Wie umgehen mit rassistischer Familie?

    • (1) 29.08.18 - 11:59

      Mein Sohn ist 4 und geht seit einem Jahr in den Kindergarten. Dort hat er zwei Freunde.

      Nach den Sommerferien berichtete er von einem neuen Freund. Ich hatte die Eltern mal beim Elternabend gesehen, sonst aber nie Kontakt gehabt, da wir unterschiedliche Bring- und Abholzeiten haben.

      Vor 2 Wochen waren wir bei diesem Jungen zum Geburtstag eingeladen. Die Kinder haben sich gut verstanden. Mit der Mutter kam ich auch gut ins Gespräch, merkte aber schnell, dass wir sehr unterschiedlich zu vielen Dingen eingestellt sind. Ich bekam auch schon das Gefühl, dass die Familie eventuell politisch ziemlich weit rechts steht.

      Gestern haben wir zufällig unsere Kinder zur selben Zeit abgeholt, und die beiden wollten sich sofort zum Spielen treffen. Es sprach nichts dagegen, so dass wir mit zu ihnen nach Hause gegangen sind. Wir kamen auch gestern wieder gut ins Gespräch und die Mutter öffnete sich etwas mehr und es wurde nach und nach deutlich, dass sie tatsächlich rassistisch eingestellt sind. Es fiel sogar das Wort „Kanacke“.

      Nun bin ich absolut unsicher, was ich machen soll. Unsere beiden Söhne können nichts dafür und verstehen von all dem noch nichts. Wenn ich den Kontakt abbreche und dafür sorge, dass mein Sohn diesen Jungen nur noch im Kindergarten sieht, bestrafe ich diesen unschuldigen Jungen, der auch sonst keinen Freund im Kindergarten hat. Wenn ich den Kontakt unterstütze und die beiden gute Freunde werden, verbringt mein Sohn Zeit bei einer Familie (irgendwann ja auch ohne mich), die eventuell vor ihm gegen Menschen aus anderen Kulturen hetzt. Das möchte ich nicht!

      Was würdet ihr machen?

      • (2) 29.08.18 - 12:34

        "DIE sind sowieso schuld an allem und jedem...blabla"

        Ich würde dann sagen:" hast du eigentlich schon was vom Eltern-Café gehört/wann seid ihr denn morgen da/ fahrt ihr noch in den Urlaub?"

        Mit dieser "Taktik " hab ich schon 1-2 mal erfolgreich das Thema gewechselt und gleichzeitig deutlich gemacht, dass man mit mir darüber nicht reden braucht.
        Jedenfalls nicht SO und nicht unter solchen Umständen.

        Nicht dass ich solche Meinungen gut heiße. Im privaten Bekanntenkreis würde ich je nach situatiob deutlich Stellung beziehen.

        Aber im Zusammenhang mit meinem Kind hab ich keinen Nerv mir dieses Gemeckere anzutun.
        Wenn die Kinder toll spielen würde ich nix ändern. Erstmal zumindest.
        Probier mal dich höflich abzugrenzen. Zur Not sagst du ihr mal:" ach weißt du...ich habe jetzt gar keine Lust darüber zu diskutieren. Erzähl mir doch mal viel lieber was euer Kleiner zum Geburtstag bekommen hat..."
        (Vorraussetzung ist, dass die Kinder nicht den ganzen Tag diese Themen abkriegen, das gleich gilt meiner Meinung nach aber mit vielen Erwachsenen Themen).

        Ich habe nichts gegen Kritik und freie Meinungsäußerung.
        Aber man kann ja entscheiden mit dem man über was redet;)

        • (3) 29.08.18 - 12:35

          Ps:Und wenn es dir doch zu bunt (oder braun) werden sollte, kannst du dich noch immer zurückziehen

          • (4) 29.08.18 - 13:04

            Pps:
            Ich habe tatsächlich nur an die "üblichen" Meckerer gedacht


            Wenn es wirklich in eine extreme Richtung gehen sollte, würde ich wohl auch einen großen Bogen drum machen.

      Fahr mal einen Gang zurück.

