gesetzliche Beratung Kita NRW

Hallo,

ich bin gerade sehr genervt von unserer Kita, so sehr das ich aktuell versuche meine Tochter woanders unterzubringen, dass dies fast unmöglich ist brauche ich ja wohl nicht erwähnen.

Vielleicht hat jemand eine Ahnung wo man sich beraten lassen kann, ob das was die so machen alles rechtens ist.
Meine Tochter besucht die Kita seit 2 Jahren, wir haben jetzt die dritte Leitung, die dritte Köchin, bei den Erziehern weiß ich es gar nicht, so viel Wechsel.
Also grundsätzlich würde ich mal behaupten das Team intern oder mit dem Träger was nicht stimmt.

Letzte Woche war meine Tochter 2 Tage zu Hause weil mal wieder nicht genug Personal da war. Grundsätzlich helfe ich gerne, aber die Kita nimmt sich so viel raus. Ständig wird eher geschlossen, z.b. Laternenfest, wir schließen um 13 Uhr, Letzter Tag vor den Ferien wir schließen um 12 Uhr. Schließlich zahle ich einen 45 Stunden Platz.

Jetzt gab es einen Elternbrief, die Kita schließt in den Sommerferien 3 Wochen, soweit so gut. Sie bieten eine Notbetreuung an ABER das Kind darf nur dahin gehen wenn man bis Dezember eine Bescheinigung des Arbeitgebers einreicht, dass dieser einem in der Zeit keinen Urlaub bewilligt, das auch von beiden Elternteilen. Des Weiteren sollen die Kinder dann 2 Wochen wann anders Ferien machen, auch da soll man sich jetzt bis Dezember festlegen. (Keine Frage kinder brauchen Pausen und meine Tochter geht es auch nicht explizit). Ich glaube aber nicht das die sowas vom Arbeitgeber verlangen können geschweige denn Eltern zwingen können ihr Kind zu Hause zu lassen für 2 Wochen, gesetzlicher Anspruch auf Betreuung und so.
Mein Mann hat bei seinem Arbeitgeber, großes Unternehmen, weltweit tätig, mal nachgefragt, die haben ihn sozusagen ausgelacht und mitgeteilt, dass sowas nicht ausgestellt wird.
Ich könnte es ja noch verstehen, wenn die Ferienbetreuung bisher ausgenutzt wurde, aber es warn die letzten 2 Jahre 6-8 Kinder dort von ca. 80.


Liebe Grüße
Haley48

Wegen der ständigen Schließerei würde ich mich bei der Stadt erkundigen. Evtl. auch beim JA. MMn darf die KiTa das, an einer bestimmten Zahl von Tagen, aber nicht ständig.

Das mit der Notbetreuung zu Schließtagen kenn ich aber auch so, sowas muss auch zeitnah personell geplant werden. Und wenn ihr keinen Urlaub nehmen könnt, dann kann auch ein international tätiges UN sowas abzeichnen.
Ich finde es im Übrigen richtig, einen Alternativurlaub zu verlangen. Auch das habe ich schon gelesen.
Aber natürlich habe ich kein Rechtswissen und werde das hier gespannt verfolgen.

Bei den Schließtagen halten sie die Anzahl ein. Machen aber immer Mal wieder eher zu.

Grundsätzlich will ich die Schließung in den Sommerferien gar nicht diskutieren, nur die Art und Weise.
Man hat halt ständig das Gefühl, man gibt, aber kommt nichts zurück. Bzw. bekommen wir als Eltern einfach nie information immer nur auf Nachfrage.

Personalwechsel und Leitungswechsel sind derzeit üblich, wobei die Fluktuation im Gesundheitswesen deutlich höher ist. Dies sind Faktoren, die man als Elternteil hinnehmen muss.

Schließungen aufgrund Personalmangels können auch vorkommen, zB Krankheitswelle usw

Die Schließzeiten sind im Vertrag oder in der Satzung geregelt. Dort steht drin, wie lange die Schließzeiten während der Sommerferien sind, wie viele Fortbildungstermine sind, interne Teamsitzungen usw. Wenn die Schließzeiten bekannt, kann man sein Arbeitsverhalten darauf einstellen.

