Ausgrenzung in Kita durch „Freundinnen“

    • (1) 08.12.18 - 00:59

      Achtung lang!

      Guten Abend,

      ich liege hier noch wach, weil mich die Situation meiner Tochter in der Kita gerade sehr beschäftigt.
      Meine Tochter geht seit April 2015 in die Kita, hat dort auch auf Anhieb Freundinnen gefunden und eine sogenannte beste Freundin. Sie hat sich immer wohl gefühlt, es gab die üblichen Zickereien unter den Mädels, aber alles in allem kamen alle gut miteinander zurecht.

      Seit August diesen Jahres ist das anders, denn meine Tochter Mia wird erst 2020 in die Schule gehen und ist somit kein angehendes Schulkind, ihre anderen Freundinnen aber schon.
      Seitdem wird sie ausgegrenzt:
      Es wird untereinander geflüstert, nur Mia darf es nicht wissen.
      Sie darf plötzlich nicht mehr mitspielen.
      Sie darf die Sachen der anderen nicht benutzen, die anderen untereinander aber schon.
      Sie darf ab und an mitspielen, was dann aber an Bedingungen geknüpft ist.
      Sie muss das tun, was gesagt wird.
      Sie darf mitspielen, wird dann aber veräppelt.

      Ich muss sagen, die Erzieher haben mich schon darauf angesprochen und wenn diese solche Vorfälle mit bekommen, positionieren sie sich ganz klar an Mias Seite. Im Team wurde diese Situation wohl auch schon besprochen.

      Am Donnerstag brachte ich Mia zur Kita, die anderen Mädchen waren gerade am Fangen spielen. Die „Anführerin“ und Mias sogenannte beste Freundin sagte dann noch, dass Mia aber mitspielen dürfe.
      Ich verabschiedete mich von Mia, traf im Flur aber noch eine andere Mutter.
      Da bekam ich dann mit, dass Mia immer fangen musste, auch wenn sie ein anderes Mädchen gefangen hatte, hielten die anderen Mädchen zusammen und sagten, dass Mia niemanden gefangen hätte.
      Ich hörte dann, wie sich eine Erzieherin einschaltete, ohne mich zu sehen und sprach die unfaire Situation an.
      Mir ist aber bewusst, dass es unmöglich ist, dass die Erzieher jede Situation mit bekommen und dann ist sie alleine auf sich gestellt.
      Heute gab es wohl auch wieder einen Vorfall, eigentlich gibt es diese täglich.
      Mein Herz blutet und mich trifft dieses Verhalten der anderen wirklich sehr. Am liebsten würde ich sie nicht mehr hinbringen, allerdings will ich meiner Tochter nicht beibringen, dass man vor unangenehmen Situationen davon läuft.

      Mia macht das Verhalten der anderen sehr traurig, sie zweifelt sehr an sich selbst und ist stark verunsichert und hat Angst, etwas falsch zu machen.
      Sie hat sehr wenig Selbstvertrauen, traut sich wenig zu. Wenn sie etwas witziges macht und man lacht, weint sie direkt und befürchtet man würde sie auslachen.
      All diese Verhaltensmuster sind wohl auf die Ausgrenzung zurückzuführen.

      Trotz alledem geht sie gerne in die Kita, sie möchte jeden Morgen hin.
      Andere Freunde suchen ist schwierig, in Mias Alter gibt es mit Mia nur 5 Kinder im Kindergarten, davon sind 3 Jungen und mit denen möchte sie nicht so gerne spielen.

      Was kann ich tun?
      Kita weiß Bescheid, mit der Mutter von Mias bester Freundin habe ich telefoniert, außerdem versuche ich ihr Selbstvertrauen zu stärken.
      Ich komme mir so hilflos vor.
      Vielleicht hat jemand noch die ein oder andere Anregung für mich.

