Wie viel würdet ihr eure Vorschüler fördern?

    • (1) 09.03.19 - 10:03

      Hallo :-)

      Mein Sohn ist im Oktober 5 geworden, wird im Schuljahr 2020/2021 eingeschult werden.

      Jetzt hat er selbst aber bereits so viel Interesse am Schreiben und am Umgang mit Zahlen entwickelt, dass er jetzt Schreiben und Rechnen übt.
      Ich habe so Vorschul-Übungshefte zu Hause, in denen am Ende auch einfache Rechnungen gemacht werden. Also 6-3 = z.B. .. die macht er auch.

      Meine Frage .. in wie weit würdet ihr ihn da schon mal vorüben lassen? Ich freu mich ja, dass er sich in der Schule dann leichter tut, hab allerdings auch etwas Angst, dass er sich dann in der Schule langweilt und Radau macht.. aber soll ich ihn bremsen?
      Er hat nen großen Bruder in der 2. Klasse. Dadurch kriegt er halt viel mit und der lernt ihm dann auch Buchstaben, wenn er ihn fragt..
      Oder ist das alles ok und weiter kein Problem?

      Lg, danke,
      aiko

      • Hallo,

        ich würde nicht ausbremsen und habe das auch nie gemacht. Ich beantworte Fragen und biete entsprechende Bücher und Spielzeuge an. Meine Kinder entscheiden selbst, womit sie spielen und ob sie selbst im Lexikon lesen oder ich ihnen eine Geschichte vorlese. Sie haben Stifte und Blätter und wenn sie wollen schreiben sie - oder eben nicht. Sie können mit Lego bauen, puzzeln oder eben ein Lernspiel spielen.

        Ich gehe nicht hin und sage meinen Kindern, dass wir jetzt mal Zahlen üben wollen. Das ergibt sich von ganz allein und es ist völlig normal und in Ordnung, wenn dein Sohn sich für Buchstaben und Zahlen interessiert und seinen Namen schreiben möchte. Kinder interessieren sich für ihre Umwelt und für das was Erwachsene so machen. Der große Bruder ist ein zusätzlicher Motivator. Meine zwei spielen auch hin und wieder Schule.

        Meinen Kleinen könnte ich auch gar nicht ausbremsen. Wie soll das funktionieren? Wenn ich es ihm nicht beantworte oder mal keine Zeit habe, fragt er eben Papa oder seinen Bruder. Er würde sich auch nicht abwimmeln lassen, denke ich. Wenn sie lesen können, wird es entspannter.

        LG

        • Das stimmt wohl, dass abwimmeln nicht wirklich geht. Dachte eher daran, dass ich ihn mit anderen Dingen erst mal ablenke.. wie z.B. Schleife binden lernen o.ä. ;-)

          Aber dann lass ich ihn einfach weiter machen, wie er mag :-)

          Danke dir #blume

      Mein Sohn hat sich lesen und schreiben mit 4 selbst beigebracht. Das haben wir weder gefördert noch unterstützt. Es ist mir bis heute ein Rätsel, wie er das gemacht hat.


      Das Interesse an Zahlen kam auch so mit 5.

      Auf anraten das Kindergartens, haben wir ihn vorzeitig einschulen lassen und das war die richtige Entscheidung.
      Er konnte ganz flüssig lesen und schreiben als er eingeschult wurde, und hat sich bis heute trotzdem nie gelangweilt.

      Die vorzeitige Einschulung lief auf Antrag. Dazu musste er auch einen Tag in die Schule zur Direktorin, die da immer das letzte Wort hat.

      Vielleicht wäre das für Euch auch eine Option.

      • Vielen Dank für deine Antwort.

