Verzweifelt...

    • (1) 14.02.19 - 09:34

      Es geht um unsere Tochter,fast 5. Sie war schon immer ein schüchternes Mädchen mit einem ausgesprochenen Dickkopf. Wenn etwas nicht so funktioniert hatte,wie sie es gerne wollte,steigerte sie sich in einen Wutanfall,das fing so mit 1,5-2 Jahre an. Bsp. sie wollte ihrer Puppe etwas anziehen und das klappte nicht so wie sie es wolllte und sie fing dann regelrecht an zu bocken und sich reinzusteigern. Wir taten es damals noch mit der Trotzphase ab und dachten es wird besser... nun wird sie 5. Besserung gab es nicht wirklich. Wenn etwas nicht so läuft wie sie es sich vorstellt wird gebockt und total auf stur gestellt. Wenn sie keine Lust hat etwas zu tun macht sie es nicht. Im Kindergarten hat sie Phasen in denen sie nicht am Morgenkreis aktiv teilnimmt,sie sitzt regungslos dabei und sagt sie hat keine Lust gehabt. Bei manchen Projekten verweigert sie sich,weil sie keine Lust hat. Wir verzweifeln fast mit ihr. Kleinigkeiten könnten schon einen Ausraster bedeuten obwohl sie zuvor noch total normal war. Heute Morgen wollte sie zum Beispiel einen Schneeanzug anziehen. Ich habe ihr erklärt,dass es dafür heute zu warm wird-wir bekommen 12 Grad. Daraufhin bockte sie,entweder das oder sie zieht keine an. Ende vom Lied war,sie hat nach laaaaaanger Diskussion eine andere Jacke angezogen,aber den ganzen Weg war alles blöd und sie heulte nur. Vor dem Kindi wollte sie sich nicht die Nase putzen lassen,stolperte und fiel auf den Boden,das war dann noch ein weiteres Drana..Im Kindi dann zog sie sich nicht aus,heulte weiter und wollte nicht da bleiben. Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter. Zudem gab es noch ein Erlebnis heute. Unsere Tochter spielt im Kindi gerne mit einem anderen Mädchen in ihrem Alter. Dieses Mädchen war mit ihrer Mama da und sie fragte ihre Mama,ob sie mit unserer Tochter auch mal so spielen darf. Die Mama sagte zu ihr leise,dass sie sich doch ein anderes Kind aussuchen soll zum Spielen. Das macht mich unheimlich traurig. Die anderen Eltern bekommen hin und wieder mit wie unsere Tochter bockig wird. Ich frag mich ob das ein Grund sein kann😏

      • (2) 14.02.19 - 09:38

        Buchtip: so viel Freude so viel Wut....ich fand mich da zu 100 Prozent wieder und kann meinen kleinen Dickschädel der überall aus dem Rahmen fällt nun viel besser verstehen. Ach ja, und die Mutter dieses Kindes soll Dich mal geschmeidig gern haben, so was doofes- wird schon sehen wohin es führt, dem Kind Vorschläge zu unterbreiten wer ihre Freunde sein sollen. Gottes Garten ist bunt.....

        (3) 14.02.19 - 10:52

        Hat das Verhalten denn Konsequenzen? Z.b. Schneeanzug. Hast du sie schon mal ohne Jacke raus geschickt? Natürlich hast du eine angebrachte Jacke dabei. Nur dass sie mal merkt, dass sie dich nicht so erpressen kann.
        Und ich würde mich nicht auf Diskussionen einlassen. Du bist doch der Erwachsene und sie das Kind und gerade in dem Fall geht es um ihre Gesundheit. Da gibt's nix zu diskutieren.
        Wenn meine Tochter, auch fast 5, Drama macht, kann sie gerne tun. In ihrem Zimmer. Es gibt durchaus Sachen, bei denen sie mitreden darf, z.b. Was wir essen, was unternommen wird etc, das letzte Wort haben trotzdem die Eltern. Und wenn sie dann keine Lust mehr hat kann sie gehen, wird aber nicht weiter von mir bespaßt oder anderweitig abgelenkt.
        Im Kindergarten gibt es bei uns keine Diskussion, weil ich arbeiten muss.
        Die andere Mutter hat nicht besonders nett reagiert. Da bin ich bei dir. Sie sieht aber auch nur Momentaufnahmen deiner Tochter oder die Erzählungen ihrer. Du weißt ja nicht, was die kleine ihrer Mama erzählt. "Xy hat heute wieder gebockt" "Xy hatte keine Lust auf Morgenkreis"... Wer weiß, was die Mutter bei sowas denkt? Vielleicht ist der Spielbesuch dann auch verratzt, man weiß ja nicht wie sich deine Tochter bei der Freundin zuhause verhält?

