Erfahrungen mit Outlaw- Kitas?

Guten Morgen.

Hat hier Jemand seine Kids in einer Outlaw- Kita und kann mir (positiv) davon berichten?

Wir sind gerade in einer ziemlichen Zwickmühle.
Wir ziehen im Herbst um (ca. 20km entfernt) und wollten unsere Kinder noch ein Jahr in ihrer gewohnten Kita lassen, da wir zum einen am neuen Wohnort so spontan keinen Platz bekommen haben und zum anderen für die Kids noch etwas Beständigkeit beibehalten wollten. Das hätte auch alles gut geklappt, da mein Mann in der Nähe der Kita arbeitet und sie morgens mit hin und nachmittags wieder mit zurück gebracht hätte.
Nun haben wir aber Anfang der Woche erfahren, dass uns die Mittagsplätze gestrichen werden, da ich aktuell in Elternzeit bin und wir somit keinen Anspruch mehr darauf haben 🥴
Das ist zwar grundsätzlich blöd, wäre aber machbar gewesen, wenn wir hier wohnen bleiben würden (Abholzeit wäre dann 12:30Uhr), aber durch den Umzug und die Entfernung einfach nicht umsetzbar!
Mittags braucht die Kleine einen Mittagsschlaf und zudem wären es fast 50 km zusätzlicher Fahrt jeden Tag.
Jetzt gibt es evtl die Möglichkeit am neuen Wohnort ab Ende des Jahres Plätze in einer Outlaw Kita zu bekommen.
Ich habe allerdings bis jetzt nur schlechtes von dem Träger gehört.
Hohe Fluktuation unter den Erziehern, oft eine schlechte Betreuungssitutation, da die Erzieher durch fehlende Schließzeiten, jederzeit Urlaub nehmen können und das Konzept spricht mich auch nicht wirklich an 😩
Ich habe gerade ein bisschen das Gefühl "vom Regen in die Traufe".
Keine Ahnung, was wir tun sollen...

Kann mir jemand bitte was Positives berichten?

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Hallo,

unsere Tochter geht in die Krippe, also U3 Betreuung, einer Outlaw Kita und wir sind bisher zufrieden mit der Kita.

Das wichtigste überhaupt, unser Kind geht gerne hin und die Kinder werden, soweit wir das überblicken, sehr liebevoll betreut. Während der letzten monatelangen Schließung haben die Erzieher sogar extra ein Video für die Kinder zu Hause gedreht und auch mal angerufen um zu fragen wie es uns geht.

Das Konzept in der Krippe (halboffen) ist für uns so in Ordnung. Wie es dann im Kindergarten mit dem offenen Konzept wird, müssen wir mal sehen.

Fluktuation bei den Erziehern ist schon gegeben, betraf die Gruppe unseres Kindes aber bisher eher weniger (eine Erzieherin ist ins Beschäftigungsverbot gegangen).

Verkürzung der Öffnungszeiten aufgrund Personalmangel kommt leider schon recht häufig vor, ist aber zum Großteil auch Corona mit der Gruppentrennung und den strengen Hygienevorschriften (auch Erzieher dürfen mit leichter Erkältung nicht arbeiten) geschuldet. Normalerweise ist von 06 bis 17 Uhr geöffnet und jetzt halt nur von 07 bis 16 Uhr oder auch mal ne Woche auf 15:30 Uhr verkürzt. Also eigentlich auch nichts dramatisches, was uns jetzt beruflich einschränkt.

Personalmangel durch Urlaub habe ich aber noch nie erlebt. Unser Kindergarten hat aber auch eine 14tägige Schließzeit in den Sommerferien.

Also bezogen auf unsere Einrichtung würde ich niemanden von der Outlaw Kita abraten.

LG Nenea

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Danke für deine Antwort.
Das hört sich ja schon mal ganz gut an 😅

Ich denke auf sowas wie coronabedingte Einschränkungen und Personalmangel muss man sich heute eh einstellen. Aber ich habe halt die Sorge, dass darüber hinaus die Betreuungsituation auch schwierig ist, durch die Gegebenheiten des Konzeptes...

Aber freut mich, dass ihr zufrieden seid. Vielleicht mache ich mir auch viel zu viele Gedanken 🙈

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Du siehst fehlende Schließzeiten als Nachteil an????

