Kind nimmt Grenzen nicht wahr...:-(

    • (1) 20.10.18 - 11:22

      Hallo!
      Ich mache mir zunehmend Sorgen um meinen Sohn (fast 5). Er ist an sich ein aufgeschlossener, fröhlicher und kontaktfreudiger Junge, der sich für vieles begeistern kann und sich auch sonst gut in Gruppen integrieren kann und Freunde hat.

      Nur fällt mir leider oft auf, dass es ihm schwer fällt die Grenzen anderer zu erkennen bzw zu respektieren. Ich mache mir oft Gedanken, weil ich sein Verhalten manchmal als sehr empathielos empfinde. Auch seine Erzieherin sagte mir, dass er manchmal stänkert (ist ja in dem Alter und in der Gruppe jetzt noch nicht sooo ungewöhnlich), aber eben auch nicht aufhört, wenn das betroffene Kind "Nein" sagt. Sie sagte zwar auch dass sich das empathische Empfinden bei manchen eben etwas später entwickelt, aber ich will nicht erst, wenn er 6 oder 7 ist erst handeln, weil dann in der Schule auffällt, dass da doch was im Argen liegt.
      Auch wenn einer seiner Freunde weint, scheint er es nicht wirklich wahrzunehmen. Auf die Idee mal zu trösten oder (wenn der andere wegen ihm weint) sich zu entschuldigen, kommt erst wenn ich ihn dazu aufforder und das dann auch eher halbherzig.
      Wir haben seit etwa 5Monaten eine Katze. Er liebt Katzen und ist immer sehr begeistert wenn er auf der Straße eine trifft. Im Tierheim waren wir mal um mit den Hunden Gassi zu gehen und waren anschließend im Katzenhaus. Auch da sah man dass er Katzen sehr gerne mag. Nun haben wir eben auch eine und er mag sie auch und spricht auch viel und sehr süß von ihr. Nur fällt mir auch da seine grobe Art oft negativ auf. Ich würde nicht sagen dass er die bewusst quält oder so, aber geht eben auch manchmal einfach nicht so mit ihr um, wie ich es ihm erklärt habe, zB drückt er ihren Kopf oft runter, stört sie beim schlafen, oder begräbt sie unter Decken. Sie ist eine von der Sorte die sich das überhaupt nicht gefallen lässt und selbst wenn ich ihm schon sage "lass das, sie wedelt schon mit dem Schwanz, sie wird dich gleich kratzen..." macht er es immer wieder und heult und schimpft dann, wenn sie eben kratzt oder beißt. Neulich spielte er mir einem langen Wollfaden mit ihr. Irgendwie hat er es geschafft dass sie sich mit ihrem Hinterbein verhedderte und auch zeigte dass sie Schmerzen hatte. Er nahm das wohl entweder nicht wahr oder scherte sich nicht drum, ich kann es nicht sagen. Jedenfalls habe ich jetzt schon ein paar mal mit ihm schimpfen müssen und es ist auch schon ETWAS besser geworden. Dennoch empfinde ich ihn nach wie vor als recht empathielos und merke dass er immer wieder ihm bekannte soziale Regeln nicht einhält. Ich habe nun schon mal irgendwo gelesen dass Tiere quälen (obwohl ich das bei ihm nun wirklich nicht so bezeichnen würde) in dem Alter schon ein Zeichen für eine sozioemotionale Störung sein könnte. Ich will hier nun auch nicht dass mir irgendwer irgendwelche Diagnosen um die Ohren schleudert oder dass mein Sohn schlimmer ankommt als er ist. Dennoch sind es halt Dinge die mir ab und an auffallen und die mich beschäftigen.

      Daher folgende Fragen:
      Ist das wirklich noch im Rahmen?
      Wann hat sich bei euren Kindern die Empathie entwickelt?
      Wie kann ich die fördern?
      Wann sollte ich einen Arzt zur Rate ziehen?

      Danke für's Lesen schon mal!