        • (4) 14.02.19 - 11:24

          Ich bin generell Konsequent mit ihr. Sie müsste eigentlich auh schon lange gemerkt haben,dass das Bocken kein Erfolg bringt. Ich sage ihr klipp und klar,dass sie zum Beispiel diese Jacke anziehen soll und ich da nicht rum diskutiere. Hab ihr auch erklärt,dass es ohne Jacke zu kalt ist. Aber sie bockt trotzdem in diesem Ausmaß und versucht es. Die Erzieherinnen im Kindi meinten,dass sie einfach manchmal auch so Phasen hat,da ist sie ganz normal und von jetzt auf gleich macht sie dicht. Manchmal frag ich mich ob soviel noch „normal“ ist.. sie ist zwar immer sehr schüchtern gewesen,aber nun mit fast 5 kommt sie zum Beispiel in den Kindi und sagt nicht mal hallo. Sie schaut dann die Erzieherinnen ganz verwundert an und gibt keine Antwort. Sie braucht dann so ca.10 Minuten wenn ich weg bin und spielt dann ganz normal mit anderen Kindern. Mir bereitet das ganze Verhalten einfach Bauchschmerzen😔 im Kindi hat unsere Tochter Freunde und ist nicht allein,aber irgendwie privat scheint sich nirgends etwas zu ergeben. Vielleicht liegt es auch an mir,ich bin ein sehr schüchterner Mensch und scheue da evtl.ein bisschen auf andere zuzugehen zwecks Spieltreffen.. da muss ich sicherlich auch an mir arbeiten.. ich denke mir immer,wenn jemand mit ihr spielen möchte wird sicherlich die Mama fragen😔 ich weiß das ist blöd😔

      (5) 14.02.19 - 20:28

      Also was diese Bockigkeit und das Leben nach dem Lustprinzip angeht - da sehe ich sie noch seeeeehr weit vom Schulkind entfernt.
      Es interessiert doch morgens früh überhaupt nicht, was sie jetzt meint, welche Jacke sie jetzt anziehen MÖCHTE. Eine kurze Erklärung warum diese oder jene Jacke heute angezogen wird muss einfach reichen.
      Alle müssen im Regelfall los zur Arbeit und haben einfach keine Zeit für so Quatsch-Anfälle.
      Im Kindergarten ist das leider immer mehr, dass Kinder nach dem Lustprinzip leben und nicht beim Morgenkreis oder bei Angeboten mitmachen, weil sie KEINE LUST haben. Ich betrachte das kritisch. Wir sollen Kinder auf die Schule vorbereiten. Was wird denn sein? Es fragt ab der 1. Klasse kein Schwein mehr, ob jemand Hausaufgaben machen MÖCHTE, oder in der 1. Stunde Mathe haben MÖCHTE, das ist dann einfach Pflicht. Und rate mal welche Kinder sich damit am schwersten tun. Genau, die ihr Leben lang nur nach dem Lustprinzip gelebt haben.
      Partizipation und Mitbestimmung ja gern, Alleinherrschaft nein.

      • (6) 15.02.19 - 10:31

        In einem Beschluss vom Kultusministerium wurde 2004 noch festgehalten, dass Kindergärten ausdrücklich NICHT die Kinder aktiv auf die Schule vorbereiten sollen (der Begriff Vorschule ist natürlich da sehr irreführend), sondern dass es Aufgabe der Schule ist, die Kinder an all ihren verschiedenen Entwicklungsständen abzuholen.

