3jährige lügt absichtlich

    • (1) 26.11.18 - 13:27

      Hallo zusammen!

      Mich würde mal eure Meinung interessieren.

      Vor ein paar Wochen saß ich mit meiner Tochter in ihrem Zimmer und wir haben gemalt. Ich bin dann kurz rausgegangen und als ich wieder kam, war da ein dicker roter Strich an der Wand. Ich konnte noch gar nicht reagieren, da fängt sie an zu weinen und sagt: "Mama, war das!" Ich habe überhaupt nicht geschimpft, wir haben dann zusammen die Wand sauber gemacht. Abends hat sie Papa dann erzählt, dass Mama die Wand angemalt hat. #gruebel
      Wenn ihr mal irgendwas kaputt geht oder auch nur Kleinigkeiten passieren, wie z.B. dass ihre Jacke vom Haken fällt, schiebt sie es immer auf andere. Meistens nennt sie Namen der Kinder aus dem Kindergarten (die natürlich gerade nicht da sind ;-) ).

      Heute Morgen fragt sie mich, ob heute Kindergarten ist, denn Oma hätte gesagt, dass der Kindergarten heute zu hat.
      Vorgestern hat sie erzählt, dass Papa sie gehauen hat (er war noch nicht mal in ihrer Nähe).

      Soll ich das alles nur als Geschichten abtun? Ich weiß langsam nicht mehr, wie ich darauf reagieren soll...

      Sie ist jetzt 3 Jahre und 3 Monate alt.

      #danke

      • Musste gleich an Madita denken! ;-)

        Unser Großer hat diesen Sommer (knapp 5) mit Kuli die Kinderzimmer-Wand verziert. Wunderbare Strichmännchen und meinte dann, das wäre sein zweijähriger Bruder gewesen. Nice try! ;-)


        Ich würde mir keine Sorgen machen, aber sie schon korrigieren.
        "Nein, ich war das nicht. Ich hab die Wand nicht angemalt. Wer war das in Wirklichkeit?"

        Wir haben unseren Großen auch oft gefragt, ob er sich da gerade eine Quatschgeschichte ausgedacht hat. Das ließ ihn das Gesicht wahren.

        Hinter so Sachen wie mit dem geschlossenen Kindergarten könnte einfach ein Wunsch stecken. Mit 3 hat sie ja wahrscheinlich noch keinen guten zeitlichen Überblick über Wochenenden und Werktage.

        Beobachten, klar. Rückmeldung geben, dass man die Lügen durchschaut.
        Aber das geht vorbei bzw. wird weniger, wenn sie die Regeln des Schummelns mal verstanden haben.

        LG Jelinchen

        Also ich würde negative Phantasiegeschichten, worin andere beschuldigt werden oder was erfunden wird nicht so hinnehmen....da hätte ich sehr viel Rede-und Klärungsbedarf mit dem Kind. Es spricht nichts gegen Phantasie, aber Phantasiebeschuldigungen gehen zu weit....wenn das Kind im Kindergarten Geschichten erzählt, wie Papa hat mich gehauen etc., kann böses nach sich ziehen und unter Freunden, viel Freundschaften kosten.

        Meine Tochter ist gleich alt und macht das auch. Genau das mit dem Wand anmalen und am Ende wars der Plüschhund;-)
        Wenn Sie Fernseh schauen möchte, behauptet sie schon auch mal sie sei krank. Inklusive Fakehusten. Ich denke sie können das in dem Alter noch nicht so genau unterscheiden. Sie spielt ja auch den halben Tag dass sie irgendjemand anderes ist. Dass man nicht alles glauben kann, was Dreijährige so erzählen ist doch klar. (So von wegen im KiGa erzählen der Papa hat mich gehauen). Meine Tochter erzählt gerade, dass sie in Südamerika war, da eine Anakonda gestreichelt hat und dann mit den Oktonauten in der Dunkelzone war. Ich finde das ziemlich normal.

        • Oh ja, das gibt es bei uns auch noch. "Ich bin krank" wenn sie mit Fernsehen auf die Couch möchte und dieser Fake-Husten, weil sie eins von den leckeren Hustenbonbons möchte.

          Da bin ich ja froh, dass ich nicht alleine bin. #schein

      Mein Sohn macht das auch seit kurzem. Er ist 2,5.
      Ich hab neulich den Küchentisch abgeräumt und er hat noch einen Joghurt gegessen. Der Papa war im Nebenraum.
      Da sag Ich zu meinem Sohn "Ach hast du schon den ganzen Joghurt aufgegessen" und er nur "Nein Papa aufgesst"
      Oder er sagt auch oft dass ihn unsere Katze gekratzt hat und will dass ich Puste. Ich weiß da auch nie wie ich reagieren soll.

