Eingewöhnung

Hey ihr Lieben,

bin gerade in einem Dilemma. Wir sind gerade in der Kita Eingewöhnung, mein Sohn wird im November 2. Ich war die ersten drei Tage mit ihm in der Kita, am vierten Tag war die erste Trennung, obwohl er zwar in der Kita schon viel erkundet hat, unabhängig ist, gesellig ist, aber dennoch auch viel zu mir kam, meine Hand hielt und Kontakt suchte. Die Trennung am vierten und fünften Tag verlief noch ok, er hielt mich zwar fest, aber als ich den Raum verließ, flossen keine Tränen. Gestern war auch ok, aber heute, als wir ankamen hat er schon extrem geklammert, ging noch nie von meinem Arm auf den Arm der Erzieherin, als ich dann meinte, ich geh jetzt raus und hole ihn später ab, hat er noch extremer geklammert, wollte meine Hand nicht loslassen etc. Als ich dann zur Tür bin, fing er extremst an zu weinen, ganz bitterlich, ließ sich dann nach 1-2 Minuten beruhigen und spielte. Erzieher sagen es sei ja normal und liefe ja gut. Ich jedoch fühle, dass es total gegen meinen Mutterinstinkt geht, zu gehen, wenn er so doll nach mir weint und offensichtlich nicht ohne mich dort sein will. Es fühlt sich einfach verkehrt an. Ich habe das auch noch nie gemacht, so zu gehen, wenn er so bitterlich nach mir weint. Muss das wirklich sein? Ich meine, eine Trennung nach nur 3 Tagen zusammen dort sein, ist doch echt kurz, vor allem wenn er gerade anhänglicher ist. Wir sind auf die Betreuung beruflich nicht angewiesen, aber er ist halt liebend gerne unter Kindern, die machen tolle Sachen etc... ich bin total im Zwiespalt. Fast alle aus meinem Umfeld ziehen es einfach durch und sagen, es ist normal. Aber mein Mutterherz spricht dagegen. Was würdet ihr tun? 😭

4

Hey, bin selbst Erzieherin und ja, das Vorgehen ist normal.
Ich verstehe, dass es schwer ist und es tut mir auch immer leid, dass wir Eltern wegschicken müssen, die dann da mit Tränen stehen und das Kind dann auch noch schreit und eigentlich alles in einem drängt wieder hin zu gehen. Das versteh ich total und ich rate den Eltern oft, dass sie in 10 Minuten nochmal anrufen sollen um zu fragen wie es läuft, vll wäre das eine Idee für dich? Besprich es mal mit eurer Bezugserzieherin.
Das Ziel der Eingewöhnung ist zwar auf lange Sicht, dass die Kinder gerne, ohne Drama und Tränen kommen, aber für die Anfangsphase ist das Ziel ein ganz anderes. Nämlich, dass sie eine Bindung zu einer Bezugsperson aufbauen, die stark genug ist, damit sie sich trösten lassen und ins Spiel finden.
Dein Kind merkt nun einfach, dass da eine Veränderung passiert und die muss man erst einmal verarbeiten. Manche merken das schon während der Eingewöhnung, andere erst ein paar Wochen danach und dann kommen eben die Tränen. Normalerweise kann man erkennen, ob es im ersten Moment der Trennungsschmerz oder die Wut darüber ist, oder ob das Kind wirklich noch nicht zur Trennung bereit ist. Im letzteren Fall würde man dann die Trennung auch erst einmal verschieben.
Was ebenfalls viel ausmacht, ist deine Haltung dazu. Fühlst du dich in der Kita wohl? Hast du ein gutes Gefühl bei den Erziehern? Möchtest du, auch wenn ihr es nicht braucht, dass dein Kind dort hingeht, spielt und seinen Morgen verbringt? Die Kleinen merken nämlich ganz schnell, wenn die Eltern sich nicht wohl fühlen und reagieren dann ebenfalls negativ. Einfach zum Selbstschutz - Mama findet es hier doof, dann muss ich es auch doof finden, dann kann es ja nicht gut sein.

Ich kann dir nur raten, sprich mit der Bezugserzieherin, schildere ihr, dass es dir so schwer fällt, frag sie was du machen kannst, ob es eine Möglichkeit gibt auch dich "einzugewöhnen". Z.B. eben, dass du nach 10 Minuten kurz anrufst und fragst wie die Lage ist. Oder, dass ihr ein gemeinsames Ritual findet. Es ist für euch beide eine unglaublich unbekannte und neue Situation, dass kann aufregen, sowohl negativ, als auch positiv. Und es ist absolut in Ordnung sich unsicher zu fühlen und Schwierigkeiten damit zu haben, vor allem wenn die Kleinen, dann weinen.

Ich weiß nicht, ob ich dir damit ein wenig helfen konnte, aber ich hoffe und drücke euch die Daumen, dass du und dein kleiner Mann die Eingewöhnung gut schaffen werdet :-D

Liebe Grüße und alles Gute
nakaomi93

6

Danke für deine sehr ausführliche Antwort!!! Ihr seid echt lieb..

10

Das finde ich Mal eine tolle Antwort 🤗 wenn alle Erzieher so einfühlsam wären und auch die Mütter mit einbeziehen würden wäre das prima! Auch den Tipp mit dem nach 10 min nochmal anrufen ist Topp!
Hab gerade geschrieben das ich mein weinendes Kind nicht da lassen würde, wenn es aber so möglich wäre, dann finde ich es ist ein Versuch wert!
Schade das viele die Mütter ( scheinbar) eher als störend empfunden satt auf sie ein zu gehen.

weiteren Kommentar laden
1

Achso, und die Kita möchte nicht, dass ich dort noch länger mit ihm bin.

