Erzieherinnen ansprechen oder nicht?

    • (1) 08.01.19 - 13:26

      Mein Sohn ist 3 1/2 und geht seit August 18 in den Kiga (halbtags)

      Er hatte etwas Startschwierigkeiten, geht jetzt aber ganz gerne. Laut Erzieherin ist er ein total beliebter Spielpartner bei allen Kindern, aber vor allem orientiert er sich an den älteren Kids. Dabei ist es egal ob Junge oder Mädchen.

      Er ist ein total wacher, aktiver Junge. Er ist durchsetzungsstak und weiß was er will und was nicht, aber er ist auch sehr sensibel. Er hört aufmerksam zu, macht sich ewig Gedanken und erzählt noch Wochen später von Vorfällen, die ihn bewegen.
      Beispiel:
      Sein Patenonkel war zu Besuch. Wir trinken zusammen Kaffee,er berichtet von seiner neuen Arbeitsstelle und das er sich dort nicht so richtig wohl fühle...mein Sohn knetet nebenbei am Tisch.

      Zwei Tage später kuscheln wir auf dem Sofa und E. sagt ganz Traurig: M. fühlt sich gar nicht wohl auf seiner Arbeit...Warum nicht? Dann soll er da nicht mehr hin gehen, können wir ihn abholen?

      Er ist sprachlich sehr fit.

      Nun gibt es einen Jungen im Kiga von dem er häufig erzählt...Einerseits bewundernd, andererseits wirkt es so als hätte er Angst vor ihm.

      Der Junge ist 5 1/2.

      Einmal habe ich beim Abholen beobachtet (ich kam gerade um die Ecke) wie er meinem Sohn mit voller Wucht eine schwere Schaufel ins Gesicht schlägt. Ich war total geschockt, die Erzieherinnen auch!
      Er erzählt immer mal das L. ihn ärgert, beleidigt und gebautes kaputt macht...
      Gestern ziehe ich ihn aus und entdecke mehrere ziemlich schlimme blaue Flecken am Bein und am Fuß. Ich frage ihn wo die wohl herkommen. Er sagt, L. habe ihn ein Stein auf den Fuß geworfen und sei dann hinter ihm her gerannt um ihn erneut damit zu bewerfen.

      Er spricht so viel von L. mal gut, mal nicht....

      Ich weiß nicht was ich machen soll....Soll ich mit der Erziehern sprechen? Mit der Mutter von L.?

      Ich bin etwas ratlos....



      Er orientiert sich an den bestehenden Regeln.

      • (2) 08.01.19 - 13:36

        Natürlich mit der Erzieherin sprechen! 🤔

        Na selbstverständlich würde ich die Erzieher im 4- oder 6-Augen-Gespräch auf L. ansprechen. Sowas geht GAR nicht! Dass dein Sohn sich viele Gedanken macht, hat damit nichts zutun. Tätliche Angriffe sollten unterbunden werden! Mach Fotos von den schlimmen blauen Flecken. Gruß

        Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass du hier in einem Forum noch fragen musst, ob du es ansprechen sollst oder nicht?!
        Definitiv ansprechen!!!
        Das ist keine harmlose Kabbelei mehr, wenn du Zuhause Hämatome entdeckst... wobei das mit der Schaufel ist auch ein absolutes No-Go.

        • Ich bin grundsätzlich eher eine vorsichtige und empfindliche Mutter. Manchmal habe ich Sorge über das Ziel hinaus zu schießen. Ich möchte meinem Sohn ja auch nicht schaden...und einem anderen Kind auch nicht...Er ist auch gerade was so Ungerechtigkeiten angeht sehr empfindlich....Nur ich finde eben das solche Sachen einfach deutlich zu weit gehen...ich will ihn davor natürlich schützen!

      Hallo,

      ich würde auch raten, mit den Erzieherinnen zu sprechen.

      Was der Junge da treibt (Schaufel ins Gesicht und mit Steinen werfen) kann richtig gefährlich werden.
      Abgesehen davon muss Dein Sohn sich auch nicht anderweitig ständig von diesem Kind terrorisieren lassen. Der braucht Grenzen und wenn Dein Sohn es nicht schafft, sie ihm aufzuzeigen, müssen die Erzieherinnen das tun.
      Wenn man zwei Jahre jünger ist, muss man schon richtig viel Durchsetzungsvermögen haben, um solche Rabauken einzunorden. Dass Dein Sohn da Schwierigkeiten hat, kann ich nachvollziehen.

      Mit den Eltern sprechen, finde ich nicht sinnvoll. Erstens geht es um Vorfälle im Kindergarten. Zweitens gibt es genug Eltern, die ihre Kinder nicht erziehen können oder wollen, oder die selbst asozial sind. Das bringt häufig einfach nichts, außer dass sich nachher noch die Eltern streiten.

      LG

      Heike

      "E. sagt ganz Traurig: M. fühlt sich gar nicht wohl auf seiner Arbeit...Warum nicht? Dann soll er da nicht mehr hin gehen, können wir ihn abholen?"