      • (2) 20.10.18 - 11:38

        Empathie lernen die Kinder auch durch vorleben. Ich habe mal gelesen, dass das so ab 4 los geht, dass man darauf achten soll.
        Wie geht ihr also mit ihm um, wenn er sich wehtut? „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“? oder empathisch, tröstend, auch wenn ihr selbst denkt, es war nicht schlimm?

        Parallel würde von mir aber lediglich ein „siehste“ kommen, wenn die Katze ihm eine langt. Natürlich aber die beiden sofort trennen, wenn ich sehe, dass der Umgang nicht hinhaut.

        Mir scheint aber nicht, dass er sie bewusst quält, eher erkennt er die Grenzen nicht. Das muss er ja auch lernen.

        Ich denke, wenn du dir Gedanken machst, schadet es vielleicht nicht das mal mit dem Kia zu besprechen.

        • (3) 20.10.18 - 13:52

          Ja, leider bin ich alleinerziehend. Er hat also nur mich.
          Ich bin eher von der Fraktion, die nie einen großen Wirbel macht, wenn er sich weh tut. Wenn ich sehe dass es wirklich schmerzhaft war, tröste ich ihn natürlich, aber wenn er zb sich nur leicht gestoßen hat, versuche ich ihn eher abzulenken, es nicht groß zu thematisieren oder erzähle ihm dass ich mich auch schon mal gestoßen habe und das kenne, aber dass es sich nicht lohnt deswegen gleich zu weinen, weil in ein paar Sekunden der Schmerz schon wieder weg ist. Ich versuche ihn auch oft das auf eine lustige Weise sehen zu lassen, weil ich denke dass das Leben mit Humor etwas leichter ist. Also nicht auslachen, sondern eben mit einem Lächeln sagen:"ach, du bist aber auch ein kleiner Pechvogel heute." Meistens muss er dann selber lachen. Ich muss aber dazu sagen dass er da auch echt tough ist und es schon arg weh tun muss bis er weint. Vielleicht fällt es ihm deshalb so schwer das bei anderen nachzuvollziehen. Er weint eher wenn ihn jemand auslacht oder ärgert oder wenn er was nicht darf.
          Aber das ist ja schon mal ein guter Ansatz für mich das zu hinterfragen. Evtl bin ich da wirklich manchmal nicht einfühlsam genug, weil ich selbst auch nicht so empfindlich bin.

          • (4) 21.10.18 - 10:13

            Hm, also wenn du ihn ablenkst, ihm also zeigst, dass Schmerzen keine Beachrung geschenkt werden, dann ist der Part, dass er Freunde nicht bemitleidet ja schonmal sehr logisch.

      Hallo,
      für mich klingt das nicht altersgerecht. Ich würde mir professionelle Hilfe holen.
      Und - ganz wichtig - Kind und Tier NIEMALS unbeaufsichtigt alleine lassen. NIE!
      VG

      • Naja, so arg dass ich die beiden nicht allein lassen könnte ist es wirklich nicht. Er mag sie ja, gibt ihr jeden Abend ein Gute-Nacht-Küsschen, "liest" ihr Bücher vor, streichelt sie und sucht ihre Nähe, nur merkt er nicht dass er der Katze dabei oft zu nahe kommt, zu grob ist oder sie einfach genervt ist. Es ist tatsächlich manchmal ein bisschen wie unter Geschwistern. Manchmal schimpft er mit ihr, weil sie über sein Puzzle läuft und dann freut er sich wenn sie miaut oder in sein Bett hüpft. Es ist echt schwer das zu beschreiben, aber ich kann versichern dass es der Katze sehr gut geht und sie nicht wirkt als hätte sie Angst vor ihm oder dass sie gar vor ihm beschützt werden müsse. Nur muss ich eben auch ab und zu eingreifen, weil er nicht merkt dass sie keinen Spaß daran hat zugedeckt zu werden oder wenn er sie so komisch streichelt etc.

