Einschlafprobleme Kind 5 Jahre

Meine Tochter wird im April 6 Jahre alt und tut sich schon fast immer schwer mit dem Einschlafen.

Es ist mal besser, mal schlechter, im Moment eher schlechter. Sie liegt oft lange im Bett und grübelt, denkt über den Tag nach, stellt gefühlte 10000000 «Warum» fragen usw. Sie ist ein sehr aktives und willensstarkes Kind das immer mit irgendwas beschäftigt ist (kann sich aber auch gut alleine beschäftigen).

Abends im Bett hat sie dann quasi Zeit über den Tag und alles mögliche nachzudenken. Einschlafbegleitung hatten wir Anfang letzen Jahres langsam ausschleichen lassen, hat auch irgendwann super geklappt.
Im Moment ist es so, dass sie abends oft eine grosse Unruhe im Körper hat. Sie turnt zwar nicht mehr wild durchs Bett, sondern liegt eher ruhig, aber zappelt doch noch ganz viel und man merkt richtig wie es in ihrem Kopf rattert.

TV gibt es nicht täglich, und wenn dann nur wenn ich koche, also so zwischen 16.30-17.30 max. 30-40 Min. Süssigkeiten eigentlich nur am Wochenende.

Bett fertig ist sie spätestens 19 Uhr, wir lesen vor, sprechen über den Tag, ich massiere sie evtl. und bleib dann entweder noch etwas liegen oder geh gleich raus. Meist mach ich noch leises Meeresrauschen zur Entspannung an.

Einschlafen tut sie meist gegen 20.30 Uhr. Manchmal auch später.

Ihr Wecker klinglt um 6.15 Uhr. Dann ist aufstehen, Klo, anziehen, Zähne putzen und ab in den Kiga.

Sie geht von ca 7-15.30/16 Uhr in den Kiga.

Sie ist ein Kind, das Eindrücke sehr intensiv in sich aufsaugt und Zeit braucht um alles zu verarbeiten. Sie tut sich auch sehr schwer (negative) Gefühle auszudrücken. Z.B. kann sie nicht einfach so sagen «ich war heute traurig, weil…» Immerhin haben sie im Kiga jetzt das Thema Körper/Gefühle. Man merkt manchmal, dass sie etwas plagt (z.B. Streit mit Freundin), aber sie nicht sagen kann, was es ist, obwohl sie sprachlich sehr fit für ihr Alter ist.

Andererseits glaube ich, dass sie im Moment im Kiga sowohl mental als auch physisch leicht unterfortert ist. Sie liebt es Aufgaben zu lösen und brauch einfach Input. Das wird sich ja dann ab August in der Schule geben.
Bewegung an sich haben sie im Kiga auch genug, sie sind täglich mind 2 Stunden draussen, sie noch mehr, weil sie in einer Art Waldgruppe ist 3 Tage die Woche. Es scheint aber nicht zu reichen. Sie ist echt ein Energiebündel #schwitz
Montag abend war sie das erste mal von 18-18.50 Uhr beim Turnen, wir waren kurz vor 19.30 zu Hause. Dann Essen, Bett fertig machen, lesen, kurz quatschen, um kurz vor 20.30 ist sie hundemüde eingeschlafen, war total ruhig, null Unruhe. Also scheint sie körperlich oft nicht ausgelastet zu sein.

Sie schläft im Prinzip oft von 20.30-6.15 Uhr. Das sind knapp unter 10 Stunden und ich merke ihr an, dass das auf Dauer zu wenig ist. Sie ist ein Morgenmuffel, das ist ok.
Im Kiga ist sie auch fit. Nur reist sie sich da zusammen, weil es eben immer was zu spielen und zu entdecken gibt und sie nichts verpassen will. Ich merke es hauptsächlich an ihrem Verhalten am Spätnachmittag/Abend. Sie ist dann teilweise unausstehlich und grantig und gar nicht mehr sie selbst.
Aber richtig abschalten und rechtzeitig einschlafen, klappt auch nicht wirklich. Sie hat keinen Schalter der sich abends umlegt und auf «Schlafen» steht. Es heisst ja, man muss das Schlaffenster finden. Ich glaube, sie hat keins. Und wenn ist das Schlaffenster so minimal, dass es fast unmöglich ist, dies zu finden. Am WE schläft sie oft ca 11 Std. Ich denke, 11 Std wären für sie ideal, aber um halbwegs ausgeglichen zu sein, braucht sie unter der Woche mind. 10 Std. Und da liegt sie täglich knapp drunter, was unterm Strich eben zu zu wenig Schlaf führt.

Über selbstbestimmtes Einschlafen hab ich einiges gelesen, glaub aber nicht, dass das in Frage kommt. Ich glaube nicht, dass sie lernen würde, eher schlafen zu gehen. Sie würde abends einfach kein Ende finden.
Ich bin überzeugt, sie brauch jemanden, der sie an die Hand nimmt und sagt, so jetzt ist Schlafenszeit. Meeresrauschen und Massage z.B. helfen ja manchmal, aber halt auch nicht immer.

Hat irgendjemand ähnliches erlebt und hat noch andere klevere Tips und Tricks?

Fühl mich damit ziemlich alleine, ich kenne im Bekanntenkreis niemanden mit ähnlichen Herausforderungen. Alle Kids scheinen brav rechtzeitig einzuschlafen. Macht ihr kleiner Bruder (fast 4) ja auch :-)

Vielleicht kann ich im Moment auch gar nicht viel machen und es wird von alleine wieder besser? Evtl. steckt sie auch in einem Schub. So wie ich gehört habe, entwickeln sich Kinder sehr viel zwischen 5 und 6 bzw bis zum Schulalter.

