Entscgeidungsschwierigkeiten Tagesmutter oder Kita

Hallo zusammen, ich schildere mal (hoffentlich) kurz unsere Situation in der wir uns gerade befinden inkl aller Argumente.

Es geht um unsere Tochter die im Juni 2020 2 Jahre alt wird. (17 Monate derzeit)

Mein Mann arbeitet 42,5Std wöchentlich und ich 30 Std.

Zur Zeit geht unsere Tochter 35std zu einer wirklich sehr engagierten Tagesmutter. Diese wohnt in unserer Nähe und betreut die Tageskinder auf einem großen Hof mit wunderschönen Räumlichkeiten.
Die Kinder aktuell dort sind zwischen 20 und 17 Monaten alt.

Jetzt haben wir das große Glück für 2020 einen Kita Platz zu bekommen. (3 von den Kindern ebenfalls, Ber in anderen Einrichtungen)
Eigentlich großartig und ein 6er im Lotte. Es ist genau unsere Wunschkita. Trotzdem fällt mir die Entscheidung gerade total schwer. Ich zähle mal die Argumente auf.
gegen die Kita spricht :

-ich müsste erst 15 Minuten in die andere Richtung fahren bevor ich dann zur Arbeit fahre
-wir müssten 45 Std buchen weil der Fahrweg einfach länger ist als bisher
-das bedeutet 100€ mehr kosten

Für die Kita spricht :
-das Konzept ist toll
-wir kennen Erzieher und Leitung weil unser Sohn vor Jahren auch dort war
-sie ist dort mit älteren Kindern und gleichaltrigen zusammen
-es ist nicht gewährleistet dass wir bei Absage 2021 einen Platz dort bekommen

Gegen die Tagesmutter spricht:
-Im Sommer kommen 3 neue Kinder die von 12-16 Monate alt sind. Da sind die jetzt kleinen, fast ein ganzes Jahr älter. Sie haben ganz andere Bedürfnisse und Interessen. Wie soll man allen gerecht werden?
-evtl bekommen wir 2021 keinen Platz in dieser Einrichtung.

Fur die Tagesmutter spricht :
-sehr flexible Abhol und Bringzeiten
-weniger Reize weil weniger Kinder und Erzieher
-sie bringt unsere Tochter auch mal mit nach Hause wenn ich Dienstbesprechung habe damit mein Mann zu Fuß nicht los muss
-wir müssen nur 35 Std buchen, da die Räumlichkeiten direkt auf dem Weg zur Arbeit sind.
-100€weniger Ausgaben für die Betreuung, weil wir mit 35 Std gut hinkommen.

Sie ist wirklich toll. Deshalb macht es unsere Entscheidung auch so schwer. Unsere Tochter könnte noch ein Jahr bei ihr bleiben. Ich muss mich allerdings jetzt dann bald entscheiden.
Ich weiß, es sind richtige Luxus Probleme.
Aber die Entscheidung fällt uns so wahnsinnig schwer.

Vielleicht könnt ihr mit eurer Erfahrung ein bisschen helfen.

Hi,
ich würde es vom Kind abhängig machen - was denkst du, wo sie von ihrem Temperament und Typ her für das nächste Jahr besser aufgehoben wäre?
Die anderen Gründe sind nicht unwichtig, kämen bei mir aber erst an 2. Stelle.

Vielen Dank für deine Antwort.

Das ist die Frage. Sie ist so sehr offen, interessiert, ist sehr temperamentvoll.
Ich kann mir gut vorstellen das sie in der Kita gut mitkommt.
Deshalb ja ein wenig meine Angst sie würde bei der Tagesmutter etwas unter gehen wenn die kleinen minis kommen.
Andererseits tut es ihr vielleicht auch ganz gut ein Jahr noch in einer kleingruppe zu sein.
Es ist eine total schwere Entscheidung

Hi!

Ich komme aus einer Region, in der ein Kitaplatz wirklich der 6er im Lotto ist und Wunschkita dabei quasi völlig unvorstellbar.
Hinzu kommt, dass es null Plätze für 3Jährige gibt, da alle Plätze mit 2jährigen belegt wurden und die in die Regelplätze aufrücken.
Von daher würde ich den Kitaplatz nehmen. Ich hätte viel zu viel Sorge, dass ein gutes Jahr mir nachher 3 böse Jahre beschert.

Liebe Grüße!

Nimm' den Kitaplatz.
Mein Jüngster fing mit 2 Jahren an, sich bei der TaMu extrem zu langweilen. Es war ähnlich wie bei Euch: Es kamen kleine Kinder dazu, die Grossen wechselten in die KiTa und dementsprechend wurde natürlich auch der Tagesablauf, die Aktivitäten angepasst. Mein Kleiner war jeden Morgen todunglücklich, wenn ich ihn zur TaMu brachte und den Grossen in die KiTa. Zum Glück wurde in der KiTa nach 3 Monaten überraschend ein Platz frei und Söhnchen ist wieder aufgeblüht. Der braucht Spaß, Action und Kumpels.

