Ich soll meine Tochter mehr ermutigen

Hallo,

ich hatte eben ein Gespräch im Kindergarten. Kein zufälliges Gespräch beim Abholen, sondern mit Termin, weil sich die Erzieherinnen Sorgen um meine Tochter machen #gruebel

Ava ist vier Jahre alt. Sie spielt meistens alleine. Die Erzieherinnen sagen, dass sie oft gar nicht richtig spielen würde. Als ich Ava gefragt habe, meinte sie, sie spiele "beobachten" und dass ihr das Spaß mache. Ansonsten malt sie viel oder schaut Bilderbücher an.
Wenn ich sie frage, ob ich sie sich verabreden möchte, sagt sie meistens, sie wolle lieber malen, basteln, klettern etc. und dass andere Kinder sie dabei nur stören würden.

Sie ist sehr ernsthaft. Neulich hat eine Erzieherin wohl eine Geschichte vorgelesen und Ava wollte nicht bei den anderen Kindern sitzen bleiben und zuhören. Als sie gefragt wurde wieso, sagte sie: "Die Geschichte ist langweilig." Den Erzieherinnen ist diese Situation aufgefallen, weil alle anderen Kinder die Geschichte lustig fanden und gelacht haben.

Ava kann sich gut ausdrücken und spricht sehr deutlich, aber laut den Erzieherinnen redet sie zu wenig. Sie meinen, Ava sei zu schüchtern. Ich erlebe das anders. Und als ich mit Ava darüber geredet habe, ob ihr etwas oder jemand im Kindergarten Angst mache, meinte sie: "Nein, ich habe nur keine Lust mit den anderen Kindern zu reden."

Die Erzieherinnen meinen, dass ich Ava mehr ermutigen soll. Sie haben mir jetzt eine Pappkarte mitgegeben, auf der steht: "Was hat mein Kind heute gut gemacht?" Ich soll sie irgendwo in der Wohnung aufhängen und immer, wenn mein Blick darauf fällt, Ava ein Kompliment machen.

Außerdem haben sie Fragen zu unserer Beziehung, meinen Arbeitszeiten, unserem Alltag gestellt. Das erschien mir schon etwas übergriffig, als würden sie uns oder viel mehr mich verurteilen. Einerseits ist es ja gut, dass sie aufmerksam sind, andererseits war mir die Situation schon unangenehm und ich habe auch nicht alles preisgegeben, weil es den Kindergarten einfach nichts angeht.

Ich schwanke zwischen "vielleicht muss ich an mir arbeiten, muss Ava gegen ihren Willen mit anderen Kindern verabreden, muss sie tatsächlich mehr ermutigen" und "so ein Unsinn, sie ist eben eher introvertiert und ernst und das ist okay".

Was denkt ihr?

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"Das erschien mir schon etwas übergriffig, als würden sie uns oder viel mehr mich verurteilen."

Eine gute Mutter unterscheidet nicht die Arbeitszeit oder die Erziehung von einer schlechten Mutter. Der Unterschied ist dass eine gute Mutter bereit ist sich und ihr Verhalten zu reflektieren. Nichts anderes wollen die Erzieher. Wieviel von was Kinder vertragen ist vom Charakter und der Entwicklung des Kindes abhängig, und ich kenne niemanden der nicht an sich und seiner Erziehung arbeiten kann. Und ja, wenn du zu viel arbeiten solltest und dann zu Hause vor allem zusammen Haushalt gemacht wird und kein Raum ist für albern rumblödeln dann geht es den Kindergarten was an.

Ich bin auch eher ein ernsterer Kopfmensch und kein Bauchmensch, aber mir hat die Coronapause ganz deutlich gezeigt dass ich da mehr loslassen muss und mehr aus mir rauskommen muss. Deckenhöhle aus dem Tisch bauen und Pizza bestellen und mit dem Kind und den Kuscheltieren in der Höhle essen und was auch immer. Kinder müssen Quatsch machen können, klar träumt jeder vom perfekt erzogenen Kind das im Haushalt mitmacht, aber beim Baden den Boden unter Wasser setzen gehört im Zweifel eben auch mal dazu. Es gibt eine interessante Studie dass die aktuelle Teenagergeneration die ernsteste und besorgteste ist die wir je hatten. Und die Tendenz geht in meinen Augen im Moment, vermutlich gerade weil viele Mütter viel arbeiten, hin zum "funktionierenden" Kind. Im elterlichen "Schwanzvergleich" geht es doch immer mehr darum welches Kind ist in welchem Alter schon sauber mit Messer und Gabel, welches Kind kann sich wann schon selbständig anziehen ... vieles wird in meinen Augen an Dingen gemessen die Eltern das Leben vereinfachen. Ich finde früher wurde noch viel mehr damit "angegeben" welches Kind sich welchen Schabernack ausgedacht hat.

