Sohn “lehnt“ Papa ab

    • (1) 04.06.19 - 08:28

      Hallo ihr
      Ich habe ein Problem, vielmehr mein Mann ;-) aber ich frage mich ob es normal ist...
      Unser Sohn wird im September 4. Ich arbeite halbtags, mein Mann Vollzeit, ist aber meistens zwischen 4-5 Uhr nachmittags zu Hause. Er bringt unseren Sohn in die Kita, macht viel mit ihm, auch alleine. Ich habe von der Arbeit mind 1x pro Woche abends Termine, ins Bett bringen klappt auch. Ich hatte einen KS und mein Mann hat unseren Sohn zuerst auf dem Arm gehabt und sich von Anfang an sehr viel gekümmert. Aus meiner Sicht ein TraumPapa.
      Aber... Unser Sohn lehnt ihn immer mehr ab. Also nur ich darf ihm den Po abputzen, nur ich darf kuscheln, nur ich darf trösten, nur ich soll dies oder das (vorlesen etc). Dabei spielen die beiden nach wie vor miteinander, aber es wird zunehmend schwierig, wenn ich da bin. Wenn ich gar nicht da bin, geht's meistens, aber ich kann mich ja nicht immer verstecken... Ich bin nicht schwanger, es gibt kein Geschwisterchen und auch sonst keine Veränderung.
      Ich verstehe es einfach nicht und mein Mann tut mir echt leid. Dass er teilweise extrem abgelehnt wird (Wutanfall wenn ich es nicht mache zB - lasse mich aber nicht drauf ein) setzt ihm richtig zu. Heute morgen zB hat unser Sohn gesagt (vielmehr geschrien):“lass mich in Ruhe, ich will nur bei Mama sein, du darfst nie wieder mit mir reden!“
      Ich habe dann gesagt dass ich das nicht gut finde wie er mit dem Papa redet, dass der Papa ihn lieb hat und sehr traurig ist usw. Da er schlecht aushalten kann wenn man böse mit ihm ist, ist er zum Papa “entschuldigung“. Papa fragt “wofür entschuldigst du dich denn?“ und er meinte dann, dass er das gar nicht genau wisse und es auch nicht schlimm findet, wenn Papa wirklich nie wieder mit ihm spricht. Ich fand das so schlimm :-(
      Was tun?
      Sorry für den langen Text, aber ich hatte das Gefühl, so viele Worte zu brauchen damit man die Situation nachvollziehen kann...
      Jmama

      • (2) 04.06.19 - 08:47

        Bei uns gab es so eine Phase auch.

        Wir haben einfach darauf bestanden, dass gewisse Dinge vom Papa gemacht werden, z.B. ins Bett bringen. Da gab es keine Diskussionen. Kam dann z.B. Widerstand wie "Du darfst mir aber keine Geschichte vorlesen, nur Mama soll das", dann gab es eben gar keine Geschichte.

        Auch haben wir zu dieser Zeit stark darauf geachtet, dass wenn ich keine Zeit hatte, wir das auch durchgesetzt haben. Ich bin also nicht jedes Mal losgelaufen, wenn das Kind was wollte und Papa verfügbar war. Entweder Papa oder niemand - basta.

        Weiterhin haben wir dafür gesorgt, dass ich viele negativ belastete Dinge übernommen habe, während der Papa die schönen Dinge übernommen hat und auch die Entscheidungsgewalt über Vieles hatte (Süßigkeiten, TV, Ausflüge, etc.). Immer wenn das Kind etwas wollte, musste es dann den Papa fragen.

        Nach kurzer Zeit war das "Problem" gelöst. Macht ihr das Tänzchen aber mit und gebt den Gesuchen eures Kindes statt, dann macht er mit euch, was er will.

        (3) 04.06.19 - 09:04

        Ich würde da einfach kein grosses Tamtam drum machen, sondern es einfach akzeptieren wie es ist.
        Das ist eine Phase, das geht vorbei. Er braucht halt im Moment mehr Mama.
        Mein Sohn ist 3 Jahre und 3 Monate, richtiges Mamakind. Vom Papa lässt er sich meistens nur ins Bett bringen wenn ich nicht da bin. Bin ich zu Hause, klappt das zu 95% nicht, dann muss ich das machen.