      Mindestens genau so "schlimm" empfinde ich die "willkommensklatscher" am Bahnhof. Sollte ich deswegen mein kind nicht bei einem kind einer solchen Familie spielen lassen?
      Menschen sind unterschiedlich....Sind die Leute nicht tatsächlich rassistisch sondern können nur mit der "willkommenskultur" nichts anfangen, würde mich das nicht sonderlich interessieren.

      • Einen Gang zurückfahren brauche ich nicht, weil ich mit nämlich in aller Ruhe meine Gedanken mache, wie eigentlich zu erkennen sein dürfte.

        Und ja, sie haben rassistisches Gedankengut und nicht lediglich Skepsis bezüglich der Flüchtlingspolitik.

      • Die TE hat doch aber gesagt dass sogar dass Wort „ Kanake“ im Zusammenhang mit Ausländer gefallen ist. Das hat dann nichts mehr mit politischer Einstellung zu tun sonder ist eine menschenverachtende Beleidigung in Gossensprache.
        Ich persönlich wollte auch nicht, dass mein Kind es als normal empfindet wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft ( oder was auch immer) beleidigt werden

        Da muss ich dir Recht geben...Extrem Links, die auf die Polizisten losgehen, sind genauso großes Übel, als die Extrem Rechten, die gegen alle Ausländer brutal angehen.

        Wäre ich an deiner Stelle und sollte im Kontakt zur dieser Mutter, das Thema rechte Schiene und Hetze aufkommen, würde ich ihr klar machen, dass ich kein Ausländerfeind bin, nur allg. kriminelle Menschen und Sozialbetrüger ablehne, egal ob Deutsch oder andere Nationialität und ich mich deshalb politisch weiter nicht dazu äußern möchte. Und ich auch nicht möchte , das im Gegenwart meines Kindes über ausländerfeindliche Themen geredet wird.

        Entweder sie respektiert es oder es ist doch nicht das richtige Umfeld deines Kindes.

        • Das stimmt.
          "Weit links gesinnten" hört man es nur oft nicht an da ja die totale "Ausländerfreundlichkeit" sehr hoch angesehen ist und als ganz toll empfunden wird. Wohingegen oft Menschen mit zweifeln und nicht wohlgesonnen des großen Zustroms, schnell als rechtsradikale deklariert werden weil "DIE" können ja nur ganz braun sein.
          Ich wäre hier sehr vorsichtig.
          Sicherlich ist "kanacke" zum Kopfschütteln und ich würde das Gespräch suchen

          Finde ich eine gute Idee. So weiß die Mutter gleich Bescheid und Kinder können, zumindest vorerst, weiter miteinander spielen.
          Gruß Pfreni

    Ich sehe es anders als die anderen hier, entschuldigt.
    Mag aber auch daran liegen, dass mein Mann Ausländer ist, ich auf der Straße manchmal für eine Ausländerin gehalten werde, und meine Kinder eben 2 Kulturen und Nationalitäten haben.

    Uns würde diese Mutter also eh schon ganz anders begegnen und wir kämen nicht in die Situation von ihr eingeladen zu werden.

    Nichtsdestotrotz: ich würde um solche Familien einen großen Bogen machen, und meine Kinder dürften nicht dort mit dem Kind spielen. Die Wahrscheinlichkeit dass das Kind bereits viel gehört und gelernt hat und unterscheidet ist sehr groß.

    • Ich wäre an deiner Stelle auch unsicher wie ich am besten reagier. ABER auch wenn man nicht direkt ein Streitgespräch anfangen muss, finde ich es dennoch wichtig bei so einem Thema Stellung zu beziehen! Denn genau dieses stille akzeptieren bewirkt, das es in Deutschland immer normaler wird rechtes Gedankengut zu verbreiten. Ich bin absolut für freie Meinungsäußerung aber z. B. "Kanacke" fällt nicht mehr darunter. Also ich glaube ich würde zwar freundlich bleiben aber ganz klar sagen, dass du nicht ihrer Meinung bist.

    Danke. Ja, eigentlich ist das auch mein Gefühl dazu. Mir tut der Junge leid. Aber das ist ja auch eigentlich nicht meine Sache.

    • Naja, umso mehr er ausgeschlossen wird, umso mehr wird er auch verzeweifelt und Verzweiflung führt zu Hass... Kontakt mit dem Kind würde ich noch nicht unterbinden.

