Wut(Ausbruch) bei 3jährigen

    • (1) 23.11.18 - 22:11

      Guten Abend

      Unser Sohn „flippt“ gerade regelmäßig aus, er wird so richtig wütend mit beißen, laut schreien, Schimpfwörter und hilflosem sich auf den Boden schmeißen.
      So, nun fehlt mir der richtige Umgang damit; ich lese immer wieder man solle die „Kinder begleiten“ — aber wie macht man das richtig. Ich habe ihn heute in sein Zimmer getragen und ihm versucht zu erklären er solle sich ein paarMinuten Auszeit nehmen. Daraufhin wurde er nur noch zorniger, das hat ihn noch viel mehr aus dem Gleichgewicht gebracht.
      Ich möchte nicht unbedingt die Phasen Ansich umgehen, eher suche ich Strategien wie ich ihn richtig begleiten kann.

      Habt ihr Tipps für mich?

      • (2) 23.11.18 - 22:49

        Hallo du Liebe,
        die Kinder bei einem Wutanfall begleiten, heißt: bei ihnen zu bleiben, im Moment des Wutanfalls.
        Setze Dich ruhig daneben und stehe ihm so bei. Und sei unbedingt für ihn da, wenn er sich wieder beruhigt hat. Offene Arme und Verständnis sind dann wichtig- denn der Wutanfall hat ihn viel Kraft gekostet!
        Das Signal sollte sein: Ich verstehe Dich- Dir geht es gerade gar nicht gut, Du bist total gefrustet und wütend. Aber ICH BIN FÜR DICH DA,WENN DU MICH BRAUCHST.

        Worte, Anfassen oder gar Wegtragen in ein anderes Zimmer ist mMn im Moment des Wutanfalls kontraproduktiv. Er wird von Frustgefühlen überrannt, die er noch nicht kanalisieren kann. Die Wut muss raus- und, wenn sie abgeebbt ist, braucht er Verständnis und eine ganz feste Umarmung!

        Denk dran- alles Phase. Auch diese Phase geht vorbei.
        Alles Gute Euch!

        • (3) 24.11.18 - 08:33

          Danke Dir. Aber wenn ich eben bei ihm bleibe „greift“ er mich an, also beißen, treten,etc....

          • Wie reagierst du, wenn er dich angreift? Redest du ihm gut zu? Wirst du auch mal lauter? Hälst du ihn fest? Bleibst du sitzen und hälst das aus?

            Ganz ehrlich, von einem 3 jährigen würde ich mich nicht schlagen lassen.
            Ich finde es gut dass du nach sanften Methoden suchst um dieses Problem zu lösen, aber ich finde nicht dass man als Boxsack herhalten muss, nur weil ein 3 jähriger gerade seine Emotionen nicht ganz im Griff hat. Dann vielleicht eher präventiv arbeiten dass er lernt seine Wut "schonender" loszuwerden/ abzubauen, als dann in der Situation hilflos dazustehen und zu überlegen "Oh je, was mach ich jetzt."

          • (5) 24.11.18 - 19:56

            Dann halte im Zimmer den nötigen Abstand ein, dass er Dich nicht erreicht.
            Sollte er trotzdem zu Dir rennen und treten, beißen ect, verlasse das Zimmer, aber sage ihm, dass Du für ihn da bist, wenn er Dich braucht und sich beruhigt hat.

            • (6) 24.11.18 - 20:07

              Und, mir fällt noch ein: schau am Anfang des Wutanfalls auf die Uhr!
              Die Dauer eines Wutanfalls kommt Einem unendlich lang vor- beim Blick auf die Uhr , davor und danach, fällt Einem auf, dass es nur 5 Minuten waren!
              Das beruhigt ungemein! Beim nächsten Mal weisst Du: In 5 Min ist es vorbei!

