Buchtipp: bevorstehender Tod des Opas

    • (1) 05.07.19 - 07:04

      Hallo ihr Lieben,

      mein Schwiegerpapa ist an Lungenkrebs erkrankt und er wird vermutlich nicht mehr länger als ein Jahr leben - eher kürzer. 😔

      Wie ich das mit meiner 3,5 Jährigen, die ihn heiß und innig liebt, besprechen soll ist mir absolut schleierhaft.
      Habt ihr ne Idee? Was kann ich sagen? Was darf ich sagen? Was sollte ich auf keinen Fall sagen!?
      Gibt es vielleicht Bücher, die so Themen behandeln?
      Bücher liebt sie nämlich sehr und saugt sie förmlich auf.

      Über Hilfe, Tipps, Erfahrungen bin ich sehr dankbar.

      Liebe Grüße und danke!
      Vika

      • Das tut mir wirklich sehr leid. Ich bin Verfechter der Wahrheit. Aber auch der Fantasie der Kinder.

        Vielleicht versprichst du das mit dem Opa. Ihr könnt ihr sagen dass er krank ist und er eines Tages zu den Sternen gehen wird.
        Vielleicht kann sie gemeinsam mit dem Opa einen besonders schönen, hellen Stern aussuchen der dann irgendwann der vom Opa sein wird.
        Wenn er gegangen ist, kann sie zu ihm hinauf schauen an klaren Nächten


        Meine Oma starb damals als ich etwa 4 oder 5 war und ich hatte die Verbindung zu ihr über die Sterne. Es hat mich sehr getröstet.

        Mona

        • Vielen Dank für deine Antwort.
          Dass er krank ist kann ich ihr nicht sagen. Das hatte ich beim Tod meiner Oma getan und sie hat dann, als sie krank wurde, gedacht dass sie jetzt sterben muss 😕

          Aber die Idee mit dem Stern gefällt mir total gut ❤️

      Das tut mir sehr leid.
      Ich habe meinem Sohn es so gesagt wie es ist, als eine sehr nahe Bekannte von mir gestorben ist. Ich habe ihm gesagt, dass sie sich in einen Engel verwandelt und in den Himmel fliegt.
      (Ich glaube auch selbst an ein Weiterleben der Seele. Vielleicht nicht im Himmel und als Engel. Aber das schien mir für ein Kind greifbarer)
      Bespreche auch mit ihr deine Gefühle. Dass du traurig bist und im welchen Momenten du den Opa vermissen wirst.
      Und lass ihr ihre Gefühle. Kein sowas wie "du musst nicht traurig sein, der Opa schaut vom Himmel auf uns" Sie darf traurig sein und weinen so viel sie will.

      Hier ein paar Buchtipps.

      "Opa, welche Farbe hat der Tod?"
      "Nie mehr Oma Lina Tag?"
      "Leb wohl lieber Dachs"
      "Der Baum der Erinnerung"
      "Opas Insel"

    (6) 05.07.19 - 09:46

    Weiterführend vielleicht "Opas Engel" (Jutta Bauer).
    Es behandelt nicht den Tod selbst, aber der Großvater berichtet dem Enkel von seinem Leben und auf den Bildern kann man sehen, dass er von einem Engel begleitet wurde. Und der Engel folgt am Ende vom Buch dem Enkelkind nach draußen.

Erstmal wünsche ich euch viel Kraft, meine Mutter ist 2010 an Lungenkrebs gestorben.
Ich kann Dir nicht viele Tipps geben- aber sag Deinem Kind nicht dass er eingeschlafen ist, dann haben die Kinder schreckliche Angst vorm einschlafen!

  • Danke. Die können wir brauchen. 😔
    Ja, das mein ich damit, was ich NICHT sagen sollte.
    Als meine Oma starb haben wir ihr gesagt, dass sie krank war.
    Darauf hin dachte meine Tochter, dass sie sterben muss als sie das nächste Mal krank wurde. 😕

    "Alt und krank" hätte zwar bei meiner Oma gepasst, aber mein Schwiegervater ist noch nicht wirklich so alt .... Sehr schwierig, finde ich. 😣

(10) 05.07.19 - 14:22

Der Uropa meiner Tochter (grade 3 geworden) ist gerade gestorben. Heute war die Beerdigung, bei der sie auch dabei war.