Beim Laternenfest, das wahrscheinlich abends stattfinden wird, müssen die Erzieherinnen Überstunden machen und die Regeln des ArbZG einhalten. Da kann es schon zu Problemen kommen. Deshalb sehe ich frühere Schließung nicht kritisch.

Notbetreuung bedeutet, es findet regulär kein Kindergarten. Nur für Notfälle! Notfälle sind die Kinder, die in der betreffenden Zeit nicht zu Hause betreut werden können. Wenn ein Elternteil daheim ist, liegt kein Notfall vor. Da Eltern in diesem Bereich gerne Schummeln, ist ein Nachweis erforderlich. Man sollte dies als Serviceangebot des Trägers ansehen.

Grundsätzlich stört mich das mit den Schließzeiten auch überhaupt nicht, hier geht es eher um die Art und Weise.

So einen extremen Wechsel kenne ich hier im Ort von keiner Kita und zeugt für mich nicht für ein gutes Betriebsklima wenn eine Erzieherin bereits nach 2 Monaten wieder weg ist.

In unserem Vertrag steht z.b. das sich die Kita verpflichtet, die Öffnungszeiten einzuhalten, mit öfter eher schließen tut sie das nicht.

Es ist eine heilpädagogische Kita und es läuft so vieles schief, z.b. werden Hilfsmittel nicht adäquat angewandt weil wer kommt schon drauf das ein Kind wächst.

Und Schließungen aufgrund Personalmangel finde ich nicht normal, andere Träger regeln dies auch anders. Und wenn vier Wochen lang ein Schild hängt, die Kita befindet sich im Notbetrieb, finde ich vier Wochen auch nicht normal.

Wie gesagt ich will nicht alles im einzelnen diskutieren, würde mich aber einfach gerne Mal beraten lassen.

Nochmals zum Rechtlichen:

1. Ferien

§13e Absatz 2 Satz 2 KiBiZ (NRW):
"Die Anzahl der jährlichen Schließtage (ohne Samstage, Sonn- und Feiertage) soll zwanzig und darf dreißig Öffnungstage nicht überschreiten."

§22a Absatz 3 Satz 2 SGV III (Bundesgesetz):
Werden Einrichtungen in den Ferienzeiten geschlossen, so hat der Träger der öffentlichen Jugendhilfe für die Kinder, die nicht von den Erziehungsberechtigten betreut werden können, eine anderweitige Betreuungsmöglichkeit sicherzustellen.
2. Notbetrieb

Bei einem Notbetrieb von über 4 Wochen: eine solcher Aushang erfolgt nur mit Genehmigung des JA. Die KiTa hat also keine andere Möglichkeiten mehr. Bei solchen gravierenden Problemen besteht für dich als Elternteil natürlich die Möglichkeit, Minderungs- oder Schadenersatzansprüche gegen den Träger geltend zu machen, da sie ihre Hauptleistungspflichten aus dem Vertrag nicht nachkommen.

3. Personal

Leitungen werden bei uns in der Region händeringend gesucht. Es ist keine Seltenheit, dass ein Kindergarten mehr als 12 Monate ohne Leitung tätig wird.

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„ Mein Mann hat bei seinem Arbeitgeber, großes Unternehmen, weltweit tätig, mal nachgefragt, die haben ihn sozusagen ausgelacht und mitgeteilt, dass sowas nicht ausgestellt wird.“

Das ist tatsächlich ein Armutszeugnis für den AG deines Mannes...

So wie du die Kira beschreibst ist es normal. Mußtest du keinen Nachweis deines AG erbringen, damit du den 45 Stunden Platz bekommst?

Auch die Schließungen sind normal, ebenso wie die Gründe.

Vielleicht solltest du deine Erwartungshaltung etwas überdenken.

Grundsätzlich war das bzgl. der Schließzeiten im Sommer nur ein Beispiel.

