Ein Kind das alle ärgert

    • (1) 04.09.18 - 20:31

      Hm, hallo erstmal. Bin momentan etwas überfordert... Mein Sohn ist nach der krippe nun in den Kindergarten gekommen. Er kam dort bisher gut zurecht. Seit neustem beklagt er aber dass ein Kind da ist, dass ihn immer schubst. Heute bekam ich raus, dass es noch mehrere Kinder betrifft.
      Heute beim ausziehen sehe ich einen langen blauen Fleck über dem po (wie vom rohrstock zur besseren Vorstellung) auf Nachfrage kam "der l. hat mich vom Stuhl geschubst"
      Es sind momentan 3 Erzieher und 1 praktikant in der Gruppe. Das muss doch wohl in den Griff zu bekommen sein.

      Ich weiß nicht so richtig wie ich reagieren soll. Die Mutter ansprechen, die Erzieher, morgen Abend beim elternabend?
      Aber ich möchte die Mutti auch nicht vor allen bloß stellen. Zumal ich finde, dass da die Erzieher durchgreifen müssen. Sehe ich das falsch? Reagiere ist ich über?

      Ich wundere mich ehrlich gesagt darüber, dass du da noch nicht zur Erzieherin gegangen bist und da mal nachgefragt hast...das ist doch der allererste Gang, wenn sowas ist.
      Am Elternabend sowas ansprechen ist fehl am Platz. Das gehört nicht dahin.

      • Er ist jetzt seit 6.8. in den Kindergarten gewechselt. Seit ca 2 Wochen geht das jetzt ungefähr so. Ich hab das ganze nach 3 Tagen angesprochen. Sie haben das bestätigt. Da ging es aber nur darum dass er meinen Sohn ab und zu schubst. Sie arbeiten dran. Ist ja für alle Kinder eine neue Situation, müssen sich behaupten war die Aussage.
        Seit dem sage ich meinem Kind jeden Tag er soll sich wehren. Aber leider tut er es nicht.
        Gestern nun dieser fette blaue Fleck. Man will ja als Mutter nicht gleich übertreiben... Aber als ich nun hörte dass das bei ihm Gang und gebe zu sein scheint und die geschichte zum blauen Fleck gehört habe ist mir ein wenig der Kragen geplatzt.

        Es wird ihm im leben immer wieder passieren und er muss lernen sich zu behaupten. Daran arbeiten wir.

    (8) 05.09.18 - 02:08

    Leider gibt es dieses Kind, das alle ärgert überall. Sei froh, dass es nur eins ist!
    Exakt die gleiche Situation hatten wir auch mal. Rede mit den Erziehern und mit deinem Kind. Zeige ihm Strategien auf, sich angemessen zu wehren. Es ist oftmals effektiver, wenn solche Kinder von anderen Kindern Gegenwind bekommen, als wenn Erwachsene das regeln.
    Meine Tochter hat betreffendes Kind damals so angeschrien und in seine Schranken gewiesen, dass dieses vollkommen perplex war und sie danach nie wieder gehauen hat! 😂 Das war es schlichtweg nicht gewohnt.
    Es kann für dein Kind eine gute Lernerfahrung werden in Sachen Selbstbehauptung, denn wie schon gesagt, auf solche Kinder werdet ihr immer wieder treffen.

    Alles Gute

    • (9) 05.09.18 - 07:34

      Daran arbeite ich seit 2 Wochen. Ich bin ja auch der Meinung, dass er sich behaupten muss. Er schafft es aber nicht. Aber das kann ja nicht darin enden dass er vom Stuhl geschubst wird und mit fetten blauen Flecken nach hause kommt

Guten Morgen,

meine Tochter hatte auch so ein Kind in der Gruppe. Bei ihm lag es daran, dass er die Sprache nicht gut konnte und deswegen recht unsicher war. Meine Tochter hat einiges von ihm abbekommen.
Wir haben ihr das erklärt und sie hat sich dann ein bißchen um ihn gekümmert, mit ihm gespielt und versucht ihn einzubinden. Ab da war es vorbei mit dem schubsen, bewerfen u.ä. Sie waren alle 3 Jahre zu dem Zeitpunkt.

Vielleicht fühlt sich der andere Junge ausgegrenzt und das ist seine Kontaktaufnahme. Manchmal holen Kinder sich ja auch negative Aufmerksamkeit, hauptsache Aufmerksamkeit.
Ich würde auf jeden Fall nochmal das Gespräch mit den Erzieherinnen führen. Vielleicht bekommt man ja doch raus woran das liegen kann.