      Liebe Grüße,
      Jennifer

      • Hallo :)
        Besuchst du mit deiner Mia evtl noch eine andere Aktivität? Turngruppe, Musik- oder kunstschule, Reiten oder andere sportliche Angelegenheiten? Evtl hilft ihr ein neuer Freundeskreis und eine neue tätigkeit außerhalb der Kita zu mehr Selbstbewusstsein, etwas, das ihr Spaß macht mit Menschen, die ihr zeigen, wir mögen und schätzen dich.
        Ansonsten würde ich die Erzieher nochmal drauf ansprechen, ob man das Thema Mobbing mal insgesamt in der Gruppe im morgenkreis anspricht und behandelt - Mobbing geht jeden etwas an und sollte offen angesprochen werden. Man kann daraus sehr gut ein Projekt machen, in dem man zusammen mit den Kindern, also der gesamten Kindergartengruppe, dazu Aktivitäten plant und dem Thema auf den Grund geht. Dazu können nicht nur Gesprächsrunde gehören, sondern auch Rollenspiele, die die Kinder zusammen im Kreis vorführen und der Rest der Gruppe z.b. erraten muss, wer gemobbt wurde und wie. Dabei kann man sich direkt darüber sprechen, woran man erkennt, wenn jemand gemobbt wird und wie derjenige sich fühlt. Die Kinder können zusammen mit den Erwachsenen Regeln dazu aufstellen, Bilder und Plakate dazu machen... sie könnten als Experiment morgens mal neue spielpartner auslosen, üben, den anderen "an die Hand zu nehmen" und ihm neue Spiele zu zeigen, sie das Kind sonst evtl nie spielt. Es wäre insgesamt ein Gewinn für alle Kinder. So lernt jeder, was ist Mobbing, wie gehe ich damit um als Täter (erkennen, das man mobbt und was für Schäden man anrichtet, wie man wieder Frieden herstellt), als Opfer (Hilfe holen, sich das nicht gefallen lassen, sebstbewusstsein stärken) und als Außenstehender (Täter und Opfer ansprechen, helfen, nicht wegsehen).
        Ich denke auch, das den Mädchen nicht bewusst ist, welchen Schaden sie anrichten. Zudem ist das ein Verhalten, was sie sich in der Schule nicht leisten sollten, denn das bringt sie in Schwierigkeiten. Insgesamt ist es kein gesellschaftsfähiges Verhalten und das sollten Sie mal deutlich gespiegelt bekommen.

        Alles gute für deine Mia!

        • Ja wir besuchen andere Aktivitäten.
          Wir gehen zum Kinderturnen, zum Trampolin springen und ab Januar zum Ballett.
          Danke für deine Anregung, das ist wirklich ein toller Einwand. Werde ich am Montag direkt mit der Leiterin besprechen.

          Liebe Grüße

      (5) 08.12.18 - 10:56

      typischer Zickenterror -- mit dem müssen viele Mädels umgehen lernen...

      Stärke sie ANDRE Freundinnen zu finden. - Verabrede sie nur noch mit den neuen... --- wer so rumzickt ist einfach (gerade) keine Freundin.. -- und sollte auch nicht so behandelt werden. - Nur so hat für alle Seiten ein solches Verhalten auch Konsequenzen.
      Wenn die anderen sie ausgrenzen, dann solltest du sie auch darin stark machen, dass sie auch kein Spielkontakt mehr aktiv zu diesen Mädchen suchen soll --- soll sie sich mit anderen beschäftigen... es gibt genug....

      die Gruppe wird sich neu mischen... --- und wenn sie als Person einzelnen Mädchen DOCH eine liebgewonnene Freundin ist, dann wird sich das mit der Zeit zurückpuzzeln...

      ganz einfach: -- wenn die andren sich so verhalten, dann hat Deine Mia sie auch nicht nötig... -- punkt. -- und das soll sie sie spüren lassen, indem sie auch nicht mehr aktiv deren SPielkontakt sucht.... --- die Zeit wird dann zeigen, wo das hingeht und wer hier wessen Freundin ist....