Ich denke nicht das ich meine Erwartungshaltung ändern sollte. Ich denke es kann erwartet werden, dass Kinder die morgens gebracht werden begrüßt werden und nicht teilweise ignoriert werden. Es kann erwartet werden, dass z.B. bei behinderten Kindern die in einem besonderem Stuhl sitzen, dass dieser überprüft wird und verstellt wird wenn das Kind wächst und isch Erzieher nicht wundern warum sie das Kind kaum noch rein und raus bekommen.
Ich finde auch das man erwarten kann, dass man nicht ständig gefragt wird sein Kind zu Hause zu lassen weil mal wieder nicht genug Personal ist.
Wenn die Köchin gekündigt wurde und das Essen vom Catering kommt, hätte ich auch darüber gerne eine Info. Genau wie ich gerne gewusst hätte wer aktuell in der Gruppe meiner Tochter arbeitet und wer sie betreut. Auch hier sieht es eher Mau aus mit Informationen.
Die List ist noch durchaus länger.
Es geht mir auch nicht um alles im Einzelnen aber in der Summer genommen macht die Kita einfach einen schlechten Job.
Ich arbeite selbst im sozialem Bereich und sowas habe ich tatsächlich noch nicht erlebt.


So wie du die Kira beschreibst ist es normal. Mußtest du keinen Nachweis deines AG erbringen, damit du den 45 Stunden Platz bekommst?

Nein das muss man hier nicht. Die Kita bietet ja nicht mal 25 Stunden Plätze an.

Ich finde, es hört sich sehr unschön an. Die letzten Kommentare hier kann ich so nicht nachvollziehen.

Ganz seltsam finde ich die Forderung, außerhalb der Schliesszeit noch Urlaub zu machen und diesen auch noch frühzeitig anzukündigen. Habe ich das richtig verstanden?

Alles andere ist wahrscheinlich rechtens, zeugt aber teils von mangelndem Vertrauen in die Eltern, zB die strenge Forderung eines Nachweises durch den AG. Das kenne ich hier so bürokratisch nicht.

Hört sich so an, als trüge dich dein Gefühl nicht und es herrsche schlechte Stimmung in der Einrichtung. Daher wohl auch die häufigen Personalwechsel.

Was sagt denn der Elternbeirat? In unserer Kita/unserem Kiga gab es zwischen diesem und der Einrichtung immer einen regen Austausch. Das hat sehr oft bei Unstimmigkeiten geholfen.

Alles Gute!

Danke, du hast mich verstanden.
Ja einiges ist mit Sicherheit rechtens, manches vielleicht aber auch nicht und ich würde einfach nur gut informiert sein.
Wer die Notbetreuung in Anspruch nimmt soll sein Kind zu einem anderen Zeitpunkt 2 Wochen zu Hause lassen.

Einige Dinge kann ich vom Grundgedanken auch verstehen, aber so wie es rübergebracht wird.
Ich bin seit Sommer selbst im Elternrat, die Meinung unter den Eltern sind unterschiedlich. Aber vieles was vom Elternrat angeboten, vorgeschlagen wird, wird nicht angenommen. Im Gespräch mit Leitung wurden die Vorschläge abgeschmettert mit, will der Träger nicht oder wird im Team besprochen.
Nach über 2 Jahre und nur auf initiative des Elternrates wird es endlich bald einen behinderten Parkplatz geben. Für eine Heilpädagogische Kita finde ich das echt traurig. Mütter müssen ihre behinderten Kinder teilweise echt lange Wege tragen.

Es sind einfach so viele Kleinigkeiten die nicht passen, die ich einfach nicht alle aufführen will. Daher meine Frage wo oder wie man sich rechtlich informieren kann.

"Ganz seltsam finde ich die Forderung, außerhalb der Schliesszeit noch Urlaub zu machen und diesen auch noch frühzeitig anzukündigen. Habe ich das richtig verstanden?"

Seltsam ist diese Forderung überhaupt nicht. Ich finde das sogar gut. Es wird darauf geachtet, dass jedes Kind mindestens 2 Wochen im Jahr am Stück frei hat.

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Hallo

es gibt im KIBIZ die genaue Aussagen zu den schliesstagen, es sollen mindestens 20 TAge (Samstag und Sonntag zählt nicht dazu) und höchstens 30 geben soll. Dazu zählen dann auch die Pädagogischen Tage

Die KITA ist verpflichtet Eltern die nicht in der Lage sind ihr Kind in dieser Zeit zu betreuuen (dafür dar ein nachweis gefordert werden ) eine andere Betreuung anzubieten. Aber nur wenn du dazu nicht in der Lage bist.