Wir haben ihr gesagt, dass der Uropa gestorben ist und wir ihn jetzt leider nicht mehr sehen können. Wir haben versucht, ihr die Situation ehrlich zu erklären, ohne ihr zu viel Angst zu machen. In unserem Fall, dass es passieren kann, dass (alte) Menschen ganz, ganz doll krank werden. Und dass da nicht mal das Krankenhaus noch hilft.
Mit “sterben“ konnte sie natürlich erstmal nicht viel anfangen. Ich habe ihr dann tatsächlich gesagt, dass das ein bisschen wie einschlafen ist (hatte zwar auch die Sorge, dass sie dann auch selbst Angst vor dem Einschlafen hat, wusste aber auch nicht so recht, wie ich es sonst erklären soll).

Wir haben unserer Tochter das Buch “Abschied von Opa Elefant“ besorgt. Das finde ich sehr schön. Da werden verschiedene Möglichkeiten beschrieben, was mit dem unsterblichen Teil des Opas passiert (indem jedes Elefantenkind an etwas anderes glaubt: Seele, Himmel, Wiedergeburt (als Elefant, anderes Tier, Schmetterling), in Gedanken und in Träumen bei uns...). Abschließend sagt der Opa, dass das Sterben ein großes Geheimnis ist, dass jeder für sich erfahren muss.

Unserer Tochter haben es vor allem die Schmetterlinge angetan.

Heute bei der Beerdigung hat sie gefragt, ob wir den Uropa jetzt wirklich nicht mehr sehen können. Und ob er nicht mehr aufwachen kann. Und dann gesagt, dass sie darüber traurig ist. Und festgestellt, dass auch andere traurig sind.
Sie hat am Schluss auch eine Hand voll Erde und eine weiße Rose ins Grab fallen lassen (hat sie natürlich gesehen und wollte dann auch). Mit “Tschüss, Opa!“ und winken.
Wir hatten erst überlegt, aber es war definitiv die richtige Entscheidung, sie mitzunehmen!

(13) 06.07.19 - 08:59

Hallo,
schau doch noch mal bei Amazon oder einem anderen Buchhändler. Ich glaube "Opas Insel" handelt auch von Opas Tod. Ansonsten gibt es noch "Leb wohl lieber Dachs" oder so ähnlich. Da gibt es mehrere zur Auswahl. Schau Dir doch mal die Rezensionen dort an. Alles Gute!

(18) 06.07.19 - 09:32

Es gibt übrigens auch Erinnerungs- und Trauerbücher für Erwachsene und Kinder. Da kann man vieles festhalten. Vielleicht wäre das auch was. Ich wünsch euch ganz viel Kraft! Alles Liebe 💜

(21) 06.07.19 - 21:26

Hallo.

Als Buch zum Thema Tod finde ich "Jolante sucht Crisula" einfach toll. Unsere Tochter bekam es mit 2 Jahren zum Tod unserer Katze, die sie innig geliebt hat. Achtung es rührt auch Erwachsene beim Vorlesen zu Tränen. ;-) Wir haben vorne noch ein Bild von beiden eingeklebt. Als Erinnerung. Anfangs hat sie Buch oder Bild immer wieder raus geholt. Dann haben wir vorgelesen und darüber geredet. Ich würde es einfach auf euch zukommen lassen. Sie wird sicher merken, dass es dem Opa schlechter geht. Da würde ich sie einfach begleiten und ihre Fragen kindgerecht aber ehrlich beantworten.

Liebe Grüße und viel Kraft für die kommende Zeit

(22) 07.07.19 - 18:03

Erstmal tut es mir sehr leid für deinen Vater und eure gesamte Familie. Vor 1 1/2 Jahren ist mein Vater nach langer Krankheit verstorben ich habe, nachdem ich mich gesammelt hatte, mit meinen beiden Kindern darüber gesprochen. Außerdem haben mir ganz liebe Freunde das Buch Leb wohl lieber Dachs von Susan Varley geschenkt. Das kann ich dir empfehlen.

LG Sarah

Hallo liebe Vika,

es tut mir sehr leid und ich wünsche euch viel Kraft für die bevorstehende Zeit.

Bei meinem Sohn (4 Jahre) ist das Thema Tod momentan auch sehr aktuell, da der Uropa von seinem Kitafreund verstorben ist.

Ich war in einem wundervollen Bücherladen und mir wurden zwei Bücher sehr empfohlen:
„Nur ein Tag“ von Martin Baltscheit und „Opa Wolf im 7. Himmel“ von Stefan Karch

In diesen zwei Büchern wird so einfühlsam und behutsam mit den Themen Sterben und Tod umgegangen. Ich kann sie dir sehr empfehlen.