      • (6) 08.12.18 - 13:15

        Ja du hast recht, Mias Argument ist immer, dass es keine anderen Kinder in ihrem Alter gibt. Vermutlich muss ich sie noch mehr ermutigen, Kontakt zu anderen Kindern zu suchen.
        Danke für deine Antwort.
        Liebe Grüße

    Wenn es seit August schon so geht und den Erzieherinnen ihre Hilfestellung, die anderen auch nicht zur Einsicht bringt, hat es keinen Sinn mehr, die Zeit mit denen zu vergeuden.
    Da sie eh nächstes Jahr allein (als Nichtschulkind) von der ehem.Clique übrig bleibt, muss sie sich eh neu orientieren....lieber gleich jetzt, als zu später.

    • Das ist auch meine Befürchtung, das Verhalten wird sich nicht ändern, da Mia schon allein durch dieses „Schulkinder Treff“ nicht dazugehörig ist.
      Und du hast recht, im nächsten Jahr müsste sie sich sowieso andere Spielkameraden suchen.
      Danke für deine Antwort.
      Ich bin momentan einfach so emotional deswegen, ich habe am Donnerstag gesehen, wie sie mit Freude den anderen hinterher rennt und glücklich ist, dass sie mitspielen darf und dann auch in Kauf nimmt, aufs Korn genommen zu werden und das einfach so hinnimmt, das hat mich wirklich sehr traurig gemacht.
      Liebe Grüße

(9) 08.12.18 - 16:00

Hallo,
das ist natürlich traurig, aber eigentlich hat Mia ja die gleichen Vorurteile wie ihre (ehemaligen) Freundinnen: Sie möchte nicht mit jüngeren Kindern spielen und gibt ihnen keine Chance.

Ich würde sie dazu ermuntern, unvoreingenommen auf die jüngeren Mädchen (und Jungs) zuzugehen. Klar, manchmal passt es nicht so richtig von der Reife, aber das kann man nicht wissen, bevor man es versucht hat. Vielleicht ist bei den Jüngeren eine dabei, die zwar noch nicht alles so gut kann wie Mia, sie aber dafür nicht hängen lässt, sondern lieb ist.

Von den alten Freundinnen würde ich Abstand nehmen, da es scheinbar schon seit Monaten so läuft und alles Reden nicht hilft. Freundschaften ändern sich mit den unterschiedlichen Etappen und aktuell scheinen sie keine Freundinnen mehr zu sein, so traurig das für Mia auch ist.

  • (10) 08.12.18 - 16:43

    Das scheine ich wohl falsch formuliert zu haben.
    Natürlich hat sie schon desöfteren mit kleineren Kindern gespielt, auch im Kindergarten. Sie spielt auch sehr schön mit ihren kleinen Cousins und ist wirklich ganz lieb zu ihnen.
    Allerdings kann ich sie schon verstehen, dass sie gerne mit Gleichaltrigen spielen möchte, denen man nicht ständig erklären muss, was man meint.
    Liebe Grüße

    • Hallo
      ich würde sie stärken mit anderen Kindern (auch mit Jungs) in ihrem Alter zu spielen, also denen die 2020 mit ihr in die Schule gehen.
      Mit Ihnen wird sie sich ja auch im Vorschulalter häufig treffen.
      Manchmal braucht es einfach einen Schubs, vielleicht könnt ihr Jemand zum Warmwerden zu euch nach Hause einladen?

(13) 08.12.18 - 20:28

Achje deine arme Maus.

Ich würde jetzt klar ihr Selbstbewusstsein stärken und ihr immerwieder zureden, das das was die Mädels machen absolutes NOGO ist und sowas keine Freunde mit einem machen!
Ich würde sie darin bestärken sich anderen Kindern im Kiga zuzuwenden und denen den Rücken zu kehren...
Ein Hobby kann vllt auch jetzt helfen....das hat meiner Maus nen richtigen Push gegeben an Selbstbewusstsein!

