Wie erklärt man einem 3jährigen Krebs und Chemo...?

Ich frage hier im Rat, weil ich nicht weiter komme. Mein Sohn ist 3 Jahre, 4 Monate, ein aufgewecktes schlaues Kerlchen. Hinterfragt viel, ist wortgewandt.
Nun ist es leider so, dass seine Oma an Krebs erkrankt ist und die Chemo nun seine Spuren hinterlässt (sehr schlapp und kaum noch Haare)
Wir sind etwa aller 2-3 Wochen zu Besuch bei ihr (und Opa) daheim oder gehen mal in ein Restaurant. Dass sie keine draußen rum-tobe-Oma ist „stört“ ihn glaube ich nicht, er kennt sie nicht anders. Aber ich merke schon, dass es in seinem Kopf „arbeitet“ wenn wir sie wieder neu besuchen, da sie jetzt gar keine Haare mehr hat. (Perücke mag sie nicht). Er brauch immer ne Weile, um „anzukommen“. Gerade haben wir Fotos vom letzen Weihnachten angeschaut, wo sie noch Haare hatte. „Das ist die Oma X.?“...
Ich möchte und muss das Thema dringend kindgerecht mit ihm ansprechen. Aber ich weiß nicht wie. 🧐 Auch in Bezug auf die Zukunft. Bisher war auch der Zusammenhang „Oma - Krankenhaus“ noch nicht da, aber es ist leider nicht heilbar 😢

Ich möchte die Krankheit gern erklären, aber weder mit „Oma ist krank“ (fallen Mama auch die Haare aus, wenn sie sie krank ist?) noch mit Omas Lunge hat Krebs, sie muss Tabletten nehmen (Mama schluckt auch mal eine Tablette, wird sie auch so unfit wie Oma)?

Versteht ihr mein Problem? Gibts vllt. ein Buch dazu? Bisher hab ich nur was gesehen, was direkt mit Krankenhaus zu tun hatte.

Dass die Oma es selbst mit ihm bespricht ist leider keine Option, sie ist da sehr nah am Wasser gebaut.

Vielen Dank schon mal...

Also ich habe von klein an , auch schon als die kids noch kleiner waren, kurz und knackig, sachlich, ehrlich auch solche Sachen angesprochen.

In dem Fall eben: die Oma hat eine Krankheit (evtl. die heisst sowieso) und das Medikament das ihr hilft, macht leider die Haare kaputt.

Man muß keine große Aktion oder ein großes Aufklärungsgespräch starten, finde ich, -- sondern immer und täglich einfach kurz das antworten, was grad aktuell ist. (dazu gehört auch später die Aufklärung).
Ich hab noch nie eine grosse Show gemacht, ála: ich kaufe ein Buch und dann setzten wir uns hin. (bei Tod, Aufklärung oder der Behinderung der Cousine). --- sowas läuft immer und täglich nebenher.

Dazu gehören auch Sachen, wie die Frage im Fahrstuhl: "warum ist der mann im Rollstuhl", die man einfach kurz und knapp und ohne falsche Scham beantworten kann, genauso, wie eben die Themen, die in der Familie persönlicher und tragischer sind.

Nur du als Erwachsener denkst vollumfänglich und auch an die Folgen. -- aber einem Kind reichen hier und da bei Besuchen oder wenn man drüber spricht lauter kleine, aber ehrliche Happen.

Dein Kind braucht kein medizinisches Fachwissen und die Art der Krankheit zu wissen. -- man muss es nicht ins kleinste erklären, sondern immer eben wenn was neues dazu kommt, diesen Teilbereich. - Mehr auf einmal muss gar nicht sein ...

und klar kommt auch irgendwann einmal das Thema Tod. - Aber das kann man dann am Tag X erklären und nicht schon vorher.

Hallo, genauso haben wir es auch gemacht und tun es auch noch.

Kinder sind pragmatisch, die wollen erstmal in dem Alter nur ihre Fragen beantwortet haben. Krankheit / Sterben ist abstrakt und für sie nicht wirklich fassbar. Der Tod gehört zum Leben und natürlich sind alle traurig darüber.

Die Oma unseres Jüngsten ist auch lange krank gewesen mit Rollstuhl, später kam Demenz hinzu usw.... Wir haben ihm immer "einfach" die Fragen beantwortet. Als sie gestorben ist war er natürlich auch traurig. Als dann die Urne beerdigt wurde fragte er: "Die Oma hat sich aber klein gemacht um da reinzupassen!" Er war damals auch etwa 3,5 Jahre alt. Der Große war damals knapp 8, der war durch die gesamte Situation stärker beeinflusst und auch mitgenommen. Mit ihm haben wir da schon anders gesprochen.

