Kind ärgert ständig andere. Bin verzweifelt!

    • (1) 21.06.19 - 14:35

      Hallo ihr lieben,
      Mir geht's gerade so bescheiden.
      Mein Kind, fast 6, legt sich ständig mit anderen Kindern an. Ich (alleinerziehend) bin mit ihr gerade im Urlaub, Familienhotel.
      Wir sind im Schwimmbad, erst spielt sie noch nett mit anderen, plötzlich hör ich sie:"nänänä..ich bin schon fühünf..." zu einem kleineren sagen, dann schnappt sie sich die Badeschuhe eines älteren, versteckt sie. Da hab ich eingegriffen.
      Mit ihr auf dem Zimmer geredet, gefragt, warum sie das getan hat, sie wüsste es nicht.
      Erklärt, dass das nicht ok war, dass sie das umgekehrt auch nicht wollen würde.
      Hatte den Eindruck, es täte ihr leid und sie hätte verstanden.

      Nächster Tag: Abenteuerspielplatz, sie schubst ein Kind von der Schaukel und bedroht es anschließend mit einem Schaufelstiel.
      Das Kind hatte wirklich nichts gemacht, die Eltern waren völlig baff.
      Sie rennt vor mir weg, hab sie mehrmals gebeten, sofort herzukommen.
      Hab sie zu einer Entschuldigung genötigt und danach mit ihr den Spielplatz verlassen.

      Mit ihr reden ging gar nicht.
      Hab sie vorhin zur Kinderbetreuung gebracht.
      Sowas ist ständig!

      Sie ist entwicklungsverzögert, v.a.in punkto Sprache. Sie bekommt Logo und Ergo.
      Aber immer wieder dieses aggressive Verhalten, völlig aus dem Nichts.
      Ich bin im Moment nur noch fertig.
      In ruhigen Momenten erklär ich ihr, dass wenn man mit Kindern spielen möchte, freundlich sein soll, nicht, sie ärgern.
      Aber sie kriegt es nicht hin und ich muss zugeben, es ist nicht das erste Mal, dass ich mich echt schäme vor anderen Eltern wegen ihr.
      Kennt jemand sowas und wurde das irgendwann besser?
      Ich mag nicht mehr, ich kann nicht mehr!
      Traurige Grüße

      • (2) 21.06.19 - 18:21

        Häufig ist ein solches verhalten bei kindern zu beobachten, die sprachliche schwierigkeiten haben. Sie wissen einfach nicht,wie sie sonst kontakt zu anderen kindeen aufnehmen sollen. Daher versuchen sie es auf dem weg.
        Vllt übst du mit ihr einfach in rollenspielen so nebenbei wie man so etwas angehen kann. So kannst du ihr worte dafür geben. Ansonsten kann ich dazu nur sagen, dass ich auch häufiger kinder habe,die solche sachen machen. Ist zwar doof aber so eine phase haben sie fast alle mal. Das geht vorbei. Wichtig ist aber das du so konsequent bleibst wie du schreibst.

      (4) 21.06.19 - 18:29

      Hallo, ich denke es hat viel damit zu tun das sie sich nicht richtig verständigen kann. Stutzig macht mich jetzt nur die Sache mit dem Besenstiel. Das sie das Kind runterschubst weil sie die Erfahrung gemacht hat, das die Kinder es nicht verstehen daß sie auch mal drauf möchte kann ich noch nachvollziehen. Das mit dem Besenstiel ist ne andere Nummer das geht natürlich gar, vor allem wenn sie da mal ein Kind verletzt. Vielleicht ist es die neue Umgebung, vielleicht ist sie damit überfordert. In so einem Familienhotel ist ja einiges los. Du arme ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst.

    • (5) 21.06.19 - 20:07

      Ich habe ihr gesagt, wie man das macht.
      "Wie heißt du?" " Ich heiße xx. Wie alt bist du? Was wollen wir spielen? /Willst du mit mir.. "
      Kenn ich alles. Kennt sie alles.
      Es kommt mir trotzdem grotesk vor, dass man das immer und immer wieder üben muss.
      So überfordert glaube ich nicht.
      Es war außerhalb des Hotels...drei andere Kinder - an einem großen Abenteuerspielplatz.

      (6) 23.06.19 - 15:58

      Hallo,

      ziehst Du Konsequenzen, oder redest Du nur auf Deine Tochter ein?