Viel Erfolg und ich drücke die Daumen, dass es sich bald legt

NAtürlich die Erzieher an sprechen. Spätestens wenn mein Kind Verletzungen hat, würde ich nachfragen woher die kommen. Bei uns würde (wenn die Erzieherinnen davon wissen) sowas beim Abholen sofort gesagt werden. Mein Großer hat vor einigen Monaten einen Stein ins Gesicht bekommen von einem kleinen Jungen. Das wurde mir geschildert auch dass sie davon ausgehen, dass der kleine nicht gezielt hat sondern mein Sohn da eher zufällig getroffen wurden, aber dass sie das Thema angehen. Damit habe ich mich dann natürlich zu frieden gegeben und nach dem es keine weiteren Vorfälle mehr gab, auch nichts weiter unter nommen. Wenn es aber ein Kind gibt, dass immer wieder mit meinem Kind aneinandergerät würde ich auf jeden Fall das Gespräch suchen.

Mit der Mutter zu sprechen finde ich nicht gut. Sie ist ja auch nicht dabei in den Situationen. Bei unserer oben genannten Situation kam die Mutter auf meinen Sohn zu und hat ihm gesagt wie leid es ihr tut und auch mir. Aber auch da habe ich zu ihr gesagt, dass sie ja genauso wenig wie ich dabei war und dass die Geschicht Thema im Kindergarten sein muss.

Beim Elternabend würde ich es auch nicht das erstemal ansprechen. Da gehört es hin, wenn sich über Monate nichts getan hat.

  • Ich habe es heute früh angesprochen. Sie sagte dass es jetzt schon mehrere Eltern gab, die sich "beschwert" haben. Sie werden versuchen darauf weiter zu achten. Was sie auch schon tun, da es eben schon aufgefallen ist. Sie haben mir zugestimmt, dass es aber so nicht sein kann, dass mein Sohn schon nicht mehr kommen möchte.
    Ich wollte es eben nicht beim Elternabend ansprechen, weil ich denke dass es für die Mutti dann eine ganz blöde Situation ist und sie ja an der Situation im Kindergarten nichts ändern kann. Das ist Aufgabe der Erzieher wenn diese Dinge auftreten dann ein zuschreiten.
    Na ich bin gespannt wie es sich entwickelt.

    • Dann wünsche ich Deinem Sohn, dass es sich ändert und er nicht mehr so viel geärgert wird. Wenn es sich nicht bessert würde ich aber auf jeden Fall nochmals das Gespräch suchen. Wenn nichts gravierendes passiert und es bei kleinen Nicklichkeiten bleibt vielleicht in zwei, drei Wochen. Wenn er nochmals eine Verletzung hat wie gestern sofort.

      Ich hatte eine ähnliche Geschichte. Meine Tochter hatte aufm Rücken von heut auf Morgen einen riesen blauen Fleck, den ich mir partout nicht erklären konnte. Ich bin dann zu den Betreuern, hab morgens das Shirt hochgezogen und hab mal nachgefragt, ob es dazu eine Geschichte gibt. Tatsächlich hat sich rausgestellt, dass ein knapp gleichaltriger Junge aus der Gruppe meine Maus geschubst hat und sie recht stark gegen den Tisch gestoßen ist - ohne dass ein Vorfall bei meinem Kind vorausging. Dem Bub war halt einfach mal danach und meine Maus stand gerade im Weg. Ist ja nicht so, dass mein Kind ein Unschuldslamm ist. Daraufhin habe ich unmissverständlich klar gemacht, dass ich a) über sowas informiert werden möchte und b) dass dies bitte mit der Mutter besprochen wird.

      Man kann seinem Kind wahrlich nicht alles abnehmen. Streitereien gehören genauso dazu, wie Spielzeug wegnehmen. Wenn es dann aber körperlich wird, hab ich dann durchaus Problem damit. Die Mutter entschuldigte sich dann auch, wobei ich das nicht mal erwartet habe. Wir haben drüber gesprochen und dann wars für mich in Ordnung. Mittlerweile sind die zwei Best Buddies und soweit ist alles prima. Ich denke, den Betreuern ist es auch unangenehm auf die Verhaltensweisen der Kinder mit den Eltern entsprechend zu reagieren. Man weiß ja auch nie, wie ein Elternteil bei sowas reagiert.

      Wir bekamen auch schon zu hören, dass die Eltern bitte sich stets darüber im Klaren sein mögen, dass die Angestellten im Kindergarten/Krippe als BETREUER fungieren und nicht als ERZIEHER. Da schluckt man natürlich auch erstmal und es lässt viel durchblicken. Wobei ich in deinem Fall nicht so richtig Einsehen dafür hätte, dass der Fall schon öfter aufgetreten ist und weiterhin dennoch nur beobachtet wird. Nächste Anlaufstelle wäre die KiGa-Leitung. Undzwar zeitnah... wer weiß, wie ein anderes Kind dann irgendwann mal womöglich aussieht. #zitter

      Hoffe, ihr bekommt das bald geklärt.

(16) 05.09.18 - 15:53

Hallo,

Deine Ansprechpartner sind die Erzieherinnen.
Die sind vor Ort bei den Vorfällen und müssen das sofort regeln.