Nach Schulanfang wird sich alles wahrscheinlich nochmal ändern, aber bis dahin muss sie ja irgendwie auf genügend Schlaf kommen.

Sorry für den langen Text. Hoffe, es ist verständlich geschrieben.

Wenn das mit dem Turnen so gut geklappt hat, könntet ihr ein paar Mal abends Schwimmen gehen.
Wir machen das manchmal, dann ziehen die Kids nach dem Schwimmen direkt den Schlafanzug an und im Auto gibt's auf dem Rückweg Butterbrot und Banane und eine Wasserflasche. Dann muss man Zuhause nur noch Zähneputzen und ins Bett. Super!
Das Ziel könnte dann sein, dass sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen (z.b. Schwimmen, Turnen, Schwimmen) eher einschläft und am 4. Abend dann aus zeitlicher Gewohnheit genauso. Man muss natürlich nach dem Turnen auch sehen, dass sie nicht erst um 20.30 einschläft...

Das sehe ich gerade erst: sie ist nach dem Turnen zwar schneller eingeschlafen, aber nicht früher als sonst...
Wann geht sie am Wochenende schlafen? Schläft sie da nur morgens länger? Das ist bestimmt angenehm, aber evtl kommt sie mit wechselnden Zeiten noch nicht klar sondern bräuchte mehr Regelmäßigkeit. Oder eben dauerhafte Gewöhnung an die frühere Zeit?

LG!

Danke für deine Antwort!

Das mit dem Schwimmen an sich ist eine gute Idee. Lässt sich bei uns aber nicht umsetzen, weil es keine Schwimmhalle in der Nähe gibt, die abends geöffnet hat. Abgesehen davon würde es zeitlich gar nicht passen. Wir kommen ja erst gegen 16 Uhr nach Hause, und mit Abendessen usw würde es dann wahrscheinlich eher noch später werden. Alleine schon Haare föhnen dauert eewig bei ihr ;-)
Ausserdem gibt es noch den kleinen Bruder, und mein Mann kommt oft erst gegen 18 Uhr nach Hause.

Ich würde mir auch wünschen, sie würde nach dem Turnen etwas früher einschlafen, aber da wir erst kurz vor 19.30 Uhr nach Hause kommen, sie noch isst, sich umzieht, wir lesen usw dauert das nochmal seine Zeit. Aber immerhin ist sie schneller eingeschlafen wie sonst, also unter 30 min.

Am Wochenende versuchen wir zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen. Morgens schläft sie dann länger, insg. ca 11 Std, manchmal auch länger (wenn sie eben noch was nachzuholen hat). Ich werde aber versuchen, ihren Wecker auch am WE zu stellen, und zwar so das er nach 11 Std Schlaf klingelt. Vielleicht klappt das ja langfristig. Um ehrlich zu sein, werd ich den Wecker nicht auf 6.15 Uhr stellen wie unter der Woche, dass is mir dann doch etwas zu früh, bin selbst nicht soo der Morgenmensch. Ich schaff das einfach nicht #sorry Auch wenn das evtl helfen könnte. Drüber nachgedacht hab ich allerdings schon, so ist es nicht.

Puh das sind ja viele Ansätze - Überlegungen - Theorien ... nimm mal den Druck raus. Kinder spüren das. Eine Massage mit Lavendelöl abends vielleicht, einen warmen Tee mit ans Bett. Zeitfenster geben für Erzählungen u dann konsequent Ruhe u Dunkelheit durchziehen.

Also Druck ist da gar keiner, ehrlich.
Massage machen wir schon, grosszügiges Zeitfenster für Erzählungen ist auch schon jeden Abend fest eingeplant.

Vielleicht mal osteopate fragen

Hallo Jojo,

wir haben auch einen ziemlichen Schlecht-Schläfer. War er schon immer.
Auch er kommt schlecht zur Ruhe.

Ich habe folgende Beobachtungen bei unserem Sohn gemacht:
Er braucht einfach nicht so viel Schlaf. Und er braucht bis zu 1h bis er einschläft. Ziemlich unabhängig vom Tagesablauf oder den sportlichen Aktivitäten.
Also als erstes abgehakt: ER IST SO. Und ich kann ihn nicht ändern.

Wir haben immer den selben Ablauf abends. Er darf eine Weile abends erzählen im Bett vorm Einschlafen und Fragen stellen. Irgendwann sage ich "noch eine Frage, den Rest bitte dann morgen". Danach beantworte ich nichts mehr und dann bleibe ich eine Weile bei ihm (ca. 15-20 min) bis er wenigstens ruhiger wird. Dann gehe ich raus und verspreche noch nach ihm zu sehen. Ganz oft natürlich.
Ich gehe dann alle 10-20 min bei ihm noch ins Zimmer bis er schläft.

Mach Dich nicht verrückt. Manche sind so.
Wir haben auch einen jüngeren Sohn, der schläft meist sobald er das Kopfkissen berührt.

Als ich akzeptiert habe wie es ist, ist es für alle entspannter geworden und er schlief gefühlt besser ein.

Alles Gute!! #klee

Danke für die Antwort!

Ja, das stimmt, wir haben es mittlerweile eigentlich schon akzeptiert, dass sie halt lange zum Einschlafen braucht. Es ist ja auch super, dass sie den Tag VOR dem Schlafen bearbeitet und nicht IM Schlaf und dann nachts 100 mal aufwacht.

Das mit dem noch eine Frage dann ist Schluss ist könnten wir mal konsequent ausprobieren. Das war ein ganz guter Tipp #pro