Das ernste, introvertierte kann auch hinerzogen sein. Man sagt 50% des Verhaltens ist angeboren, 50% des Verhaltens ist anerzogen. Ich habe bei unserem auch das Gefühl dass ich ihn da beeinflusse und versuche an mir zu arbeiten. Das Ding sind nichtmal dass ihr mehr Kinderbesuche machen müsst, das Ding ist dass Euer Kind lernen muss kindgerecht zu spielen. Das heißt dass man als Mutter eben auch öfter runter auf den Teppich muss und Kaufladen spielen, und dabei auch mal Quatsch machen muss. Wenn ich als Kopfmensch Kaufladen spiele gibt es echte Dinge. Wenn Kinder kaufladen spielen gibt es Spinateis und Bratwursteis und Schokoladenbratwurst und sich lachen sich kringelig.

Beobachte Dich mal im Umgang ob ihr vielleicht wirklich zu erwachsen miteinander spielt. Dann fehlt ihr der Zugang zum Kinderspiel.

Ich denke

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Vielleicht erschienen mir die Fragen auch nur übergriffig, weil ich generell jemand bin, der wenig von sich preisgibt. Den Beitrag, den ich hier verfasst habe, würde ich so nie einer Freundin erzählen.

Vielleicht lag es auch an der Art der Fragen. "Sind Sie eigentlich noch mit Avas Vater zusammen? Den haben wir ja auch schon ewig nicht mehr gesehen." "Wie ist denn das Verhältnis?" Die zweite Frage würde ich nicht mal meiner Mutter oder meiner besten Freundin beantworten.

Vielleicht lag es auch daran, dass ich denke, dass man sowieso schon viel reflektiert und sich fragt, ob man die richtige Balance findet.

Ich danke dir auf jeden Fall für deine Antwort. Vielleicht muss ich tatsächlich versuchen, kindgerechter mit ihr zu spielen. Ich frage sie immer: "Was möchtest du machen?" Sie sagt dann: "Eine Perlenkette." Oder: "Auf den Spielplatz gehen." Es sind immer sehr konkrete Sachen, die wir dann auch machen. Ich denke immer, wenn sie in einer Höhle Pizza essen möchte, würde sie das schon sagen. Aber vielleicht kommt sie auch einfach nicht darauf. Ich werde sie mal weniger offen fragen, sondern etwas vorschlagen.

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Es ist ihr Job zu wissen was privat bei einem Kind los ist, es wäre nämlich ihr Job das Kind mit aufzufangen wenn zu Hause was schief läuft! Du gibst einen Teil des Erziehungsauftrages an Dritte ab, und das ist eben genau das was den Unterschied zwischen einem guten Kindergarten zu ner Verwahranstalt ausmacht, dass sie ihn ernst nehmen und da gehören nun mal auch solche Dinge dazu! Du sagst das würdest du nichtmal Deiner besten Freundin erzählen ... es geht da in dem Fall überhaupt nicht um Dich! Es sind sehr enge Bezugspersonen Deines Kindes und es geht ihnen eben darum ob das Kind gerade in einem stabilen zu Hause lebt oder nicht, ob es zu Hause vielleicht Spannungen mitbekommt die aufgefangen werden sollten oder nicht! Unsere Kindergartenleiterin hat das in einem anderen Zusammenhang mal knallhart so formuliert: Wir sind ein KINDERgarten, und ich sehe mich als Dienstleister zum Wohle der Kinder und nicht der Eltern, auch wenn denen das manchmal nicht in den Kram passt".


