Trocken werden, ab wann "sorgen" machen?

    • (1) 05.08.18 - 10:08

      Hallo in die Runde,

      mich belastet gerade ein Thema. Mein Sohn ist 3 Jahre und 4 Monate und noch nicht trocken. Ab wann würdet ihr euch da sorgen machen und ggf. hilfe suchen?
      zum hintergrund:
      wir halten nix von "töpfchentraining". und würde bei ihm auch nur schwer funktionieren, bzw. nur unter zwang. ist ja nicht sinn der sache.
      er hat immer mal phasen da möchte er es versuchen, er mag seine unterhosen total, aber es funktioniert einfach nicht. er hat bisher vllt. zweimal pipi und zweimal groß ins klo gemacht. töpfchen funktioniert auch nicht. wir hatten schon unzählige unfälle in der unterhose, auch das große geschäfft. er weint dann und sagt das passiert nie wieder, ich sag dann auch ist nicht schlimm. aber wenn dreimal das aa in der hose landet, gibts eben wieder ne windel, was ihn dann frustriert.
      ich muss dazu sagen, dass er seit über einem jahr movicol nehmen muss. sonst verstopft er. das war in den ersten monaten ein riesen thema, viel bauchweh, verstopfung, dann wieder durchfall, krankenhaus, einlauf etc. also schlechte voraussetzungen und ein sehr belastetes thema.
      im moment haben wir es soweit im griff, dass er keine verstopfung hat, aber im schnitt mindestens viermal am tag stuhlgang. absetzen von movicol klappt nicht. der kinderarzt ist noch entspannt. unverträglichkeiten etc. wurden ausgeschlossen und es wurde als kindlicher reizdarm benannt.
      er ist sehr traurig, seine freunde sind mittlerweile alle trocken. im kiga ist er der einzige in seinem alter der noch gewickelt wird. er möchte es so gerne. aber auf der anderen seite will er dann auch nie auf toilette, obwohl er genau weiß wann er muss. das hat er schon häufiger bewiesen.

      • (2) 05.08.18 - 10:25

        Ich glaube wirklich Gedanken würde ich mir erst so ab 4/4,5 Jahre machen.

        Mein Kinderarzt sagte auch, dass es da manchmal einfach Kinder gibt die länger brauchen und das sei vollkommen im Rahmen.
        Er sagte mal, als mein Zwerg so alt war wie deiner und genauso noch nicht trocken, dass bis zur Grundschule eigentlich alle trocken sein sollten, es sei denn, sie haben ein körperliches oder psychisches Problem. 🤗

        Meiner wurde so ziemlich mit 3,5 Jahren spontan von jetzt auf gleich trocken, auch nachts. Also das wird schon. Du setzt ihn nicht unter Druck, das ist klasse! 😊

        Hallo,
        mein Sohn war 3 Jahre und 5 Monate da ging es dann von heut auf morgen. Sogar über Nacht dann trocken.
        Meine große war sehr bald dran mit trocken sein, da hab ich mir auch schon etwas Gedanken gemacht bei dem kleinen aber sicher auch keinen Druck.
        Hab ihn öfter mal gefragt ob wir es net mal ohne Windel versuchen wollen aber er wollte nicht und geklappt hat es auch nicht.
        Und dann tatsächlich von jetzt auf gleich wollte er keine Windel mehr und es hat auch funktioniert

        Ich würde mir wenn dann richtig sorgen machen vielleicht so ab 4,5 sowas. Jungs brauchen immer etwas länger ;)

        Hi unser jüngerer Sohn ist genauso alt wie euer Kind und trägt auch Windel. Bisher hat er ein paar Mal auf Toilette gepieselt, aus eigener Motivation heraus.

        Bei dieser Hitze läuft er zuhause und bei den Großeltern im Garten fast nur nackig rum und geht zum Pieseln dann auch auf Toilette, zuverlässig. Hat er aber etwas an ohne Windel, geht es in die Kleidung, weil er noch nicht so weit ist, den Unterschied zu merken wann er Windel trägt und wann nicht. Daher bekommt er unterwegs eine Windel/ oder Windelpants an. Nachts sowieso.