Ich habe den Kindern auch nie verheimlicht, dass, wenn sie ein Schnitzel essen, dass das z. B. vom Schwein kommt und natürlich dafür gestorben ist. Sie essen auch heute noch Fleisch oder Fisch (7 und 11 Jahre). Aber sie wissen eben, wo alles herkommt.

Ich wünsch euch alles Gute und dass ihr Oma noch lange habt!
VG
B

Ich seh das auch so.

Ich würde auch nur Fragen beantworten, die das Kind stellt und gar nicht von mir aus anfangen zu erklären.

Auch wenn weitere Fragen dadurch aufkommen würde ich die Krankheit eben so erklären wie sie ist.

Unsere Omas und Opas sind auch tot.....davon hatten 3 Krebs.
Ich beantworte jede Frage exakt...da sie es eh genauer wissen wollen (meine Kids)
gehe ich auch schonmal näher drauf ein.
krank ist nicht gleich krank,das wissen sie auch.
Mein Sohn wird jetzt 5...da kam auch schonmal vor das er blutete und dann meinte ob er jetzt sterben müsse....haben ihm dann erklärt das dazu schon bissl mehr gehört.
Grad er ist sehr neugierig auf den Tot und sterben usw....ist nicht immer leicht da die richtigen Worte zu finden, er hat dann viele Gegenfragen (sowie du befürchtest),aber so ist es....sie haben für meinen Geschmack eine gesunde realität zu dem Thema und keine Ängste auch wenn sie schon auf Beerdigungen waren usw.
Es bleibt nicht aus...und unbeantwortet rattert die Fantasie los, das fand ich immer bedenklicher, so wissen sie Bescheid und brauchen sich nicht irgendwas auszumalen was dann garnicht so ist.

LG

Es tut mir leid, dass ihr euch überhaupt mit soetwas auseinandersetzen müsst und wünsche euch als Familie viel Kraft.

Was das Erklären betrifft:
Ich denke, du kannst deinem Kind schon etwas mehr zutrauen, auch wenn er erst 3 ist. D.h. deine Bedenken bzgl. des Wortes krank und den Tabletten - ich denke, das kann dein Kind unterscheiden. Vielleicht nicht sofort und vielleicht kommen so Nachfragen wie bei dir in Klammern stehen, aber das gehört doch zum Lernprozess. Das er nun feststellt, dass krank nicht gleich krank ist. Ich erkläre meiner Tochter (3) eigentlich (fast?) alles so realistisch wie möglich, mit kindgerechtem Wortschatz.
Ansonsten finde ich wichtig, auf die Fragen einzugehen, die dein Sohn hat. Also auch Fragen wie die oben zuzulassen. So bekommst du schnell raus, was er versteht und was nicht. Bei einem Buch ist immer die "Gefahr", dass es überfordert mit zu vielen und Informationen oder Gefühlen. Damit würde ich noch warten, bis er es halbwegs verstanden hat, was vor sich geht...

Es gibt ein paar gute Bücher für Kinder, die zwar eher in Richtung Krebs bei Kindern gehen. Aber da wird alles kindgerecht erklärt.
ZB dass die Chemoritter (Chemo-Medizin) die bösen Zellen bekämpfen, aber da sie nicht gut gucken können, treffen sie auch andere Zellen wie zB Haarzellen.
Und ein Tumor wird beschrieben als dumme Zellen, die nicht machen, was für sie geplant war. Sie teilen sich einfach ständig und wachsen und nehmen den guten Zellen den Platz weg.

Die Bücher, die wir hier haben heißen
"der Chemo-Kasper", "Prinzessin Luzie und die Chemoritter" (Fokus auf krankes Kind) und "Prinz Daniel" (ist der Bruder von Luzie, daher Fokus auf Kind/Angehöriger). Ich würde dir das letztere empfehlen.
Ein anderes Buch heißt "Wie ist das mit dem Krebs?" glaube ich.

Wir waren auch immer ehrlich, haben auch nicht verschwiegen, dass der Betroffene sterben könnte.

Alles Gute!

Ach so, meine Tochter wurde mit dem Thema Krebs mit 3J 4Mon konfrontiert und sie hat die Bücher und die Problematik recht gut verstanden. Mein Sohn ist jetzt 3J 1Mon und versteht es auch immer besser. Die Bücher von Luzie und Daniel werden von beiden (trotz vieler Alternativen) gern zum Vorlesen angeschleppt.