Alles Gute
Jule

(24) 09.07.19 - 20:47

Hallo,

meine beiden großen Kinder (die kleine ist noch zu klein, die war 3 Monate beim Tod meiner Oma und Opa hat sie gar nicht erlebt) haben Oma und opa jeweils im Pflegeheim öfter besucht und so natürlich das Thema „alter und Krankheit“ mit bekommen.
Gerade mein großer ( er war 5 als meine Oma gestorben ist) war immer wenn mir bei meinen Eltern zu Besuch waren mit dort wenn meine Mama täglich mittags dort war um Oma zu füttern.
Sie haben also auch mit bekommen wie sie immer weniger konnte etc. Nur als sie am Schluss so richtig krank aussah und im Sterben lag haben wir sie nicht mit mehr hin genommen aber Ihnen das gesagt dass es ihr eben jetz so schlecht geht etc.

Sie waren auch auf dem Friedhof immer mal dabei wenn wir die Gräber von den schon verstorbenen Uroma/ uropa neu bepflanzt, gegossen oder neue Kerzen angezündet haben. Da haben wir Ihnen das dann auch erklärt kindgerecht dass das die Gärten sind von den verstorbenen (den Begriff haben meine Jungs gesagt- Grab fanden sie doof)

Bücher hatte ich bevor meine Oma gestorben war dieses

https://www.amazon.de/Leb-wohl-lieber-Dachs-Geschenkbuch-Ausgabe/dp/3219115284/ref=mp_s_a_1_1?adgrpid=71402825952&gclid=Cj0KCQjw9pDpBRCkARIsAOzRziv4arxTtQZq_6j-1rSNGf9Tg1oFXpYs5yxifw-Eb2OdPvr-HUdgzLsaAo99EALw_wcB&hvadid=352822935527&hvdev=m&hvlocphy=9042740&hvnetw=g&hvpos=1t1&hvqmt=b&hvrand=7273756653523333737&hvtargid=kwd-298945589656&hydadcr=1064_1834335&keywords=lebe+wohl+lieber+dachs&qid=1562696687&s=gateway&sr=8-1

Und noch ein zweites, da weiß ich aber den Namen nicht im Moment.

Die haben wir jeweils nach dem Tod ein paar mal gelesen- nicht ohne dass ich ein paar Tränen vergossen habe 😭

Ansonsten haben wir fragen die die Kinder hatten beantwortet aber von uns aus nicht noch mehr gesagt .

Mein großer fand und findet es immer ganz gut wenn ich den menschlichen Körper mit einer Maschine vergleiche bei der durch alter und schwere Krankheit immer mal was knackt und kracht und irgendwann läuft sie nicht mehr so sauber und der Roboter / Maschine kann z.B. nicht mehr gehen und irgendwann wenn zu viel kaputt ist bleibt der Motor stehen und das ist das Herz vom Menschen .
Und man kann nicht alles reparieren/ ersetzen weil es keine Ersatzteile gibt für alles.

Damit kann und konnte er am meisten anfangen .

Die Kinder waren bei der Beerdigung jeweils nicht dabei - das fand ich mit 1 und 3 bzw dann bei Oma 3 Monate, 3 und 5 zu früh. Vorallem weil wir in Ruhe trauern und weinen können wollten ohne die Kinder mit unseren Tränen zu sehr zu verschrecken die bei der Beerdigung natürlich reichlich geflossen sind.
Aber danach beim zusammen sein waren sie natürlich dabei und haben auch unsere Tränen immer wieder mit gekriegt und das finde ich auch ok.

Bei Oma haben wir dann später nach der Beerdigung noch Luftballons in ihrer Lieblingsfarbe steigen lassen als letzten Gruß .

So jetz ist es ganz schön lange geworden - hoffe ich konnte dir helfen,

Ich bin für Offenheit und Ehrlichkeit- was aber nicht heißt dass man die mit der kompletten wahrheit belasten muss.
Und immer nur so viel erzählen bis ihre Fragen beantwortet sind.

Kinder fassen das als viel normaler auf als erwachsene .

Lg und viel Kraft für die kommende Zeit


JD

(25) 09.07.19 - 21:00

Es gibt ein tolles Buch quasi für beide. Das emder Opa vorlesen könnte. Es gibt welche wo es mit Tieren dargestellt wird. Am Besten du gehst in eine Buchhandlung, den gerade diese Art der Bücher, ist sehr persönlich und nicht jeden spricht das eine oder andere an. Ich hab diesbezüglich 5 verschiedene, da ich es immer versuche auf Familie und Kind anzustimmen.
Alles Gute für die Suche

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