Woher soll sie denn auf die Idee mit z.B. der Höhle kommen wenn Du ihr keine Initialideen gibst und sie wenig mit anderen Kinder spielt um Ideen und Anregungen zu bekommen. Kinder machen immer das was einfach geht, und wenn du sie immer fragst wird sie immer das wählen was ihr einfach fällt. Und wenn sie eben kein freies Spiel gewöhnt ist wird sie es auch von selber nicht anfragen.
Ich sehe es oft bei Besuchskindern bei uns aus einem anderen Kindergarten. Wir sind in einem Kindergarten der viele Elemente aus Naturkindergärten übernommen hat. Unser Kind ist es gewöhnt wo wir gehen und stehen aus Steinchen, Blättern, Stecken was zu bauen. Weil er es kennt, weil er es von anderen gelernt hat. Klar kommen dann eigene Ideen dazu, aber gewisse Anregung braucht es. Wir haben es jetzt schon ein paar mal erlebt dass uns Eltern nach einem Besuch dann erzählten "Mensch, was der auf einmal aus einfachen Rindenstückchen und Gras bauen kann ist ja der Hammer, da habt ihr ihm was tolles gezeigt". Aber wenn sie nie mit anderen interagiert wird sie auch wenig lernen.

Nachdem wir neulich das mit der Pizza in der Höhle gemacht haben hatte er noch mehr Ideen: Picknick im Plantschbecken zb.

Alles Gute Euch

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Wirkt sie denn glücklich?
Was meinst du mit "ernsthaft"? In welchem Ausmaß?

Ich finde es aus der Ferne schwierig, zu beurteilen. Gegen ihren Willen verabreden, würde ich sie nicht, aber ihr ausreichend Möglichkeiten für Sozialkontakte neben dem Kindergarten ermöglichen. Vielleicht hat sie Lust auf Kinderturnen? Oder Spieplatz, wenn sie gerne klettert und beobachtet?

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Ja, ich denke schon. Sie ist halt nicht das Kind, das fröhlich auf einem Bein hüpft und dabei vor sich hin trällert. Sie schaut öfter ernst und aufmerksam als fröhlich, aber sie kann auch herzhaft lachen.

Kinderturnen haben wir mal ausprobiert. Sie hat die ganze Zeit gefragt, wann wir denn gehen können. Auf den Spielplatz gehen wir manchmal. Es gefällt ihr aber nur, wenn es nicht zu voll ist. Sie nimmt dort keinen Kontakt zu anderen Kindern auf, sondern schaukelt, klettert, rutscht ganz konzentriert und möchte irgendwann nach Hause gehen. Ich sag auch immer: "Wow, du kannst ja hoch klettern. Da bist du ja schnell gerutscht." Laut Kindergärtnerinnen soll ich solche Sachen halt öfter sagen.

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Ich finde, das klingt gut.

Vielleicht ist das einfach ihr Charakter und die Kindergärtnerinnen haben zu viel in ihr Verhalten hineininterpretiert 🤷‍♀️

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einerseits:
Mein Sohn will auch NIE etwas, wenn ich ihn frage. (Ausflug, Verabreden, Gesellschaftsspiel spielen, etc...), -- aber WENN er dann dabei ist und wir es trotzdem gemacht haben, hatte er immer Spaß... aber das "vorher" war immer ein "nein".

okay: Deine Tochter scheint ja trotz der Spielversuche und Geschichten ja bewusst auch währenddessen oder hinterher sagen, "es ist langweilig". - dann sind Ihre Interessen einfach anders.
Mir stellt sih jetzt erst einmal eine andere Sache: was macht sie denn gerne? Was kann sie gut? wo sticht sie heraus in ihren Interessen?

Ein Bäcker muss nicht gut malen können. Und ein Physiker muss keine guten Gedichtsinterpretationen schreiben müssen. - Menschen sind mit guten Grund verschieden und das dürfen sie auch. - Leider ist der Kanon in Kindergärten und Schulen viel zu sehr auf den Einheitsbrei reduziert. - Deshalb würde ich solche Äusserungen einfach sehr genau überdenken.

Mein Sohn ist auch etwas "anders als die anderen". -- aber ist einfach so und ich habe nie versucht ihn zu verbiegen. Auch mein Mann ist nicht gerne unter Leuten und Gesellschaften meidet er. -- er ist mit seinem Job und uns als Familie total happy und trotz Homeoffice und keinen anderen Hobbies seit März dauernd glücklich zuhause ... - und das ist jetzt keine FLoskel -- er geniesst das regelrecht, dass er sich nicht mit Menschen rumschlagen muss. Er ist sehr intelligent und auch er würde wohl zu altersgerechten Dingen "langweilig" sagen.

