Welche Regeln gegenüber fremden?

    • (1) 12.10.18 - 13:21

      Hallo,
      Welche Regeln und Verhaltensweisen gegenüber Fremden bringt ihr euren Kindern bei? Mein Sohn ist jetzt 5 und bisher war das noch nicht so Thema. Er geht von uns manchmal vom Hof alleine hoch und begegnet anderen Hausbewohnern. Da ist er auch sehr gesprächig was ich auch schön finde weil der Großteil der Nachbarn auch sehr nett sind. Allerdings wohnt auch einer dabei, von dem ich nicht will dass er mit ihm großartig redet. Wie mache ich diesen Unterschied klar? Wir haben zb auch eine Nachbarin die fast schon eine Freundin ist. Wenn die ihm was süßes gibt zb wäre das kein Problem aber bei andren? Wie löse ich das?
      Und auch auf dem Spielplatz oder beim einkaufen: ich finde es nicht schlimm wenn man ein bisschen smalltalk macht aber wo sind da die Grenzen?
      Ich will auch nicht dass er der Bäckersfrau nicht mehr antwortet weil sie fremd ist, wenn ihr versteht worauf ich hinaus will.

      LG

      • Ich würde dem Kind nicht aufdrücken, dass er mit jemandem gar nich reden soll. Kinder sind ja bekanntermaßen ehrlich und meine Tochter würde glatt sagen "Meine Mama hat gesagt, ich darf nicht mit dir reden". Ob das einer weiteren nachbarschaft so förderlich ist, weiß ich nicht... Wenn dieser Mann nichts tut, ist die Unterhaltung mit dem Kind ja nichts Schlimmes. Dein Kind wird selbst merken, wenn der Mann unfreundlich / unhöflich ist und sich selbst fern halten.

        Süßigkeiten oder andere Dinge sollte dein Kind von keinem Fremden annehmen. Wenn aber eine Nachbarin eine Freundin ist, geht sie bei euch wahrscheinlich ein und aus, man sieht sich, trifft sich, unterhält sich. Von "fremd" kann da also eigentlich keine Rede mehr sein.

        Daher würde ich dem Kind klar machen, dass es sich mit den Nachbarn grundsätzlich immer unterhalten kann (das dient auch dem Schutz, denn man hat dein Kind immer hier und da gesehen), dass es aber mit Fremden keine Unterhaltungen führen oder gar etwas mitnehmen soll.

        Unsere Tochter ist noch nicht alleine unterwegs, weiß aber, dass sie mit keinem mitgehen soll, egal unter welchen Umständen.

        • Nee ich sag ihm auch nicht dass er mit besagtem Mann nicht reden soll.
          Aus genau den Gründen die du genannt hast.
          Wir haben auch so einen „Opa-Typ“ im Haus der uns auch schon mal Süßigkeiten gibt.
          Und auch einen weiteren „alten Mann“ der immer sehr nett ist zu allen aber nehmen wollte ich von ihm nichts (starker Raucher und etwas „verwahrlost“). Er kam noch nie auf die Idee uns etwas zu geben aber wenn doch? Hmmm.
          Es heißt ja immer die meisten Verbrechen passieren von Leuten die die Kinder kannten. Daher finde ich es sooo schwierig da einen Mittelweg zu finden zwischen Panikmache und angebrachter Vorsicht.

      Das klappt so nicht.
      Du kannst deinem Kind nur die generellen Regeln beibringen, wie es sich gegenüber Fremden verhalten soll. Diese Regeln gelten aber für ALLE.
      Dein Kind entscheidet dann irgendwann selbst welcher Fremder für ihn ein angenehmer Umgang ist und welcher Fremder für ihn unangenehm ist. Er wird das ganz automatisch selbst regeln. Du musst nur eingreifen falls dein Sohn die Sache übertreibt, z.B.:
      - vollkommen Fremde auf der Straße ohne Vorwarnung umarmen
      - Menschen mit „unklarem“ Hintergrund vom Kind fernhalten
      - Das Kind unterstützen, falls es so gar keine Freundschaften bilden kann und immer nur abseits steht

      Dein Kind wird dich kopieren. Es redet automatisch kaum mit der Person, die du auch meidest (wie denn auch?).
      Unsere Nachbarn fragen grundsätzlich mich oder meinen Mann vorher, wenn sie unseren Kindern etwas schenken wollen. So erwarte ich es auch und so mache ich das auch bei anderen Kindern.
      Ich erwarte von meinen Kindern, dass sie grundsätzlich alle Hausbewohner grüßen. Totquatschen finde ich nicht unbedingt als gutes Benehmen. Hier muss ich meinen Ältesten immer arg bremsen. Er verfällt dann immer schnell in einen Monolog über seine Lieblingsthemen, die in aller Regel wirklich absolut niemanden interessieren. Hier sollte ein Kind also wirklich erkennen, wieviel und was es seinen Gesprächspartner zumuten kann.
      Ansonsten würde ich mit dem Kind dringend darüber reden, welche Themen NICHT besprochen werden dürfen. Glaube mir, das Sprichwort, Kindermund tut Wahrheit kund, ist nur zu wahr. Kinder wissen oft nicht, dass sie über Wissen verfügen, dass doch sehr privat ist und dringend in der Familie bleiben sollte.
      Ach so...Nahrungsmittel jeglicher Art lehnen meine Kinder grundsätzlich ab, es sei denn wir erlauben es ausdrücklich. Das machen sie schon freiwillig. Daher fragen auch immer alle uns Eltern als erstes.

