Nux Vomica D12 bei Wutanfällen?

    • (1) 24.08.18 - 12:24

      Hallo ihr Lieben,

      mein 5 Jähriger ist jetzt im letzten Kindergartenjahr und hat in letzter Zeit zunehmend Schwierigkeiten mit den Erziehern und auch einigen Kindern.

      Er ist eigentlich eine sehr liebenswerte kleine Person, jedoch hat er momentan große Schwierigkeiten Regeln zu befolgen. Er bekommt immer wieder große Wutanfälle, wenn ein Erzieher was von ihm verlangt was gerade nicht in seine Pläne passt. Zuhause kommt das eher selten vor, da er hier die klaren Grenzen kennt und weiß bis wohin er gehen kann.

      Ich erkläre ihm nach solchen Vorkommnissen, dass er durchaus wütend und verärgert sein darf, aber diese Wut darf sich nicht gegen Möbel oder sogar andere Kinder richten (das kam zum Glück noch nicht vor). Nun meine Frage:

      Habt ihr Erfahrungen mit den Globulis Nux Vomica D12 in diesem Fall? Half es euren Kindern etwas ausgeglichener zu sein? Habt ihr eventuell Tipps im Umgang mit Wutanfällen für mich?

      Lg sunshine#winke

      • Hallo sunshine,

        gleich vorweg: ich bin niemand, der aktiv homöopathische Mittel nimmt, noch verabreiche ich sie meinem Kind.

        Daher kann ich dazu keine Erfahrungen abgeben.

        Generell finde ich, dass die Kita bzw. die dort Erziehenden sich Gedanken machen müssen, wie sie mit einem wütenden Kind umgehen. Er ist ja sicherlich auch nicht der erste, der gegen Möbel tritt oder Sachen herumschmeißt, oder was auch immer er macht.

        Wenn dich das Personal also darauf anspricht, kannst du nicht mehr machen, als mit ihm darüber sprechen.

        Du solltest natürlich zu Hause schauen, ob er wirklich seine Grenzen kennt, oder ihr, dadurch, dass ihr halt mehr Zeit habt, die Grenzen weiter setzt und daher eher das macht, was er will - und es daher zu weniger Konflikten kommt.

        Wenn er dann in der Kita aufgrund der Gruppengröße sich unterordnen muss, kann es natürlich zu Problemen kommen, falls er das nicht von zu Hause kennt.

        Homöopathie, an deren Wirkung ich persönlich nicht glaube, kann natürlich dabei helfen, dass sich das Kind selber stärker hinterfragt, wenn du ihm sagst, dass das Mittel ihn dabei unterstützt, ruhiger zu werden. Ob das generell zu befürworten ist, falls es solch einen Effekt gibt, ist fraglich. So lernt das Kind möglicherweise, dass es "Mittel" braucht, um sich zu beruhigen und schiebt daher die Verantwortung weiter von sich weg - falls das dann über längere Zeit so geht, kann es später vielleicht nicht mehr unterscheiden, ob es wirklich "Mittel" braucht (Schmerzmittel o.ä.), oder ob es sich selbst regulieren kann. Das wären meine größten Bedenken bei der Verabreichung von homöopathischen Mitteln.

        Ehrlich gesagt, finde ich es die falsche Richtung, das Problem lösen zu wollen, indem man dem Kind "Beruhigungsmittel" gibt. Das wäre nur meine allerallerletzte Wahl.

        Ich würde erstmal mit dem Kind sprechen und fragen, was denn im Moment im Kindergarten los ist, weil du gehört hast, dass er oft so wütend ist und das dich das wundert, weil er zuhause nicht so ist. Frage ganz wertefrei und ohne Vorwürfe. Lege ihm dabei aber keine Antworten in den Mund, sondern höre ihm zu, was er zu sagen hat. Vielleicht geht ihr für dieses Gespräch irgendwo anders hin. Eisdiele beispielsweise. So als würdest du dich mit einer Freundin treffen, um ihr mal dein Herz auszuschütten. Vielleicht bedrückt deinen Sohn etwas, wenn er erst seit kurzem so ist, und er rückt in neutraler Umgebung in entspannter Atmosphäre damit raus. Und dann könnt ihr das Problem angehen.

        Sollte er nichts sagen, sag ihm, dass du in Zukunft nicht mehr hören willst, dass er ständig so wütend wird im Kindergarten und nicht tut, was man ihm sagt. Wenn er ein Problem hat, warum er so ist, kann er immer zu euch Eltern oder den Erziehern kommen und darüber reden. Wenn nich heute, dann halt morgen oder nächste Woche. Aber du möchtest klipp und klar nicht, dass er ständig wegen Nichtigkeiten wütend wird und um sich tritt. Wenn er deshalb Ärger bekommt mit den Erziehern, ist er selber Schuld.