        Unser Kleiner hat auch regelmäßig Verstopfung, doch bisher ohne Klinik und ohne Einlauf. Die Kinderärztin spürt die Verstopfung beim Abtasten auch und wir haben von ihr LaxBene bekommen. Das rühren wir ihm bei Bedarf an und wir kommen bisher gut damit klar. Erst gestern hatte er Bauchschmerzen, nachdem er tegalang keinen Stuhl abgesetzt hat, bekam er LaxBene und dementsprechend setzte er "eine Bombe" ab (sorry der Ausdruck, war die Beschreibung meines Mannes der dabei war ;) ...)

        Aber das unser Sohn in naher Zukunft Stihl in die Toilette absetzt, sehe ich noch nicht. Mache mir aber Null Sorgen, er jat alle Zeit der Welt und auch das Pieseln auf WC kam von ganz alleine (sein Interesse, seine Motivation).

        Unser älteres Kind ist übrigens jetzt erst mit 8 Jahren (tagsüber!) zuverlässig trocken geworden. Seit etwa 3 Jahren sind/waren wir mit ihm in kinderurologischer Behandlung deswegen.
        Kinderurologie: Grund für die primäre Enuresis ist/war eine Blasenunreife, in unserem Falle die Blasenentleerung betreffend. Medizinisch gesehen ohne Relevanz, sondern einfach eine natürliche, familiäre Unreife, welche Null Behandlung bedurft hätte, sondern einfach nur Zeit. Sein schwaches Beckenboden spielt da noch mit rein, wesshalb er Physio bekam.

        Wir hatten dennoch mit Medikation unterstützt, weil es für ältere Kinder psychisch relevant wird/ist, weil es ihnen peinlich wird und genau das macht dann eine Medikation erforderlich die Blasenreife durch Tabletten zu beschleunigen.
        Aber rein medizinisch wäre es einfach eine unbedenkliche, natürliche Verzögerung der Blasenreife gewesen, welche rein durch Zeit selbst gegeben hätte. Mit Medikation und Beckenbodentraining brauchten wir in etwa 2-3 Jahre, no ideawie lange es ohne gesauert hätte.

        Natürlich gäbe es urologisch auch bedenkliche Ursachen, aber lt Urologin ist eine unbedenkliche rein familiär vererbte Verzögerung die häufigste Ursache.

        Mit 3 1/4 Jahren brauchst du dir noch gar keine Sorgen machen, da habt ihr noch viel Zeit, welche bestenfalls ohne Druck und ohne Sorgen verbracht werden sollte.

        LG

      • Ich würde mir in dem Alter überhaupt keine Gedanken machen, sondern weiter Windeln verwenden.
        Auch würde ich das Thema erstmal nicht mehr ansprechen.
        Es wird igendwann klappen.

        Unser Sohn war exakt einen Monat vor seinem 4ten Geburtstag trocken. Er hat von sich aus gesagt das er jetzt keine Windel mehr will(das große Geschäft machte er schon seit 3 ins Klo. Aber Urin interessierte ihn irgendwie nicht, wir probierten Höschenwindeln usw.)
        Als er es beschlossen hat, ging es auch plötzlich alles reibungslos, und in der ganzen Zeit ( er ist jetzt 4 1/2 gabs nur ein mal nen Pipi Unfall)
        Also einfach abwarten, immer mal anbieten aufs Klo zu gehen, das wird schon ...
        Sein bester Freund wiederum war seit er 3 ist zuverlässig trocken, brauchte aber bis kurz vor 5ten Geburtstag fürs große Geschöft ne Windel, weil er sich weigerte dafür aufs Klo zu gehen(sobald die Eltern da mal etwas Druck machten z.b. Sagten es gibt keine Windeln mehr, hatte er Verstopfung, bis er wieder ne Windel bekam...hat sich dann aber wie gesagt auch von selber geregelt, hat halt gedauert)

      • Unser Sohn war mit 3 Jahren und 8 Monaten nachts trocken, ein paar Wochen später dann auch tagsüber. Es kam von selbst, wir halten auch nichts von Töpfchentraining. Ich kenne einige Kinder, die bei der U 8 nicht trocken waren. Die Kinderärzte sehen das entspannt.

