Nicht gut genug sein

Hallo ihr Lieben mich beschäftigt eine Situation mit meiner Tochter so sehr, dass ich mich hier angemeldet habe. Folgende Situation: die 2 jährige spielt mit mir Federball, was sie schon richtig gut kann und ich wirklich sehr erstaunt war und das auch zum Ausdruck gebracht habe mit "wow den Ball hast du super getroffen ". Meine 4 Jährige steht daneben wollte auch nicht mit spielen und wir hatten das Thema das jeder etwas anderes gut kann. "Ich sagte dann zur älteren das alle gut geworden sind und jeder eben was anderes kann. " Dann sagt sie außer ich Mama stimmts? Ich bin geschockt und interpretiere jetzt natürlich viel rein, ich weiß auch nicht. Klar schimpfe ich mal, aber das es so auf sie wirkt. Ich möchte doch nicht das sie sich minderwertig fühlt. Sie darf viel mitentscheiden, kuscheln, eigentlich wie in einer normalen Familie. Manchmal hab ich auch wenig Zeit. Vielleicht weiße ich sie zu oft ab. Wie seht ihr das?

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Es gibt Kinder, die sind so. Die stellen so hohe Ansprüche an sich selbst, dass sie sie nie erfüllen können, sind dann frustriert und geben sofort auf.

Dann immer auf andere Talente hinzuweisen, finde ich ein bisschen heikel. Das kann auf nach hinten los gehen. Ich habe als Kind immer gehört "Du kannst halt x nicht, dafür bist du super in y." Bei mir war das eher kontraproduktiv, denn ich war lange überzeugt, dass alle Talente ausschließlich angeboren sind. Wenn x nicht beim ersten Mal klappte, dann konnte ich halt x nicht und sah auch keinen Sinn darin, es weiter zu probieren. Zusätzlich hat die Überzeugung, kein Talent für x zu haben, dazu geführt, das es noch weniger klappte als ohnehin schon.

Klar hat jeder besondere Talente, aber kein gebotener Badminton-Profi zu sein, heißt noch lange nicht, dass man nicht genug lernen kann, um Spaß beim Familien-Federball zu haben.

Ich würde also eher darauf hinweisen, was sie alles früher nicht konnte, aber gelernt hat. Bei meinem Sohn hat auch gut funktioniert, zusammen etwas neues anzufangen, was wir beide noch nicht können, Rollschuh fahren, klettern etc. Wenn es bei Mama anfangs auch nicht klappt, die aber nicht aufgibt, dann bleibt er auch eher dabei. Und später können wir dann beide stolz sein.

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https://youtu.be/BcFA9ReALdk
(Passender Jan & Henry Song)
Ganz ehrlich, in so einer Situation solltest du direkt Beispiele bringen, was die große Schwester besser kann.
Die kleine kann zwar besser Federball spielen, „dafür kannst du aber von drei Treppenstufen runter hüpfen und allein dein Frühstücksei Pellen“ etc.
Sonst ist es klar, dass die große sich schlecht fühlt, weil sie in der Situation ja keinen positiven Gedanken hatte.

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Das hab ich schon gemacht, mir ging es nur um die Aussage an sich sie sei nicht gut genug.

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Dann solltest du sie in Alltagssituationen vielleicht mehr bestärken/loben, was sie gut macht.

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Hallo,

vielleicht versuchst du mehr die Bemühung als das Ergebnis zu loben. Fiel mir auch früher schwerer.

Aber es ist besser zu sagen: "Da hast du dir beim lila Elefanten richtig Mühe gegeben!" als zu sagen "Der lila Elefant sieht toll aus!".
Manche Kinder sind eben auf diesen Unterschied viel sensibler als andere - vermutlich gehört die Große dazu. Eventuell spielte auch etwas Eifersucht hinein und die Große wollte sich deiner Liebe versichern ....

LG
B

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Genau was meine Vorschreiberin schreibt ist es.

Kinder, die immer nur für das Ergebnis gelobt werden, entwickeln ein statisches Selbstbild. Und das zieht sich durchs Leben. Entweder sie sind gut oder schlecht. Können es oder können es nicht. Schwarz oder weiß. Schwer oder leicht. Es gibt kein dazwischen. Und das kommt tatsächlich davon, wenn "Talente" und Ergebnisse gelobt werden.

Damit Kinder ein dynamischen Selbstbild erreichen, ist es wichtig, Zwischenschritte zu loben. Und nicht das Ergebnis. Fokus weg von den Fehlern.
Heißt, um beim Badminten-Thema zu bleiben: du könntest dein Kind animieren, mitzuspielen. Und dann schauen, was schon gut klappt. Und das anerkennen. Genau, so wie du den Schläger hälst, ist es richtig. Toll, du hast mit dem Schläger in die richtige Richtung gezielt. Komm, wir üben weiter.
Es ist nicht wichtig, ob der Ball getroffen und weggeschlagen wird. Die Zwischenschritte zählen.
Wenn Kinder erkennen, dass sie vieles schon können, sind sie motiviert, weiterzuüben, bis es klappt. Sie checken, dass sie selbst es in der Hand haben, ob sie etwas lernen wollen und maßgeblich dran beteiligt sind, ob sie etwas können oder nicht. Das sind wichtige Eigenschaften fürs Leben, weil sie kInder nicht so im Opfermodus drinhängen (wie übrigens sehr sehr viele Erwachsene).
Klappt natürlich nicht auf Anhieb Das ist ein Prozess. Steter Tropfen höhlt den Stein.

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Ja das könnte wirklich sein , das ich falsch Lobe. Wenn ich so drüber nachdenke. Dann weiß ich wo ich jetzt ansetzen muss . Vielen herzlichen Dank an dich und an alle anderen 💜