mit ihr verbracht wurden. Ist sie nach 3-4 Monaten wieder total "normal" geworden.;-)

    (10) 23.07.18 - 12:26

    Versteh dich voll u ganz u kann sagen : unser kleiner wird bald 3 u hat nur einen großen Bruder mit 12. Wie du dir denken kannst worde sich Galgen groß viel allein beschäftigen u ich habe genug Zeit um dem kleinen Sohn Aufmerksamkeit zu geben. Und trotzdem ist es nie genug u wenn wir alle vier daheim sind tyrannisiert er uns regelrecht weil er keine Sekunde allein Beschäftigung sucht. Er eifert ständig obwohl der Größere wirklich nichts weg nimmt u nicht teilen würde. Stell ich zwei Äpfel zum Tisch sagt der kleine sofort Bruder kriegt keinen u nimmt beide an sich nur als Beispiel. Er will ständig alles allein auch Aufmerksamkeit u ich behaupte das ist Charaktersache u nicht davon abhängig wieviel Geschwister noch da sind. Allen gerecht zu werden in deiner Konstellation noch schwerer da du ja dann gar keine Zeit für dich findest. Rat habe ich nicht aber versteh dein Problem wirklich .

    • (11) 23.07.18 - 13:22

      Danke, deine Anteilnahme tut gut. Die Tipps der anderen beherzige ich nämlich schon lange. Er darf immer mal wieder mit seinem Papa oder mir etwas alleine unternehmen. Ich lobe ihn und binde ihn in den Alltag mit ein. Er bekommt sogar mehr Aufmerksamkeit als das Baby. Die Ärmste ist so genügsam, dass sie immer nur brav daneben liegt oder sich im Tuch an mich kuschelt, während ich den beiden Großen Vorlese oder mit ihnen spiele.
      Eigentlich finde ich den Alltag mit 3 Kindern machbar.

      Ich muss ehrlich sagen, dass ich von ihm erwarte, dass ich auch mal etwas im Haushalt machen kann oder alleine auf Toilette gehen kann, ohne das danach irgendwas kaputt ist. Wir hätten wohl die gleichen Probleme, wenn er ein Einzelkind wäre.

      Ab nächste Woche geht es in den Kindergarten und ich zähl schon die Tage. Das finde ich extrem schade. So hab ich mir das Familienleben irgendwie nicht vorgestellt.

      • (12) 23.07.18 - 13:45

        Ich wollte auch nie eine mama sein die sagt "endlich" ist wieder kindergarten (in meinem kopf= endlich kann ich mein kind wieder abschieben und ein paar stunden ohn ihn sein). Aber ich erwische mich auch manchmal mit dem gedanken...

        Wie alt sind deine kinder?

        • (13) 23.07.18 - 16:04

          Lotta ist 2,5 Monate, Merle gut 1,5 Jahre und Mattis 3,5 Jahre alt.

          Ich wollte immer viele Kinder, aber bei meinem Beruf hilft mir eine Kita reichlich wenig, weil die Hauptarbeitszeit am späten Nachmittag beginnt. Um die lange Elternzeit nicht noch länger zu machen, sind die Kinder in so kurzem Abstand gekommen. Der Plan war eigentlich noch mindestens eins, aber da der Große so schwierig ist, wird es nun wohl bei den dreien bleiben.

(14) 23.07.18 - 13:43

Hallo
Wir hagen auch drei kinder in geringem abstand.normalerweise klappt es gut, mittlerweile kännen sie auch gut miteinander spielen und brauchen mich nicht.

Ich denke es ist einfach auch typsache.
Du schreibst er bekommt deine aufmerksamkeit, er hat allein zeit mit dir, er aht alleinzeit mit papaa, du beziehst ihn im alltag ein.

Wie gesagt, meine sind ein dream team (meistens) aberr manchmal denke ich auch ich muss dem großen sein hirn manchmal mehr "füttern".
Ich setzte mich jetzt oft mal mot ihm hin und mach rötselhefte, oder er darf sachen machen die nur er machen darf, weil er der große ist (müll rausbringen, blumen giessen, treppe runterkehren, etc....er ist schn fünf). Da fühlt er sich mächtig stolz.
Vielleicht kann man es ihm mal so auslegen?!

Aber wie gesgt, ich denke es ist typsache und im kiga gibt es dann auch ansprechpartner, die noch mehr ideen haben.

Lg

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