          (7) 13.12.18 - 10:25

          Huhu,
          Mein Sohn bekommt 1x die Woche Therapie. Er ist kognitiv und körperlich weiter als sein Alter. Ist emotional aber im Ungleichgewicht (Geburtstrauma) und hypersensibel. Da sind Wutanfälle vorprogrammiert. Ich bleibe stetig im Wutanfall bei ihm. Schraubt er sich aber so hoch,dass er mich schlägt,tritt oder beißen möchte setzte ich ihm klar MEINE GRENZE. Also auf Augenhöhe hebe ich meine Hände vor meinen Körper als klare Grenze und sage in einem anderen Ton "Stop!Hier ist meine Grenze!" Er darf und soll seine Wut auch raus lassen. Es darf natürlich kein anderer zu Schaden kommen. Wenn der Wutanfall vorüber ist sprechen wir auch darüber und er kann auch äußern woran es lag. Wichtig ist,dass dem Kind keine Schuld nachgetragen wird. Danach nehmen wir uns immer ganz doll in den Arm.
          Wenn er nur bockig ist und anfängt mich zu hauen oder Gegenstände auf mich zu werfen,dann sage ich ihm klar was er alternativ machen kann. Klappt es nicht dann sage ich klar "Ich möchte nicht das du .....machst,dann muss ich jetzt deinen Spielkreis verlassen".
          Das klingt vielleicht komisch aber es geht. Meine Therapeutin macht es auch so.

          Auch die Phasen gehen vorüber. Bei jedem Kind sind sie unterschiedlich ausgeprägt :-)

          Dir alles Liebe

    Ich würde nicht zu sehr nach Lehrbuch gehen, sondern einfach versuchen selbst rauszufinden, wie man mit seinem Kind in der Situation am besten umgeht.
    Erstmal würde ich mir die Kontextfaktoren angucken. Wie ist mein Kind vom Typ her? Warum rastet er so aus? Was funktioniert bei ihm am besten und womit fühle ich mich wohl? Welche Motivation steckt dahinter? Will mein Kind mich gerade nur zu irgendeiner Reaktion bewegen (zb Aufmerksamkeit oder dass ich zu irgendwas ja sage, was ich gerade verboten habe), kann es nicht mit Frust umgehen, imitiert es gerade ein anderes Kind aus der Kita oder nimmt es schon wirklich unkontrollierbare das Kind übermannende Tendenzen an. Es gibt ja durchaus Kinder, die solche Reaktionen dazu nutzen um ihren Willen durchzusetzen und damit einfach Druck aufbauen wollen. Daher finde ich es immer wichtig das Kind zu beobachten und die Gesamtsituation zu erfassen. Dann kann man auch entsprechend nach Lösungen suchen.
    Solche heftigen Ausraster kenne ich persönlich von meinem Kind nicht, aber wenn er sich so reinsteigern würde, würde ich erstmal schauen ob es schon irgendwelche "Vorboten" gibt (Mimik, Verhalten...) für seine Ausraster und meinem Kind da schon zuvor kommen, bevor die Stimmung kippt und er sich nicht mehr einkriegt. Sei es, dass ich ihn gezielt anspreche, zB. "Ich merke dass du sauer bist, aber ich möchte nicht dass du jetzt wieder so ausrastest!" (einfach das Kind dann ansprechen wenn es noch zugänglich ist und nicht warten bis er richtig loslegt) oder dass ich ihn ablenke, indem ich ihn vielleicht eine banale Frage stelle oder eine Aufgabe gebe.
    Sollte das nicht möglich sein, würde ich tatsächlich mein Kind entweder toben lassen oder eben ganz laut "STOPP!" rufen, weil hauen und treten lasse ich mich bestimmt nicht und auch wenn er wütend ist, gibt es Grenzen. Wenn er meint er muss sich wie der tasmanische Teufel verhalten, soll er, aber das kann er nicht an mir auslassen und da würde ich auch nicht daran denken ob er jetzt Begleitung für dieses Theater braucht, sondern zusehen dass ich nicht verletzt werde. Also, rausgehen und ihn halt sich abreagieren lassen (die Konsequenzen für kaputtes Spielzeug und schlechte Stimmung muss er ja dann tragen) oder eben verbal klar sagen dass es so nicht geht. Hinterher wird natürlich drüber gesprochen. Wie gesagt, so würde ICH vermutlich reagieren, aber ich kenne solche Ausraster, wo man sich total vergisst, von meinem Kind nicht und würde sie wohl auch nicht lange dulden, da ich mit zu lautem Geschrei nicht so gut zurecht komme, aber ich finde es immer schwierig zu sagen "So und so musst du es machen", weil jedes Kind anders ist und was anderes in unterschiedlicher Intensität braucht.