        Huhu,

        da Dein Sohn weder sauber noch trocken ist, würde ich rast vermuten, dass er einfach noch ein bisschen Zeit braucht.

        Mein Sohn war ziemlich genau zum 3. Geburtstag sauber. Er hatte damals auch noch mehrfach am Tag Stuhlgang, trozdem hat es sehr schnell geklappt. Aber das Trockenwerden wollte nicht so richtig klappen. Mal ging es ein paar Tage gut, dann wieder mehrfach in die Hose. Haben ihm die Windel zurück gegeben, dann wollte er sie nicht mehr, aber RS klappte nicht. Der KiGa hat Druck gemach. Alles unschön.

        Wir waren mit 4 das erste mal beim Kinderurologen und jetzt mit 4,5 nach vetschiedenen Tests hat er die erste Therapie begonnen, die leider (noch?) nicht so recht hilft. Als nächstes wird er Medikamente brauchen #heul

        Ich würde es wieder so machen und ihn mit 4 vorstellen. Aber sieh zu, dass Dein Sohn auch vorher keinen Druck bekommt. Der KiGa soll die Füße still halten. Jede blöde Bemerkung einer Erzieherin kann da viel kaputt machen. Da würde ich dringen um Mithilfe bitten. Und auch die Großeltern und andere Familienmitglieder sollen sich zu dem Thema nicht äußern.

        Alles Gute für Euch!

        LG Jelinchen

        • Hi ich finde 4 Jahre arg früh und unsere Kinderärzte hätten vor dem 5. Geburtstag erst gar nicht überwiesen. Urotherapie startet normalerweise auch frühestens erst mit 5 Jahren.

          Also klar: ihr habt euren Weg gefunden und ich möchte mir wirklich keineswegs anmaßen da irgendwas dazu zu sagen. Ganz und gar nicht.

          Es geht mir nur um die von dir allgemeine Empfehlung „ab 4 Jahre“.
          Ob Urotherapie in einem solch zarten Alter überhaupt Sinn macht, darüber lässt sich sicherlich streiten. Ich finde es arg früh und eher in seltenen/besonderen Fällen sinnvoll.

          Wir waren damals (glaube ich, denn das ist schon a Zeidl her) mit 5 3/4 J zum Blasenultraschall beim Kinderarzt und Urinprobe. Uroflow, Miktionsprotokoll und weitere Untersuchungen konnten wir uns gleich sparen, weil gleich eine Überweisung nach Restharn erfolgte. Erst im MVZ (Abteilung Kinderurologie) folgte eine genauere Anamnese und Untersuchung.

          Stationäre Urotherapie war im Gespräch, doch wir starteten erstmal auf Anraten der Urologin eine Medikation. Das Medikament bekam er jetzt 2,5-3 Jahre lang.
          Erst letzte Woche haben wir die Therapie erfolgreich beendet :)

          Urotherapie wäre erst jetzt mit 8,5 Jahren erfolgt, wenn nach wie vor Restharn geschallt worden wäre.

          Wie dem auch sei: laut unsere Kinderurologin ist die häufigste Ursache einer primären Enuresis eine familiär bedingte Ursache ohne medizinische Relevanz und vor dem 5 Geburtstag wären wir gar nicht überwiesen worden.

          LG Snow

          • Huhu,

            soweit ich mich erinnere, haben Deine Kinder auch andere Themen. Ich könnte mir vorstellen, dass dadurch die Geduld und der Umgang damit ein anderer ist.

            Ein ansonsten völlig gesundes Kind (und dessen Eltern) erfährt alletspätestens ab dem.4. Geburtstag einen enormen Druck von aussen. Auch hier im Westen. ;-)

            Ich konnte den Kindergarten (und den Rest des Umfeldes) nur "hinhalten" indem ich das ganze in professionelle Hände gegeben habe.

            Die von Dir aufgezählten Untersuchungen tun nicht weh und verunsichern nur wenig. Daher sehe ich keinen Schaden darin, das Kind früh vorzustellen. Den größten Schaden haben in unserem Fall wohlmeinende Erzieherinnen und Familienangehörige angerichtet. So viel Druck, obwohl er oder die Umstände oder unser Umgang als Eltern damit nichts damit zu tun hatten, sondern schlicht ein medizinisches Problem vorliegt.