Alles gute deiner Maus.

(15) 09.12.18 - 20:02

Hallo,

leider ist so ein Zickenterror unter Mädchen nicht unüblich.
Deine Tochter gilt wahrscheinlich als "Baby", weil sie nächstes Jahr noch nicht mit in die Schule kommt.

Sie muss jetzt lernen, dass solche Menschen ihre Freundschaft nicht wert sind und dass die Lösung nicht ist, hinter ihnen her zu laufen und sich zum Affen zu machen.

Nächstes Jahr sind diese Mädchen außerdem eh weg, so dass Deine Tochter sich für das letzte Jahr andere Kontakte suchen muss. Da kann sie ja schonmal damit anfangen.

Schlimmstenfalls muss Deine Tochter ein Jahr irgendwie ohne Freunde, mit denen es richtig passt, durch den Kindergarten. Dann muss man versuchen, außerhalb des Kindergartens Kontakte zu knüpfen.
Weiter hinter diesen blöden Tanten her zu laufen, ist jedenfalls keine Lösung und das würde ich ihr auch so sagen.

"Sie hat sehr wenig Selbstvertrauen, traut sich wenig zu. Wenn sie etwas witziges macht und man lacht, weint sie direkt und befürchtet man würde sie auslachen.
All diese Verhaltensmuster sind wohl auf die Ausgrenzung zurückzuführen."

Das kann auch andersherum sein, nämlich, dass Deine Tochter schon immer sehr empfindlich war und dass die anderen das ausnutzen bzw. sich darüber lustig machen.

Daran solltet Ihr auf jeden Fall arbeiten und zwar nicht so, dass Ihr sie ganz furchtbar bemitleidet und ihr ganz viel abnehmt, sondern so, dass Ihr ihr Aufgaben gebt, die Selbstbewusstsein geben, wie z.B. beim Bäcker oder im Restaurant bestellen, Dinge selbst mit den Erzieherinnen oder mit Trainern bei ihren Hobbies klären (bei Dingen, wo das in dem Alter möglich ist) usw.
Man kann auch Schlagfertigkeit üben. Dann soll sie den Zicken mal ein paar passende Antworten geben, und sie vor die Wand laufen lassen, wenn die etwas von ihr wollen.

LG

Heike

(16) 09.12.18 - 23:38

huhu,

das war hier ähnlich (nur ohne das "mobbing", aber da hast du bereits tolle tipps bekommen. ich würde es auch ansprechen und die erzieher anregen, ein projekt draus zu machen).

mein sohn hatte seine jungs, eine tolle clique, inkl seine besten freund.
nun hat es sich ergeben, dass alle seit august in die vorschule gehen und wir uns entschieden haben, ihn erst ein jahr später einzuschulen.
die vorschulclique hat sich dann ganz schnell von meine sohn (und allen anderen "kleinen" abgesondert und kocht ihr ganz eigenes süppchen.

da komen von seinem ehemals besten freund sprüche wie "ihr seid ja noch babies, mit euch spiel ich nicht".

anfang hab ich das fürchterlich verletzend gefunden und mein kind hat es nicht verstehen können.

inzwischen denke ich, dass diese vorschulgruppen ne ganz eigene eigendynamik haben und das nächstes jahr, wenn unsere kinder dort sind, auch als gruppe funktionieren werden.

nach 4 monaten sind wir nun so weit, dass er sich von seiner alten "bande" losgelöst hat und die kinder ins herz geschlossen hat, die mit ihm in die schule gehen.

versuch doch auch, dich auf diese zu fokussieren, lad sie ein, unternehmt was!
und versuch ihr klarzu achen, dass die anderen mädels im moment keine wirklich brauchbaren spielkameraden sind.

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