Okay: wenn sie gar keine Freundinnen hat, würde ich schon anfangen sie zu verabreden oder im Verein Freunde zu finden. Aber alles andere, was das Verhalten oder Interessen angeht (langweilige Geschichte) würde ich akzeptieren und nicht dran rumschrauben wollen.

Die Erzieher sollten lieber auch herausfinden, was ihr denn so Spaß macht ... schliesslich sollen sie keinen Einheitsbrei unterhalten, sondern Individuen fördern.

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Danke für deine Antwort. Ich bin auch eher eine Einzelgängerin.

Sie ist gerne in Bewegung (klettern, schaukeln, Roller fahren), bastelt, malt, schaut Bilderbücher an (vor allem Wimmelbücher findet sie toll).

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Die Quintessenz, die ich aus so einem Gespräch mitnehmen würde ... Komplimente tun nicht weh und tun jedem Menschen gut, wenn sie ernst gemeint sind.
Bei uns wird viel gelobt oder Komplimente gemacht, jedem. Positive Selbstwirksamkeitserfahrung ist in jedem Alter wichtig und für Kinder sind auch kleinere Dinge schon eine große Leistung.

Mein Großer zB ist ein echtes Gewohnheitstier. Wenn er etwas außer der Reihe macht, wirkt das für viele banal. Für ihn ist es aber eine große Leistung und wird gewertschätzt.

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Ich halte überhaupt nichts von dieswr gezwungenen Komplimentemacherei.
Deine Beschreibung erweckt in mir den Eindruck, dass Ava sehr intelligent ist, und vermutlich ganz genau weiß, womit sie zufrieden ist. Sicher freut sie sich, wenn du dich mit ihr freust, wenn ihr beispielsweise ein Bild gut gelungen ist. Mit der Giwßkanne loben würde ich nicht, das konnte ich in Avas Alter auch nicht leiden.

Könnte es vielleicht sein, dass sie kognitiv oder auch vom Sprachvermögen weiter ist als Gleichaltrige, und sie deshalb nicht mit ihnen spielen will? Der Gedanke kam mir, weil sie die Geschichte "langweilig" fand.

Vielleicht könnte sie ja Kinder treffen, die ihre Interessen teilen, wenn sie einen Malkurs besucht oder ins Kinderturnen geht oder irgendwas anderes, was sie gern macht?

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Es ist ja auch nicht so, dass ich wie nie ermutigen würde oder ihr keine Komplimente mache, wenn sie zum Beispiel ganz hoch klettert oder eine tolle Kette auffädelt.

Vom Sprachvermögen her ist sie auf jeden Fall sehr weit. Es kann natürlich daran liegen. Oder sie hat einfach andere Interessen als die meisten Gleichaltrigen und sie verbringt gerne Zeit alleine. Das hat ja auch etwas mit dem Charakter zu tun, wie sehr einem viel soziale Interaktion gut tut.

Kinderturnen haben wir ausprobiert. Nach dem zweiten Mal wollte sie nicht mehr hingehen, weil es laut ist und man immer warten muss. Ein Malkurs wäre noch eine Idee. Ich schau mal, ob es so was für Kinder in unserer Nähe gibt.

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*dass ich sie

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Ich denke wie du, dass dein Kind ernsthaft und introvertiert ist und das ist ok so.

Aber es ist auch in Ordnung, dass die Erzieherinnen sich Gedanken machen. Denn manche Kinder verhalten sich so, wenn sie etwas Schlimmes erlebt haben.

Vielleicht kannst du ihnen sagen, dass deine Tochter schon immer so war. (Warst du als Kind vielleicht ähnlich? Das würde vieles erklären).

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Danke für deine Antwort.
"Warst du als Kind vielleicht ähnlich?" Ja. Nicht ganz so still vielleicht, etwas konzentrierte. Aber wir ähneln uns auf jeden Fall.