2

Ach und sorry... natürlich sind die Kita Plätze hier extrem rar und wenn ich den nun absage, hätten wir erstmal keinen. Und ich müsste mich halt echt spät um nen neuen kümmern. Aber das sollte doch Kein Grund sein 😭

3

Hallo,

Habe unsere Tochter (16 Monate) an dritten Tag hingebracht, wiedersehen gesagt und sie blieb 90 Minuten in der Kita. Am vierten Tag hat sie sich etwas geklammert, aber ich bin trotzdem gegangen. Und Ich weiß, dass die Erzieherinnen anrufen, wenn etwas wäre. Nach 6 Tagen ging alles ohne klammern und Tränen. Klar war es etwas komisch sie dort zu lasen, aber es hat ihr von Beginn an Spass gemacht. Aber sie kannte es ja schon alleine irgendwo zu sein,denn sie war schon alleine bei ihren Großeltern.

Heute läuft sie freudig durch das Tor Richtung Gruppentüre. Was lustiges am Sonntag mussten wir an der Kita vorbei zum Wahllokal, kaum sah sie das Tor rannte sie in die Richtung.

Ich denke den Eltern macht das ganze viel mehr aus als den Kindern. Und ich vertraue den Erzieherinnen, dass sie wissen was sie tun.

LG Morgain

5

Ich finde, so schlecht läuft es doch gar nicht bei euch. Beruhigt nach 1 - 2 Minuten ist doch ok.

MEINE MUTTERGEFÜHLE beim ersten Kind wären allerdings auch arg strapaziert. Mir wäre die Eingewöhnung zu schnell gewesen und mit der Möglichkeit eine Alternative zu haben, hätte ich keine Kita in Anspruch genommen. Mit 3 Jahren lief es bei uns super, die Erzieherin war total einfühlsam (auch mirgegenüber ;-)).

Beim zweiten Kind musste ich aus mehreren Gründen, auch mit 2 Jahren und da lief die Eingewöhnung fast so schnell wie bei dir, nur das meine Kleine bis heute nicht wirklich gerne geht.

Du musst irgendwie innere Klarheit gewinnen. Entweder bist du der Meinung, die Kita wird ein Gewinn für dein Kind und deine Familie, dann kannst du ihm authentisch dieses Einstellung vermitteln oder du gehst deinen Zweifeln nach. Dann wirst du nächstes Jahr auch eine Betreuungsmöglichkeit finden.

Egal wie du es machst, du wirst bestimmt den richtigen Weg finden!

7

Und auch dir danke! Du hast total recht, ich brauche einfach innere Klarheit. Ihr seid echt lieb.. danke.

8

Hallo,
ich denke ein paar Tränen sind leider wirklich häufig nicht zu vermeiden. 😑 Aber ich würde mal versuchen ein Ritual einzubauen, was nur euch gehört und was ihr auch steuert, zB das weinende Kind doch noch mal ganz kurz (wenige Sekunden) „nehmen“, noch einmal einen ganz dicken Kuss, einmal kitzeln, einmal dem LieblingsStofftier was zurufen, singen oder wie auch immer und es dann erst „übergeben“. So kannst du anfangs euer Kind noch einmal aus dem ganz tiefen Loch holen und ihr beide wisst aber, danach gehst du. Immer! Aus meiner Sicht ist daran das Gute, dass ihr beide noch mal kurz auftanken könnt und ihr euch dann ( zumindest halbwegs) selbstbestimmt trennt. Uns hat das wahnsinnig geholfen.
Liebe Grüße...

9

Also, wenn ich nicht darauf angewiesen wäre würde ich erstmal darum bitten das die Eingewöhnung langsamer gemacht wird und schauen wie es läuft. Wenn es dann so bleiben würde, würde ich halt noch warten. Meine große kahm mit 2,5 in die Kita, sie hatte schon immer gefragt ( Kita ist eine Straße weiter) und es klappte ganz ohne Tränen ( sonst hätte ich es nicht durchgezogen) meine kleine wird im Januar 3 und geht jetzt seit 14 Tagen.
Lg

12

Hallo, ich kann dich sehr gut verstehen. Ich kann nur aus persönlicher Erfahrung berichten (jedes Kind ist ja anders). Aber mein erstes Kind wurde nur kurz eingewöhnt und dann Tränen überströmt und um sich schlagend vom Arm genommen. Er hat den Kindergarten dann nie gemocht und wir hatten bei der Einschulung dann wieder Lösungsprobleme und ich hatte das Gefühl,dass es bei der Eingewöhnung in den Kindergarten sanfter hätte laufen müssen. Kann es aber natürlich nicht mit Sicherheit sagen, vielleicht wäre es anders genauso gekommen.
Ich kann dir deine Entscheidung nicht abnehmen, aber ich finde , dass einem heute viel zu oft suggeriert wird, dass es so sein muss. Man wird von der Gesellschaft zu sehr unter Druck gesetzt, weil alle es so machen, macht man es dann auch so. Ich habe mich jetzt bei meinem dritten Kind dagegen entschieden es nochmal so zu machen, da ich auch die Möglichkeit habe sie weiterhin Zuhause zu betreuen und ihr einfach noch etwas Zeit zu geben.

Liebe Grüße