Bitte um Gespräch durch Erzieherinnen

    • (1) 12.06.19 - 11:44

      Gestern sprach mich eine der Erzieherinnen von meinem Jüngsten an. Sie möchten gerne nochmal ein Gespräch mit mir führen.

      Im Januar hatte ich das erste Entwicklungsgespräch. Hierzu mal einen kleinen Text den ich damals meiner Freundin, selber Erzieherin, schickte.

      Hey. Ich hatte heute Entwicklungsgespräch in der KiTa für Noah. Ich bin immer noch etwas vor den Kopf gestoßen und weiß grad nicht, wie ich damit umgehen soll. Als ich in den Raum kam, wo das Gespräch statt fand, lagen auf dem Tisch 2 Flyer. Einer war von einer Logopädin und der andere war von der Kinderpsychologische Tagesklinik. Und genau dieser Flyer bereitet mir Magengrummeln.

      Zur Erklärung: Noah ist ein Junge von 3,5 Jahren der feste Strukturen braucht. Er ist in der Auslegung der Regeln sehr freiund sehr stur, wenn es nicht nach seinem Plan geht. Im allgemeinen wurde er mir als sehr sozial und empatisch beschrieben, hat einen guten und regen Kontaktzu den anderen Kindern aus der Gruppe, interagiert sehr gut und kann sich sehr gut alleine beschäftigen. Aber er hat keinen festen Kumpel und keine Bezugserzieherin. Er fällt auf, wenn es um Gruppendynamik geht. Als Beispiel: sie gehen mit der Gruppe spazieren, Noah hat spass bis sie am Ziel sind und umkehren um zurück zu gehen. Hier macht er dicht, dass will er nicht. Er lässt sich zurückfallen und "zwingt" eine Erzieherin sich exklusiv um ihn zu kümmern. Das das nicht geht ist selbstredend. Aber ich habe leider auch kein Patentrezept, wie sie und vorallem wir damit umgehen sollen.


      Seit dem sind nun 5 Monate vergangen und es hat sich einiges geändert, einiges nicht.

      Manche Tage sind seine Ohren nur Zierde. An anderen Tagen wiederum klappt es. Ich frage in unregelmäßigen Abständen nach wie es die Tage geklappt hat und war bisher der Meinung wir sind auf einem guten Weg.

      Ich werde heute nochmal drum bitten mir zu sagen, worum es in diesem Gespräch gehen soll. Aber Bauchgrummeln hab ich trotzdem.

      • (2) 12.06.19 - 12:58

        Hi
        Ich kann natürlich keine professionelle Beurteilung abgeben, aber der kurze Bericht liest sich jetzt nicht besonders ungewöhnlich.

        Was sagt denn dein Bauchgefühl? Sind die Erzieherinnen vielleicht unterbesetzt und können keine Rücksicht auf den einzelnen nehmen?
        Wenn dein Sohn nicht will und auf Durchzug stellt, ist das zwar nervig, aber für einen 3 jährigen völlig normal und denen ihr Problem, nicht deins. Zumindest solange er im Kindergarten ist;-)
        Liebe Grüsse

        • (3) 12.06.19 - 13:30

          Es sind 3 Erzieherinnen vormittags bei 21 Kindern
          Die eine Erzieherin nimmt er leider nicht so wirklich für voll, dafür aber die anderen beiden. Die beiden setzen ihm sehr klare Grenzen und das erkennt er auch an.

          Ich habe ehr das Gefühl, dass die eine nicht mit ihm klarkommt. Von ihren Kolleginnen wurde mir schon mitgeteilt, dass sie sich bei ihm nicht durchsetzen kann und es dann auch sehr schnell den anderen überlässt.

          • (4) 12.06.19 - 13:57

            Hallo!
            Grundsätzlich gibt es einfach Kinder, die sich weniger leicht in Gruppen einfügen bzw Menschen unterordnen. So weit, so gut, es bleibt ja mit 3,5 Jahren noch reichlich Zeit... bis zum Start ins Berufsleben sollte das wohl klappen.

            Was ich nicht so gut finde, ist die Aussage: die nimmt er nicht für voll. Das geht für meine Begriffe nicht und ich denke, das kann man einem 3,5 jährigen Kind auch klar machen...egal, was es denkt, es gibt eben Situationen, da muss man hören. Noch gruseliger finde ich, dass die Kolleginnen (!) dir mitgeteilt haben, dass sie sich nicht durchsetzen kann. Das geht gar nicht. Evtl solltet ihr Erwachsenen überlegen, ob ihr diese Einschätzung nicht (vielleicht indirekt) schon dem Kind vermittelt habt und er deshalb macht, was er will...