    • Danke Dir.
      „Hinterher wird natürlich darüber gesprochen „ auch hier weiß ich Nicht so recht wie ich das angehen soll, denn es ist als hätte er 5 Minuten später alles vergessen.

      Es sonder völlig unterschiedliche Gründe und ich glaube in einem Großteil der Fälle kennt er nicht mal selbst den wahren Grund.

      • (10) 24.11.18 - 08:46

        Ja, man muss immer alles 1000 mal sagen bis es verstanden bzw verinnerlicht wird. Man kann sich nur immer wieder wiederholen.
        Deshalb meine ich ja: Bevor die Stimmung kippt, gezielt ansprechen. "Denk daran was wir vorher besprochen haben!"
        Verschaff dir Aufmeeksamkeit, zur Not auch mit erhobener Stimme. Wenn du in solchen Sitautionen den selben Tonfall hast, wie in alltäglichen Situationen, dann wird er nicht verstehen dass du jetzt etwas wichtiges zu sagen hast. Man muss nicht brüllen, aber der Tonfall sollte sich ändern.
        Ansonsten wie gesagt: erstmal beobachten!
        Gibt es Konsequenzen für sein Verhalten?

        (11) 24.11.18 - 09:38

        Hey

        Wir hatten bis jetzt wenig intensive Ausraster.
        Meist kommen sie wenn er müde ist und der Tag lang war. Und dann will er nicht die Treppen hoch laufen, sich nicht ausziehen, oder er will noch im Kindergarten bleiben oder er möchte mit seinem Kitafreund gemeinsam bis zum Kitaeingang laufen, der ist aber schon längs weg!
        Das sind so Sit. wo dann die Stimmung kippen kann.
        Manchmal klappt es dann mit Ablenkung oder einer Erklärung warum das jetzt nun gerade so ist und manchmal hilft auch ne Aussicht auf was Tolles ( z.B. zum Bäcker fahren.

        Wenn er dann doch mal, für mich aus nichtigen Gründen zusammen bricht, biete ich an in meine Arme zu kommen. Und ich benenne seine Gefühle und erkläre das ich ihn verstehen kann.
        Wenn aber bei ihm kein rankommen ist, sitz ich daneben und warte ab( nur Zuhause, nicht in der Kita)
        Reiche ihm manchmal ein Kissen zum drauf hauen, denn ich möchte trotz allem nicht gehauen werden- kommentiere das mit einem "Nein" und schiebe ihn von mir. Kann aber auch sein das ich den Raum verlasse, wenn es mir zu bunt wird.

        Wenn er sich beruhigt, nehme ich ihn aufn Schoss.
        Frage zum Beispiel: Was ist denn nun passiert?
        Was du so wütend/ traurig, weil das und das passiert ist?
        Dann entsteht öfters ein kleiner Dialog.
        Ich kann dich verstehen, aber manchmal ist das leider so.
        Mama wäre da vielleicht auch traurig/ wütend etc.
        Erklär ihm dann aber auch nochmal die Regeln/ oder die Möglichkeiten die er hat um seinen Wutausbruch zu bewältigen.

        Aber wie du siehst, handhabe ich es bei jeder Sit. irgendwie anders und versuche es auf die Sit. abzustimmen
        Ich hoffe dennoch du findest ein paar Ansätze die bei euch passen!

        Lg Thommy04

(12) 24.11.18 - 11:46

Hab das gestern auch so erlebt mit auf den Gehweg legen und blöd gaffende Spaziergänger. Mein Sohn wirft sich dann egal wohin und ist in der Situation dann oft 20 min echt in Gefahr - lässt sich dann aber auch nicht greifen. Gestern ging es darum aussteigen vom Auto, Parkschein bezahlt. Er lief los - einfach so. Ich sagte er muss an der Hand laufen da vielbefahrene Straße und das Drama nahm seinen Lauf. Er läuft dann extra schnell weiter und ist gefährdet- hab ihn dann geschnappt und ins Auto gesetzt zuvor noch die Einlage am Gehweg während ich das Auto aufsperrte. Schrie dann bis zu Hause rund 20 min durch. Es ist so Nerv aufreibend und Lösung hab ich auch nicht. Ist bei Müdigkeit meist so aber man kann nicht immer danach planen.

