Verzweifelt! Enkopresis / Movicol

    • (1) 10.06.19 - 15:12

      Hallo zusammen,
      Ich bin mittlerweile echt verzweifelt... mein Sohn wird im August 4 und war noch nie komplett trocken. Vor Weihnachten fing er von selbst an die Pampers zu verweigern, also haben wir sie weggelassen. Urin klappt mittlerweile auch fast fehlerfrei, nur beim Stuhlgang gab und gibt es immer Probleme. Er kotet sich nahezu täglich ein, auch mehrmals. Die paar Male die es auf Toilette geklappt hat, kann ich gefühlt noch zählen. Irgendwann fing es an extrem zu riechen und es gab mehrmals täglich Stuhlschmieren. Auf die Frage warum er nicht Bescheid gibt kam immer er würde es nicht merken. Beim googeln stieß ich auch die chronische Obstipation. Waren dann bei der KiÄ und haben Movicol verschrieben bekommen. Es kamen auch ordentliche Mengen aus dem Kind (sorry!) Und der furchtbare Geruch wurde wieder normal. Der Stuhl war mit einem Beutel Movicol aber noch sehr weich. Haben dann nach Rücksprache mit der Praxis auf einen halben Beutel reduziert. Zwischenzeitlich klappte es dann auch. Nun haben wir die Packung seit gestern leer. Mittlerweile haben wir wieder mehrmals tägliches einkoten, eher kleinere Mengen, Konsistenz aber ok. Aber es fängt wieder an vermehrt zu riechen. Ich bin total verzweifelt weil ich einfach nicht mehr weiß was ich tun kann! Ich muss morgen eh nochmal bei der Praxis anrufen, weil wir ja theoretisch nun durch sind mit dem Movicol. Hat jemand Erfahrung damit und weiß was wir noch für Möglichkeiten haben? Ich wäre gerne vorbereitet wenn ich nochmal zur Ärztin muss. Meinen Sohn stört es mal mehr, mal weniger.

      Ich wäre dankbar für jede Art von Hilfe, Tipps und Ratschlägen!

      Danke! Lg, Helli

      • Vorab- ich spreche nicht aus eigener Erfahrung, sondern nur als Freundin einer Mutter mit ähnlichen Problemen.

        Bei chronischer Enkopresis kommt es zu einer Erweiterung des Enddarms. Dadurch spüren die Kinder nicht das sie „müssen“. Um das wieder rückgängig zu machen ist eine lange (!!!) Therapie mit Movicol notwendig. Meine Freundin gab es über mehrere Monate durchgehend. Das ist insofern kein Problem da es sich ja nicht um ein Abführmittel handelt und auch keine Gewöhnung des Darms nach sich zieht. Erst nach langer Zeit hatte sich die Erweiterung wieder normalisiert, das Kind hatte ein gutes Gefühl dafür das es „muss“ und es klappte.

        Dazu haben sie peinlich auf eine sehr Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichende Trinkmenge geachtet um erneute Verstopfung zu vermeiden. Es war ein langer Weg.....und ein Dauerthema. Leider.

        • Danke!
          Ja ich befürchte auch, dass wir das Movicol weiter geben müssen, ich weiß nur nicht in welcher Dosierung. Ob der Darm geweitet ist wollte die Ärztin letztes mal noch nicht testen, da sie sagte die Untersuchung sei nicht angenehm (was ich mir gut vorstellen kann) und sie wollte ihn noch nicht verschrecken. Ob das nun kommt?
          Trinkmenge ist das einzige was bei uns kein Problem ist. Auf Ballaststoffe achten wir auch.
          Puh wir sind schon so lange dabei und ich bin oft am Ende meiner Nerven. Da nicht schimpfen fällt mir oft nicht leicht. Aber es ist immer gut zu wissen, dass man nicht alleine ist

          • Ja, das mit dem schimpfen und den Nerven verstehe ich gut.

            Kennst du das Rehakids Forum? Dort findest du viele Erfahrungsberichte zu diesem Thema. Vielleicht noch eine Möglichkeit zum Austausch und für Tips.