    • (7) 27.11.18 - 08:57

      Hallo,

      das ist eine Phase, die die Kinder in dem Alter durchlaufen.

      Dazu gehören nicht nur Monster unterm Bett und ähnliches, sondern, bei manchen Kindern, auch, dass man Dinge, die man lieber nicht gewesen sein will, auf andere schiebt, oder dass die Kinder maßlos übertreiben, um zu verdeutlichen, wie gemein sie sich von jemandem behandelt gefühlt haben.

      Das kann einen Haufen Probleme verursachen, wenn das Kind z.B. behauptet, die Eltern oder die Erzieherinnen würden es schlagen, und andere Erwachsene das unbesehen glauben und meinen, das arme Kind retten zu müssen.

      Wir haben mit unseren Kindern damals mehrfach eindringlich besprochen, dass sie keine Unwahrheiten über andere Leute erzählen dürfen, und auch geschimpft, wenn sich heraus gestellt hat, dass sie es taten.
      Erstens wollen die Kinder ja auch nicht, dass jemand behauptet, sie hätten etwas getan, was sie nicht waren und zweitens glaubt ihnen keiner mehr, wenn sie ausnahmsweise die Wahrheit sagen, wenn sie ständig lügen.

      Es ist auch sinnvoll, mit den Kindern zu besprechen, was denn passiert, wenn sie einen Fehler machen und ihn zugeben, damit sie die Angst davor verlieren.
      Anfangen sollte man damit, dass man sie lobt, wenn sie einen Fehler zugegeben haben.
      Es ist sowohl bei uns zu Hause, als auch in der Schule oder im Kindergarten immer so (gewesen), dass Kinder, die ihre Fehler zugeben, besser wegkommen, als die, die lügen und wo sich nachher heraus stellt, dass sie es doch waren.

      Es gibt auch Bilderbücher zu dem Thema. Mir fallen nur gerade keine Titel mehr ein. Da kann man vielleicht mal im Buchhandel fragen.

      LG

      Heike

      • Für Dreijährige find ich das ein bisschen zu viel verlangt. Sie können sich noch nicht in jemanden hineinversetzen, sie werden also Geschichten nicht auf sich selber beziehen können. Vor mir muss aber grundsätzlich keiner Angst haben, egal ob er was zugibt oder nicht. Das ist mir wichtig. Die Konsequenz ist allerdings die Gleiche. (In diesem Fall würde ich die Filzstifte erstmal wegräumen).

    (9) 27.11.18 - 12:26

    Ich glaube es gibt kein Kind, welches nicht diese Phase durchlebt. Die Eltern sind geschockt wenn der Nachwuchs dann überall stolz verkündet, dass er geschlagen wurde und niemand weiß eigentlich, wovon das Kind redet.
    Erzieherinnen/Lehrer kennen diese Geschichten. Ich bin mir sicher, sie hören das sehr, sehr oft und können Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden. Kinder haben eine andere Wahrnehmung.
    Wenn also dem Papa sofort brühwarm erzählt wird, dass Mama die Tapete bemalt hat, dann könnte Mama mit dem Kind zusammen dem Papa erzählen, was am Tag alles passiert ist. Irgendwann kommt man zu dem Punkt des Malens und dann kann man ganz normal erzählen, dass Mama mal kurz den Raum verlassen und das Kind sich kreativ betätigt hat in der Zeit - aber die Sauerei wurde erfolgreich beseitigt.

    Ich persönlich würde schon reagieren, wenn ein Kind vor meinen Augen die Unwahrheit sagt. Das zu ignorieren führt irgendwann zu regelmäßigen Lügen. Wie soll das Kind lernen, dass lügen falsch ist?

    (10) 27.11.18 - 13:20

    Ich denke in dem Alter denken Kinder noch kaum darüber nach, was sie sagen, sondern wollen damit eher eine bestimmte Wirkung erzeugen.

    Ein Kind weiß beispielsweise, dass es einen Keks bekommt, wenn es sagt "Nein, ich hatte noch keinen". Es denkt möglicherweise gar nicht über die Frage nach, sondern nur darüber, welche Konsequenz seine Antwort hat. Es möchte einen Keks, also sagt es das, was es eben sagen muss, um einen zu bekommen. Das hat nichts mit dem später erlernten lügen zu tun, bei dem man absichtlich etwas sagt, um den anderen zu täuschen. Das können die meisten in dem Alter noch gar nicht.