            Führe das Gespräch, aber horche evtl auch mal in dich... meine (sehr selbstbewusste) Tochter auch ist 3,5 und ich führe solche Kämpfe (manchmal muss man einfach "folgen") oft. Weil ich seid meiner beruflichen Perspektive als Lehrerin am Gymnasium weiß, wie sehr Kinder/ junge Erwachsene anecken und teilweise scheitern, bloß weil sie meinen immer alles kommentieren/ kritisieren/ hinterfragen zu müssen. Bringt manchmal nichts...

            Lg Mia

            • (5) 12.06.19 - 13:59

              *aus* nicht seid. Entschuldige.

              bloß weil sie meinen immer alles kommentieren/ kritisieren/ hinterfragen zu müssen. Bringt manchmal nichts...

              Ich bin auch Lehrerin am Gymnasium und bin immer total hin und hergerissen: Sie sollen ja lernen zu hinterfragen, aber es nervt schon, wenn jede Kleinigkeit hinterfragt wird. Ich hab für mich gelernt, dass sie alles hinterfragen können, wenn sie immer mit sich selbst anfangen, also zuerst die eigene Position hinterfragen.

            • (7) 12.06.19 - 21:32

              Hallo,

              die Person, um die es geht, muss sich schon in gewissem Rahmen selbst durchsetzen.
              Das kann man den Kindern nicht komplett von zu Hause aus aufdrücken.

              Wir hatten das Problem mit der ersten Grundschullehrerin unseres Sohnes. Unser Sohn (damals 2. Klasse) hatte keinen Respekt vor ihr, und obwohl er genau wusste, dass er zu Hause mit uns Ärger bekam, wenn er sie anzickte, ist ihm das immer erst eingefallen, wenn es schon wieder passiert war. Er fing dann schon fast an zu weinen, wenn wir um die Ecke kamen, weil er wusste, dass es von uns dafür Ärger gab.
              Die neue Lehrerin hat er vom ersten Tag an akzeptiert. Die beiden haben ein super Verhältnis, und sie sagt, er sei einer der bravsten Jungs in der Klasse. Da müssen wir gar nichts sagen oder tun.

              Das wird bei einem 3,5-jährigen von außen noch viel weniger funktionieren.

              Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich im Kindergarten damals mehrere junge Erzieherinnen nicht ernst genommen habe, weil die den Eindruck machten, dass sie selbst nicht so genau wussten, was sie eigentlich wollten und mehr so herum schwafelten.
              Meine Mutter wurde deswegen mehrfach einbestellt.

              Für jeden Beruf braucht man ein paar Voraussetzungen und wer keinerlei echte Autorität besitzt ist im Beruf der Erzieherin oder der Lehrerin leider falsch.

              LG

              Heike

          (8) 12.06.19 - 14:10

          Wenn er auf eine nicht hört, ist das natürlich suboptimal. Da das Problem aber nicht grundsätzlich besteht, liegt es offensichtlich nicht an ihm.
          Hör dir doch einfach mal an was sie diesmal zu sagen haben, aber setze Grenzen, wenn sie ihre Probleme auf deinen Sohn abwälzen.

    (9) 12.06.19 - 14:32

    Hallo,

    was hat das alles jetzt mit den Flyern zu tun, die damals auf dem Tisch lagen? Wurden die Themen angesprochen? Seid Ihr irgendwie tätig geworden in der Richtung bzw. wurde eine Notwendigkeit von Seiten des KiGa gesehen? Was sagt der KiA dazu?

    Hier liefen Entwicklungsgespräche immer sehr konstruktiv ab und ich war auch immer froh, dass ich in gutem Kontakt mit den Erziehern stand.

    Was befürchtest Du denn bei diesem Gespräch?

    LG

    (10) 12.06.19 - 21:17

    Ich kann Dir nur raten es wirklich ernst zu nehmen,bevor das Kind in die Schule kommt!
    Sollten die Erzieherinnen sich irren ist es gut,ich habe eher die Erfahrung gemacht die liegen leider oft richtig und in der Schule angekommen fragt sich jeder warum nie was gemacht wurde...
    Was ich echt immer daneben finde sind die Unterstellungen...... ..Erzieherinnen überfordert usw.
    Schaut danach,Schaden kann es nicht.