            Ich werde so wütend, wenn ich an alles denke, was mein Sohn zu hören bekommen hat. Wie er sich angestrengt hat, es allen recht machen wollt, und es aus eigener Kraft einfach überhaupt nicht schaffen konnte. So gemein!

            Daher rate ich zu einer frühen Vorstellung. Der Urologe wird gut beraten können und kann ja einschätzen, wann er mit welcher Therapie beginnt. Unsere hat ja auch noch ein halbes Jahr gewartet.

            LG Jelinchen

            • Hi, also mit den anderen Baustellen unseres Sohnes hat und hatte das gar nichts zu tun.

              Und Druck machte glücklicherweise niemand, im Gegenteil: seine Erzieherin war sogar der Meinung, das Einässen käme nur durch die vielen Reize und Ablenkung. Sie war dann total überrascht, als es zur Kinderurologie ging.
              Habe jetzt auch in seinem Ordner nachgeschaut: er war schon über 6 Jahre als wir überwiesen wurden und Erstvorstellung in der Kinderurologie hatten wir erst zur Einschulung.


              Das Kind von Freunden (Mädl) hat auch eine primäre Enuresis und auch sie wurde erst mit 5+ überwiesen. Sie bekommt auch das gleiche Medikament wie unser Sohn (bis letzte Woche bekommen hat). Es nennt sich Propiverin.

              Auch beim googlen von "Urotherapie" findest du 5+ als gängige Altersangabe.

              Ich verstehe schon, dass Druck von Außen wie in eurem Falle da mit eine Rolle spielt. Aber das akind zu therapieren wenn das eigentlich das Umfeld therapiert gehört?
              Unsere Kinderärztin hätte da sicherlich ein klärendes Telefonat eingeleitet und Tacheles mit der Kita gesprochen, zumindest aber einen entsprechenden Schrieb aufgesetzt.

              Ich bin ja auch Erzieherin und ärgere mich so sehr, wenn "Kollegen" da in die natürliche Reifeentwicklung hineinpfuschen und kontraproduktiven (im Grunde entwicklungshemmenden) Druck aufbauen.

              Lieber mal Fortbildungen zum Thema besuchen, als umeinander gschafteln. Rechtfertigungsgründe sind dann oft so Sachen wie: Personalschlüssel deckt sich nicht mit Wickelaktionen. Na aber wenn ein Kind OHNE Windel in die Hose macht, dann müssen sie ein Umziehen und Frischmachen auch auf die Reihe bekommen. Und sorry: Wickeln dauert auch keine halbe Stunde und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und wenn man in einem Kigajahr vermehrt Kinder mit pflegerischem Mehraufwand hat, dann muss Einrichtung und Träger Wege finden diesen gerecht zu werden. Ich hatte noch NIE den Fall, das wir es alsEinrichtung nicht geschafft hätten insofern das Team es schaffen wollte.

              Also klares NEIN: es hatte nichts mit den Baustellen unseres Kindes zu tun, ab 5 wird es in der Regel erst mal zum Thema beim Kinderarzt (insofern bspw keine anderweitigen Besonderheiten gegeben sind, wie bspw über 6 Monate zuverlässig trocken und dann plötzlich Wiedereinnässen).

              Aber das kannst du wie gesagt auch Nachlesen indem du die Uroambulanzen und Urotherapeuten durchklickst.

              LG Snow

              • Nachtrag: Übrigens hatte unser Sohn trotz Enuresis keine Windelversorgung mehr im Elementarbereich, da er um Stuhlgang abzusetzen stets zuverlässig zur Toilette ging und das Einnässen meist geringfügig war und oft gar nicht auffiel. Gelegentlich hatte er "alles nass", aber nicht immer.
                Leidensdruck hatte er damals Nullkommanull. Erst gegen Ende der Kigazeit als es Richtung Einschulung ging, fing es an, dass es ihm langsam peinlich wurde und als ihm dann am Spielplatz vor all seinen Freunden ein Malheur passierte, welches ihm sehr peinlich war, wussten wir schon: okay jetzt rufen wir mal beim KiA an.
                Glücklicherweise reagierte der Papa damals blitzschnell und bespritzte ihn mit Wasser, sodass es seine Freunde nicht bemerkten.