        Das Thema vorzeitige Einschulung haben wir schon durch. Sohnemann hat mit 4,5 Jahren angefangen, mir zu erklären, er hätte keine Lust mehr auf Kindergarten, er wolle endlich in die Schule. Da mir der Kindergarten bestätigt hatte, er wäre kognitiv so weit, wollten wir ihn in die Vorschule tun. Da haben wir aber schon Gegenwind von allen Seiten bekommen. Haben uns durchgesetzt.. und drum ist er jetzt in der Vorschule. Nachdem aber dann auch seitens der Schule Gegenwind kam.. (die jetzige Lehrerin meines Großen - gleichzeitig Rektorin der Schule - hat uns deutlich gemacht, dass sie dagegen ist!! ) waren wir uns nicht sicher genug und haben uns entschlossen, ihn doch lieber erst mit knapp 7 in die Schule zu schicken.
        Das Argument des Kindergartens war die emotionale Seite. Das war letztlich auch unsere Unsicherheit.. und dass die Lehrerin ihn eh nicht da haben wollte.

        Aber wenn die Kinder sich trotzdem nicht langweilen, obwohl sie lesen und schreiben können, ist es auch ok. Habe/Hatte in der Hinsicht nur etwas Bedenken, weil er einer ist, der bei Langweile nur aber wirklich nur Blödsinn im Kopf hat #gruebel

        Lg

        • Hmm, das ist ja etwas blöd...
          Wann fängt bei euch denn die Schule an?

          Wir haben ein ähnliches Problem, allerdings noch ein Jahr mehr Zeit. Die Jungs sind Mitte Oktober 4 geworden und ich kann mir nicht vorstellen ihnen in zwei Jahren zu sagen „ihr bleibt noch ein Jahr im Kindergarten obwohl alle Freunde schon in die Schule dürfen, nur weil sie zwei Monate älter sind“
          Ich habe aber inzwischen von mehreren Seiten gehört dass es leichter ist einem cleveren Kind ein paar Zusatzaufgaben zu geben als ein noch nicht ganz schulreifes Kind mitzuziehen.
          Wir versuchen auf alle Interessen einzugehen, lenken den Fokus aber bevorzugt auf Allgemeinwissen (aktuell ist der Weltraum hoch im Kurs) als auf Zählen bis 100.

          • Die Schule fängt bei uns Mitte September an. Er wäre also noch ca. 6 Wochen erst 5 Jahre alt, wenn er im Herbst in die Schule gekommen wäre.
            Ich selbst bin auch mit 5 Jahren in die Schule gekommen (6.10. geboren), damals musste ich noch einen Test machen, um in die Schule zu dürfen) und mir hat es nicht geschadet. Darum war ich dem Thema auch recht offen gegenüber.
            Ich denke, er hätte es schon hingekriegt, wenn man ihm gegenüber offen gewesen wäre und ihm notfalls dann etwas hilft. Er ist sonst total selbstständig, is auch gerne allein unterwegs, also auch nicht irgendwie wirklich anhänglich oder ähnliches.
            Ich kann ja vergleichen mit meinem Großen, und da sehe ich ihn jetzt nicht ernsthaft weiter hinten.. aber wie gesagt, es war mir zu unsicher, ihn in die Klasse der Lehrerin zu geben, die vom Großen schon - O-Ton - "genervt" ist, und dann auch noch so gegen eine vorzeitige Einschulung ist, ohne den Kleinen vorher gesehen zu haben #augen

            Das zusammen mit seinen doch manchmal noch sehr kindlichem Verhalten (bockig, wenn er verliert.. hauen statt reden, wobei diese Themen eigentlich nur zu Hause sind, im Kiga verhält er sich total normal) war uns dann doch zu unsicher..

            Ich hoffe jetzt einfach, dass er dann die eventuellen Zusatzaufgaben auch kriegt .. habe nicht den Eindruck, als wären unsere Lehrerinnen hier sehr flexibel #schein

            Das Allgemeinwissen ist hier leider bisher nicht so interessant #schmoll wär mir auch sehr lieb. Aber beide interessiern sich nur für Zahlen oder Baufahrzeuge #augen

        Ob ein Kind sich in der Schule langweilt, hängt vor allem von seinen Lehrer*innen ab. Die bei euch klingen nicht sehr flexibel...