    • Dem kann ich nur beipflichten. Es ist direkt gruselig zu lesen, was für Antworten hier von manchen Eltern kommen.
      Es ist in erster Linie nicht das Problem des Kindergartens, wenn ein Kind nicht hört, also bei Ausflügen z.B. nicht mehr mit zurück kommt, sondern das Problem des Kindes, weil das dann zukünftig nicht mehr mitgenommen wird. Und Eltern, denen etwas an ihrem Kind liegt, tun gut daran mit dem Kindergarten an einem Strang zu ziehen. Es sollte von Anfang an klar sein, dass Maßnahmen immer zum Wohl des Kindes geschehen, nicht um ihm zu schaden! Eltern verweigern sich leider häufiger mal und leiden muss darunter immer das Kind. Das Kind, das dann nicht mehr zu Ausflügen mitgenommen wird, das Kind, das ständig in der Gruppe aneckt, das Kind, mit dem die anderen nicht mehr spielen möchten etc. PP

      • (12) 13.06.19 - 10:30

        Genau in der Beschreibung der Aufgaben eines Kindergartens steht, dass dieser familienERGÄNZEND arbeitet, nicht die Hauptverantwortung für die Erziehung hat. Grundlegendes ist Sache der Eltern nicht des Kindergartens.

        (13) 13.06.19 - 13:26

        Ich finde es gruselig, wenn sich eine ausgebildete Erzieherin bei einem 3 jährigen, der nicht mehr laufen will, nicht zu helfen weiss.
        Mit 3 Jahren ist die Erziehung von zu Hause aus noch längst nicht abgeschlossen. Darauf kann sich ein Kindergarten also kaum berufen.
        Gruselig, wenn sich Kinder verhalten sollen wie programmierte Roboter und wer nicht spurt wird als Therapiebedürftig hingestellt.

        Damit meine ich übrigens nicht, dass man sich grundsätzlich erst mal über die Meinung von Erzieherinnen hinwegsetzen sollte. Ich finde auch du hast recht, hauptsächlich die Eltern sind für die Erziehung verantwortlich und sollten sich da auch frühzeitig drum kümmern.

        Aber als 3 jähriger „nicht mitlaufen wollen“ „auf Durchzug stellen“ oder klare Struktur brauchen ist nun wirklich nicht ungewöhnlich und auch kein Fall von unterlassener Erziehung.

        • (14) 14.06.19 - 07:49

          Nicht mehr mitgenommen werden, ist aber die Konsequenz, die daraus folgt. Ja, auch geradezu folgen MUSS.
          Man hat in einer Kindergartengruppe die Verantwortung für alle Kinder, und es ist nicht mehr möglich die Aufsichtspflicht zu gewährleisten, wenn eine Erzieherin sich nur um ein Kind kümmern muss. Soll dann die andere Erzieherin alleine die restlichen 24 Kinder (oder lass es 20 Kinder sein) über die Straße begleiten???
          Es ist darüber hinaus eine Zumutung zu verlangen, dass ein Kind getragen werden soll, obwohl es doch zwei gesunde Beine zum Laufen hat. Eigentlich unzumutbar für die Erzieherin.
          Wer an Ausflügen teilnehmen will, der muss gewisse Geundvoraussetzungen erfüllen um sich und die Gruppe nicht zu gefährden. Dazu gehört selbst zu Gehen und z.B. nicht wegzulaufen.

(15) 13.06.19 - 10:27

HAllo??? Warum bist du so negativ eingestellt? Ich finde es immer witzig, wenn Eltern meinen, sie haben mehr Ahnung als Erzieherinnen. Erzieherinnen haben doch durch Ausbildung und Erfahrung mit Kindern meist ein anderes Wissen als Eltern. Und dass da Flyer lagen, die waren sicher nur als Empfehlung, DU als Mutter entscheidest doch immer noch.


Und jetzt wieder ein Gespräch, wahrscheinlich über die Entwicklung, das ist doch ok, es ist ein halbes Jahr rum seit dem letzten im Januar. Und woher weißt du denn jetzt schon, BEVOR das Gespräch geführt wurde, dass sie wieder" was zu "meckern" haben. Ganz ehrlich, so selbstverständlich und normal finde ich das Verhalten deines Sohnes vom Januargespräch nicht.

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