        Ich will das auch nicht verharmlosen, ich bin ja beunruhigt, aber es ist nicht so dass irgendwer vor ihm Angst hat, er als aggressives Kind empfunden wird oder unsozial. Er kommt mit Tieren gleichermaßen wie mir anderen Kindern zurecht, nur eben dieses sich nicht hineinversersetzen können in andere und eben nicht merken wann es nicht mehr lustig ist, macht mir Sorgen.

        • Na ja, da würde ich sagen, er ist wie er ist. Ich denke mal, dass ihm die Katze gut tut. Sie wird sich schon zu wehren wissen. Möchtest du ihn deswegen in Therapie schicken? Vielleicht würde er sich dabei fühlen, als wenn mit ihm etwas nicht stimmt. Ich würde ihm einfach Zeit lassen und auch immer wieder erklären und versuchen, nicht genervt zu sein.

          • (8) 20.10.18 - 16:01

            Ganz genau, Du sagst es #pro!
            Ich dachte auch, dass die Katze ihm gut tut- in jeder Hinsicht.
            LG

            Danke! Nein, bevor ich nicht mit seiner Ärztin gesprochen habe, werde ich ihn nirgends hinschicken oder irgendwas pathologisieren. Er tut ihr ja nicht am laufendem Band weh oder fügt ihr unsägliche Schmerzen zu. Sie meidet ihn auch nicht, kuschelt sogar mit ihm in seinem Bett und er hat sie lieb. Sie darf auch raus, also hätte durchaus die Möglichkeit zu "fliehen" ;-). Nein, ich bin ein Mensch der bei Unsicherheit sich auch viel informiert und hätte ich den Eindruck, dem Tier geht's bei uns nicht gut, wäre ich die letzte die da wegschaut. Er bekommt von mir viel Feedback und ich greife sofort ein wenn ich sehe dass er irgendwas tut, was der Katze nicht gefällt. Zumal sie ja durchaus sich super wehren kann und im Vergleich zu vorher schon viel ruhiger ist. Vor ein paar Monaten durften wir die nicht mal anfassen. Dennoch muss er lernen Grenzen anderer zu erkennen und zu respektieren. Nur wie genau ich das machen soll, da bin ich mir noch unsicher. Ich unternehme Viel mit ihm, fördere ihn und versuche ihn so gut wie möglich bei seiner Entwicklung zu fördern. Seine Erzieherin sagt ja auch es sei jetzt nicht sooo schlimm, aber Sorgen macht man sich trotzdem. Ich werde aber zeitnah das Gespräch mit seiner Ärztin suchen.

        (10) 20.10.18 - 16:06

        "aber ich kann versichern dass es der Katze sehr gut geht und sie nicht wirkt als hätte sie Angst vor ihm oder dass sie gar vor ihm beschützt werden müsse. Nur muss ich eben auch ab und zu eingreifen, weil er nicht merkt dass sie keinen Spaß daran hat zugedeckt zu werden oder wenn er sie so komisch streichelt etc."

        Das sehe ich komplett anders. Die Katze ist ein Tier, kein Geschwisterkind, wie kommst du auf so einen Vergleich #kratz? Nach dem, was du beschreibst, benötigt das Tier definitiv Schutz vor deinem Sohn. Er kann ja in deinem Beisein üben, aber niemals alleine. Katze unter Decken / Wollfaden um den Hals / Kopf runterdrücken - ganz ehrlich, da bedarf es jede einzelne Sekunde deine Aufmerksamkeit, wenn Kind und Tier in einem Raum sind!!!

        • (11) 20.10.18 - 17:32

          Der Wollfaden war um das Bein und das hat nicht er gemacht um ihr wehzutun, das ist beim Spielen einfach passiert. Mein Problem mit der Situation war dass er nicht realisiert hat dass sie Schmerzen hat und dann nicht einfach weiter am Faden ziehen kann. Er spielt halt oft mit ihr und lässt sie den Faden jagen.