        Das "Emotionale" ist einfach ein blödes Argument, weil es durchaus Kinder gibt, die früher emotional so weit sind und es bei einem drei Monate älteren Kind völlig wurscht wäre, ob es "emotional so weit ist". Und kognitive Unterforderung wirkt sich nicht wirklich positiv auf die emotionale Entwicklung aus.

        Ich bin eigentlich kein großer Fan von zu frühen Untersuchungen, aber ich würde ihn einer Kinderpsychiater*in vorstellen, und feststellen lassen, ob das Kind emotional so weit ist und eine Kannkindeinschulung sinnvoll.

        Das Problem ist nicht, ob er vor der Schule lesen und schreiben kann. Aber so ein Kind lernt es eventuell schneller, und langweilt sich dann auch, wenn er es in den ersten Schulwochen kann bis die anderen es können.

        Mein Großer konnte nicht mal fließend lesen als er eingeschult wurde, las aber Anfang der zweiten Klasse Harry Potter. An den Erstklässlerübungen ist er fast verzweifelt.

Ich Förde soweit, wie das Kind Interesse und Wissensdurst hat. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine Großen sind 7 und 9. Beide konnten vor der Schule die Zahlen, etwas rechnen, die Uhr, die Buchstaben. Geschadet hat es ihnen nicht. Die Lehrer gehen und gingen da individuell auf die Kinder ein.

Meine Jüngste ist Ende Januar 5 geworden. Sie möchte unbedingt Hausaufgaben auf haben, ausmalen reicht ihr nicht. Also hat sie auch diverse Vorschulhefte, und spielt dazu liebend gerne mit ihren Geschwistern Schule. Sie kann schon recht viel, aber ein Problem darin sehe ich nicht.

So viel er Lust hat.
Ob er sich mal in der Schule langweilt, hat damit nichts zu tun.
Ich habe mir mit drei Jahren lesen und schreiben beigebracht.
Spricht eigentlich was dagegen, ihn schon im Sommer einzuschulen?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, das deinem Kind dann im Matheunterricht langweilig ist, was erfahrungsgemäß nicht gut ist.

Halte das "üben" von schulischen Inhalten so kurz wie möglich und ermuntere es dazu nicht noch.

Trainiere besser Sachen, die noch nicht gut klappen, so machst du dein Kind fit für die Schule.

  • Es ist aber leider nicht gesagt, dass ein Interesse, das gebremst wurde, zum erwünschten Zeitpunkt wieder aufflammt.
    Man muss ein Kind natürlich nicht ermuntern, solche Aufgaben vor der Zeit zu machen. Aber bremsen und ablenken halte ich für kontraproduktiv.

    • Ja, so gehen Meinungen auseinander.

      Ich arbeite seit Jahren mit Kindern im ersten Schuljahr. Ich habe noch nie mit einer Mutter gesprochen, die sagte: "Mit vier hat er so schon gerechnet und jetzt will er das nicht mehr."

      Ich habe aber ganz viele Eltern, die mir erzählen wie schön ihre Kinder die Vorschulhefte durchgerechnet haben und jetzt nicht wissen, warum ihr Kind im Matheunterricht nicht aufpasst.
      Und da ist genau der Punkt, dass die Kinder rechnen , können, aber das System nicht kennen, dass nötwenig ist, um bis 100, bis 1000 etc. rechnen zu lernen. Das fehlt ihnen und da sie nicht aufmerksam sind lernen sie es auch nicht wirklich.

      Wie gesagt, Meinungen gehen auseinander.

      • Mit meinungen hat das wenig zu tun. Ich hab da einfach andere Erfahrungen.
        Ich weiß natürlich nicht, ob ich mich in der Schule noch für Naturwissenschaften interessiert hätte, wenn ich nicht so gebremst worden wäre, aber mit Bremsen war das Interesse jedenfalls weg.

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