Ist dieses alte Märchenbuch für Kinder geeignet?

Hallo.
Meine Schwiegermutter besitzt ein altes Märchenbuch von 1921. Dieses Buch würde sie uns gerne zu Weihnachten schenken damit wir unseren Kindern daraus vorlesen können. Das Buch heißt ,,Gänsemütterchens Märchen" von Charles Perrault übersetzt von Hans Krause. Laut Internet stehen die Mädchen: Rotkäppchen, Blaubart, die Fee, der gestiefelte kater, der kleine däumling, riquet und Dornröschen.
Alte Märchenbücher sind ja oft für Kinder nicht so gut geeignet.
Ist dieses Märchenbuch für Kinder im Alter von 5 Jahren(mein Sohn) und 3(meine Tochter) geeignet?

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Ich würde es annehmen. Du kannst es ja vorher lesen, aber wir haben unseren Kindern von Anfang an die richtigen Märchen vorgelesen und nicht die harmlosen Varianten.

Wie heißt es: Märchen erzählen Kindern nicht, dass Drachen existieren. Kinder wissen bereits, dass Drachen existieren. Märchen erzählen Kindern, dass Drachen besiegt werden können.

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"Märchen erzählen Kindern nicht, dass Drachen existieren. Kinder wissen bereits, dass Drachen existieren. Märchen erzählen Kindern, dass Drachen besiegt werden können."

Klasse ausgedrückt!

Ganz genauso ist es. Entschärfte Märchen nehmen Kinder nicht ernst, denn Kinder wissen und erleben, dass es "das Böse", "das Traurige", "das Ungerechte" gibt und im wahren Leben gibt es dies nicht in "entschärfter" Form. Richtige Märchen verweilen aber niemals in der Beschreibung des Leids oder suhlen sich in der Darstellung von Grausamkeiten, sie zeigen immer, dass man durch eigenes Verhalten, durch Entwicklung, durch Glück und durch die Güte anderer "das Böse" besiegen kann bzw. einen Umgang damit finden kann.
Märchen verwenden nicht ohne Grund fast immer Archetypen wie "den König", "die Prinzessin", "der Zwerg", weil es dem Märchen nämlich nicht so sehr um die Charaktere als solche geht, sondern um deren Entwicklung, deren Weg, deren Erfahrung. Durch die Verwendung von Archetypen kann das Kind sich in diesen Geschichten oft finden, gerade wenn ein bestimmtes Märchen vielleicht gerade die Geschichte seines eigenen inneren Erlebens beschreibt.

Ich halte Märchen für eine der wertvollsten Literaturformen für Kinder, allerdings möchte ich hier einschränken, nur echte Volksmärchen, keine Kunstmärchen wie zum Beispiel diejenigen von Andersen. Hier fehlt oft der glückliche Ausgang, dieser ist für mich unabdingbar, da ein tragischer Ausgang zwar oft genauso wahr ist (wie man als Erwachsener leidvoll selbst weiß), Kinder aber noch überfordert.

Wenn Du 'Dich für dieses Thema interessierst, es gibt sehr viele sehr gute Literatur darüber wie wichtig echte, ungeschönte Märchen für Kinder und deren Entwicklung sind. Ich kann Dir nur empfehlen Dich darin einzulesen, war auch für mich ein echter Augenöffner.

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Lies es doch vorher und schlimme Stellen kannst du ja beim lesen umformulieren oder auch Dinge dazu erklären. 🤷🏼‍♀️

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Ich mache es auch so wie Schlefi vorgeschlagen hat. Finde ich, dass eine Stelle für meinen 3-jährigen "zu wild" ist formuliere ich sie um und erfinde selbst etwas .

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Meine Oma hat uns auch immer aus einem alten Schinken vorgelesen. Das war schön gruselig, aber ich habe es geliebt. Ich war total enttäuscht, als wir in der Schule mal die light-Variante gelesen haben😅
Wenn sie das Buch schon hat, kannst du die Geschichten ja einfach vorher lesen.

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Ich habe noch ein ganz altes Märchenbuch der Gebrüder Grimm. Aufwändig illustriert mit Frakturschrift.
Ich habe es geliebt und auch meiner Tochter daraus vorgelesen. Habe ihr immer gesagt, dass im Märchen Dinge passieren und Personen vorkommen, die es im wirklichen Leben nicht gibt. Dass es eben eine Geschichte ist. Sie hatte damit nie Probleme.

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Hi,

meine Mutter hat meinem Sohn mit 4 Jahren auch mal Rotkäppchen vorgelesen. Nachdem er dann im Kindergarten zu einem Mädchen sagte, er schlitzt ihr den Bauch auf, gibt es Märchenverbot.
Im TV und bei Computerspielen gibt es überall FSK, es wird sich über Ballerspiele aufgeregt, aber schön die alten Märchen vorlesen, weil es immer so war.

Ich finde solche Geschichten einfach nichts für kleine Kinder.

LG
ChaosSid

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Ich finde die Märchen in der Version von Charles Perrault, also der französischen, viel weniger gruselig und brutal als die der Brüder Grimm.

So ist zB Aschenputtel eher wie der Disney Film Cinderella (war wohl auch die Vorlage) mit einer Fee, Kutsche aus Kürbis, Kutscher aus Eidechse usw. und weniger mit Füße abhacken um in den Schuh zu passen.

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Wir haben auch so ein ganz altes Buch. Mein Sohn (7) findet es ganz lustig aber es sind auch viele Märchen mit Kinderessenden Menschenfressern und so darin #rofl
Vielleicht liesst du es vorher erstmal selbst und änderst die extremen Teile etwas ab :-P