Verhalten für einen 5 Jährigen normal ?

    • (1) 28.09.18 - 14:06

      Und zwar geht es um meinen Sohn, der ist 5 Jahre alt. Könnt ihr mir verraten ob das Verhalten so normal ist ?
      Er kann einfach keine 5 Minuten still halten, sitzen, spielen oder sonst was.
      Er geht nur mit Geschreie, blödsinn machen, brüllen, quietschen und rumrennen. Den ganzen Tag.
      Auf der Couch hüpft er im sitzen nur auf und ab oder springt hin Und her. Beim Essen auf dem Stuhl das gleiche... oder er geht währenddessen 3 mal pipi machen um aufzustehen zu können.

      Am schlimmsten ist es beim Besuch, bei Familienmitgliedern. Da ist er so aufgedreht und wie von einer Tarantel gestochen, dass es sich auch ja um ihn dreht. Wenn man sich in Ruhe unterhalten will, schreit er immer dazwischen und wenn nur ein „buuuuh“ ist. Er rennt da immer durch die Wohnung wie ein bekloppter, lacht so laut wie ein startendes Flugzeug und ist generell total hippelig. Natürlich springen viele dann drauf an und toben mit ihm und er wird dann immer und immer schlimmer und kommt zum Schluss garnicht mehr raus.

      Selbst wenn ich ihn mal bis 4 im Kindergarten lasse, ist er danach nicht ausgelastet. Ich bekomme das Kind nicht ruhig und platt.
      Er verstellt auch ständig mal seine Stimme, macht wie ein „blöder“ oder Roboter. Dann mal wie ein Tier. Hauptsache er gibt irgendwas von sich und kann irgendwie rumtoben. Leise mit einem sprechen kann er auch nicht. Der hat ein Organ wie ein Wal.

      Seit der kleine Bruder da ist (10 Monate) ist es noch schlimmer. Wenn jemand an seinen Bruder geht und z.B sagt „ach was ein süßer“ stürzt er sich dazwischen macht wie ein Clown oder hält seinem Bruder das Gesicht zu.

      Meine Nerven liegen blank. Vorallem wenn er den ganzen Tag bei einem ist und nur wie ein Durazelö Hase rumspringt und hüpft, wird man selber total nervös und hippelig. Dadurch schimpfe und mecker ich ihn natürlich auch viel an.

      Wir waren jetzt 2 Wochen im Urlaub. Er war den ganzen Tag draußen und im Meer/Pool und trotzdem war er wie aufgezogen. Besonderes wenn wir dann abends essen waren... das war im Restaurant oft so unangenehm. Vorallem wenn er nur am Tisch rumzappelt und fast alles vom Tisch runterreißt oder alle 2 Minuten nur noch halb auf dem Stuhl liegt.

      Sonst ist er ein lieber netter Junge. Aber ich weiß nicht wo der Fehler liegt ? Bei mir ?? Erwarte ich zu viel ?

      (5) 28.09.18 - 15:29

      Ich würde das Verhalten als nicht normal bezeichnen. In deiner Stelle würde Ich es mit den KIA besprechen.

      Meine Neffe ist mit 5 Jahren und auch als Kleinkind so. Er war, um es ganz hart zu sagen, unausstehlich. Wenn er bei meine Eltern waren zusammen mit mein Bruder und seiner Freundin, waren meine Eltern nach nur ein Paar Stunden fix und fertig. Meine Eltern haben zum Schluss abgelehnt auf ihn aufzupassen, obwohl das Herz meiner Mutter dewegen blutete, aber es war einfach so stressig, das es eine Zumutung war..

