Bin ich egoistisch?

Ich schreib jetzt mal im KiGa Forum, obwohl mein Kleiner noch nicht im KiGa-Alter ist, aber es geht um die Anmeldung in die Krippe/Kita.

Mein Sohn ist 15 Monate alt und ich hab immer gesagt, dass ich ihn erst mit 3 Jahren in den KiGa geben möchte (nicht falsch verstehen, ich denke nicht, dass ein früherer Start schädlich fürs Kind ist, aber ebensowenig, dass eine Betreuung zuhause schlechter ist).

Jetzt überlegen ich bzw. wir, ihn nächsten Sommer anzumelden, er wäre dann 2 Jahre + 3 Monate alt. Wir sind nicht auf einen U3 Platz angewiesen, könnten es uns auch leisten, damit noch bis zum Sommer 2023 zu warten. Ich werde so oder so 3 Jahre zuhause bleiben, da es rententechnisch für mich vorteilhafter ist. Wir sind aufs Land gezogen, müsste mir sowieso einen komplett neuen Job suchen und hier verdient man in meiner Branche eher mäßig. Das Durchschnittsgehalt, das für die Berechnung der Rentenpunkte herangezogen wird, ist höher. Das nur am Rande.

Ich denke, ihm würden ein paar Stunden Kindergarten am Tag gefallen. Er ist ein aufgeschlossenes Kind, das gerne andere Kinder um sich hat. Daher dachte ich vielleicht an 4 Stunden/Tag. Mir würde es auch gefallen, ein paar Stunden kinderfrei am Tag zu haben, um mal wieder was für mich zu tun oder einfach Zeit für den Haushalt etc zu haben.

Findet ihr das egoistisch, ihn ohne Not und Notwendigkeit in den KiGa zu geben? Er hat auch ohne KiGa mehrmals die Woche Kontakt zu Kindern, sowohl älter als auch jünger oder gleichalt, ist auch mind. 2 x pro Woche mit mir bei den Großeltern.

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Nein, denn iman ist nicht nur Mutter, sondern auch Frau. Ich habe 3 Kinder und war allerdings berufstätig, aber wenn ich das Geld nicht gebraucht hätte, wären meine in Kinder trotzdem in den Kindergarten gegangen. Gruß

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Die Rentenpunkte aus der Erwerbsarbeit werden addiert zu den Rentenpunkten aus Erziehungszeiten. Nicht entweder oder.

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Kann ich so bestätigen !

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Es spricht doch nichts dagegen, egoistisch zu sein, so lang das niemandem schadet. Wenn dein Kind sich dort wohlfühlt, hat das doch für euch beide nur Vorteile.

Ein Problem wäre es, wenn dein Kind dort kreuzunglücklich wäre und du es trotzdem ohne Not hinbrächtest.

Und wenn dein Kind gern hinginge, du es aber lieber zuhause lassen würdest, wäre das ja auch egoistisch.

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Die Begründung ist Quatsch, da die Punkte addiert werden. Zumindest bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
Aber das hat nichts mit Egoismus zu tun, was man macht und was nicht.

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Oh, das wusste ich nicht. Aber ändert auch prinzipiell nichts an meiner Einstellung. Für mich fühlt es sich halt ein bisschen wie ein Verrat an meinen Wertvorstellungen an, obwohl ich schon denke, dass es sowohl für mich als auch für ihn auch gut sein kann.

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Ja, finde ich.

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Warum?

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Weil es unter Umständen Familien gibt, die den Platz dringender brauchen.
Habe neulich erst einen Artikel gelesen, dass es eigentlich überall in Deutschland zu wenig Krippenplätze gibt und es zu großen Personalmangel gibt, dass sie die vorhandenen Plätze nichtmal vergeben können. Trotz Anpassung des Betreuungsschlüssels, der ohnehin schon jenseits von Gut und Böse liegt.

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Ich würde so entscheiden, wie du glaubst, dass es euch als Familie am besten geht. Wenn du dein Kind mit 2 Jahren halbtags in die Kita gibst und morgens Haushalt und Selbstfürsorge unterbringst und nachmittags gut gelaunt Zeit mit deinem Kind verbringst, ist es vielleicht für alle das Beste. Das ist natürlich auch sehr davon abhängig, ob dein Sohn gerne in die Kita geht, oder ob es für ihn purer Stress ist. Mag er es denn gerne trubelig, oder hat er lieber seine Ruhe? Ist er still und zurückhaltend, oder sagt er Bescheid, wenn er etwas braucht?

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Da hast du natürlich Recht. Wichtig ist vor allem, wie es dem Kind damit geht.

Ich selbst bin nie gerne in den Kindergarten gegangen, in die Grundschule allerdings dann schon. Mir war das zu trubelig, zu laut und ich habe mich eingeschränkt gefühlt, dass man vorgegeben bekommen hat, was jetzt gemacht wird. Gruppenspiel, singen, basteln. Aber da ist ja jedes Kind anders. Wenn er in der Hinsicht eher nach seinem Vater kommt, wird er den KiGa lieben.