        Und dann spruch mit den Erziehern. Entweder über das Problem oder darüber, wie ihr an einem Strang ziehen könnt, damit er sich nicht mehr so benimmt. Wenn er es doch tut, gibt's Konsequenzen von den Erzieherinnen und da stehst du auch hinter, egal wie sehr dein Sohn sich dann beschwert, dass er nicht mehr mit Spielzeug X oder Kind Y spielen durfte, ob er nicht mehr an einer vorher zugesagten Sache teilnehmen darf oder den Rest des Tages direkt neben der Erzieherin bleiben muss. Das hat er sich dann selber eingebrockt. Und er ist definitiv alt genug, das zu begreifen. Ich habe selber einen 5-jährigen und kann das daher altersmäßig ganz gut beurteilen.

        Alles gute euch. Ich hoffe, es pendelt sich bald alles wieder ein.

        Lg Leonora07

        Hallo!

        Ja, ich kenne Nux vomica und habe für mich und bei zwei meiner Kinder gute Erfahrungen im Bereich von Magen-Darm-Erkrankungen gemacht.

        Allerdings würde ich keinesfalls ohne einen erfahrenen Homöopathen oder Arzt damit experimentieren.

        Wenn es um Verhaltensweisen bei Kindern geht, würde ich erst alle Maßnahmen ausprobieren, die nichts mit Medikamenten zu tun haben!!!

        Es gibt die Möglichkeit, in dem Bereich mit sog. Konstitutionsmitteln zu arbeiten, das sollte aber nie auf eigene Faust geschehen!

        Das, was du beschreibst, bedarf meiner Ansicht nach keiner Medikamente, sondern einer gründlichen Beobachtung, wann das Verhalten auftritt, ob es erkennbare Auslöser gibt wie Überforderungssituationen und Stress, Bedürfnisse, die das Kind ggf hat etc. Siehe die Ideen der VorschreiberInnen...

        Wir haben ein schönes Buch über ein Mädchen, das auch mal wütend sein darf (Jule darf auch mal wütend sein), das kam bei unserem sehr oft wütenden, tretenden usw Sohn sehr gut an. Wir haben gemeinsam mit ihm überlegt, was ihm bei seiner Wut helfen kann, damit er sie nicht gegen andere oder gegen sich selbst richtet. Und haben ihm vermittelt, dass es in Ordnung ist, wütend zu sein. Er wollte ein Boxkissen haben. Und meiner Tochter habe ich aus alten Zeitungen „Wutzettel“ gemacht, die kann sie abreißen, zerknüllen und schreiend und fluchend in die Ecke ihres Zimmers werfen. Fand sie von Anfang an toll. Inzwischen braucht sie sie nicht mehr so oft. Wenn sie wütend ist und ich sage „Wutzettel“, muss sie meistens lachen 😂

        LG Judith

      • Hallo,

        ich halte gar nichts davon, problematische Situationen bei Kindern mit Globulis zu lösen. Für das Kinder sind das keine Zuckerkügelchen, sondern Medikamente.

        Soll Dein Sohn sich später echte Medikamente oder sogar Drogen einwerfen, um runter zu kommen, wenn ihm etwas nicht gefällt, weil er das als Kind zu Hause so gelernt hat?

        Vorschulkinder sind häufig schwierig, weil sie sich in der Übergangsphase vom Kindergartenkind zum Schulkind befinden.

        Das Problem, dass nicht alles so läuft, wie Dein Sohn es gerne hätte, müsst Ihr mittels Erziehung lösen.
        Wenn das nicht klappt, holt Euch Tips von einem Kinderpsychologen. Es gibt da Entspannungsübungen und Strategien, die die Kinder anwenden können, wenn sie merken, dass sie austicken.

        LG

        Heike

        Nux Vomica hilft bei Magen-Darm oder auch Reiseübelkeit. Mit anderen Sachen kenne ich mich nicht aus, empfinde es aber wie die anderen hier als nicht nutzbringend in dieser speziellen Sache. Dazu wurden dir aber schon sehr sinnvolle Vorschläge gemacht #pro

      • Das dein Sohn in letzter Zeit vermehrte Wutausbrüche hat kann auch ein Zeichen dafür sein, dass er das Gefühl hat, dass seine Bedürfnisse in der Kita nicht gesehen werden. Ich würde einfach mal nachhaken, bei welchen Regeln er denn Wutausbrüche bekommt. Mein Sohn hat sich z.B.immer wahnsinnig geärgert, dass gebaute Sachen immer aufgeräumt werden mussten und nicht bis zum nächsten Tag stehen bleiben durften. Er hat den Sinn dieser Regel einfach nicht verstanden. Wut ist häufig auch ein Zeichen dafür, dass das Kind versucht seine Integrität zu wahren und damit seine Hilflosigkeit äußert.

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