    So könnte es auch sein, wenn sie behauptet, der Kiga hätte zu. Es ist eben ihr Wunsch, nicht hinzugehen und wenn der zu hat, dann muss sie ja nicht - Problem gelöst ;-)

    Klar ermutigt man Kinder sehr dazu, andere zu beschuldigen, wenn man zB häufig schimpft, dann wollen die Kinder das natürlich umgehen und sagen was sie eben für nötig erachten, damit sie keinen Ärger bekommen.

    Rede mit ihr darüber. Aber ganz neutral. Sag einfach, wie es denn aus deiner Sicht aussah oder mache sie darauf aufmerksam, dass xy gerade gar nicht da ist. Frag, ob es etwas ist, was sie wirklich gesehen hat oder ob sie sich das wünscht oder ob sie sich Quatsch ausdenkt. Dann lernt sie, dass es Unterschiede gibt zwischen Realität, Wunschdenken und Fantasie.

    (11) 28.11.18 - 03:51

    Hallo,
    Das klingt für mich so als würde sie einfach austesten, wie weit sie damit kommt, also wie du auf ihre "Geschichten" reagierst. Bewusstes lügen ist das nicht. Daher sehe ich das jetz nicht so arg. OK mit dem schlagen, das ist schon wirklich doof, da würde ich ihr schon sagen, daß stimmt nicht und das darf sie nicht einfach so sagen, und ne kurze Erklärung dazu geben.

    Ich denke das ist normal! Bei manchen Kindern hat das tatsächlich was mit vermeiden einer "Schelte" zu tun, wenn sie z.b. Eltern haben die bei geringfügigen Fehlverhalten ggf. schon einschüchternde Gesten einnehmen oder zu scharfen Ansprachen / Schimpfen neigen. Zum anderen bekommen sie es früher oder später durch andere mit, selbst durch uns. Wie im Alltag überall mal geflunkert wird. Teilweise ist das uns selbst nicht mal mehr als solches bewusst. Ich bin z.b. sehr ironisch und viele Kommentare von mir auch. Jetzt sieht mein Kind, ich hab irgendwas versehentlich kaputt gemacht oder irgendwas ist passiert was ganz klar ich gemacht hab. Mein Mann kommt nach hause und fragt wer das war. Es ist aber aufgrund dessen was vorliegt klar, dass es nicht vom Kind stammen kann... weil z. B. fürs Kind unerreichbar gelegen oder zu schwer. Dann bin ich auch schonmal jemand der die Augen verdreht und mit Grinsen antwortet "der Weihnachtsmann, wer sonst" oder "deine Mutter" wissentlich das die gar nicht da gewesen ist. Mein Mann versteht die Ironie die er selbst auch mir gegenüber anwendet... unser Kind kann Ironie noch gar nicht verstehen! Also denkt er ich schieb das aktiv als Lüge auf andere. Weil er Spaß nicht vom Ernst genommenen unterscheiden kann.

    Mein Sohn ist vor ein paar Wochen beim spazierengehen mit mir auf gerader Strecke hingefallen. Folge, aufgeschürftes Knie. Als Papa heim kam, meinte ich "zeig mal was heute passiert ist mit deinem Knie"... Papa sieht es "oioioi, wie ist das denn passiert?" - Was antwortet unser Kind "Krippe buh gemacht!" und zeigt im Wohnzimmer theatralisch wie er zu Boden stürzt um zu zeigen wie das abgelaufen ist. Es war ein Samstag! Mein Mann hochgezogene Augenbrauen: "Krippe? Wann warst du heute denn in der Krippe?" .... er "gestern"... und mein Mann "und wenn du gestern in der Krippe warst und dir heute weh getan hast, wie kann dass dann in der Krippe passiert sein?" .... Kind (2 Jahre 8 Monate) zuckt die Achseln "weis nicht mehr! einfach buh gemacht!" Bei ihm stammt JEDE Verletzung die er hat immer aus der Krippe! Selbst die die definitiv nicht von dort stammen können!

    Kinder sagen zwar in den ungünstigsten Momenten wie Betrunkener die Wahrheit... und dann wenns am peinlichsten wird! Aber wenn es um sie selbst geht, was sie selbst angestellt/gemacht oder sonst was haben... da müssen sie erst noch lernen Lüge und Wahrheit zu differenzieren.

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