Bekanntgabe der SS und Probleme mit meinem Sohn

Ich bin im Moment etwas überfragt, ob das Verhalten meines Sohnes normal ist und ob der Verdacht seines Vaters so stimmt.

Kurz zum Hintergrund. Mein Sohn lebt beim Vater ca. 800km weit weg und ist regelmäßig bei mir zu Besuch. Er ist nun ganz frisch 4 Jahre alt und wurde gerade auch nachts trocken.

Jetzt habe ich ihn über die Schwangerschaft unterrichtet und wir waren gemeinsam beim Ultraschall. Tagelang war das einzige Thema sein Bruder. Mit seinem Vater redet er auch gerne und viel darüber. Wir suchen gemeinsam Bücher aus die Papa ihm vorliest und wir reden gemeinsam zu dritt am Telefon darüber wenn er Fragen hat.

Jetzt scheint er aber Rückschritte in der Entwicklung zu machen, vor allem beim Trockenwerden....Mein Ex meint es könnte eine Reaktion auf die Schwangerschaft sein und sieht es gelassen. Ich habe ähnliches schon gehört und erlebt im Freundeskreis... Allerdings nicht mit Einnässen sondern anderen Dingen darum mache ich mir nun doch Sorgen ob es "normal" ist oder ob er nicht völlig überlastet ist mit der Situation....
Er hatte schon bei mir etwas Probleme wegen der ungewohnten Umgebung (frisch umgezogen) und hat alle drei/vier Tage Mal ins Bett gemacht, aber jetzt ist er praktisch wieder reif für eine Windel.
Wenn er ins Spiel vertieft ist pinkelt er einfach ohne die Toilette aufzusuchen, wenn er etwas "schimpfe" bekommt pinkelt er kurz darauf in die Hose, wenn er etwas nicht will wie z.B. mit den Hunden spazieren gehen, dann macht er in die Hose und wenn er abends nicht schlafen will macht er in die Hose... Auch morgens scheint er oft zu faul zu sein eben aufs Klo zu gehen. Also jedesmal wenn es eine negative emotionale Reaktion gibt bzw wenn er eine Belastung verspürt.
Wir reagieren niemals böse auf ihn aber wir zeigen durchaus Unmut über die zusätzliche Arbeit die dadurch anfällt. Wir sprechen mit ihm darüber und lesen ihm auch Bücher vor.
Er ist Ende des Monats beim Arzt zur U8 und wenn wir bis dahin noch nichts erreicht haben, schalten wir die Medizin (Kinderarzt, Urologe, Kinderpsychologin etc.) ein.

Ist meine Sorge berechtigt oder hat jemand ähnliche Erfahrungen mit seinem Erstgeborenen gemacht?
Habt ihr Tipps für uns was wir noch tun können um ihm zu helfen?

In der Kinderpsychologie ist das Einnässen nach dem Trocken sein ein sehr bekannter Rückschritt, mit dem Kinder auf "traumatische" Ereignisse reagieren. Traumatisch ist zB (wie vom Vater vermutet) ein neues Geschwisterkind.

Er scheint es aber zusätzlich als Druckmittel einzusetzen, was man noch aus Zeiten vor den Wegwerfwindeln kennt.

Ich würde kein Drama draus machen, ihm Höschenwindeln anziehen und sie ihm als Hilfestellung erklären, damit ihr mehr Zeit füreinander habt, welche du sonst mit Waschen verbringen müsstest.

Viel Erfolg.

Wird er die denn jemals wieder los... In meiner Schulzeit hatten wir einen Schulkameraden bei dem die Mutter offen zugab den Fehler gemacht zu haben Windeln anzuziehen bei einem Rückfall und die hatte er bis zur zweiten Klasse.

Wenn Schulkinder noch Einnässen, ist da psychisch einiges im Argen. Die Fälle werden durch den gestiegenen Stress (/Versagensangst/Überforderung) von Grundschülern im Moment leider wieder mehr😢

Ja, sobald er sich seines Platzes in der Familie wieder sicher ist (und es auch kein wirksames Druckmittel mehr ist) wieder trocken.

Er soll die Windelhosen auch nicht als Toilettenersatz nutzen, sondern als "Notfallwindel, wenn er es nicht rechtzeitig schafft" (wir wollen dem Kind ja nicht unterstellen, dass er es absichtlich macht 😉)

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Ja, wir hatten das auch. Immer wenn unsere Tochter frustriert war und nicht wusste wie sie reagieren sollte, nässte sie ein. Nie in der Öffentlichkeit sondern nur zu Hause und das mehrmals täglich, überall und über ein halbes Jahr.
Der Grund war ein anderer als bei euch. Ich denke sie wusste nicht wie mit dem Frust umzugehen, sie hatte lange einen Schnuller und als der weg war fing es an. (der Zusammenhang habe ich erst im Nachhinein verstanden). Ich habe mir auch Sorgen gemacht, aber mir war relativ schnell klar, dass es nicht körperlich ist, sondern zum frustabbau. Unsere Methode um da durch zu kommen war :
- wir haben sie wirklich immer zur Toilette begleitet, so wie man kein Baby (ihre Schwester war 1 und wurde noch gewickelt) alleine auf der Wickelkommode lässt, ließ ich sie nie allein, half ihr beim an und ausziehen, solange sie es wollte. Sie war da 3,5 Jahre und konnte das schon alles selbst, aber ich verwöhnte sie quasi mit extra Aufmerksamkeit. Ausserdem versuchte ich nicht zu schimpfen wenn wieder was in die Hose ging (was manchmal echt schwer viel) und zog sie kommentarlos um. Es war eine sehr nervenaufreibende Zeit und ich bin froh dass wir es hinter uns haben. Sie hat gelernt ihren Frust anders zu kanalisieren. Das ist jetzt 1,5 Jahre her und es war nie wieder was. LG

Danke. Das hilft mir weiter. Wir werde das weiter beobachten und es gibt sich dann vielleicht auch wieder.

Ehrlich gesagt hört sich es für mich vorbildlich an wie ihr es macht!
Er hat es als Ausdruck entdeckt und ich glaube nicht das da eine große psychische Störung/ traumatisierung dahintersteckt.
So Phasen haben viele Kinder.
Ich würde da kein großes Tamtam machen und einfach genügend Wechselkleidung bereitlegen und freundlich ohne große Worte ausziehen lassen und umziehen....fertig .

Danke schön. Wir versuchen unser bestes Eltern zu sein.
Mein Freund und mein ExMann sind auch beide sehr gelassen was das angeht und schieben die Sorgen bei mir auf die Hormone 🤷. Vielleicht haben sie ja Recht.

Ich finde es wirklich toll und es ist auch spitze das Du Dir Gedanken machtest als Mama!
Liebe und Liebe und Liebe....
Meine Schwiegereltern hatten übrigens die gleiche Konstellation und der große Bruder durfte zB den Namen des neuen Babys aussuchen...ich würde nach besonderen Liebesbekundungen suchen und diese umsetzten und beim Einnässen wirklich ganz neutral umziehen...
Euch alles Gute!