Kind 4 im Kindi auf dem Boden gedrückt

Hallo mein Sohn 4 ist im Kindergarten von der Kindergartenleitung auf den Boden "fixiert" worden. So wurde es zumindest ausgedrückt. Er hatte sich Tee über die Hose gekippt, daraufhin ist er von den anderen Kindern wohl massiv ausgelacht worden. Die Erzieherin hat ihm geholfen sich um zu ziehen, aber das hänseln der anderen nicht unterbunden trotz Bitte meines Sohnes.
Irgendwann ist ihm dann der Kragen geplatzt und er hat wohl versucht die Kinder zu hauen oder treten. Eine dazu kommende Erzieherin hat er wohl auch getreten ( er weiß es nicht mehr) in seinem Wutanfall hat er dann wohl um sich geschlagen und getreten. Daraufhin ist er von der Kindergartenleitung gewaltsam auf dem Boden fixiert worden, bis er sich beruhigt hatte, an deren ersten Arbeitstag. Mein Sohn kannte den Herren bis zu diesem Tag nicht.
Wir haben daraufhin einen Gesprächstermin vereinbart.
Jetzt ist es schon wieder passiert, weil er über eine Picknick Decke gelaufen ist, anschließend als letzter Händewaschen durfte hat er geschmollt, dann würde ihm nochmals erklärt, was er alles falsch gemacht hat. Das fand er total ungerecht und hat sich einen Stock genommen und auf die zum trocknen aufgehängt Handtücher gehauen. Die Kindergartenleitung hat das verboten, mein Sohn hat dann mit dem Stock rumgefuchtelt. Da er sich bedroht fühlte hat er meinen Sohn wieder gewaltsam auf den Boden gedrückt und den Stock entwendet.
Ich möchte das Verhalten meines Sohnes nicht schön Reden aber er ist erst vier und ich finde dass körperliche Gewalt einfach nicht geht. Auch nicht zur Eigenprävention, ein Erzieher muss doch eine andere Lösung finden, oder nicht?
Erstmal bleibt mein Sohn zu Hause und unsere Tochter wird nicht in den Kindergarten eingewöhnt. Wir haben drei Kinder und der Jüngste ist eh noch daheim.

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Schwierig das von außen zu beurteilen. Was genau heißt "auf dem Boden fixiert"? Da fehlt mir irgendwie die Vorstellungskraft.

Natürlich ist dein Kind "erst 4", aber ich finde sein Verhalten schon sehr krass. In dem Alter auf Erwachsene einzutreten oder mit Stöcken zu schlagen, finde ich echt heftig. Meistens sind Erzieher für Kinder in dem Alter Respektspersonen.

Mein Sohn hatte von der Kleinkindgruppe an, auch so ein gleichaltriges Kind in der Gruppe. Sie haben dann auch noch die gemeinsame Kindergartenzeit und Grundschulzeit gemeinsam bestritten. Dieses Kind ist auch mit allem auf andere los und es gab kaum eine Woche in welcher mein Sohn nicht mit blauen Flecken oder Bisswunden nach Hause kam. Die Erzieherinnen übrigens auch nicht, aber außer Gespräche und Entschuldigungsbildchen malen (was das Kind natürlich überhaupt nicht interessiert hat), passierte nichts.
Um ehrlich zu sein, hätte ich mir schon gewünscht, dass die Erzieher und Lehrer dort besser eingreifen als mit Kuschelpädagogik und Verständnis.
Im privaten Bereich war das Kind übrigens völlig unauffällig. Auch Spielbesuche waren kein Problem.

Um auf deinen Sohn zurückzukommen, auch wenn ich wirklich kein Fan von Gewalt bin, hätte ich vermutlich ähnlich reagiert. Ich hätte mich auch nicht von einem Kind verklopfen lassen u versucht auf ihn einzureden, sondern hätte versucht ihm die Möglichkeit zu nehmen andere zu verletzen.

Daher würde ich dir empfehlen möglichst vorurteilsfrei in dieses Gespräch zu gehen. Auf die Aussage eines vierjährigen alleine würde ich mich nicht verlassen. Suche mit den Erziehern gemeinsam noch Lösungen und bespricht dahingehend eine Strategie. Mit einem Wechsel der Einrichtung verschiebst du nur das Problem.

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Die beste Antwort meiner Meinung nach.
Kinder auch mit 4 Jahren können eine unheimliche Kraft haben, dass meint man gar nicht. Habe ich schon oft erlebt! Da wird in der Regel erstmal fixiert, so dass das Kind sich und andere nicht verletzen kann.