Hm, ich finde schon dass du von Krankheit sprechen kannst. Ich würde sagen dass Oma eine ganz blöde Krankheit hat die nicht so oft vorkommt ( einfach damit er nicht gleich denkt das du oder er sie schnell bekommen können) und sie bekommt eine Medizin die, die Krankheit bekämpft aber von der wird ihr auch immer etwas schlecht und die hat ihre Haare auch kaputt gemacht. So irgendwie.
Naja und und Krankenhaus geht man ja weil es da viel bessere Medizin gibt und viele Leute die sich um sie kümmern können. Lg

Das ist bestimmt sehr schwierig für dich. Ich würde sagen Oma hat Krebs und ihm erklären was das bedeutet.
Mein Vater hatte einen Schlaganfall, ist halbseitig gelähmt und meine 3 jährige kann wesentlich besser sprechen als er. Das war zwar alles vor der Geburt der Kinder (3 und 5) aber langsam fangen sie an zu merken und zu fragen wieso das so ist. Ich habe ihnen gesagt dass er einen Schlaganfall hatte und ihnen erklärt dass er früher sehr gut reden und laufen konnte etc. Ich habe auch ganz bewusst nicht gesagt dass er krank ist sondern das Wort Schlaganfall verwendet. Vielleicht wäre es auch eine Methode für euch. Oma hat Krebs und das bedeutet dass sie Chemo bekommt und dadurch fallen ihr die Haare aus.(nicht krank, nicht Medikamente)
Ich würde allerdings immer nur auf Fragen antworten. Nicht mehr erklären als gefragt wird aber ehrlich sein.
Viel Erfolg, dass ist sicherlich eine schwere Zeit für dich und deine Familie.
LG

Ich bin in genau der selben Situation.
Meine Mutter ist unheilbar an Krebs erkrankt. Meine "große" ist Ende September 3 Jahre alt geworden.
Ich wollte ihr das von Anfang an erklären, was die Oma hat. Den sie bekommt viel mit und ich wollte nicht, das sie sich selber etwas zurecht bastelt, was ihr dann vieleicht mehr Angst macht.
Ich habe mit das Buch "Lotte und die Chemo-Männchen" gekauft.
In dem Buch hat die Lotte zwar Leukämie und das was meine Mutter hat, ist was anderes. Aber zum einen hat ein Krankenhaus Freund der Lotte in dem Buch einen Tumor im Kopf. Da konnte ich das vergleichen mit der Oma, die einen Tumor im Bauch hat (Gallengangskarzinom) und zum anderen ist es mir nicht wichtig ganz genau das richtige zu erklären. nur damit sie ungefähr weiß was mit der Oma los ist und dann weiter fragen kann, wenn sie noch mehr wissen will.
Das Buch hat aber viel Text. meine Tochter liest (vorlesen natürlich) sehr gerne und da störte der viele Text nicht so.
Am Anfang habe ich die Seiten aber trotzdem etwas verkürzt vorgelesen und nur das wichtige gelesen.
Ich fande es hat schon sehr geholfen.
Meine Tochter bekommt es immer irgend wie mit, wenn meine Mutter wieder im Krankenhaus ist. Sie erzählt mir gestern erst noch das die Oma krank ist und Krebs hat und deshalb viele auf dem Sofa liegt.
Also ich glaube für uns war es richtig ihr es kindgerecht (Das viel mir mit einem Buch einfach leichter) zu erklären, damit sie weiß was los ist. Alles was sie sonst noch wissen will, kann sie dann selbst fragen.
Ich wünsche euch alles gute und viele Kraft in der nächsten Zeit.

Hallo, ich habe meinen Kindern erklärt, dass Krebs eine Krankheit ist, an der man tot gehen kann, weil das eine total blöde Krankheit ist und dass deshalb auch die Medizin doof ist und davon die Haare rausfallen, aber es gibt bis jetzt noch keine Medizin, die hilft und anders funktioniert. Hatte selber vor 10Jahren Krebs und meine zwei kennen nur alte Bilder mit Glatze, außerdem ist eines ihrer Lieblingsbilderbücher "Ritter in meinem Blut" wo ein Junge über seine Leukämie erzählt. Man muss einfach immer wieder erklären, dass es Krankheiten gibt, die sich zwar blöd anfühlen, aber schnell vorbei gehen und Krankheiten, die lange dauern und sehr anstrengend zu bekämpfen sind und dass es leider auch ganz wenige Krankheiten gibt, von denen man nicht wieder gesund wird. Liebe Grüsse Rike
Ich hoffe, du findest gute Worte, die für euch passen