          Der Vergleich mit dem Geschwisterkind soll verdeutlichen dass er kein Tierhasser ist, sondern dass er manchmal genervt von ihr ist und manchmal sind sie ein Herz und eine Seele, aber er mag sie und tut ihr nicht absichtlich weh. Das wollte ich damit nochmal unterstreichen, um mal deine Frage zu beantworten. Den Rest würde ich unter "dumme Ideen" verbuchen. Was ich nicht verstehe ist dass er nicht merkt dass sie das einfach nicht mag und deshalb von ihr gekratzt wird. Vielleicht liest sich das alles dramatischer als es tatsächlich ist und nochmals: ich kann dir versichern dass die Katze hier zu keiner Zeit in ernsthafter Gefahr ist, sich aus jeder Situation zu retten vermag und sie hier nicht dauerhaft traktiert wird. Sie lebt ja auch nicht erst seid gestern hier und erfreut sich bester Gesundheit und ist im Vergleich zu vor ein paar Monaten.zu jetzt viel entspannter und zutraulicher geworden. Sie wurde vorher wohl nicht so gut behandelt und daher kann ich sagen dass wir hier kein verängstigtes Tier haben und das Kopf runter drücken ist für ihn eine Art streicheln. Sie ist dann angesäuert und geht halt weg, aber ich frage mich warum er das nicht realisiert, obwohl ich es ihm schon sage.
          Das Thema "Schutz der Katze" können wir daher getrost beenden, da es ihr gut geht und er keine Gefahr für sie darstellt. Das kannst du natürlich anders sehen, aber du bist ja nunmal nicht live dabei, daher verlass dich darauf wenn ich sage: Es geht ihr gut und sie und er müssen auch nicht dauerhaft überwacht werden.

          • (12) 20.10.18 - 17:38

            So eine "dumme Idee" in einem unbeobachteten Moment kann mal schnell tödlich enden für das Tier - aber klaaar, sie wird sich schon wehren, sofern sie dann noch kann....

            (13) 20.10.18 - 17:54

            Und was machst du, wenn deine Katze sich wehrt, indem sie einmal fies durchs Auge kratzt?

            Also ich halte das Verhalten von deinem Kind leider nicht für normal und altersgerecht und würde das mal abklären lassen.

            • (14) 20.10.18 - 18:37

              dann fahre ich mit ihm zum Arzt.
              ich kläre das ab, wie schon geschrieben. Ob es normal ist oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Seine Erzieherin fand es jetzt nicht so ungewöhnlich. es war ja im Rahmen eines Entwicklungsgespräch und sie kennt ihn gut. Sie ist jetzt nicht auf mich zugekommen, weil es gerade so schlimm ist. aber dennoch macht man sich ja so seine Gedanken und abklären schadet nicht.

              • (15) 20.10.18 - 18:40

                Ja, ich maße mir auch nicht an zu sagen, er sei unnormal oder so. Bitte nicht falsch verstehen. Aber wie du schon sagst, einmal dem Arzt vorstellen, schadet ja nicht.

          (16) 20.10.18 - 19:08

          Ich habe jetzt nur überflogen was geschrieben wurde, vllt wiederholt sich was ich schreibe - dann sorry.

          Eines ist mir ganz wichtig: die Katze braucht definitiv eine safe area und diese safe area muss außer Weitreiche deines Kindes sein!

          2. du musst immer dabei sein, nicht nur wegen der Katze. Ich kenne Kinder welche von den Tieren arg erwischt wurden. Ein Kind wurde knapp am Auge vorbei derb gekratzt, hätte es das Auge erwischt dann ohweia.

          Zu deinem Kind: Förderung diesbzgl braucht es ganz bestimmt.
          Und nicht immer verwächst sich alles und nicht jedes Kind ist völlig gesund.

          An deiner Stelle würde ich mich (nur als Lesetipp gedacht,nicht mehr und nicht weniger) mal zum Thema Asperger, ASS belesen und Wahrnehmungsstörungen allgemein.

          Und ich würde Tagebuch führen und in der Kita bitten, dass auch sie Notizen machen. Einige Wochen beobachten und wenn sich Auffälligkeiten summieren, mit dem Kinderarzt sprechen!