      (6) 10.06.19 - 21:53

      huhu,

      das problem ist, du darfst/sollst movicol nicht einfach absetzen. sondern es gaaaaaanz langsam ausschleichen. würde es wieder geben und schauen welche dosis im moment passt. dann kauf dir ne briefwaage und reduzier die dosis grammweise. und das über wochen/monate.
      mein sohn nimmt seit zwei jahren movicol. ganz ohne schmiert er.
      falls du bei facebook bist, such da mal die gruppe "chronische verstopfung beim (kleinst) kind".
      lg

      • (7) 10.06.19 - 22:02

        Danke für die Antwort!
        Er hat es nun bisher nur heute nicht bekommen, gestern gabs den letzten halben Beutel. Die Dosis gabs 2,5 Wochen und ich habe ganz peinlich genau schon aufs Gramm abgewogen. Gut zu hören, dass das dann auch wohl richtig ist! Aber mit einem Beutel wars noch ganz weich, mit dem halben Beutel wohl nicht ausreichend wie sich jetzt zeigt. Ich bin gespannt was die Ärztin sagt. Das mit dem nicht sofort absetzen hat sie auch gesagt, deswegen sollte ich mich sofort melden sobald wir durch sind, was aber ja durch den Feiertag erst morgen geht.
        Nimmt dein Sohn das Movicol ohne Probleme? Unser beschwert sich immer, haben das aromafreie, trinkt es aber zum Glück.
        Danke, da schau ich auch mal nach!
        LG

        • (8) 10.06.19 - 22:14

          ja, zwischen einem beutel und einem halben können welten liegen. man glaubt das kaum.
          ich muss auch oft experimentieren.
          anfangs hat er es gut getrunken. aber obwohl es aromafrei ist, hat es durch die elektrolyte eigengeschmack und ist ja auch nicht so gut löslich. und das machte mehr und mehr probleme bis er es ganz verweigert hat. nix zu machen. hab jetzt im moment dulco soft aus der apotheke, das ist flüssig und aromfrei. das nimmt er nun. leider ist das nicht verschreibungsfähig. habe nun den tip bekommen mal kinderlax elektrolytefrei zu testen. werde den arzt mal um ein rezept bitten.

    (9) 11.06.19 - 08:19

    Hallo, meine Tochter hatte jahrelang mit Verstopfung zu kämpfen. Die Ärztin machte damals Untersuchungen, z.B. auch Blut wegen Unverträglichkeiten, Allergien etc. Hatte sie aber nicht. Meine Tochter nahm mind. 3 Jahre lang täglich Movicol. Dann war sie älter, wir gingen zu einer Ernährungsberaterin. Seitdem konnten wir das Movicol absetzen, aber ich muss sie immer noch daran erinnern, auf die Toilette zu gehen, jetzt ist sie 8 Jahre alt.
    LG Leah

    (10) 11.06.19 - 10:10

    Hallo,

    1. einen Spezialisten für diese Problematik aufsuchen, also einen Kindergastroenterologen. Dein KiA kann dir da bestimmt einen empfehlen und vielleicht dort einen Termin für dich ausmachen. Der Gastroenterologe untersucht sämtliche organische Ursachen (uU Morbus Hirschsprung).

    2. Ernährungstagebuch führen (sämtliche Nahrungsmittel aufschreiben , Anzahl der Scheiben, Gramm Angaben usw)

    3. Einkoten-Tagebuch führen

    4. Einen Ernährungsberater (Kosten werden teilweise von der gesetzlichen KK übernommen) suchen und mit diesem das Ernährungstagebuch durchgehen.

    Liste mit spezialisierten Ärzten: https://www.alpha1-deutschland.org/liste-von-spezialisierten-kindergastroenterologen-in-deutschland

    (11) 12.06.19 - 09:39

    Schau mal weiter unten. Ich habe einen ähnlichen Beitrag verfasst. Ich denke wir befinden uns in Gesellschaft.
    Wahnsinnig aufreibend und schwer für alle.
    Ich habe nächste Woche einen Termin bei meiner Kinderärztin und wor werden die Behandlung besprechen. Zusätzlich habe ich einen Termin zur Beratung gemacht. Ich möchte sicher gehen das wir auf erzieherische und psychosoziale Basis alles in Ordnung haben und mich beraten und begleiten lassen zusätzlich zum medizinischen.

    • (12) 13.06.19 - 22:00

      Ja deinen Beitrag habe ich später auch gesehen!
      Wir führen aktuell wieder ab und dann auf ein neues. Diesmal aber eben alles gaaanz langsam, damit keine neue Verstopfung kommt
      Das mit so einer Beratung hatte ich auch mal überlegt. Unser Sohn ist sehr sensibel, da möchte ich nicht falsch auf was reagieren was das Thema angeht. Wo macht ihr diese Beratung?

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