      Süß. Ich würde ihn auch als Patenkind nehmen. :-)

      Ich bin Erzieherin und würde es definitiv wissen, wenn so ein Vorfall war. Man kann nicht alles mitbekommen, aber wenn man weiß, daß ein Kind ein anderes so verletzt hat, kann und MUSS man da ein Auge drauf haben und auch das Gespräch mit dem Kind führen.

      Frag direkt morgen, ob sie eine Sekunde Zeit für dich haben, mach am besten Fotos und zeig sie ihnen. Fotos darum, damit dein Kind nicht bei dem Gespräch daneben stehen muss, damit du es zeigen kannst. Ich würde das Zeit schon zum spielen schicken, manche Dinge sind nicht für Kinderohren bestimmt. Wenn du ohne Vorwürfe die Sachlage schilderst und darum bittest, daß die Erzieher gut schauen, wenn die beiden zusammen sind, werden sie das auch sicherlich tun und evtl. auch das Gespräch mit der Mutter des anderen Kindes suchen oder sie zumindest darüber informieren. Du selbst solltest das nicht tut, Situationen, die im Kindergarten entstehen, sollten auch dort und von den Erzieherin geklärt werden.

      Alles Gute Euch!

    Danke für eure Beiträge! Ich werde morgen tatsächlich direkt um ein Gespräch bitten!
    Ihr habt absolut recht!

    „L.“ kommt mir bekannt vor.
    Kinder vom Typus „L.“ gibt es leider immer wieder in Kindergärten. Ich würde dir raten, auf jeden Fall das Gespräch mit der Erzieherin zu suchen und ich gehe davon aus, dass sie dir sagen wird, dass das Problem bereits bekannt ist und dass dein Sohn nicht das einzige Opfer von „L.“ ist.
    Die Erzieherin muss dann ein Gespräch mit „L.“s Eltern anstreben, eventuell mit der Leitung, die den Eltern an Fachdienste weiterleiten kann.
    Sollten die Eltern sich querstellen - und auch das kommt bei Kindern vom Typus „L.“ nicht selten vor - sag ich dir, bleibt am Ende nur das Aussitzen bis L. in der Schule ist.
    Es ist mir kein Fall bekannt, in dem einem gewalttätigen, übergriffigen Kind jemals der Platz gekündigt wurde. Frag mich auch selber, warum eigentlich nicht. Es geht auch um die Sicherheit der anderen Kinder.

    • Das Problem ist sicher bekannt. Die Mutter selbst hat sich etwas ratlos nach der Schaufelatacke bei uns entschuldigt und ist ständig im Gespräch mit den Erziehern!

      L. soll ja gar nicht ausgegrenzt werden ... aber die Erzieher müssen m.E. L. besser im Auge haben! Ich will das mein Sohn geschützt wird!

      • Das Problem ist, dass wir bei derart aggressiven Kindern teilweise wirklich nichts anderes mehr zu tun haben, als die anderen Kinder vor ihm zu schützen. Und wenn man dann noch alleine in der Gruppe ist und irgendetwas zu tun ist, sei es die Brotzeit herzurichten , sei es, dass ein Kind Hilfe in der Toilette braucht, sei es, dass es einen Streit zwischen zwei Kindern gibt, egal was, irgendein unbeobachteter Moment, und schon kann man nicht mehr verhindern, dass das Kind wieder übergriffig wird.
        Zumal ja selbst das Wissen darüber, dass man unter Beobachtung steht, die übergriffigen Kinder nicht davon abhält, andere zu schädigen. Diese Kinder hauen auch dann zu, wenn du als Erzieherin direkt daneben stehst. Und wenn du schnell genug bist, und fängst die Hand im Schlagen ab, dann wirst du oft selbst noch geschlagen, getreten, gebissen oder gekratzt.
        Es ist wirklich ganz schlimm.
        So ein Verhalten ist tatsächlich nicht mehr verhaltensoriginell, sondern extrem verhaltensauffällig und gehört von Kinderpsychologen abgeklärt. Denn solche Kinder brauchen eigentlich Hilfe, sei es Verhaltenstherapie, oder Ritalin, oder vielleicht steckt z.B. sexueller Missbrauch dahinter. Es ist auf jeden Fall kein normales, kindliches Verhalten, andere Kinder ständig so zu misshandeln.
        Und egal, was die Ursache ist, DIE ANDEREN KINDER können noch viel weniger was dafür, und müssen sich ganz bestimmt nicht von einem hochaggressiven Kind schlagen und misshandeln lassen.

        • du hast absolut recht.
          ich hatte heute morgen das Gespräch mit der Erzieherin. Sie wissen natürlich um die Problematik und waren dankbar für den Hinweis. Sie sind mit der Mutter im Gespräch und haben das Kind im Blick. Sie bewerten das Verhalten von L. aber nicht so auffällig wie ich es tue (oder sie sagen es vor mir einfach nicht...wäre ja auch ok)
          Mein Sohn erzählt Gsd sehr viel zu Hause, sodass ich es relativ schnell mitbekommen würde falls es Vorfälle gibt!

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