          LG und alles Gute

    (18) 20.10.18 - 17:22

    Moin,

    das sehe ich total anders, Du redest immer von Empathielosigkeit, ich finde Dich auch sehr empathielos der Katze gegenüber! Ich finde diese Einstellung gerade bei Katzen schrecklich, "sie wehrt sich schon" ach ... deswegen lässt man das zu, weil sie sich ja wehren kann?

    Nur weil sich eine Katze wehrt heißt es nicht dass man sie nicht vor den Übergriffen schützen muss! Jedesmal wenn sie kratzt wurden ihre Grenzen massiv überschritten und Katzen drohen erst, das heißt ihr langt es in dem Moment schon länger! Und unbeaufsichtigt lassen ... es sind schon einige Katzen gestorben oder schwer verletzt worden weil sie auf einmal einen Wollfaden um den Hals hatten, in Panik gerieten oder ein Kind sich auf sie gesetzt hat. Es reicht dass er sich einmal auf den Deckenhaufen mit Katze wirft und sie ungünstig im Bauch/ Brustraum trifft, ne Katze ist bei weitem nicht so massiv dass sie das unbeschadet übersteht.
    Ich sehe es ehrlich nicht dass Dein Kind mit Kindern oder Tieren "zurecht" kommt, dazu gehört nämlich genau dieses Grenzen akzeptieren.
    Ich würde den Kinderarzt ansprechen, das kann ne emotionale Entwicklungsstörung / - verzögerung sein oder auch ne Sache von Wahrnehmungsstörung und sollte abgeklärt und gegebenenfalls eben passend gefördert werden.

    LG
    WuschElke

    • (19) 20.10.18 - 18:31

      wo liest du dass ich nicht eingreife und es zulasse?
      wo liest du das mit dem Wollfaden um den Hals?
      seitdem darf er natürlich NICHT mehr mit dem Wollfaden Fange spielen, sondern nur die Angel nutzen, was er auch tut.

      dass ich mit seiner Ärztin sprechen werde habe ich doch schon geschrieben. und nochmals: auch ich kann nachts wenn ich nicht ganz wach bin der Katze ungewollt wehtun. Muss ich unsere Katze jetzt allen Ernstes weggeben und denen vom Tierheim sagen:"mein Sohn deckt sie manchmal zu, weil er denkt sie friert sonst!" im ernst? die zeigen mir einen Vogel.
      und wäre ich empathielos, könnte es mir ja egal sein was mit der Katze ist. dann würde ich doch nicht schimpfen, ihn wegnehmen oder mit ihm reden. ich ruh mich doch nicht darauf aus dass sie sich schon wehrt. interpretiert doch nicht immer so viel rein in so eine simple Aussage.
      dennoch gebe ich dir Recht, ich werde es abklären.

      • (20) 20.10.18 - 23:55

        Ich lese es nicht, da hast Du was falsch verstanden. Es ging um die Aussage "ich glaube ich kann sie nicht mehr alleine lassen" ... kann man nie, egal wie empathifähig das Kind ist. Bei Euch war der Wollfaden um die Füsse, aber er ist ach schnell mal um den Hals, ist mir selber beim Spielen schon passiert mit ner "handelsüblichen Katzenangel" und da muss man eben schnell sein und die Situation sofort richtig einschätzen.

        Ansonsten klang es eben beim ersten Lesen anders, wenn dem nicht so ist ist alles gut.