Er mag es generell eher trubelig, er liebt es, wenn viele Kinder um ihn rum sind. Und ja, er gibt uns schon sehr gut zu verstehen, was er will. Heute z.B. war ich mit ihm bei einer Freundin und ihrer gleichaltrigen Tochter. Er ist irgendwann zielstrebig zur Tür, hat gemeckert und nach draußen gezeigt, seine Jacke geholt - er war einfach müde und er wollte nicht mehr.

Ab nächste Woche werde ich mit ihm zusammen auch einen Spielkreis besuchen, das ist dann vielleicht schonmal ein erster Einstieg.

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Ich finde es kommt sehr viel auf Kind an wenn dein Kind wie du sagst aufgeschlossen ist denke ich kannst du es ruhig versuchen 2 Jahre und 3 Monate finde ich ist auch schon etwas anderes wie mit 1 oder 1,5 Jahren . So hättest du auch ausreichend Zeit dein Kind gut einzugewöhnen( auch das hat Vorteile nicht diesen Druck zu haben die Eingewöhnung muss schnell über die Bühne gebracht werden weil du wieder arbeiten musst ) und dir in Ruhe einen neuen Job zu suchen . Wenn dein Kind nur 4 Stunden am Vormittag geht wirst du sehen wie schnell diese 4 Stunden um gehen , so viel Freizeit ist das gar nicht ;-) . Ein schlechtes Gewissen brauchst du nicht haben du kennst dein Kind am besten wenn du glaubst das es für dein Kind und euch passt dann mach das ruhig .

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Warum sollte das egoistisch sein? Ich finde es im Gegenteil förderlich wenn das Kind (sondern das Kind nicht ganz abgeneigt ist) schon vor der Schule Kontakt mit solchen Einrichtungen hat.
Wie du schon geschrieben hast war dir die Grundschule zu laut und zu trubelig. Du hast halt auch die ersten 6 Jahre deines Lebens, die auch prägend sind sowas nicht gekannt.
Ich finde das spricht eher für den Kindergarten als dagegen.
Meine Tochter ist eher eine Ruhige. Aber sie geht seit sie 18 Monate ist in die Kita und das sehr gerne. Anfangs sollte die hingehen, damit ich Studieren und meinem Nebenjob besser nachgehen kann. Aber kurz vor der Eingewöhnung habe ich abgebrochen und musste wegen Corona den Job wechseln. Ich arbeite jetzt abends, wenn sie nicht in der Kita ist. Da ist sie dann zu Hause mit Papa. Sie geht 5,5 Stunden in die Kita. Macht dort auch Mittagsschlaf und Mittagsessen.
Sie hat Spaß dort und geht gerne hin. Kann das Ende der Kita-Ferien jetzt kaum abwarten 😅 Ist jetzt 23 Monate.
Wenn sie in der Kita ist, gehe ich Terminen nach, gehe einkaufen, mache Haushalt und ja ich gönne mir ordentlich Zeit für mich. Will nächstes Jahr eine Ausbildung anfangen. Und jetzt genieße ich nach den 1 1/2 Jahren Dauer-Kind-Anwesenheit wieder das Gefühl eigene Interessen wiederzuentdecken und wieder auch mehr zu sein als "nur" Mama. Wenn mein Freund früh von der Arbeit kommt haben wir auch wieder etwas Zeit für uns.

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Dann war das missverständlich ausgedrückt. Kindergarten war mir zu laut und trubelig, ich bin nicht gerne gegangen und hab mich gedrückt, so oft es nur ging.

Grundschule bin ich super gerne gegangen.

Im Kindergartenalter war ich in diversen Gruppen, z.B. musikalische Früherziehung oder Spielkreis. Auch das fand ich toll, das war aber dann ja auch zeitlich begrenzt mit 1-2 Stunden.

Ich war ein Kind, das sehr gerne auch nur für sich war und viel Ruhe gebraucht hat.

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Hi,

Ich hab meinen Sohn letztes Jahr mit 2 Jahren noch nicht geschickt.
Ich hab es im Laufe des Jahres aber fast bereut 🙈.
Spielgruppen mit Mama waren bei uns wg Corona nicht möglich und auch sonst war Kontakt mit anderen Kindern eher schwierig.
Vor allem im Winter ist MIR des öfteren die Decke auf den Kopf gefallen ( das hatte aber auch noch andere Gründe).
Meinem Sohn ist aber zu Hause nichts abgegangen.
Er wird jetzt mit 3 Jahren mit 2 halben Tagen pro Woche anfangen. Er freut sich schon riesig darauf und ich freue mich auch auf die freie Zeit;)

Also nein ich finde es nicht egoistisch deinem Kind gegenüber.
Wenn du merkst, dass es ihm nicht gefällt und er nur weint, kannst du immer noch darauf reagieren.

Glg

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Danke für deinen Erfahrungsbericht.

Im Moment treffen wir uns noch viel mit anderen Kindern aus dem Freundeskreis oder Verwandtschaft. Bald gehen alle Kinder allerdings in eine Betreuungseinrichtung, Spieltreffs unter der Woche werden dann eher schwierig werden.

Wir werden es auf jeden Fall versuchen und wenn es nicht klappt, dann nehmen wir eben wieder etwas Tempo raus.