      Ich war auch ab und zu zusammen mit meinen Mann gleichzeitig da und was soll Ich sagen, wir sind früher gegangen als es uns lieb war, weil wir es einfach nicht aushalten könnte. Er benahm sich genau wie dein Sohn, vielleicht auch schlimmer. Er hüpfte und tobte in den Möbeln, egal was seine Eltern und meine Eltern gesagt haben. Alle könnten ihn Nett, freundlich, streng etc. ermahnen, nichts hat geholfen. Er könnte nicht still sitzen 2 Minuten. Es war unmöglich eine Konversation zu führen, weil er dann ständig dazwischen geschrien und geredet hat, er hat Purzelbäume durch das Wohnzimmer geschlagen etc.. Alle Türen müssten meine Eltern abschließen, weil er wie ein Wirbelwind durch das Haus tobte. Ständig wollte er was neue haben, Mahlbuch, Puzzel, dann wollte er ein DVD gucken, alles nur eine Minute lang, dann wollte er was anders. Er kam auch auf die Idee plötzlich auf einen hoch zu springen, so das es wirklich weh tat. Den Hund von meine Eltern hat er gejagt, so das der immer weggesperrt wird, zum Schutz des Hundes, wenn meine Neffe im Haus ist. Meiner Mutter hat mit meiner Neffe sehr geschimpft was das angeht, es war ihn aber egal. Nach eine Minute wieder das gleiche..

      Ich habe jetzt auch ein Kind, sie ist noch klein und wir vermeiden es leider zu kommen, wenn mein Bruder und seine Familie bei meine Eltern sind. Es tut mir so leid, weil Ich liebe mein Bruder, aber unser Nerven halten es einfach nicht aus. Meine Neffe rennt meine Tochter hinterher, schreit und tobt, so das meine Tochter anfängt zu weinen und Angst bekomme. Wenn Ich Sie im Gästezimmer schlafen gelegt habe, müssen wir die Tür abschließen, weil meine Neffe trotz Ermahnungen, ständig zu ihr reinläuft. Ist die Tür abgeschlossen, versucht er ständig die Türklinke runter zu drücken. Ein Theater ohne Ende.

      Meine Neffe hat jetzt die Diagnose ADHS bekommen und hat Medikamente bekommen. Meine „ Schwägerin“ möchte ihn aber keine Tabletten geben. Wenn es Dir alles bekannt vorkommt, solltest Du dein Kind den KIA vorstellen.

      (6) 28.09.18 - 16:09

      Moin,

      was soll man da sagen
      erst mal: Du musst Dein Kind nicht nur körperlich auslasten sondern auch geistig. Was habt ihr bisher getan um zu fördern dass er ruhig spielt? Deinem Kind fehlt Aufmerksamkeit und geistige Auslastung und das anscheinend schon lange. Dieses sprunghafte Verhalten kann aber auch ein Hinweis auf Konzentrationsprobleme sein, habt Ihr da irgendwie schon mal mit nem Kinderarzt drüber gesprochen? Was sagt der Kindergarten über sein Spielverhalten?

      Ein Jahr vor der Einschulung würde ich ehrlich sagen: Redet mit dem Kinderarzt, eventuell Überweisung ans SPZ, um abzuklären was man tun kann um ihn zu fördern.