  • (13) 24.11.18 - 19:53

    Die Leute haben bestimmt nur geschaut ob du reagierst, weil dein Kind gerade im Begriff war sich zu gefährden. Und du hast deinen Job ordentlich gemacht. Wahrscheinlich haben sie nur anerkennend (manche vielleicht auch ein bisschen belustigt oder bemitleidend) zu dir geschaut. So stelle ich mir das immer vor, hilft ungemein.

(14) 24.11.18 - 19:43

Am Ende gibts nicht „die Methode.“ Du solltest irgendeinen Umgang finden der zu dir passt, wo du 100% dahinter stehst. Wenn du nämlich nicht authentisch bist, wird dein Kind das spüren und sich unsicher fühlen.

(15) 26.11.18 - 13:46

Ich glaube das hat ganz ganz viel mit deiner Haltung und deiner Ausstrahlung zu tun.

Ich versuche immer, Verständnis zu zeigen. Dazu kann man auch vergleiche ziehen. Das Kind will etwas unbedingt haben und da kommt jemand und sagt Nein. Boah, doof! Stell dir vor, du siehst etwas im Laden und es fühlt sich an als wolltest du schon immer genau diese eine Sache in deinem Leben: Und dann nimmt jemand anderes das letzte Exemplar. Uff, fühlt sich an wie ein Schlag in die Magengrube.

Du musst gar nichts sagen. Aber deine Haltung, deine Mimik, deine Gestik kann dann ganz authentisch widerspiegeln: Vielleicht habe ich das genaue Problem nicht verstanden, aber ich sehe, du bist so verzweifelt/traurig/wütend. Ich weiß, wie sich das anfühlt.
Sei der Fels in der Brandung: Ich weiß, das geht vorbei. Wir schaffen das. Zusammen.

Hoffe man versteht was ich meine. Also das ist so meine innere Haltung dazu.
Was man dann tut. Das hängt vom Kind ab. Manche wollen sanft festgehalten werden, manche darf man bloß nicht berühren. Man kann oben Geschriebenes als leises Mantra immer wiederholen, bei manchen Kids sollte man aber lieber ganz still sein. Das ist ganz individuell.
Das verstehe ich unter begleiten. Einfach da sein, nicht panisch werden oder verzweifelt oder alles versuchen, damit das Kind still ist. Das Kind darf toben und wüten und weinen (in einem gewissen Rahmen, dazu gleich) und du akzeptierst alle diese Gefühle und bist einfach da, bis es vorbei ist.

Natürlich soll er dir nicht wehtun. Nach einem Wutanfall kann man das gut ansprechen "Weißt du noch vorhin, da warst du so sauer auf mich. Das hat sich ganz schön doof angefühlt, ich weiß. Allerdings möchte ich nicht von dir gehauen werden, das tut mir weh. Beim nächsten Mal versuch doch mal ganz fest mit dem Fuß aufzustampfen/ in ein Kissen zu boxen/ ein Kuscheltier zu beißen..." übt das im Rollenspiel. Das muss man viele Male sagen, damit es dann in der Wut auch zu ihm durchdringt. Aber wenn du ihm dann das Kissen hinhälst, weiß er irgendwann Bescheid.

hey,

also bei meiner tochter ist es ähnlich. sie hat seit sie ca.2 jahre ist brutalste wut/trotz/schreianfälle - mittlerweile ist es zum glück weniger geworden aber es war echt schlimm - ich war deswegen auch beim Kinderarzt und der meinte das es "normal" sei solanger die Kinder nicht das Bewusstsein verlieren oder die augen verdrehen...unsere hat teilweise ohne grund sich einfach hingeschmissen und getobt manchmal hab ich sie einfach toben lassen und manches mal hab ich sie gaaanz fest in den arm genommen das hat geholfen aber immer einige zeit gedauert. mittlerweile ist es aber viel besser geworden.

drück dir die Daumen das es bald besser wird.#klee

lg engel

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