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"etwas unkonzentrierter" sollte es heißen

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Hallo,
ich finde es erst mal ja gut, dass der Kindergarten sich überhaupt Gedanken macht, ums Kindeswohl bemüht ist und dir Anregungen gibt. Ihr könnt das eine oder andere ja mal umsetzen und schauen, was passiert. Sich selbst kritisch hinterfragen und reflektieren ist ja immer eine gute Sache... 🙂
ABER: wie du es schilderst ist eure Ava nicht verängstigt oder total schüchtern, sondern sie möchte oder mag dieses oder jenes nicht, was viele Kinder halt mögen. Wieso müssen alle Kinder gern laute Musik, klettern, Kindermassen etc. mögen? Ich mochte es als Kind und mag es auch heute noch eher in überschaubaren Gruppen, mit mir bekannten Menschen, unter denen ich mich wohl fühle. Ich habe zwei Hände voll guter Freunde, über viele Jahre hinweg gefunden und die Freundschaften gepflegt. Menschenmengen, „unter Leute kommen“ ist bis heute nicht meins, das war in der Pubertät vielleicht ne Zeit lang so, aber vorher und nachher eher nicht. Bin ich schüchtern? Nein, würde ich nicht sagen. Bei fremden Menschen eher bewusst gewählt ruhig. Also ich würde Ava immer wieder anbieten Kontakt zu anderen Kindern herzustellen, das manchmal auch einfach so machen und schauen was passiert. Aber es ist doch auch okay, wenn nicht jedes Kind ins typische Raster passt. Unser Kind hat auch oft keine Lust auf größere Unternehmungen und spielt lieber mit 2-3 Kindern oder im Garten. Also klar, hinterfrag euch, das schadet ja nicht. Nimm ein paar Tipps an vom Kindergarten, aber wenn eure Tochter glücklich ist und euch und dem Kinderarzt nichts auffällig vorkommt, würde ich mir da auch nicht ZU viele Gedanken drum machen und auch einfach mal wie deine Tochter „beobachten“ spielen. 😉

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Danke für deine Antwort.
Stimmt, es ist gut, dass sich die Erzieherinnen Gedanken machen. Ich sollte mich von diesen Gedanken bloß nicht zu sehr verrückt machen lassen.

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Genau! Denn neben den fachlichen Meinungen sollte eins auch nie unterschätzt werden: dein Mutterinstinkt! 🙂 Darauf hört man heutzutage oft viel zu wenig!

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Ich musste im ersten Moment auch daran denken, dass deine Tochter sehr intelligent ist und wahrscheinlich sprachlich weiter als die anderen Kinder im Kiga und deshalb mit ihnen nichts anfangen kann.
Wie reagiert sie denn auf ältere Kinder?
Ich würde sie in einem Kurs anmelden, der ihren Interessen entspricht, zB einen Malkurs oder ähnliches.

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Zu älteren Kindern hat sie nicht wirklich Kontakt. Natürlich gibt es in ihrem Kindergarten auch Kinder, die ein oder auch schon zwei Jahre älter sind. Aber die bleiben eher unter sich und mit denen spielt Ava auch nicht.
Danke für den Vorschlag.

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Ich habe gerade eine ähnliche Geschichte aus dem Kindergarten gehört, da hab es einen "Entwicklungsbrief" nach Hause, danach hätte das Kind wahrscheinlich in ein betreutes wohnen geschickt werden müssen. Also völlig überzogen und wenn das auf unsichere Eltern trifft na dann gute Nacht.

Ich will damit nicht sagen, dass die Erzieher Quatsch erzählt haben, zumal du die Situationen ja auch kennst und nachvollziehen kannst.

Aber eigenes Ermessen ist auch wichtig und deine Tochter scheint durchaus selbstbewusst, weiß, was sie will.

Wenn man möchte, kann man das mit jemandem besprechen, Therapeut oder ähnliches. Aber, eben wie du meinst.

Alles Gute!

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Ich danke dir für deine Antwort. Ich habe gesehen, dass bei uns in der Nähe eine "Waldgruppe" gibt. Das ist einfach ein Treff von Eltern und Kindern, die Samstags gemeinsam in den Wald gehen, Höhlen aus Ästen bauen, Wege und Kletterbäume entdecken und zum Abschluss gemeinsam auf dem Spielplatz frühstücken. Ava findet die Idee sehr gut, deshalb schauen wir es uns Samstag mal an.

So hat sie mehr Sozialkontakte.

Natürlich achte ich ein bisschen auf die Sachen, die die Erzieherinnen gesagt haben, lasse mich aber auch nicht verrückt machen.

Sie haben wahrscheinlich einfach zu viel in Avas Charakter hinein interpretiert. Betreutes Wohnen ist aber auch ein krasser Vorschlag.