                Zu dieser Zeit gingen wir also zum Kinderarzt, weil wir merkten: er hat es wirklich nicht unter Kontrolle, er ist weder zu bequem noch zu abgelenkt.

                Rückblickend betrachtet, habe ich es oft bereut so spät gegangen zu sein und das hatte ich auch damals unserer Kinderärztin gesagt, also das ich es bedaure nicht schon früher am Ball geblieben zu sein.

                Da meinte sie: Unter 5 Jahre wird eh nichts gemacht und erst ab 5 Jahre macht sie sich als Kinderärztin überhaupt Gedanken. Ab 5 kann man mal schauen woran es liegt.
                Sie erzählte auch, dass manche Eltern schon viel früher kommen und sie dann beruhigen und abwinken muss, weil die Blasenentwicklung einfach ein Reifeprozess ist, der seine Zeit braucht und man nur eines tun sollte: keinen Druck aufbauen und Geduld haben.
                Bei einem Leidensdruck kann man natürlich früher schauen und diesen sollte man NIE ignorieren. Daher verstehe ich es bei Euch, ärgere mich aber arg über diese Kita von Euch, sorry.

                Aber: Daher bin ich jetzt beim Kleinen total gelassen und relaxed. Familiär könnte er wohl auch die Veranlagung dazu haben, einfach länger zu brauchen. Was solls. Auch seine Kita macht Null Druck und ist super aufgeklärt was die Blasenreife betrifft.

                Zu unseren Kinderärzten gehen wir frühestens mit 5 Jahren hin, falls er nicht trocken sein sollte und es ihn stört.

                LG Snow

                Huhu,

                ich glaube, Du hast mich falsch verstanden. Ich meinte nicht, dass da ein Zusammenhang besteht, sondern dass "besondere Kinder" vielleicht auch in anderen Bereichen mehr Verständnis und Geduld erfahren. Ich weiß ja nicht, was Dein Sohn hat.

                In Internet findest Du die Begleitung der Familie bei bestehendem Leidensdruck auch als Teil der Urotherapie. Und genau dafür hab ich mir die Unterstützung ja geholt. Und würde es immer wieder tun. Alleine um die eigenen Zweifel auszuräumen.

                Unser Kinderarzt mochte oder konnte das wohl nicht leisten. Wir leben in einer Kleinstadt. Es gibt eine Praxis mit 2 KiÄ hier, und eine Praxis mit 2 im Nachbarstädtchen. Die Kinderngärten kennen die Ärzte und andersrum. Vielleicht war da eine fremde Stimme aus der nächsten Großstadt nötig. ;-)

                Du hast Recht, unser KiGa zeigt in diesem Fall eine große Schwäche und es muss sich dort etwas ändern. Trotzdem denke ich, dass mein Sohn Entlastung durch den Urologen und seine Maßnahmen erfährt.

                Und das mit den Windeln war hier auch sehr verzwickt. An einem Punkt sehr hohen Leidensdruckes, hab ich ihm die Windel wieder aufgezwungen um Ruhe in das Thema zu bekommen. Aber nach einer Weile, wollte er auch keine mehr. Er hatte Pull-Ups, weil er ja auch schon lange sauber war und Stuhlgang auf der Toilette erledigte. Aber auch die Pull-Ups wollte er - wahrscheinlich aufgrund von Druck von aussen - irgendwann nicht mehr.

                Ich schleppe jetzt seit 2 Jahren Wechselwäsche mit mir rum. Tasche packen bevor wir das Haus verlassen ist für mich, wie andere ihren Schlüssel greifen. Mein Sohn hat einen Kleiderschrank wie eine Hosen-Fabrik und ich wasche jeden Tag.

                Ich kenne alle guten Ratschläge und Vergleiche mit anderen Kindern.

                Ich kenne alle Gefühle zu diesem Thema: von Akzeptanz und Geduld über Mitgefühl, Zweifel, Resignation, Wut und sogar gelegentlich auch Ekel. Es geht auf und ab. Der Leidensdruck kann enorm sein.