      • Ja, den Gedanken hatte ich auch schon.
        Den Kontakt zu dem Jungen werde ich auch nicht unterbinden, aber ich werde meinen Sohn nicht alleine zu denen nach Hause lassen und auch selber versuchen deren Haus zu meiden. Der Junge kann gern zu uns kommen, auch mit der Mutter. Ich würde mich auch auf dem Spielplatz treffen, aber da scheitert es schon wieder an den Türken.

(18) 29.08.18 - 13:05

Ich würde mein kind nicht zu denen nach Hause lassen. Das andere Kind wäre jederzeit willkommen bei uns, man kann sich auch auf dem Spielplatz verabreden, aber ich würde die "braune zone" für mein kind meiden und verhindern, das mein kind deren Gedankengut ungefiltert ohne mich aufsaugt.

(21) 29.08.18 - 14:24

Hallo, ich hätte direkt Stellung bezogen und sowas wie "Kanake klingt ziemlich rechts, meintest du das auch so?" gesagt. Entweder hält sie sich dann zurück mit so einem Zeug - oder aber sie hält Abstand zu mir. Ich würde wohl häufiger auch extra nette Dinge in der Richtung sagen, um wirklich klar zu stellen, was ich denke. Ich bin z.B. früher gerne in einem kleinen türkischen Markt bei uns in der Nähe einkaufen gegangen, weil es dort die leckersten Brötchen und den besten Joghurt gab.
Mit der Zeit merkt man ja, wohin der Weg führt.
Der Junge dürfte gerne bei uns spielen und mein Kind auch mit mir dort zum Kaffee hingehen - irgendwann sieht man dann, was draus wird.
Gruß

  • (22) 29.08.18 - 19:27

    Danke! Ja, ich hätte Stellung beziehen müssen. Werde ich auch beim nächsten Mal machen, wenn wir ins Gespräch kommen. Wahrscheinlich hat sich das Ganze dann eh schnell erledigt. Ansonsten sind Spuelplatzbesuche und Besuche bei uns erstmal in Ordnung.

(23) 29.08.18 - 14:50

Ich distanziere mich ganz klar von solchen Leuten.
Mein Sohn hatte auch einen Kiga nen Kumpel. Ich habe über FB immer wieder mitbekommen, dass die Mutter rassistische Fake-Berichte teilt und übelst über Flüchtlinge geschimpft hat.
Daraufhin habe ich ihr ...sinngemäß...geschrieben, dass ich mit ihr nichts mehr zu tun haben möchte und sie mich auch nicht mehr im Kiga grüßen braucht.
Mein Sohn hatte schon gefragt, warum er sich nicht mit dem Jungen treffen kann. Ich habe ihm erklärt, dass ich überhaupt nix gegen den Jungen habe, aber nicht möchte, dass er zu denen geht. Hab ihm das erklärt mit den Flüchtlingen, die Einstellung der besagten Eltern und dass ich den Eltern nicht vertraue und nicht möchte, dass er in diesem Umfeld ist. Und das er eben im Kiga mit dem Jungen spielen kann.
Er war zwar kurz enttäuscht, verstand es aber.
Es ist zwar schade für den Jungen, aber ich möchte nicht, dass Max in diesem Umfeld allein zu Besuch ist. Punkt.
Andere Meinung, kein Problem.
Rassistisch sein, no Go.

  • (24) 29.08.18 - 14:58

    Achso, und tun uns einladen wollte ich ihn auch nicht.
    Bei Kindern kann ja immer wieder was passieren. Denen hätte ich durchaus zugetraut, dass sie mich angezeigt hätten, wenn irgendwas passiert wäre. Ich wollte einfach keinen Kontakt zu dieser Familie.
    Ja, schade für den Jungen, aber da ist mir das Umfeld meines Sohnes wichtiger.

    • (25) 29.08.18 - 19:52

      Ich finde es gut wie Du das gemacht hast, werde aber wohl nicht einen ganz so harten Kurs fahren. Mein Sohn wird definitiv nicht alleine zum Spielen dorthin gehen und mit mir zusammen auch eher nicht. Wenn, dann muss ich klar meine Meinung äußern, wobei das bei denen nichts bringen wird und ich eigentlich besser gar nicht erst hingehe. Zu uns kommen darf der Junge.

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