      Liebe Grüße
      WuschElke

    • (7) 28.09.18 - 20:36

      Hallo :) deine Beschreibung trifft so ganz genau auf meinen Sohn zu. Ich habe es viele Jahre als "normal" gesehen, da er mein erstes Kind war und ich keinen Vergleich hatte. Ich selbst war 16 und somit waren auch keine Babys und Kinder im Freundeskreis. Vom Kindergarten kam damals keine Rückmeldung, erst in der Schule wurde ich auf einige Verhaltensmuster aufmerksam gemacht. Eine Psychologin hat dann ADHS diagnostiziert. Wir hätten ihm Medikamente geben können, haben das aber nicht getan. Er war jahrelang regelmäßig in psychologischer Betreuung und wir haben zu Hause einiges geändert. Er braucht sehr sehr sehr viel Aufmerksamkeit und vieles muss man 5 mal (ruhig) sagen bis es klappt. Er ist sehr sensibel und merkt sofort wenn ich gereizt werde, dann wird er es auch von einer Sekunde auf die andere. Uns helfen auch klare Regeln (keine Verbote) die aufgeschrieben oder in eurem Fall aufgemalt werden (gemeinsam mit dem Kind) und ein geregelter Tagesablauf. Jeden Abend reden wir über den vergangenen Tag, sprechen darüber, was toll war und ich lobe ihn für das, das er gut gemacht hat. Auch wenn es jedes Mal das selbe ist und für einen 12 jährigen eigentlich selbstverständlich wäre, wie Wäsche in den Wäschekorb schmeißen, er braucht viel Lob und so klappt es gut. Es helfen auch genaue Anweisungen. "Mach deine Hausaufgaben" zieht weniger als "Hol bitte deine Schultasche und lege schon mal alle Hefte heraus, in denen du eine Arbeit hast. Dann schau ich es mir mit dir gemeinsam an". Ich versuche auch, weniger das zu sagen, das er nicht tun soll sondern das, das er stattdessen tun kann. Statt "schmeiß deine Schuhe nicht einfach in die Ecke" sondern "Stell deine Schuhe dort hin, wo sie hingehören"
      Und Vergeben ist immer sehr wichtig. Man sollte nicht nachtragend sein. Am Abend vor dem Einschlafen ist alles geregelt und man redet über die positiven Ereignisse des Tages. Also kurz und knapp gesagt, viel Lob und Aufmerksamkeit auf seine positiven Eigenschaften haben uns den Alltag sehr erleichtert. Wenn zum Beispiel Besuch kommt und Du schon ahnst, dass er gleich total aufdrehen wird, gib ihm eine Aufgabe, lass ihn mithelfen den Kaffee zu richten. Sag ihm, wie toll er den Tisch decken kann und dass du seine Hilfe benötigst. Lob ihn dafür, wenn er mal 5 Minuten ruhig gegessen hat, nicht schimpfen, weil er "nur" 5 Minuten geschafft hat. Lob ihn auch immer wieder dafür und sehe es nicht irgendwann als selbstverständlich. Ich hoffe ich konnte etwas helfen und habe verständlich geschrieben 😉

    (10) 28.09.18 - 22:42

    Hallo! Ich kenne euch ja nicht und will nicht zu nahe treten, aber kann es sein dass er eure Aufmerksamkeit sucht? Das Problem ist eben oft: negative Aufmerksamkeit ist besser als gar keine, somit ist es ihm lieber er wird geschimpft als nicht beachtet... ich verstehe das schon, gerade mit Besuch, da will man sitzen und quatschen und es klappt aber halt nicht immer...
    Zudem ist er jetzt großer Bruder und das ist auch nicht immer einfach, kenne ich von meinem Großen..
    Mein persönlicher Tipp: nehmt euch mal wirklich richtig Zeit, bietet ein Buch an oder lasst euch auf ein Spiel von ihm ein. Versucht den Teufelskreis aus genervt werden und schimpfen und dem immer wilderen Kind zu durchbrechen...
    Zusätzlich natürlich den kia befragen. Ein Versuch ist es vielleicht wert. Lg

    (11) 29.09.18 - 07:10

    Leider ist es nicht normal, es wird eine Diagnose geben. Ich würde da aber auch gegen die Medikamente für eine Familientherapie. Nach der Pubertät, verwächst es sich.

    (12) 29.09.18 - 14:29

    Selber Erfahrungen habe ich nicht, aber da ich mich grade sehr mit diesem Thema beschäftige kommt mir etwas in den Sinn bei der Beschreibung deines Sohnes.


    Wenn man als Laie deine Schilderungen liest denkt man sofort :ADHS!
    Für mich ist ADHS aber keine direkte Krankheit sondern ein Symptom etwas anderem. Wie z.B. das KIDD Syndrom. Als Säugling spricht man vom KISS Syndrom. Ab Laufalter dann KIDD.
    Kennst du das? Vielleicht möchtest du dich darüber mal informieren, bevor es in Richtung Phsychotherapeut,Medikamte geht?

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