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Sehr richtig.
Der Erzieher muss nicht nur darauf achten, dass er nicht selbst verletzt wird, sondern auch andere Kinder und sogar das Kind selbst!

Beim Schlagen mit dem Stock muss er augenblicklich wirksam (!) eingreifen, so dass die Gefahr beendet wird, nicht erst zuwarten und mündlich ermahnen.

Meine Prognose:
Du wirst gegen den Kindergarten nichts ausrichten können.

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Hey, so wie du es beschreibst geht das auf keinen Fall. Jeglicher körperlicher Übergriff von Seiten der ErzieherInnen ist absolutes NoGo, auch wenn ein Kind einen Wutanfall hat.
Ich würde da definitiv ein Gespräch suchen und mich auch mit den anderen Eltern austauschen.
Alles Gute
Lena

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Also das Verhalten des Kindergartenleiters ist in meinen Augen ein absolutes No-Go und meines Wissens auch nicht erlaubt.
Ich habe noch nie gehört, dass ein Erzieher oder ähnliches ein Kind gewaltsam zu Boden drückt o.ä. und das ist in meinen Augen auch Körperverletzung. Es gibt ja einige Kinder, die mal solche Wutanfälle haben und in den Einrichtungen, die ich kenne, wird so etwas immer anders gelöst.
Wenn es mein Kind wäre, würde ich um ehrlich zu sein nicht abwarten, sondern den Vorgesetzten des Leiters direkt kontaktieren. Was hat denn der Leiter in dem Gespräch gesagt? Hat er das Verhalten zugegeben?

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Hallo,

ich verstehe deinen Ärger gut! Ich denke, als Sozialpädagogin im Übrige ;-), dass es viele andere Alternativen gegeben hätte. Sie hätten mit ihm rausgehen können. Dann wäre die für deinen Sohn beschämende Situation aufgelöst gewesen und er hätte sich wahrscheinlich beruhigen können.
Ich weiß nicht, was "Fixieren" in diesem Fall genau bedeutet?

Meiner Erfahrung nach ändern sich Kitas nicht. Sollte das Gespräch dir keine Sicherheit geben können, würde ich über einen Kita-Wechsel nachdenken.
Auch wenn dein Sohn in den Situation heftig reagiert, eine Kita ist nicht nur für brave und angepasste Kinder.

Alles Liebe!

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Wer hat den das "gewaltsam fixiert" geäußert? Also in wessen Erzählung wurde das so erwähnt?
Ich finde es etwas schwierig, die Situation richtig einzuschätzen, denn wenn ein Kind sich selbst, andere Kinder oder Erzieher gefährdet, bedroht oder verletzt, dann muss ja irgendwie gehandelt werden und da muss ein Kind notfalls auch festgehalten werden. Nun ist die Frage, was "fixiert" bei dir genau bedeutet? Festbinden geht natürlich gar nicht.

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Das schrieb die TE doch. Das Kind wurde zu Boden gedrückt und dort gehalten/fixiert.

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Naja sie schreibt, ihr Kind wurde gewaltsam auf den Boden gedrückt bzw. ein andermal noch fixiert.
Das Wörtchen "gewaltsam" macht für mich einen riesen Unterschied, den dieses kommt sicher nicht aus einem Kindermund. Daher frage ich mich, wer ihr das so berichtet hat.

Ich habe vielleicht andere Szenarien im Kopf, als die meisten hier. Aber ich arbeite an einer Grundschule in einem "Problemviertel". Ich hatte vor meiner Elternzeit ein Kind, dass auch gelegentlich Wutanfälle hatte. Und was denkst du, was man da macht, wenn das Kind um sich wirft und haut und so andere Kinder und sich selbst gefährdet, sogar eine Praktikantin kratzt? Da konnte ich auch nur noch meine Arme um das Kind (6J) legen und mich mit ihm im Flur auf den Boden setzen (was jetzt eine nette Umschreibung von fixieren ist)...

Ich frage genau nach, weil ich schon viele Situationen erlebte, in denen ein Kind "fixiert" (im obigen Sinne) werden musste. Das ganze ist allerdings nie gewaltsam passiert.

Das man es möglichst gar nicht so weit kommen lässt, dass ein Kind so "ausrastet" ist übrigens klar. Sicher hätte die Erzieher von vornherein anders handeln können in den genannten Situationen aber das sagt sich immer so leicht. Wir kennen die genauen Umstände nicht.

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Hey!

Ich würde mich juristisch beraten lassen, ob das Vorgehen des Erziehers gegenüber einem 4-Jährigen verhältnismäßig ist und mir einen anderen Platz suchen.