Wenn das Kind nachmittags wieder zu Hause ist, und da Ärger bekommt, ist der Abstand zwischen Tat und Konsequenzen für das Alter zu lang.
Vielleicht ist das Kind zu Hause auch friedlich, dann kann die Mutter das Problem mit dem Schubsen ganz schlecht angehen.

Jeden Vorfall verhindern können die Erzieherinnen nicht. Dafür müsste eine Erzieherin die ganze Zeit auf dieses Kind aufpassen. Ansonsten geht das zu schnell.
Die Erzieherinnen können nur Konsequenzen ziehen.

Am effektivsten ist es, wenn die Kinder sich selbst wehren. Meistens geben solche Rabauken auf, wenn das Risiko besteht, dass sie selbst etwas abbekommen.
Dein Sohn muss das lernen. Selbst, wenn dieses Kind aufhört, gibt es immer wieder neue Rabauken im Kindergarten und später in der Schule.

Dein Sohn kann das Kind auch laut anbrüllen, wenn es ihm zu nahe kommt, wenn er nicht zurück schubsen oder schlagen will. Erstens erschreckt sich das Kind dann und zweitens gucken alle.

Unsere Tochter hatte mit 3,5 im Kindergarten Stress mit einem 5-jährigen, der sie dauernd gehauen und getreten hat. Der bekam dafür zwar jedesmal Ärger von den Erzieherinnen, und seine Mutter war auch alles andere als begeistert, trotzdem hat der Junge erst aufgehört, als unsere Tochter sich endlich mal körperlich gewehrt hat, so dass mal zur Abwechslung er heulend zu den Erzieherinnen rannte.

LG

Heike

(17) 05.09.18 - 23:59

Ich bin echt gespannt, wie es bei euch weitergeht. Angesprochen hast du es ja bereits.

Wir hatten auch so ein Kind in der Gruppe, es war selbst für uns Betreuer zu dritt der absolute Horror, am liebsten hätte man die kleine sich geknebelt auf den rücken gebunden, damit kein anderes Kind schaden nimmt. Das Ding ist ja, das man nicht nur dieses Kind hat, sondern in einer Gruppe 20-25 Kinder zu betreuen sind, die auch die erzieher/sozialassistenten/FSJler/Praktikanten brauchen. Soll heißen, selbst wenn du natürlich ständig hinter dem Kind hinterher bist, kannst du es nicht rund um die Uhr kontrollieren.

Bei uns liegen auch viele Gespräche mit der Mutter ab, doch die war sehr beratungsresistent. Und das Kind war wiederum resistent gegen alles, was wir versucht haben, um es irgendwie in die Gruppe zu integrieren. Das Ende vom Lied war, das dieses Mädchen nach drei Jahren Kiga von den meisten Kindern gemieden wurde, sie war extrem grantig und selbst als Erwachsener, der sich beide Beine für sie ausriss, wurdest du von ihr übelst behandelt.

Ich hoffe für euch, das es besser läuft. Ansonsten hilft es deinem Kind vllt auch, sich mit anderen Kindern in einer Gruppe zusammen zu tun (im freispiel also mit einer Gruppe zu spielen), denn da greifen die älteren Kinder oft ein und unterstützen die jüngeren, die dadurch mut fassen, sich mehr selbst zu wehren.

(18) 06.09.18 - 17:49

Ich antworte dir mal aus Erziehersicht.
Es darf nicht sein, dass ein Kind häufig andere Kinder verletzt. Da kann ich verstehen, dass du besorgt bist und dich ärgerst. Trotzdem kann man als Erzieher nicht immer etwas machen. Man kannst das Kind ja schlecht von der Gruppe isolieren oder den ganzen Tag auf dem Stuhl sitzen lassen. Bei 25 Kindern reicht der Betreuungsschlüssel auch nicht, um das Kind eins zu eins zu betreuen. Als Erzieher kannst du mit Kind und Eltern reden, hast aber sonst wenig Chancen einzugreifen. Selbst eine Vorstellung bei der Frühförderung braucht die Elternliche Einverständnis. Vielleicht ist den Erziehern das Problem auch schon bekannt und sie arbeiten schon dran. Sprich die Erzieher, am besten die Gruppenleitung, darauf an und berichte welche Auswirkungen es auf deinen Sohn hat. Und die Mutter würde ich erstmal aus dem Spiel lassen und zuerst mit den Erziehern sprechen. Vielleicht haben diese schon mit der Mutter gesprochen. Auch kenn ich viele Fälle bei denen die Eltern sehr engagiert sind, ihr Kind in den Griff zu bekommen. Nur ist das leider oft nicht so einfach möglich.
Stärke deinen Sohn noch mal, laut Stopp zu rufen und sich bei Erziehern Hilfe zu holen.
Ich drücke euch die Daumen, dass sich die Situation klärt.

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