Wie erkläre ich OP vom kleinen Bruder?

Hallo zusammen,

ich bräuchte mal ein paar Ideen.
Mein großer Sohn ist im September 3 geworden.
Nun steht eine OP bei seinem kleinen Bruder (6 Monate) an. Der kleine kam mit einer Lippenspalte zur Welt. Mein großer hat diese glaube ich nicht wirklich wahr genommen, er hat noch nie gefragt warum sein Bruder etwas anders aussieht als alle anderen Kinder die er kennt. Wir haben mal versucht ihm zu zeigen und zu erklären, aber er hat gar nicht zugehört. Ich habe mir dann gedacht das es ja schön ist, das er seinen Bruder so nimmt wie er ist und habe die Spalte nicht mehr thematisiert.
So jetzt steht die OP zur Korrektur an. Wir fahren dafür 200km in eine gute Klinik und werden ca 1,5 Wochen dort sein. Ich mit Baby im Krankenhaus und mein Mann mit dem großen in einer Ferienwohnung. Geplant ist, das mein Mann und ich abwechselnd Ausflüge mit dem großen unternehmen, es soll für ihn halt nett sein.
Nichts desto trotz wird der kleine bald anders aussehen als der große es kennt. Er wird die Lippe dick gepflastert bekommen und es kommt eine Schiene an seine Nase. Das Ganze soll wohl auch 4 Wochen so bleiben. Wie erkläre ich das meinem großen? Ich würde ihn gerne darauf vorbereiten damit er nicht geschockt ist. Da er die Spalte gar nicht wirklich wahrnimmt, finde ich das etwas schwierig. Ich habe ihm schon gesagt das der Arzt die Nase und Lippe repariert. Hat jemand noch Idden?

Janosch "Ich mach dich gesund, sagt der Bär"

Ansonsten erschrecken Kinder viel weniger vor so etwas wie Verbänden. Man muss es halt erklären. Das hast Du ja schon getan. Und dann einfach alle Fragen beantworten, die er stellt.

Alles Gute für die OP!

Lass es damit gut sein, wenn er was wissen will fragt er und dann beantwortet ihm die Fragen. Erklärt ihm aber auf jeden Fall die Umstände also wo ihr hinfahrt, dass er mit Papa in der Ferienwohnung ist, ...

mach dir nicht so viele Gedanken. Erwachsene interpretieren oft "mehr" hinein, als Kinder. Diese nehmen Dinge oft einfach wie sie sind. (Stichwort Tod, Behinderung, schwarze Menschen usw...).

einfach neutral und sachlich mal ne Info rauslassen. -- und Fragen ebenso klar und ohne Scham oder "hintergedanken" beantworten.

Damit fährst Du bei jedem Thema im ganzen Kinderalter am Besten...

in eurem Fall: "Klar bekommt er jetzt ein richtig dickes Pflaster, damit da drunter genug Platz ist zum heilen". - das reicht schon.
genauso wie "diese andere Form der Zahnreihe(Lippe) behindert beim wachsen später das Essen oder klares sprechen usw... die Form war nicht so, wie es der Körper eigentlich braucht udn deshalb sah das anders aus .... -- aber weil man damit nicht so gut klarkommt wird das jetzt repariert.".

Generell: kurze sachliche Antworten genau auf die Frage. Niemals das große drumrum, Folgen, Zuviel-Informationen. Das ist ein Erwachsenending, das Kinder nicht brauchen.

Du hast Recht. Vielleicht mache ich mir zu viel Gedanken. So werde ich es machen.

Ich danke euch!

Würde es genau so belassen.

Also mir klaren worten und was eben gemacht wird.
Nach meiner Erfahrung verstehen Kinder das schon ganz gut und wenn nicht Fragen sie eigentlich nach.

Würde daher sagen "Dein Bruder wird an der Lippenspalte operiert,daher trägt er eine lange Weile Verbände/Pflaster dort, aber die kommen dann auch wieder weg.

Würd noch erklären das er dann wieder etwas anders aussieht und (falls es so ist) eine Narbe bleiben wird....

Rest würde ich abwarten, er wird schon Fragen wenn er weiteres wissen will :)

Ich denke das reicht schon.
Meine kleine hatte eine Gaumenspalte (nur innen sichtbar) und als die Große nach der OP kam, war die Kleine sondiert und hatte Armschienen um sich nicht die Sonde zu ziehen oder die Finger in den Mund zu stecken. Sah schon krass aus.
Meine große (2,5Jahre) hat das damals gar nicht groß interessiert, viel spannender war das verstellbare KH Bett, das KH Essen usw... alle erwachsenen Besucher waren dagegen geschockt.
Ich finde Kinder sind da oft noch am offensten für optische Veränderungen,und sehen in erster Linie die Person an:-).
Ich wünsche euch eine gute Zeit. Ich empfand die OP als sehr schlimm (obwohl alles gut lief) und wünsche dir viel Kraft.

"Wir haben mal versucht ihm zu zeigen und zu erklären, aber er hat gar nicht zugehört."

Ein Zeichen dafür, dass man nur Fragen beantworten und nicht aufwerfen sollte :-)

Ich habe das zwar gelesen, als ich mich wegen Trennungskindern belesen musste, aber ich denke das kann man auf alle Lebensbereiche nehmen.
Fragen kurz und knapp beantworten und nur solange auch gefragt wird.

Bei uns gab es mal eine ähnliche Situation.
Ich habe länger suchen müssen, aber zum Schluß bei youtube ein Video von einem Krankenhaus gefunden, dass für die kleinen Patienten gemacht wurde, um sie auf eine OP vorzubereiten.

Ich habe es mir natürlich erst alleine angeschaut und dann mit meiner Tochter, das war gut. Vielleicht gibt es soetwas auch für eure Situation. Wie gesagt, es hat gedauert bis ich die "richtigen" Suchbegriffe eingegeben hatte....

Ich würde noch dazu sagen,d ass das operiert (repariert) wird, weill ohne die OP sein Brüderchen nicht richtig sprechen könnte später.

Außerdem erklären,dass ein verband am Gesicht am Mund ja doof zu befestigen ist und man deshalb ein Pflaster hin macht und die Schiene da ist, damit nicht verrutscht udn falsch heilt.

So genau ( letzten Satz vorher s.o.) würde ich es aber nur erklären, wenn du merkst, es beschäftigt deinen Sohn sehr. Also auf seine Reaktion/Frage warten.
Am Tag vor der OP nur noch mal kurz erklären, dass es sicher seltsam aussieht, weil der Bruder ja nen Pflaster hat. Aber das kenne er ja von eigenen Wunden.

Vielen Dank für deine Antwort. So werden wir es machen.