Viele Grüße
Schoko

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Ohjeee, das ist ja ganz schön krass, wenn er wirklich auf den Boden gedrückt wurde. Wer hat dir das denn so erzählt? Wenn der Kita-Leiter das so freimütig erzählt, scheint das ja normal zu sein.
Es hätte wahrscheinlich andere Möglichkeiten gegeben, das zu lösen. Allerdings ist Festhalten durchaus eine Methode, mit der Erzieher die Kinder zur Ruhe bringen (gerade wenn Aggressionen körperlich ausgetragen werden) und sich selbst schützen. Dieses Festhalten erfolgt allerdings nach ganz genauen Regeln und „auf den Boden drücken“ gehört nicht dazu. Nur als Einwurf, weil das „Körperliche“ einigen sp aufstößt. Das ist jedoch eine Methode, die erst zum Einsatz kommt, wenn nix anderes hilft. Gerade, wenn das am ersten Tag der Leitung passiert ist, befürchte ich eher, dass das zur Normalität der Leitung gehört. Ich würde mir das im Gespräch auch ganz genau erklären lassen und wenn du danach unsicher bist, wechsle lieber die Einrichtung. Du wirst sonst immer „Angst“ haben, dass sowas wieder passiert.
Wir haben auch einen Kollegen, der meiner Ansicht nach unverhältnismäßig grob zu den Kindern ist und dazu noch eine kurze Zündschnur hat, da würde ich mir manchmal wünschen, die Eltern würden das sehen.
Ich wünsche dir alles Gute!
Magst du uns hinterher berichten, was bei dem Gespräch rauskam?

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Wer hat das so erzählt? Auf den Boden drücken, fixieren...

Ich würde weder die Leitung vorschnell verurteilen noch die Erzählung deines Sohns als Geschichte abtun.

Geh zum Gespräch und lass dir den ganzen Vorfall schildern , hol auch die andere Erzieherin hinzu!

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Diese Worte, die Du benutzt, kommen nicht von einem Kind.
Was wurde denn wirklich gemacht? Bitte genau filtern und nachfragen/beschreiben, wenn Du passende Antworten bekommen magst.

Wenn ich als Betreuungsperson konfrontiert bin mit einem Kind im Wut-Wahn, das einem langen Stock um sich schlägt und voll ausholt und auf mich und eventuell in erreichbarer Nähe auch Kinder eindreschen will, kann ich ausweichen, -- ODER mir ganz fix beide Handgelenke nehmen bevor er mit dem Stock noch einem Kind ein Auge ausschlägt und ihn festhalten, mich hinknien und mit ihm, weil er so rumzapplt vielleicht auch auch auf die Seite ausweichen (Boden) und auf ihn beruhigend einreden und dabei die Handgelenke nicht zu fest, -aber doch starr so lange wie nötig festhalten, bis er nicht mehr auf mich eindrischt und zur Ruhe gekommen ist und dabei ganz saft auf ihn einreden und ihn zusätzlich mit Worten beruhigen.


Oder ich verkürze das und sage: ich habe das Kind gewaltsam fixiert und an den Handgelenken hinuntergedrückt und auf ihn eingeredet.

Gleiche Situation: anderes Vokabular.
-- aufpassen!

Es gibt im Wahn wirklich starke Kinder besonders mit einem Stock in der Hand und es dann fest in den Arm nehmen wäre auch eine Möglichkeit. Die Frage stellt sich, wie genau der Boden und welcher Griff in welchem Zusammenhang wie da wirklich angewandt wurde. Bitte genau nachfragen - ohne pauschalisierende Schlagworte.
Ich kann mir wirklich sehr schwer eine Szene vorstellen, wie in einem Action-Film, wo ein Erzieher sich auf ein Kind schmeisst, sich draufsetzt und die Hände rechts und links runter drückt.



Was wirklich war, muss die TE klären, denn sie schreibt leider nicht exakt, was los war, sondern benutzt wenig beschreibende Schlagworte.

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stimmt, bis auf den Punkt, dass es ein dem Kind bis zu dem Tag fremder Mann war. Und jetzt ersetze bitte in deinem Beispiel oben nochmal "ich" durch "ein fremder Mann"- fühlt sich schon gleich ganz anders an, oder? Vor allem auch für das Kind.

Bevor ich sowas mache, sollte ich meiner Meinung nach schon zumindest etwas Bezug zum Kind aufgebaut haben- und am ersten Arbeitstag bzw in den ersten Wochen überlass ich sowas doch eher den bekannten Erziehern.

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Für einen Kennenlernworkshop war in den Situationen ja eher keine Zeit, oder?
Ich stelle mir das Fixieren allerdings wohl harmloser vor als die Bilder, die man aus den USA jetzt gerade im Hinterkopf hat...

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