      Falls Du nur redest, probier' es mit Konsequenzen. Die verstehen schon 3-jährige. Das sollte auch bei Deiner Tochter klappen.
      Reden geht bei ihr offenbar nur zum einen Ohr rein und zum anderen raus.

      Die Kinderbetreuung wäre die bei mir erstmal gestrichen, und ich würde den ganzen Tag im Auge behalten, was sie macht und sofort reagieren, wenn sie sich schlecht benimmt.
      Für jedes Ärgern, gäbe es 5 Minuten neben mir sitzen.
      Für schlimmere Vergehen wird Eis oder irgendeine Aktivität gestrichen.

      Du musst zusehen, dass Du das in den Griff bekommst.
      Deine Tochter geht doch wahrscheinlich bald in die Schule.
      Da wird sie dann entweder von den anderen gleich als unmöglich abgestempelt und Außenseiterin.
      Oder sie tut sich mit anderen Rabauken zusammen, und dann kannst Du Dich auf viele Jahre Ärger mit Lehrern und anderen Eltern gefasst machen.

      LG

      Heike

      • (7) 25.06.19 - 19:16

        Selbstverständlich ziehe ich Konsequenzen.
        Ich bin ja auch sofort weg vom Spielplatz, nachdem sie sich entschuldigt hat. Danach erst hab ich mit ihr geredet.
        Im Schwimmbad auch klare Ansage: wenn du noch einmal...dann gehen wir.
        Es passiert, wir gehen.
        Es wundert mich einfach nur, weil sie mich genau kennt und weiß, dass ich das durchziehe, warum sie es trotzdem nicht macht.
        Ich rede auch nicht ewig auf sie ein, ich halte mich kurz und den Wortschatz einfach.

    (8) 24.06.19 - 20:30

    Vielleicht solltest Du mal aufhören, Dein Kind zu bitten und zu erklären, sondern konsequent und sofort reagieren.

    (9) 25.06.19 - 11:56

    Klingt anstrengend. Ich persönlich würde es dennoch nicht so krass durchziehen, wie hier unter anderem empfohlen.

    Ich vermute jetzt einfach mal, dass sie es nicht besser kann. Du schreibst, sie ist etwas entwicklungsverzögert und wer von uns hier kann denn in ihren Kopf schauen? Vielleicht funktioniert ihr Denken einfach nicht exakt gleich, wie beim Durchschnittskind mit 5 Jahren. Dann kann man erklären und schimpfen wie man will, sie KANN es einfach nicht abrufen. Oder versteht es auch nicht richtig. Ich sehe zwei Möglichkeiten. Es entweder mit gesteigerten Strafen zu versuchen oder sie da abholen wo sie halt ist.

    Da Schuld und Schamgefühle erwiesenermaßen äußerst ungut für einen Menschen - egal welchen Alters - sind, hier meine Tipps für die zweite Variante:

    Den Vorschlag mit den Rollenspielen find ich gut. Und vorlesen! Also Bücher über Alltagsgeschichten. Ich habe mittlerweile gelernt, dass es Menschen gibt, die in Bildern denken. Gesagtes können sie sich ohne Verknüpfung zu Bildern kaum merken. Man schimpft und erklärt dann oft umsonst. Langfristig wirkungsvoll ist auch die Arbeit mit Bildkarten. Es gibt ein Bild von der Situation und wie man sich verhalten soll. Wenn ihr dann auf den Spielplatz oder ins Schwimmbad geht, kündigst du das mit einem entsprechenden Symbolbild an und legst die Verhaltenskarten dazu (Z. B. beschriftete Emoticons). Geduld wird das trotzdem brauchen, ist klar. Und wenn es so gar nicht klappt, würde ich auch aus der Situation gehen. Zum einen zum Schutz der anderen Kinder, aber dein Kind ist evtl. auch in dem Moment überfordert und dann nimmt man es natürlich raus. Wenn ich mit Verstärkern arbeiten würde, dann nur mit Positiven. Also nicht negatives Verhalten bestrafen, sondern positives Verhalten belohnen. Ich weiß, dass klingt jetzt sehr aufwendig, sehr sonderpädagogisch, aber find ich liebevoller als konsequent bestrafen.

    Liebe Grüße

    (12) 28.06.19 - 18:36

    Tolle Antwort, gut erklärt! Das merk ich mir auch!
    Danke

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