      • Ja ok aber wer gilt als „fremd“?
        Sind das schon die Nachbarn?
        Und welche Art Dinge meinst du die nur in der Familie bleiben sollten?

        • Fremd ist bei mir alles, was nicht zu Familie oder Freunde zählt. Meinem Autisten habe ich es so erklärt: jeder, der schon mal in unserer Wohnung war, ist kein Fremder mehr. Ärzte und Therapeuten sind bei mir absichtlich auch Fremd, obwohl man sie gut kennt...oder sie einen selbst. Nachbarn sind definitiv fremd - außer eben vielleicht die gute Freundin (war die schon einmal in deiner Wohnung?).

          Also mein Ältester hat einem Taxifahrer mal erzählt, dass ich eine Gebärmutter-OP hatte, als wir zufällig an dem KH vorbeigefahren sind. Solche Dinge eben...private Sachen. Er darf von sich erzählen, nicht jedoch von euch.

    (7) 12.10.18 - 13:49

    Hallo!

    Wir haben unseren Kindern von Anfang an Offenheit und Vorurteilslosigkeit gegenüber anderen Menschen vorgelebt. Wer sich nicht als böser Mensch erweist, wird positiv angenommen.

    Ich habe meinen Kindern nie gesagt, dass sie mit jemandem nicht sprechen dürfen.

    Das war auch solange genau richtig, wie die Kinder in der Begleitung von uns Eltern unterwegs waren. Wir haben dafür gesorgt, dass nichts von Fremden angenommen wird, dass man sich nicht einfach so mitnehmen lässt, dass man nicht mit jedem über alles spricht.

    Bewusst thematisiert haben wir erst, als es anfing, dass die Kinder irgendwo alleine waren. Wichtigste „Lektion“ war immer: Niemand darf etwas tun, was ich nicht möchte! Ich darf Nein sagen. Ich achte darauf, ob ich mich mit jemandem wohl fühle oder ob ich ein unangenehmes Gefühl habe. Dann muss ich weggehen.

    Schulweg mit der Frage: Mit wem gehe ich wann wohin wurde geklärt.
    Man nimmt von keinem Fremden Geschenke an, egal was. Ich habe meinen Kindern gesagt, dass sie das, was sie von anderen angeboten bekommen und ausschlagen, von mir bekommen. Das war super erfolgreich.

    Kindergartenkinder plaudern alles aus. Da haben wir zu Hause darauf geachtet, dass die Kinder hören, worüber sie auch problemlos reden können.

    Über Gefahren zu sprechen und zu reflektieren geht nur sehr schwer ohne dass die Kinder verängstigt und blockiert werden.

    Meine Kinder reden auch in Schule und Kindergarten darüber, ob sie von uns angeschrien oder wie sie behandelt werden. Auch wenn sie Dinge woanders erzählt haben, für die ich mich schäme, habe ich sie nie kritisiert. Das ist für mich die größte Gewähr, dass sie mir erzählen, wenn ihnen was unangenehmes passiert. Ich bin mit dem Vorgehen bisher sehr zufrieden, weil das Gefahrenbewusstsein zum richtigen Zeitpunkt da war und keine Ängste da sind, die gutes Miteinander schwer machen. Jetzt fragen mich meine Kinder, warum ich mit jemandem nicht rede und warum ich jemandem aus dem Weg gehe. Dann kann ich das gut erklären.

    Vielleicht beantwortet meine Erzählung ja deine Frage etwas!

    Liebe Grüße

    Judith

    • Ja danke das hilft schon mal,
      Besagter Mann hat leider eine kriminelle Vergangenheit, wie schlimm weiß ich nicht. Er ist trotzdem freundlich zu uns (grüßt) aber ich bleibe skeptisch.

      Mein Sohn war etwa bis er 4 war sehr ängstlich und hat auch in unserem Beisein selten mit für ihn fremden gesprochen, auch wenn es zb alte Bekannte von uns waren mit denen wir dann gesprochen haben.
      Er hat sich jetzt schon sehr geöffnet, was uns sehr freue, und Quatscht jetzt auch mal mit den Nachbarn. Ich will diese Offenheit jetzt nicht wieder komplett unterbinden indem ich ihm
      Vielleicht Angst mache.

      • Er hat sich euch vorgestellt mit "ich bin der Paul und ich hab eine kriminelle Vergangenheit manchmal bin ich auch noch rückfällig!"??