                Daher: Bitte lieber rechtzeitig Hilfe holen!

                LG Jelinchen

                PS: das klingt jetzt vielleicht so, als ob dieses Thema hier sehr präsent wäre. Ist es aber nicht. Es ist einfach ein Teil des Alltags Pipiunfälle zu beseitigen. Wie Zähneputzen.

                • Also das mit eurem Kindergarten klingt in meinen Ohren furchtbar, aber das nur mal am Rande. Ich kann verstehen, dass in Eurem Falle Unterstützung wichtig war, ja.
                  Ich kann verstehen, dass du als Mutter auch Sicherheit gesucht hast und da im Kiga und evtl sonstiges Umfeld einiges schief gelaufen ist, womöglich auch dein Kind von Unterstützung profitiert.

                  Dennoch bin ich davon überzeugt, dass dies nicht der Regelfall ist, es nicht Usus ist und die allermeisten Eltern sich einfach nur Gedanken zur Sauberkeitsentwicklung machen und daher schlicht Nachfragen.
                  Euren Fall ordne ich ganz ehrlich viel eher als "besonderen" Fall ein und daher hätte ich speziell euch auch geraten, Unterstützung einzuholen.
                  Ich persönlich hatte in der Vergangenheit auch schon durchaus TEs mit unter 5 jährigen geraten, Unterstützung einzuholen - aber eben nur in besonderen Fällen und nicht per se.

                  Denn prinzipiell hat das bis 5+ Zeit und Urotherapie startet sogar oft erst viel später.

                  Und da du nun wiederholt die Baustellen meines Kindes ansprichst (mir kommt es leider so vor, als wolltest du damit primär meine Beiträge entkräften):
                  Mein Kind galt damals, als wir bzgl. der Blasenunreife erstmals beim Kinderarzt waren, als völlig gesund.
                  Damals hatte er lediglich, aufgrund motorischer Defizite und Kozentrationschwierigkeiten, Ergotherapie erhalten. Zu diesem Zeitpunkt ging man davon aus, dass nur sein rapider Wachstum dafür verantwortlich sei und er etwas Unterstützung braucht um den raschen Wachstum zu kompensieren.

                  Also NEIN, das hatte nichts damit zu tun, dass man explizit meinem Kind mehr Zeit gegeben hatte, bei ihm "ein Auge zurdrückte" - weder von seiten des Kigas noch von seiten des Kinderarztes.
                  Eher wäre der Fall andersherum: Man hätte früher überwiesen und früher genauer hingeschaut, wenn unser Kind damals schon als "besonders" gegolten hätte, weil man in diesem Falle nicht von einer gesunden und familiären Enuresis durch Reifeverzögerung ausgegangen wäre, sondern von einem Handycap.

                  Das ist also wirklich Quatsch, sorry.

                  Ich bin tatsächlich absolut nicht deiner Meinung, dass man sich "bitte rechtzeitig Hilfe holen sollte" => in diesem Kontext.
                  "Rechtzeitig Hilfe holen" was heißt das für dich?

                  Für mich heißt es:
                  - Am Ball zu bleiben, wenn ein Leidensdruck aufkommt, wie bspw. Scham
                  - wenn besorgniserregend eingehalten wird
                  - wenn das Kind bereits 6 Monate am Stück zuverlässig trocken war und es plötzlich nicht mehr ist
                  - wenn das Stuhl absetzen oder das Urinieren Schmerzen bereitet und/oder auffällig ist, z.B. Blut im Stuhl/Urin ist
                  - wenn sich das Kind durch negativen Einfluss von Außen sonst irgendwie auffällig zeigt, z.B. übermäßiges Waschen/Schrubben nach Toilettengang
                  usw.
                  Ja dann bitte zum Kinderarzt und gemeinsam besprechen was Sinn macht und was nicht und natürlich auch medizinisch ein Auge darauf werfen, keine Frage.

                  Aber für den Regelfall, in welchem das Kind einfach noch Windel zur Unterstützung braucht und schlicht und ergreifend noch nicht sauber ist, wäre 5 Jahre der zu empfehlende Richtwert.
                  Ich finde nunmal nicht, dass man Eltern per se dazu raten sollte, sofort mit 4 Jahren Untersuchungen anzuleiern - ob es nun ein Blasenultraschall ist oder Uroflow.
                  Kinder sind ja auch nicht doof, sorry.