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Ja, da dann nicht ein großer Teil der Urlaubstage von alten Erziehern zeitgleich genommen werden, sondern ständig irgendwer im Urlaub ist (und dadurch die Betreuungssituation schlecht ist).
Unsere jetzige Kita hat im Sommer 3 Wochen und über Weihnachten ca. 2 Wochen geschlossen. Da kommen schon einige Tage zusammen und jede ErzieherIn hat nur noch Resttage, die dann nicht mehr so ins Gewicht fallen.

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Aber das bedeutet ja, dass ihr auch 5 Wochen im Jahr abdecken müsst und total unflexibel mit dem Urlaub seid. Solange du in EZ bist, ok, aber als Berufstätige bin ich froh, dass es bei uns auch keine Schließzeiten gibt. Erzieher können auch krank, schwanger etc. werden und eben Mal ausfallen. Ich denke damit muss und kann man auch leben.

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Keine Ahnung, was eine Outlaw-Kita ist.
Kann nur zu den allgemeinen Aussagen was sagen.

Mein Sohn war damals in einer normalen Krippe. Auch da gab es schon vor Corona eine sehr hohe Fluktuation.
Nachdem er in den Kiga hier im Ort kam war alles super. Allerdings merkte man im vierten Jahr, daß auch dort der Erzieherwechsel größer wurde.
Jetzt ist meine Tochter seit 2 1/2 Jahren dort und auch jetzt besteht immer noch Erziehermangel. Aber das ist ein generelles Problem in der Gegend hier. Das ist unser Kiga nicht allein. Und auch aus dem Grund mußten die Betreuungszeiten angepaßt werden. Hatte er vorher jeden Tag bis 16:30 auf, ist es jetzt nur noch 2x die Woche. Ansonsten ist um 14 Uhr Schluss. Das muß man als Berufstätiger ersteinmal geregelt bekommen.
Urlaub nehmen jederzeit ist blöd, aber manchmal gibt es ja Gründe dafür. Genauso wie jemand plötzlich krank werden kann und länger ausfällt. Das andere ist zumindest planbarer.

Zum Konzept.... Auch da kann die anfängliche Wahrnehmung täuschen. Die Krippe war super auf dem Papier. Alles neu und so. Der Kiga deutlich in die Jahre gekommen usw. Aber mein Sohn fand es dort super. Es gab z. B. alte Töpfe und Getränkekisten im Aussenbereich wo ich immer dachte, warum man die nicht in den Müll packt. Irgendwann habe ich dann kapiert, daß die Kinder damit sehr ausgiebig und Phantasievoll mit spielen.

Achso und was bei der Krippe auch blöd war, war auch der Weg von fast 20 km. Für mich war klar, daß meine Tochter dort nicht hingeht (was sie dann auch nicht tat).

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Frei übersetzt heißt das: ausser Gesetz.ich denke das sind Kindergartenbetreiber die nicht zum Staat oder zu der Gemeinde gehören.

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Outlaw heißt der Träger der Kita, ist also keine städtische Einrichtung. Das ist ein Träger für Kinder- und Jugendhilfe.

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Outlaw ist doch nur der Träger. Genauso könntest du fragen, ob jemand sein Kind in einer katholischen Kita hat.
Wie das dann in den einzelnen Einrichtungen umgesetzt wird, ist total verschieden.

Meine Kinder sind zeitweise in eine Vollzeit-Kita gegangen, d.h. die Einrichtung war durchgehend 24/7 offen. Nicht mal an den Feiertagen oder an Sonntagen war geschlossen. Wir mussten nur immer vorher bekannt geben, wann die Kinder betreut werden müssen. Die Einrichtung hat dann für genügend Personal gesorgt. Natürlich gibt es dann keine „Bezugsbetreuerin“ ... auch Erzieher haben ein Recht auf Feierabend und Urlaub. Nur in dieser Kita habe ich es nie erlebt, dass mal zu wenig Erzieher anwesend waren.

Am Ein- und Ausgang gab es übrigens eine Rezeption. Durch die Tür dort kam niemand, der nicht angemeldet war und sich ausweisen konnte.

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Das ist ja auch ein interessantes Konzept. Aber wirklich 24/7? Also auch nachts? Oder meinst du komplett ohne Schließtage?

Ja, ich weiß. Outlaw ist nur der Träger. Trotzdem gibt es aber doch ein gemeinsames Konzept, dass evtl in jeder Kita etwas anders umgesetzt wird, aber vom Prinzip doch bei allen gleich ist, oder nicht?! 🤔