        Ich bin da ganz andere Meinung als du, denke Kinder sollten in solchen Dingen wie anziehen etc. schon früh Selbstverantwortung übernehmen, wenn sie dies können und möchten. Außerdem sollten Kindergartenkinder genau das tun, wozu sie Lust haben. Im Spiel lernen Kinder noch am allermeisten und besten. Das hat auch nichts mit Alleinherrschaft zu tun, höchstens Alleinherrschaft über einen kleinen Teil ihres eigenen Lebens, nämlich wie sie ihre Freizeit gestalten. In fast allen anderen Dingen sind Kinder ja ohnehin schon fremdbestimmt.
        Ich denke solche Kinder, die immer gesagt bekommen, wann sie was zu tun und zu lassen haben, tun sich spätestens nach der Schule schwer, wenn sie gar keine Gelegenheit hatten, Selbstverantwortung zu übernehmen und rauszufinden, was sie eigentlich möchten und können und was nicht und sich ihre Ressourcen selbst einzuteilen.
        Außerdem ist es einfach nur abwertend gegenüber dem Kind, das, was für es in dem Moment eben einfach super wichtig ist, als "Quatsch" abzutun - das belastet die Bindung zwischen Eltern und Kind sehr, jedoch ist das Kind auf eine gute Bindung für eine gute Entwicklung angewiesen.

    (7) 15.02.19 - 10:22

    Ich glaube das größte Problem an so Begriffen wie "Trotzphase" ist, dass Eltern das Verhalten dann einfach so hinnehmen und nichts weiter tun, weil sie sich sagen, ist ja normal, das geht vorbei.
    Es geht eben nicht einfach so vorbei. Jedes Weinen und Toben deines Kindes ist ein Hilferuf, ihm zu zeigen, was es anders machen kann. Es hat sicher keinen Spaß daran! Sie braucht Alternativen, um mit ihren Gefühlen umzugehen, mit dem Frust und der Wut. Und dazu muss sie in erster Linie gehört und verstanden werden. Ihr sollte das Gefühl gegeben werden, dass es normal ist, solche Dinge zu fühlen, dass auch jeder andere Mensch dich manchmal so fühlt. Sie sollte darin bestärkt werden, ihr Bedürfnisse verbal zu äußern.
    Ich vermute, dass deine Tochter einfach mehr gehört und gesehen werden möchte. Wenn sie schon mit ihren ersten Signalen ernst genommen wird, muss sie erst gar nicht zu den größeren Kalibern greifen.
    (Natürlich kenne ich euch nicht und ich treffe diese Vermutungen nur aus dem kurzen Text, den ich von dir gelesen habe - also bitte nicht angegriffen fühlen)

    Zu deinen Beispielsituationen:
    - Puppe anziehen klappt nicht: "Mensch wie ärgerlich. Ich bin mir sicher, wenn du es noch ein paar Mal versuchst, schaffst du es / Sollen wir es einmal zusammen machen?"
    - Sie will den Schneeanzug anziehen: Machen lassen. Ganz ehrlich, was soll den Schlimmes passieren? Sie schwitzt vielleicht etwas. Eine Wechseljacke mitnehmen und gut ist. "Also ich fände den Schneeanzug viel zu warm, würde die vorschlagen diese Jacke anzuziehen - Okay, wie du meinst, dann den Schneeanzug, ich nehm die andere Jacke mit." Und dann unterwegs "Fühl nochmal hin, ist dir jetzt zu warm? Ich hab ja die andere Jacke mitgenommen, sollen wir die anziehen?"
    - Morgenkreis etc.: Wir haben zum Glück einen Kindergarten, wo die Kinder zu allen Aktivitäten Nein sagen dürfen, sie werden nicht gezwungen, irgendwo mitzumachen und ich finde das auch Blödsinn. Würde mein Kind darin bestärken, weiterhin Nein zu sagen, wenn sie etwas nicht möchte, ihm aber auch sagen, dass den Erziehern und anderen Kindern es lieber ist, wenn alle mitmachen.

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