Die organisatorischen Nachteile hören sich für mich nun nicht dramatisch an und in spätestens einem Jahr hättet ihr die sowieso. Vielleicht sogar noch mehr, wenn ihr eben keinen Platz an der Wunschkita bekommt und u.U. noch längere Wegezeiten habt.

Grüsse
BiDi

Hallo, denk auch an das Jahr darauf. Es kann sein, dass du dann keinen Kiga-Platz mehr bekommst.

Ich würde es davon abhängig machen, wie sicher es ist, dass du mit 3 dann einen Kindergartenplatz bekommst.

Bei uns wäre das überhaupt kein Thema. Man bekommt bei uns 100%ig immer einen Kiga-Platz. Also würde ich sie noch ein Jahr bei der Tagesmutter lassen und dann mit 3 in den Kindergarten schicken. Optimal in meinen Augen.

Wenn das bei euch anders ist, musst du abwägen

Ich würde in den Kindergarten wechseln, wenn das eure Wunschkita ist. Wäre mir zu riskant sonst im Folgejahr gar keinen Platz oder einen in einem deutlich weniger guten Kindergarten zu bekommen.

Aber ein bisschen kommt es natürlich auch auf den Charakter des Kindes an. Mein Sohn ist quasi ein Jahr älter als deine Tochter und geht seit dem aktuellen Kindergartenjahr in eine Kiga-Gruppe mit 2-6 jährigen. Für ihn war das genau richtig. Er findet die großen Kinder toll und braucht den anspruchsvolleren Input.

Hallo,
wir hatten eine ähnliche Situation aber ein Jahr später.
Wir haben unsere Tochter dann ein weiteres Jahr bei dem Tagesmüttern gelassen, so dass sie erst mit 4 in den Kindergarten kam.

Das eine Jahr war noch mal toll - für die Folgezeit war die Entscheidung nicht so toll.
Unsere Tochter war dann beim Wechsel in den Kindergarten "schon" 4 und die Erzieherinnen erwarteten, dass alles prima läuft, schließlich war sie ja schon "groß" und Fremdbetreuung gewöhnt. Leider fand sie den Wechsel schwieriger als einen Neuanfang... Sie hat lange die TaMu-Gruppe vermisst, tat sich schwer, sich an die neuen Umstände im Kindergarten zu gewöhnen und die Erzieherinnen haben lange gebraucht, um überhaupt zu merken, dass es da ein massives Problem gibt.

Sicher ein individueller Fall - aber ich würde schauen, welches Einstiegsalter im Kindergarten üblich ist und davon nicht weit abweichen.

Unsere jüngere Tochter ist mit 2 Jahren in denselben Kindergarten gekommen. Da waren die Erzieherinnen (andere Gruppe) sehr behutsam und bemüht, schließlich war sie noch klein... Auch die Gruppe war und ist kleiner, weil ein Anteil U3-Kinder dazu gehört. 5 Kinder weniger machen eine Menge aus.

LG!

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich immer für die Kita entscheiden.

1. Wie du schon sagst, mehr Input durch andere Erzieher. Dann kann sich das Kind seine Bezugsperson selber aussuchen. (Mein Kind wechselt z.B. gerne den Lieblingserzieher #schein)
2. Lohnausfall - Im Krankheitsfall eines Erziehers sind ja noch die anderen da, aber vielleicht hat die Tagesmutter ja auch eine Vertretung?
3. Kontrolle durch andere Erzieher. Bitte nicht falsch verstehen, aber ich find es immer schwierig, wenn sich eine Person alleine um mehrere Kinder kümmert.

Hallo,

unser Sohn hat sich ab ca. 2 Jahren bei der Tagesmutter extrem gelangweilt, und das, obwohl, außer ganz kleinen Kindern, noch zwei gleichaltrige Jungs da waren.
Aber mit denen konnte er irgendwie auch nicht viel anfangen.

Unser Sohn war heilfroh, als er endlich mit 2 3/4 Jahren in den Ü3-Kindergarten durfte.
Erstens hatte er da Auswahl unter vielen Jungs, und zweitens war ihm bei der Tagesmutter viel zu wenig Action und Anregung.
Wie Du schon schreibst, sind die ganz kleinen Kinder sehr pflegeintensiv. Da bleibt nicht viel Zeit für Bedürfnisse der Großen.

"evtl bekommen wir 2021 keinen Platz in dieser Einrichtung."

Das wäre auch ein Grund, aus dem ich den Platz nehmen würde. Wer weiß, wo Eure Tochter sonst landet.

LG

Heike

Vielen Dank für eure Erfahrungen und Ratschläge.
Ich denke wir werden uns für die Kita entscheiden.
Unser Sohn damals war 2 Jahre bei einer Tagesmutter und kam mit 3 Jahren in die Kita. Er brauchte es tatsächlich so.
Er ist sehr sensibel und vorsichtig. Er hat die Zeit dort sehr genossen.

Unsere Tochter ist da ein gaaaanz anderer Typ.
Offen, laut, präsent, mutig.
Da kann ich mir tatsächlich gut vorstellen das Kita genau das richtige für sie ist.

Schade das man nicht erst in einem halben Jahr zu- oder absagen kann um zu schauen wie sie sich entwickelt.