Theoretisch darf der Kindergarten zum Laternfest und Co nicht eher schliessen, aber die Erzieher können auch sagen Stop wir haben zu viele Überstunden (wieviele gemacht werden dürfen kann dir der Träger sagen), wir bieten das Laternenfest nicht an.

Waldtage sind auch ein grosses problem. Bei Waldtagen braucht der Kindergarten mehr Personal. Bis vor einigen Jahren sind einfach Eltern mitgekommen, rechtlich ist das heute nicht mehr möglich, es muss ausgebildestes Personal sein. Total schade für die Kinder, aber ich kann jeden Erzieher verstehen der sich nicht strafbar mache will.

Ich habe vollstes Verständnis dafür das Waldtage, Laternenfest und Co ein großer Aufwand bedeuten.
Aber wenn ich dazu nicht in der Lage bin, dann biete ich es nicht an.
Wenn meine Tochter sich auf die Waldwoche freut und es wird jedesmal abgesagt ist das sehr traurig. Und es ist ja nicht einmalig irgendetwas abgesagt worden.

In vielen Dingen bietet der Elternrat Hilfe und sowas an, es wird aber einfach nicht angenommen.

Der Elternrat darf aber z. B nicht bei der Waldwoche helfen. Das problem ist einfach in NRW ist der normale Betreuungsschlüssel bei den ab 3 jährigen 1 zu 18. Also sind meistens bei 25 Kindern nur 2 Erzieher und evt noch eine Kinderpflegerin. Das hörst sich erstmal toll an. Aber wird in einer anderen Gruppe eine Erzieherin kann oder Co muss es von den anderen aufgefangen werden.

Das bedeutet das andere Gruppen z. B dann keine Ausflüge machen können.

Der beste Ansprechpartner ist das Land NRW, damit sie endlich mehr personal einstellen, das überstunden richtig bezahlt werden.

Ich möchte nicht wissen was im KIGA los ist wenn ein Schild dort steht dieses Jahr fällt z. B das Laternfest aus, weil die Erzieher keine kostenlosen überstunden mehr machen

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Ich finde das gsnz und gar nicht normal und hätte auch kein gutes gefühl, mein Kind dort zu lassen. Die vielen Personalwechsel lassen auf Unzufriedenheit, schlechtes arbeitsklima schließen. Ungeplante Schließungen kenne ich gar nicht (außer zu Streikzeiten und dafür hat man ja Verständnis). Wir bekommen im Oktober die schließzeiten für Januar-Dezember des Folgejahres und daran wird sich strikt gehalten. Im Sommer 3 Wochen, Weihnachten bis 2. Januar plus einzelne Klausurtagungen (werden immer auf freitags nach einem Feiertag, oder donnerstags vor einem Feiertag gelegt), Tage an denen wegen Personalversammlung ab 12 geschlossen wird. Dies ist alles gut planbar und machbar für uns. Wenn jemand vom Personal die Einrichtung verlässt (was nicht häufig vorkommt), erfahren wir das über das elternbeiratsprotokoll rechtzeitig. Insgesamt ist der informationsfluß hier gut. Daran mangelt es bei euch anscheinend ja auch. Da wäre ich auch unzufrieden. Gibt es bei euch einen Elternbeirat, an den du dich wenden kannst?

Danke für deine Meinung, ja es macht alles gesamt einen schlechten Eindruck und einen rechtzeitigen Informationsfluss gibt es nicht.
Ich bin selbst im Elternrat aber auch wir bekommen keine Infos, erst auf nachfragen und drängen.
Wir hatten jetzt gestern aber Glück und unsere Tochter kann die Einrichtung wechseln.

Sehr gut, wobei es immer blöd ist, wenn ein Kind sich bei eingewöhnen muss. In diesem Fall aber sicher das geringere übel! Ich würde die Zustände in der Kita aber an deiner Stelle unbedingt melden!

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