        LG
        WuschElke

(21) 20.10.18 - 18:23

Ich hole mir Hilfe wenn die Ärztin dazu rät. Ich gehöre nicht zu den Menschen die sich verrückt machen lassen. Es kann auch passieren dass ich der Katze nachts mal ausversehen auf den Schwanz trete und sie mich beißt und die Wunde sich entzündet und und und... Wer Angst hat vor solchen Dingen, darf sich kein Tier holen. Es kann vieles passieren, aber dennoch werde ich mich deiner Meinung nicht anschließen aus genannten Gründen. Ich habe auch ein bisschen das Gefühl dass wir aneinander vorbei reden und du Dinge aus meinem Texten rausliest, die ich überhaupt nicht damit sagen wollte oder geschrieben habe. Ich schreive doch nirgends dass ich daneben gucke und mir einen ablache. Ich reagiere. Punkt.
Ich würde mich auch freuen wenn es hier mal nicht überwiegend um die Katze geht, sondern um die Gesamtsituation. Und wenn uch permanent zwischen meinem Sohn und der Katze hocken müsste damit er ja nicht erblindet, dann könnte ich ja nicht mal auf Toilette gehen oder essen kochen. ich verstehe was du mir sagen willst, aber es hilft mir nicht und ist auch nicht meine Art zu denken. Hier werden Sachen reininterpretiert und mir Dinge vorgeworfen, wo ich staune wie man so viel Kreativität und so ein Benehmen an den Tag legen kann. Daher meine Bitte/mein Rat: bitte mal sachlich bleiben und eine gewisse Distanz bewahren.

(22) 20.10.18 - 16:49

Empathie lernen Kinder nur durch das Vorleben. Das bedeutet, dass Eltern den Kindern Bestätigung geben, z.B., dass das gestoßene Knie jetzt echt weh tut und dann z.B. geknuddelt und gepustet wird, der Schmerz hört dann auch schnell auf und muss nicht ewig ausgehalten werden. Wird dagegen diese dumme "Indianer kennen keinen Schmerz"-Idee da vermittelt, lernen Kinder ihre Wahrnehmung falsch zu interpretieren und dies verinnerlichen sie dann leider. Das falsch Erlernte wird als Wahr angenommen und auf andere auch übertragen. Daraus folgt dann, dass dein Sohn eben nicht versteht, dass er der Katze oder anderen Kindern weh tut, denn ihm wurde beigebracht, dass dieses Gefühl dabei kein Schmerz ist und in Ordnung ist. Er verhält sich eben so, wie es ihm beigebracht wurde. Er hat es bereits falsch gelernt, es wird schwer sein das wieder zu korrigieren. Rede mit ihm darüber und erkläre ihm in Schmerzsituationen, dass das echt wirklich weh tut und du das auch anerkennst, man muss aber auch kein riesen Drama drum machen.

Er kann mit der Katze nicht umgehen, da musst du wirklich ein gutes Auge drauf haben. Wir haben zwei Kater hier, die bereits vor den Kindern (2+4 Jahre) da waren. Meine Kinder haben den Umgang auch erst lernen müssen. Da gehört Kratzen und Beißen dazu. Die Katze wird dafür nicht bestraft, sondern dem Kind wird sein Fehlverhalten und die Konsequenz (Kratzen, Beißen) daraus erläutert. Wir haben immer wieder erklärt, weshalb die Katze sich so verhält und weshalb man manches nicht machen sollte. Dazu gehört auch zu sagen, weshalb die Katze das Kind jetzt meidet, z.B. weil sie Schmerzen durch das Kind erfahren hat. Das zu erleben ist schmerzhaft für das Kind, aber lehrreich.