        (10) 12.10.18 - 16:41

        Ich finde, jeder Mensch verdient eine neue Chance. Manch einer bedauert die Vergangenheit und leidet darunter, dass kein Neustart gelingt. Wachsamkeit ist immer wichtig und richtig, aber es können ja auch die „netten“ die Bösen sein. Meine Kinder lernen auch, dass ich mir meine Meinung über einen Menschen selbst bilde und dass die Reden von anderen da nicht das größte Gewicht. Auch das, was irgendwer über irgendwen erzählt, interessiert mich nicht.

        "Besagter Mann hat leider eine kriminelle Vergangenheit, wie schlimm weiß ich nicht. Er ist trotzdem freundlich zu uns (grüßt) aber ich bleibe skeptisch."

        Was heißt denn "trotzdem"? Was spricht dagegen, genauso freundlich zu grüßen oder Smalltalk über das Wetter zu halten? Du hast irgendwas mal gehört - soll dein Kind lernen, dass man auf Getratsche seine Meinung aufbaut?

        Hallo
        es gibt Bücher zu dem Thema z.B. "ich kenne dich nicht, ich gehe nicht mit" die für Kinder ab dem Vorschulalter gedacht sind.
        Wir haben schon vermittelt dass nicht jeder Fremde nett ist, dass es auch mal nicht so nette Menschen gibt und dass man nie mit Jemandem mitgehen darf, nichts von Fremden annimmt etc.
        da muss letztlich jede Familie ihre eigenen Regeln aufstellen
        die zum Kind und dem Umfeld passen

Wir machen da gar keinen Tanz draus. Mein Sohn ist genauso alt und darf bereits alleine zum Spielplatz. Er ist von sich aus eher zurückhaltend und eher ein ruhiger Typ, antwortet aber, wenn jemand ihn etwas fragt. Er spricht ebenso mit dem Bäcker wie mit Nachbarn, wie ich auch. VG

Im Enddefekt, kannst du ihn nur lehren "ohne dich " mit keinen Fremden reden, vorallem nicht mitgehen und nichts Süßes annehmen , nur deine Nachbarfeundin(+Bäckerin) ist es eine Ausnahme mit dem Reden und Süßes, das sie für Euch keine Fremde ist. Lieber mal zu Wortkarg, als zu Naivvertraut.

(15) 12.10.18 - 19:53

Das schon genannte buch dich kenn ich nicht ich gh nicht mit
Knn ich auch empfehlen.

Da gehts zwar eigentlich darum, dass man eben nicht mit fremden mitgeht, aber in dem buch wird erstmal erklärt wer ein fremder ist, z.b will der maler, der in der wohnung seit einiger zeit arbeitet, das kind mit heim nehmen weil es ja regnet. Dann wtellt sich das mödchen fragen über diesen mann, ob er ihn denn auch wirklich kennt. Z.b schläft er im gestreiften schlafanzug? Hat er haustiere? Wie ist sein vorname? Was isst er zum frühstück? Etc.

In dem zusammenhang könnte man besprechen wer in deinem haus ein fremder ist und wer nicht ("freundin"...)

Was die süßigkeiten angeht. Bei uns gilt von fremden gar nichts annehmen!
Von "bekannten" (z.b andere mütter die man vom spielplatz kennt, die nachbarin, etc) dürfen sie annehmen, aber dürfen es erst essen wenn sie es mir gezeigt und gefragt habe !

Da ich das thema auch sehr schwierig finde, machen wir bald ein sicherheitstraining. Vielleicht gibts sowas bei euch in der nähe?

Z.b finde ich schwierig "du darst nicht mit fremden reden, und nciht sagen wo du wohnst" gleichzeitig bringst du aber bei "wenn du dich verläufst oder die mama nicht mehr siehst, geh zu einem erwachsenen oder in ein geschäft und bitte um hilfe"
Ist das nicht ein wiederspruch?!

(16) 12.10.18 - 19:59

Ich denke das mit den Nachbarn regelt sich von allein.
Er merkt doch wen du „nur“ grüßt und mit wem du Smalltalk hälst.

Ansonsten würde ich per se bei allen sagen. Grüßen ja, antworten auch, mitgehen grundsätzlich nicht ohne Mama oder Mama gefragt zu haben. Abnehmen dann eben auch nichts, ohne das Mama nickt.
Dann eben auch nicht von der „netten“ Nachbarin.

(17) 14.10.18 - 20:18

Bei uns gilt auch die Regel, dass Fremde diejenigen sind, die noch nie bei uns in der Wohnung waren oder die ich auch mit 'Sie' anpreche.
Mitgehen (z.B. aus der Kita) darf sie nur mit jemandem, wenn es vorher mit mir/Papa abgesprochen wurde.
Bei Süßigkeiten würde ich sagen, darf das Kind sie annehmen, muss mir/dem Papa sie aber zeigen und dann entscheiden wir, ob es sie essen darf.

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