        (4) 04.06.19 - 19:15

        Wir hatten das auch! Allerdings sollte das damals alles Papa machen.
        Wir siind dem nicht nachgekommen, weil es einfach auch nicht umsetzbar war und wir uns nicht diktieren lassen wollten, wer was wann mit dem Kind macht.

      • (5) 05.06.19 - 21:08

        Wir hatten das ähnlich, aber meine Tochter war jünger. Wir haben dann etwas tolles eingeführt was nur der Papa macht. In dem Fall abends das Buch vorlesen bzw. mittlerweile kommt eine Handpuppe abends die sich noch mit unseren beiden Töchtern unterhält. Das macht nur der Papa, ist er mal nicht da, fällt es aus. Das hat grundlegend die Stimmung verbessert. Po abwischen finde ich aber tatsächlich intim, das muss auch immer ich machen, wenn ich da bin. Aber so Dinge wie Wasser einschenken oder was weiß ich, macht der der Zeit hat, das wird nicht von unserer Tochter entschieden. Die Kleine 2,5 hatte diese Phase übrigens bisher noch nicht.
        LG

        (6) 06.06.19 - 05:33

        Och, das kenne ich. Meine Schwester hat sich immer schiefgelacht und meinen Mann nur noch 'NichtdieMama' genannt (nach diesem alten Dino-Trickfilm).

        Erstens gibt sich das wieder und zweitens gab es bei genauer Betrachtung durchaus Dinge, bei denen mein Mann vorgezogen wurde. Schwimmbadbesuche z.B. fanden die Jungs mit Papa viel lustiger als mit mir.
        Ich halte das für eine ganz normale Phase - zumindest kenne ich kaum eine Familie in der diese Bevorzugung eines Elternteils nicht vorkam.

        Was ich eher gefährlich finde, ist Deine Reaktion. Man darf einem 4jährigen nicht die Verantwortung für den Gemütszustand eines Erwachsenen zuschieben (>>Ich habe dann gesagt dass ich das nicht gut finde wie er mit dem Papa redet, dass der Papa ihn lieb hat und sehr traurig ist usw.<<). Das ist viel zu viel Verantwortung!
        Kinder in dem Alter brauchen Eltern, die für sie Felsen in der Brandung sind. Du degradierst Deinen Mann, indem Du ihn als jemand darstellst, den man mit einem unbedarften Satz traurig machen kann. Da ist es kein Wunder, das Euer Kurzer lieber einen Bogen um Deinen Mann macht. Und gelogen war es auch noch: Du warst in der Situation traurig und nicht Dein Mann.

        Ausserdem: Ich halte das Gebrülle, wenn sich nicht nicht der kümmert, den Söhnchen sich wünscht, nicht für extreme Ablehnung sondern für Frust, das es nicht so läuft wie Söhnchen möchte. Dein Sohn ist 4 und Frustrationstoleranz hat man nicht, die lernt man. Die einen schneller, die anderen langsamer. Auch völlig normal.

        Grüsse
        BiDi

        • (7) 06.06.19 - 20:31

          Ja nicht die Mama sagen meine Eltern zB auch oft scherzhaft :-)
          Ich wollte aber noch zurück melden, dass ich nicht gelogen habe - mein Mann war wirklich verletzt! Ich habe die Rückmeldung nicht als schlimm empfunden weil ich es schon wichtig finde zu erklären, wie die Dinge die man sagt oder tut sich auf andere auswirken und dass es nicht “egal“ ist. Auch habe ich es nicht als degradierend empfunden. Ich bin auch völlig für Fels in der Brandung, aber man muss ja auch authentisch bleiben und Rückmeldung im sozialen Gefüge geben. Magst du erklären wieso du das anders siehst bzw wie du es sagen würdest?

      (8) 06.06.19 - 20:27

      Vielen Dank für eure Antworten! Ich bin schon mal erleichtert, dass es auch bei anderen Kindern so ist und ich werde mir die ein oder andere Scheibe von euch abschneiden ;-)

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