  • (23) 20.10.18 - 17:57

    Ich verstehe was du meinst, aber ich möchte dir erklären wo der Unterschied ist von dem was du beschreibst und dem was ich tue. Ich rede meinem Kind mit Sicherheit NIE ein dass er keine Schmerzen hat, dass er Schmerz runterzuschlucken hat oder dass seine Wahrnehmung falsch ist. Um Gottes Willen. Ich tröste mein Kind durchaus, aber angemessen indem ich ihm sage dass ich da bin, alles gut wird und es gleich aufhört und zur Not puste ich auch. Gar kein Thema. Aber ich erkkäre ihm bei Kleinigkeiten auch dass ich weiß wie weh das tut, aber dass es gleich vorbei ist und er deshalb nicht weinen braucht. Dass manche es anders halten ist für mich vollkommen legitim, denn ich weiss dass Kinder und Eltern unterschiedlich sind und es nicht DIE Erziehung gibt. Ich sehe dass mein Sohn da entspannt ist und verlange ihm nichts ab, was er nicht kann. Ich differenziere ganz klar und reagiere halt adäquat auf den jeweiligen Auslöser. Ich erkenne also durchaus seinen Schmerz an, nur fange ich nicht an wegen jedem bisschen die Situation für meinen Sohn zu dramatisieren, obwohl doch eigentlich nix los ist und das ist auch eigentlich kein Thema bei uns, weil er ja so gut wie nie wegen sowas weint. Er ist eben eher der Typ der wegen einem "Nein" weint. Verstehst du wie ich das meine? Ich versuche meinem Sohn einen entspannten und adäquaten Umgang mit Schmerzen, Frustration etc zu vermitteln und ihn nicht künstlich in der Rolle eines schwer verwundeten zu halten. Das klappt ja soweit recht gut, weil er ja selbst schnell wieder lacht und keine Angst vor motorisch fordernden Situationen hat. Wenn er fällt, dann steht er wieder auf und hat weiter Spaß ohne dass erstmal großes Drama gemacht wird. Und das finde ich toll, da er es vom Babyalter so kennt. Nur kann es natürlich sein dass ich manche Sitautionen zu schnell abwiegel und darauf werde ich jetzt verstärkt achten. "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" ist für mich schon wieder etwas ganz anderes und so denke ich auch nicht.
    Ich erkläre ihm auch immer den Zusammenhang zwischen Katze beißt wenn du sie beim Schlafen störst oder so. Nur irgendwie kommt das nicht so recht bei ihm an. Ich sage ihm natürlich auch:"Schau mal, wenn der XY (Junge aus der Kita) dich haut magst du das doch auch nicht. Und wenn du die Katze so doll knuddelst, wehrt sie sich eben so weil ihr das einfach weh tut." Nir irgendwie schafft er es nicht sein Erleben auf andere zu übertragen. Ich werde aber mal versuchen ihn in alltäglichen Sorgen, zb wenn er wütend ist dass er nur noch einen Keks darf oder eben solche (für mich) Kleinigkeiten, etwas mehr zuzureden und da mehr auf seinen Frust einzugehen oder wenn er wegen etwas traurig ist.
    Und ich gebe dir Recht, die Katze wird natürlich nicht bestraft. Mal sehen wie sich das auf ihn auswirkt.

    • (24) 20.10.18 - 18:19

      Ich finde schon, dass du es runter spielst, wenn er sich weh tut.
      Man kann also Außenstehender nie beurteilen, wie weh es getan hat und wie schnell es nicht mehr weh tut. Und ob er weinen braucht oder nicht kannst du einfach nicht beurteilen.

      Mein Sohn ist tatsächlich eine ziemliche Dramaqueen. Eigentlich sehr zurückhaltend und bloß nicht auffallend, aber wenn er sich stößt kann er schon mal so einen Indoorspieplatz zusammen brüllen. Eigenartigerweise aber immer nur, wenn ich denke, kann ja nicht so schlimm sein. Wenn ich aber wiederum denke „autsch“, ist er erstaunlich schnell wieder gefasst.
      Ich tröste, nehme ernst, ermahne aber schon auch, dass er nicht so arg brüllen braucht ;-)
      Mein Kind wiederum ist extrem empathisch und sensibel.
      Ein bisschen ist das sicher auch Typsache.

      • (25) 20.10.18 - 18:48

        Naja, herunterspielen ist wohl Ansichtssache. ich sage ja nicht:"Ach, du simulierst doch nur!" und wie gesagt, er lacht und ist entspannt und da erziehe ich ihm kein künstliches Männlichkeitsgetue an. sicher ist Schmerz subjekitiv, aber ich denke ich kenne mein Kind da ganz gut und sehe wenn es ihm wirklich weh tut. Dennoch danke für deine Meinung.

Top Diskussionen anzeigen