Herzschmerz weil Erzieherin geht

Hallo,

ich komme mir ein bisschen bekloppt vor und möchte meine Gedanken mit euch teilen. Ich weiß gar nicht, was ich mir davon verspreche- wahrscheinlich nur das gute alte "Von der Seele reden".

Mein Sohn ist jetzt 18 Monate alt und geht seit einem halben Jahr in die Krippe. Er hat drei ganz tolle Erzieherinnen und die, die mit ihm die Eingewöhnung gemacht hat, ist irgendwie einfach etwas ganz besonderes für ihn. Ich meine zu merken, dass er wirklich sehr an ihr hängt. Nun hat sie angekündigt, die Gruppe (schweren Herzens) zu verlassen, weil sie innerhalb der Kita neue Aufgaben übernimmt. Sie wird also noch da sein, aber keine aktive Rolle mehr im Leben meines Sohnes spielen. Ich weiß absolut nicht warum, aber es bricht mir einfach das Herz. Für mein Kind, aber irgendwie auch für mich!?? Ich kann mir nicht erklären, warum mich das so extrem mitnimmt. Ich denke den ganzen Tag daran, dass sie bald nicht mehr so da ist, wie sie es bisher war und dass mein Sohn groß wird und sie nie so in Erinnerung behalten wird, wie er es getan hätte, wenn sie weiter seine Erzieherin geblieben wäre. Ich habe selbst ein sehr gestörtes Verhältnis zu meiner eigenen Kitazeit und hab schon überlegt, ob es damit etwas zu tun haben könnte. Kann das irgendwer von euch nachvollziehen? Oder spinne ich irgendwie? Ich bin einfach ohne Ende traurig.

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Du hast das Wort ja selber benutzt....also ja, du spinnst;-).

Es ist die erste Erzieherin, die geht,oder? Da darfst du gerne etwas von der Rolle sein, aber steiger dich da nicht so rein. Ihr beide werdet noch viele Erzieher, FSJler und wie sie alle heißen, kommen und gehen sehen.
Und ja, die Kinder nehmen das sehr locker...die Eltern haben da manchmal mehr Probleme mit. Ich weiß aber ehlrich gesagt nicht so ganz warum.

Meine Tochter ist jetzt in der 3. Klasse....besonders aus der ersten Zeit im Kindergarten weiß sie gar nichts mehr. Präsent ist noch das letzte Jahr, aber da auch nur die Unternehmungen. Die Namen der Erzieher sind fast alle weg, dafür kennt sie aber noch viele der Kinder. Liegt aber daran das wir hier auf dem Land leben und sich die Wege immer noch kreuzen. Sie wurde in der Schule mit einem großen "Hallo" von älteren begrüßt und auch die aktuellen Schulanfänger wurden so begrüßt. Jetzt ist es aber vorbei, die jetzt nachrücken waren damals einfach noch zu klein.

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Danke für deine Antwort. Ja genau, erstes Kind, erste Person die sozusagen nicht mehr Anteil an seinem Leben hat. Wahrscheinlich ist es auch schwer, weil ich so erleichtert war, dass er eine tolle Erzieherin hat und jetzt hab ich so passive Verlustängste 😅. Ich denke auch, dass mein Kind das selbst gar nicht richtig checken wird.

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Hey 👋🏻 das würde mir genauso gehen wie dir - und ja, vermutlich spinnen wir beide. 😅

Unsere Bezugserzieherin aus der Krippe ist eine soooo tolle Person und wir haben sie auch sehr ins Herz ♥ geschlossen. Sie und mein Sohn hatten eine tolle Verbindung, aber er mag die anderen auch. Im September hat er von der Krippe in den ü3 Bereich gewechselt und eine neue Bezugserzieherin bekommen, die auch sehr nett ist.
Für ihn gar kein Problem. Mein Herz hängt aber an Bezugserzieherin Nr 1 😅
Allerdings habe ich noch ein Baby und ggf bekommt sie die gleiche Bezugserzieherin. Außerdem haben sie und ich mittlerweile privaten Kontakt weil wir uns so gut verstehen :)

Liebe Grüße
Juju

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Oh das tut doch ganz gut zu lesen, dass ich nicht alleine bin 🙈

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Absolut verständlich, aber es vergeht auch wieder...

Ich habe neulich geweint, weil mein Sohn wieder ein Lehrer Wechsel hatte, er war auch anfangs traurig aber nun gefällt ihm die neue Lehrerin auch.

Man gewöhnt sich an eine Person, fasst vertrauen und wenn diese aufeinmal geht, ja dann werde ich auch immer sentimental.

Aber dein Sohn wird sich daran gewöhnen.
Meistens gewöhnen sich die Kinder schneller daran, als wir Eltern.

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Achso, geweint auch weil mein Sohn sehr schüchtern ist und länger braucht um sich zu öffnen.
Und dann entsteht ja auch eine Bindung, diese wurde schon einmal unterbrochen, dann Corona und nun wieder eine neue Lehrerin.
Da ist die Angst schon da, ob er diese auch so gut annimmt, ob sie die Kinder so annimmt. Leider haben sie auch nur 1Jahr zusammen...

Naja und wir Muttis machen uns da einfach zuviele Gedanken, wir möchten das unsere Kinder sich wohl fühlen usw.

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Nach zwei Kindern, vier Jahren Kita und gefühlten zehn Personalwechseln kann ich sagen: man gewöhnt sich dran.
Kurz zur Einordnung: schlecht bezahlter Beruf, Personalmangel, überall offene Stellen (Stichwort Wohnortnähe) und dann noch überwiegend junge Frauen mit Kinderaffinität als Angestellte. Die Fluktuation muss so hoch sein.

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Ich unterrichte Erzieher, die Situation ist mir bewusst. Ändert aber nichts an meiner Traurigkeit 🙈 In unserem Fall hat die Erzieherin ne Weiterbildung gemacht und bleibt zum Glück in der Kita.

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Ich kann dich gut verstehen.
Meine Tochter wechselt die Kita, von einer u3 in eine ü3. Also nicht nur die Gruppe, sondern komplett.
Ich bin auch sooo traurig. Es war einfach so eine tolle Kita mit so tollen Erzieherinnen.
Meine Tochter ist (zum Glück) gar nicht so traurig. (Und ich zeige ihr natürlich nicht, dass ich es bin).
Also: wir Erwachsene sind da oft sentimentaler als die Kinder.

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Du wirst noch viele kommen und gehen sehen. Tolle…& nicht so tolle Erzieherin. Deinem Kind wird es über kurz oder lang - wohl eher kurz - total egal sein. Und du wirst dich wundern wie schnell du die Namen vergisst.