                  Aber mir geht es im Grunde jetzt gar nicht so sehr um Ultraschall unter 5 J: Ja oder Nein.

                  Ich finde nur, dass gleich zur Kinderurologie und Therapie zu raten echt ziemlich over the top sind. Und ob so gemeint oder nicht: So kam es bei mir an.

                  Meist ist bei diesem Thema Blasenreife/Sauberkeitsentwicklung einfach nur Geduld und Zuversicht gefragt und ratsam, solange es dem Kind selbst nicht stört und zufrieden ist.
                  Nur sehr selten ist bspw eine Fehlbildung oder eine Erkrankung/Krankheit o.ä. Ursache dafür.



                  http://urotherapie-neumünster.de/enuresis.html

                  https://www.kontinenz-therapie.de/kinder.php

                  https://www.sbk-vs.de/de/medizin/krankheiten-therapien/nieren_und_harnwege/einnaessen_im_kindesalter.php

                  https://www.klinik-hallerwiese.de/de/medizin-kompakt/inkontinenz-sekungsbeschwerden-einnaessen.html

                  https://www.apogepha.de/therapiegebiete/einnaessen-beim-kind/therapie.html

                  https://www.aerzteblatt.de/archiv/105579/Einnaessen-beim-Kind

                  http://www.urologie.uk-erlangen.de/patienten/kinderurologie/blasenschule/

                  http://www.ukbonn.de/42256BC8002AF3E7/vwWebPagesByID/A6AB9806825E9E94C125762B00461E13

                  http://www.kontinenzschulung.de/einnaessen/einnaessen.html

                  LG

                  • Huhu,

                    nein, ich möchte Deine Antworten auf keinen Fall entkräften. Ich lese Deine Antworten zu diversen medizinischen Problemen und Therapien immer gerne und glaube, dass Du Dich da echt durch eigene Erfahrung aber sicher auch belesen gut auskennst. Und ich finde es auch sehr wichtig den richtigen Zeitpunkt zwischen abwarten und agieren zu finden. Mir ging es eher darum Deinen Blickwinkel zu verstehen.

                    Und ich bin - aufgrund meiner Erfahrung - eher der Meinung, dass ein 4jähriges Kind mit regelmäßigen Pipiunfällen in vielen Fällen Druck zu spüren bekommt. Wir haben von den erstaunlichten Mensch aus völlig verschiedenen Richtungen Druck bekommen. Menschen, die dem Kind nahestehen, eigentlich zum Thema sogar ausgebildet sind, aber eine Störung oder Verzögerung für das Kind nicht wollten oder aushalten konnten. Die wenigsten Menschen können an Themen, die ihr Lieben betreffen oder sogar nur ihren Arbeitsalltag, rein kognitiv ran gehen. Da sind doch oft viele Emotionen dabei. Und natürlich auch viele ausgetretene Pfade.

                    Wirklich, es war nicht nur der Kindergarten. Es war von der Familie, einem teil meines Freundeskreises (die eher mich verunsichert haben). Und damit hätte ich vielleicht sogar umgehen können, wenn ich nur von irgendwoher Berichte von Kindern bekommen oder gefunden hätte, die im 5 LJ trocken geworden sind. Die gibt es aber irgendwie nicht.

                    Die TE hat jetzt schon "Streß", sonst würde sie nicht fragen. Was meinst Du, wo sie in einem knappen Jahr steht?

                    Daher finde ich ein Gespräch mit dem KiA zur U8 nicht verkehrt, um sich dann ggf. mit gerade 4 zum Urologen über weisen zu lassen. Und vor allem ganz wichtig: Das Kind vor Druck beschützen. Das war mir ja auch ein ganz wichtiger Punkt in meinem Ausgangspost.

                    Ich freue mich, dass es bei Euch richtig gelaufen ist und der KiGa vorbildlich gehandelt hat. Das ist sehr erfreulich, aber vielleicht auch eher nur eine Ausnahme?

                    LG Jelinchen

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