5 jährige nässt nachts ein seit Hund gestorben.

    • (1) 25.12.18 - 06:59

      Hallo!

      Nachdem gestern das Thema wieder sehr präsent war bei unserer 5 jährigen muss ich doch mal nach Rat und/oder Erfahrungen fragen.

      Wir haben vor über 5 Monaten unsere Hündin einschläfern lassen was für uns alle sehr schlimm war. Unsere Tochter war damals noch 4 und nachts trocken. Seitdem macht sie allerdings jede Nacht ins Bett.

      Das Thema kommt seitdem immer mal wieder mehr oder weniger stark hoch. Eine Zeit lang war es sogar mal gar nicht Thema. Jetzt seit einigen Wochen wieder vermehrt. Gestern auf einmal sehr stark. Sie fragt dann ganz genau was in der Erde mit dem Körper passiert aber eben auch was mit der Seele passiert und wie die Seele aussieht. Am Schluss hat sie geweint sie will nicht das wir sterben und sie will selbst nicht sterben. So heftig war es schon lange nicht mehr.

      Dazu kommt dass es sie selber sehr belastet dass sie nachts einnässt. Ich muss die Windeln verstecken und sie will nirgends übernachten und schämt sich deshalb.

      Wir versuchen ihr natürlich zu helfen, reden viel mit ihr, kuscheln und trauern mit ihr, haben ein Buch zum Thema gekauft, sie darf bei uns schlafen. Wegen dem nachts einnässen hab ich einfach wieder Windeln gekauft und seh das selbst locker. Hier macht niemand ein Thema daraus.

      Aber da sie das Ganze Thema Tod und dann noch das Einnässen schon stark belastet frage ich mich ob ich nicht noch mehr machen kann um ihr zu helfen. Auch weil es eben noch so massiv Thema ist nach doch schon fast einem halben Jahr. Ihre Schwester hatte im ähnlichen Alter ein ähnliches Erlebnis da war die Reaktion aber nicht so heftig. Die Kleine ist allgemein sehr verkopft und kriecht oft abends oder früh unter meine Decke und löchert mich mit Fragen zu Dingen die ihr durch den Kopf gehen.

      Vielleicht hat ja jemand noch einen Tipp für mich außer viel Geduld haben, wie ich meiner Kleinen beim trauern helfen kann. Oder hat eine ähnliche Erfahrung mit seinem Kind gemacht. Irgendwie belastet es mich momentan doch sehr dass ich ihr nicht helfen kann.

      Liebe Grüße und Danke fürs Lesen

      Farina

      • hallo
        also so richtig ne lösung hab ich nicht aber vielleicht hilft ihr der kontakt zu "leben" - ich würde vielleicht im tierheim in der nähe mal anrufen ob sie einen lieben hund zum spazieren gehen da haben - vielleicht kann man ihr so einen sinn geben. quasi: euer hund hat "platz" gemacht, damit ihr den anderen hunden helfen könnt spass im leben zu haben. oder tierkontakt auf einem nahegelegenen bauernhof,...
        vielleicht hilft ihr sowas, weil euer hund ja der ursprüngliche auslöser war.
        ich weis nicht obs ne doofe idee ist, aber ich würde es wahrscheinlich so in der art versuchen.
        ich hoffe ihr findet was das hilft!
        lg

        Ich finde die Idee mit dem „Kontakt zum Leben“ eigentlich gut! Trauern ist richtig und wichtig und ich finde auch das Kinder die Erfahrung der Endlichkeit machen dürfen. Aber ich finde auch das sie sehen muss das es wieder Leben gibt! Als unsere beiden Hunde innerhalb von 2 Monaten beide eingeschläfert wurden ( beide 14 Jahre alt) hat mein Sohn schrecklich gelitten! Wir haben alle sehr getrauert , haben das aber etwas anders verpackt. Nach einiger Zeit trauerte unser Sohn noch immer sehr stark. Da er sehr an Tieren hängt, haben wir ihn gefragt ob er sich einen „neuen“ Hund wünscht.
        Er wollte das gar nicht, wenn wollte er seine Hunde zurück! Aber er hat sich Hasen gewünscht ! Wir haben uns dann lange mit dem Thema beschäftigt ,was sie fressen ,was sie brauchen und gemeinsam einen großen Stall gebaut. Er kümmert sich wirklich toll um die beiden.
        Unsere Hunde sind immer wieder Thema. Aber jetzt nicht mehr so traurig besetzt... vielleicht könnte das eine Lösung für euch sein?

        • Danke für eure Antworten. Ich glaube auch dass eine neue Aufgabe genau das richtige wäre. Wir haben auch noch Hunde und an denen hängt sie seitdem vermehrt. Sie würde sich tatsächlich einen neuen Hund wünschen aber das ist zeitlich einfach nicht drin momentan.
          Ach Mensch doof, wenn es gar nicht besser wird werde ich mal den Kinderarzt ansprechen.

      Es gibt viele Kinderbücher zu dem Thema. Am besten mal googeln. Dass es jetzt wieder schlimmer wird könnte unter anderem auch mit dem Winter zusammen hängen. Da werden ja auch Erwachsene melancholisch.🙄

    Oje... Das tut mir leid für die Maus.
    Ich weiß nicht, ob das jetzt hilft, aber unsere jüngere Tochter hat auch nach Verlusterfahrungen stark eingenässt - das einschneidende Erlebnis war kurz nach dem 3.Geburtstag und nach einem halben Jahr wurde es sichtlich besser. Kompett trocken war sie dann erst wieder mit 4,5 also anderthalb Jahre später.

    Ich fand mal sehr entspannt die Sichtweise einer älteren Dame, die ich sehr schätze. Die Dame hat selbst 4 Kinder großgezogen und erzählte von ihrer kleinen Enkeltochter - auch ein plötzliches Wieder-Einnässen. Schließlich sagte sie: "Vielleicht ist es ja was Seelisches, dann verwächst sich das wieder".
    Die Sichtweise fand ich überraschend - psychische Probleme scheinen mir in der Regel schlimmer als eine Blasenentzündung. Durch den Tonfall, und weil ich die Dame gut kenne, war aber klar, dass sie Kinderängste sehr ernst nimmt - nach 4 Kindern und ich-weiß-nicht-wievielen Enkeln aber "froh" ist, wenn sie es "nur" mit Kinderängsten zu tun hat und nicht mit chronischen Erkrankungen oder Schlimmerem.
    Mir hat das sehr geholfen, die körperlichen Reaktionen auf die belastende Erfahrung entspannt zu sehen.

    Ich hoffe, deiner Tochter geht es bald besser und zumindest das nächtliche Einnässen wird besser - klar, dass das mit 5 Jahren schon peinlich ist, wenn es vorher ohne Windel ging. Weiß sie denn selbst um den Zusammenhang?

    Liebe Grüße!

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